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Der weiße Baum – Cajeput

19 Sep

Die Atmung ist wie ein wertvolles Geschenk in einer unscheinbaren Verpackung.

Ein lebendiges Geheimnis, das sich circa 12 mal pro Minute immer aufs Neue selbst offenbart und doch bleibt es scheinbar unentdeckt. So selbst-verständlich wie die Luft zum atmen hält uns der Atem am Leben.

Mit dem Duft von Cajeput wird eine freischwebende Aufmerksamkeit auf die Atmung gelenkt.

Beim Atmen mit dem Duft spüre ich plötzlich genau wie weit mein Atem reicht. Eine frische Brise zieht durch meinen Brustkorb über den Bauch bis hin zum Steißbein. Der Atem passiert ohne Zutun.

Immer wieder kommen mir folgende Worte in den Sinn:

Atme einfach – einfach atmen!

Und so übe ich mit Cajeput die Kunst der Atmung. Ich bekomme eine sehr genaue Vorstellung der idealen Atmung. Sie ist fließend, strömt von selbst ein und aus und zwischen Ein- und Ausatmung gibt es eine kleine Pause.

Immer wenn ich mich zu sehr auf einzelne Etappen des Atemzuges konzentriere, bleibe ich irgendwo stecken. Dann lasse ich die Atmung wieder ihr Ding machen, einfach atmen.

Cajeput scheint den unsichtbaren Atemstrom wie ein Kontrastmittel erlebbar zu machen. Nach einigen Minuten hinterlässt der Duft auf der Achse der Wirbelsäule eine bleibende, leicht kühle und prickelnde Sensation.

In meiner Mitte, aus der Organlandschaft heraus wächst ein weißer, luzider Baum oder besser das Hologramm dieses Baumes. Mit jedem Atemzug kommen neue feine, leichte und leuchtende Äste hinzu.

Ich nehme an, diese Lichtinstallation, die weit über meine Grenzen hinaus strahlt, ist das Abbild meiner Lunge in diesem Moment. Der weiße helle Baum mit seinen feinen Zweigen, der mich leben lässt. Vielleicht ist die Atmung das größte Geschenk!

Der Atem kann überall hinströmen. Ich kann über die Körpervorderseite einatmen und über die Rückseite ausatmen, über die Füße, Hände, den Scheitel. Wie ich so herumspiele wird die Energie um mich herum immer schöner. Mit der Atmung gehe ich auf Wanderschaft.

Dabei gewinne ich die Einsicht, dass der Atem mit allem, was ich fühle und bin in Verbindung steht. Dabei komme ich auch an den Orten in meinem Innenraum vorbei, wo meine Atmung am liebsten anhalten will.

Dann sagt mein duftender Atemlehrer:

Atme einfach – einfach atmen.
Wenn du Angst hast, atme einfach!
Wenn du kraftlos bist, atme einfach!
wenn du dich leer fühlst, atme einfach!
Atme einfach – einfach atmen.
 

Affirmation: Atme einfach – einfach atmen!

Duft: Melaleuca cajeputi, Vietnam

Verwendeter Pflanzenteil: Blätter

Gewinnung: Destillation

Tor zur neuen Welt – Limette

27 Jul

Der frisch-herbe Duft der Limette kündigt Neubeginn und Aufbruch an und weckt die natürliche Neugier –  Gier auf Neues.

Die Limette verbindet Forscherdrang und Wis-sensdurst mit sachlicher Wachheit. Hinzu kommt noch eine Prise Aben-teuerlust, nämlich dann wenn die Lust zu entdecken und Neues zu erfahren, so groß ist, dass man dafür bereit ist, ein Risiko einzugehen.

Dieses Gefühl muss auch die Forscher, Seefahrer und Entdecker angetrieben haben, die sich auf eine lange Reise ins Ungewisse machten,  um jene neue Welt zu erkunden, die sie nur als Mythos kannten.

Deutlich spürbar ist die frische Kraft des Tagesanbruchs, der  eigene Geist scheint benetzt vom Morgentau, der Blick streift in der Ferne den Horizont.

Die Gefühlswelt ist von der Gewissheit erfüllt, dass man sich auf sein Wissen und Können verlassen kann, um jede erdenkliche, unvorhergesehene Situation zu bewältigen.

Genial, dass der Limettenduft für Frohsinn sorgt und die nötige Energie mobilisiert, um die Aufmerksamkeit auf Neuartiges zu lenken. Bewusstsein kostet Kraft und gerade die intellektuellen, musischen Fähigkeiten blühen auf.

Die Limette ist ein idealer Duft, wenn sich Langeweile, Lethargie und Gewohnheit im Leben breit machen. Mit dem Duft der Limette schärft sich die Wahrnehmung für neue Möglichkeiten. Die Bereitschaft, neue Wege einzuschlagen, steigt.

Die Limette weckt Interesse und Neugier, öffnet den Geist für Neuartiges und Unbekanntes und unterstützt dabei, die eigene Zukunftsvision zu erdenken und schließlich die Tore in der neuen Welt zu durchschreiten!

Affirmation: “Frohen Mutes durchschreite ich das Tor zur neuen Welt!”

Duft: Citrus aurantiifolia, Brasilien

Verwendeter Pflanzenteil: Schale

Gewinnung: Kaltpressung

Die Wandersfrau – Myrte Anden

29 Jun

Von Myrte Anden geht ein angenehmes tiefes Aroma von herben Waldbeeren und dürren Ästen  aus. Dieser Duft behält seine tiefsten Geheimnisse für sich aber gerade deswegen fühlt man sich darin so geborgen, angekommen, fast beheimatet.

Immer wieder tauchen ganze Bildsequenzen vor meinem inneren Auge auf, in denen ich mich auf Wanderschaft befinde und gerade in dem Moment, in dem ich nicht mehr genau weiß wo ich hin muss, begegne ich auf dem Weg immer wieder einer leuchtenden Frauengestalt im bunten Gewand.

Ich frage sie nach dem Weg und immer wieder erhalte ich dieselbe Antwort:”Wenn du nicht mehr weiter weißt, dann kehre um und gehe bis zu dem Punkt, an dem du dich wieder auskennst. So wie man in das Labyrinth hineingeht, findet man auch wieder hinaus!”

Eine ganze Weile haben mich diese Sätze beschäftigt und ich denke das Thema von Myrte Anden ist die Umkehr, das Aufsuchen eines vertrauensvollen Zustandes bzw. der Rückzug zum Kern des Urvertauens, von dem aus man achtsam einen Schritt vor den anderen setzt. Ich glaube, die geheimnisvolle Wandersfrau am Wegesrand repräsentiert eine wegweisende Kraft, die der inneren Stimme Gestalt verleiht.

Manchmal gerät man ja trotz bester Vorsätze auf einen Weg, den man eigentlich gar nicht einschlagen wollte. Einige Wege führen auch in eine Sackgasse und viele Wege gehen wir trotz besseren Wissens weiter und zwar bis zum bitteren Ende. Dabei ist Myrte Anden nicht nur ein Duft für größere Irrfahrten, sondern auch für die kleineren Irrungen und Wirrungen der täglichen Kommunikation.

Myrte Anden schenkt der inneren Stimme einen klaren, lauten und suggestiven Klang, so dass man ihrem Ruf nicht widerstehen kann. Die Myrten-Frau am Wegesrand schenkt den Mut zur rechtzeitigen Umkehr, wenn man sich einmal verirrt hat oder auf einen unguten Pfad geraten ist. Umkehren, hört sich ganz einfach an: anhalten, umdrehen, zurück gehen und das, was gerade noch vor einem lag hinter sich lassen.

Tatsächlich ist ein Labyrinth im eigentlichen Sinn ein verschlungener Weg ohne Verzweigungen, der unter regelmäßigem Richtungswechsel zum Mittelpunkt führt. Es gibt nur einen einzigen Weg, auf dem man entweder vor oder zurück gehen kann, nur verlaufen kann man sich nicht.

Myrte Anden führt immer wieder zurück zur eigenen Mitte, erinnert an die eigene klare Linie und daran, dass der Weg zurück manchmal der bessere ist!

Affirmation: “So wie ich hinein gefunden habe, so finde ich auch wieder heraus!”

Duft: Myrtus communis, Peru

Verwendeter Pflanzenteil: Zweige

Gewinnung: Destillation

In Buddha’s Haus – Weihrauch indisch

21 Mai

Wenn man sich die Identität des Menschen als Haus vorstellt, dann sind die Lebensprinzipien tragende Balken in der Konstruktion, die eine gewisse Stabilität gewährleisten.

Einige dieser Prinzipien sind lebenslängliche und zuverlässige Begleiter und decken sich mit  den eigenen Werten und dem Selbstverständnis. Sie unterstützen die Entscheidungsfindung und schenken das gute Gefühl, der Mensch zu sein, der man sein möchte.

Da der Mensch aber einem ständigen Wandlungsprozess unterworfen ist und sich durch innere Reifungsprozesse, durch Erfahrungen mit anderen Menschen und durch wichtige Lebensereignisse verändert, kann es passieren, dass sich das eigene Lebensgefühl plötzlich nicht mehr mit den Prinzipien deckt, die man über einen langen Zeitraum hinweg vertreten hat und anstatt in Kongruenz mit den eigenen Prinzipien zu leben, lebt man eher gegen sie an.

Das Festhalten an den überholten Prinzipien mag zwar vordergründig die Sicherheit der Seelenhaus-Konstruktion gewährleisten, führt aber letztlich zum Stillstand der persönlichen Entwicklung.

Tief im Inneren ist jedoch der Stein der Veränderung schon ins Rollen gekommen und bewegt sich nun unaufhaltsam auf die bewusste Wahrnehmung zu. Entweder man klammert sich nun noch mehr an die nicht mehr zeitgemäßen Fragmente der eigenen Identität und nimmt das damit einhergehende Unbehagen in Kauf oder man traut sich, die morschen Balken der Ich-Konstruktion gegen neue auszutauschen und riskiert damit zeitweilige Instabilität.

Dies ist der Moment, an dem der indische Weihrauch sein größtes Potenzial entfaltet. Er ist ein Mutduft im Dunkeln und verschafft Zugang zum inneren Tempel, zu Buddhas Haus im Herzen des Menschen.

Tief in sich selbst geborgen, findet man im Angesicht der Wandlung Stabilität und Anmut. In Buddhas Haus lerne ich: Veränderung tut nicht weh. Veränderung bedeutet Verstehen.

Der indische Weihrauch schenkt tief im Inneren zuversichtlichen Frieden. In diesem geborgenen Zustand fällt es leicht, sich die Erlaubnis zur Veränderung zu geben, die Erlaubnis zu hinterfragen, die Erlaubnis zu brauchen und zu dürfen und ein neuartiges Lebensgefühl für sich zu entdecken, das zuvor aufgrund überholter Prinzipien verwehrt blieb.

Die Reise mit indischem Weihrauch führt tief bis ans Fundament der eigenen Identität. Es ist ein Duft für Menschen, die selbst ihr strengster Richter sind. Auf kontemplative Weise kann man mit Weihrauch indisch das eigene Regelwerk korrigieren, von der Strenge zur Erlaubnis kommen und das Tor der Prinzipien als freier Mensch durchschreiten.

Es ist ein herrlicher Duft, um die eigenen Bedürfnisse in Phasen der Veränderung zu klären, mit einem neuen Lebensgefühl verbundene Werte zu formulieren und ein neues Lebenskonzept zu verwirklichen.

Affirmation: “Was lange verwehrt, wird endlich geehrt!”

Duft: Boswellia serrata, Indien

Verwendeter Pflanzenteil: Harz

Gewinnung: Destillation

Feuer und Eis – Pfefferminze

23 Apr

Wer dem Ruf der Pfefferminze folgt, befindet sich in einem Spannungsfeld irgendwo zwischen Feuer und Eis.

Die Pfefferminze kühlt den Kopf und wärmt den Bauch. Sie trägt die gegensätzlichen Energien von Hitze und Kälte in sich und vereint diese integrativ in ihrer Mitte. Die mühelose Bewegung zwischen den Extremen verbindet, was eigentlich nicht zu-sammen gehören will.

Die minzige Komponente des Duftes sorgt für eine gesteigerte Wachsamkeit und gleichzeitig für eine gewisse Entspanntheit der Gedanken und eignet sich daher bestens bei Ideenflaute, Kopfzerbrechen und krampfhaftem Festhalten an einer bestimmten Gedankenstruktur.

Mit dem Pfefferminzduft gelingt es, sich gedanklich frei zu machen und den Fluss der Gedanken an sich vorüber ziehen zu lassen. Die Reduktion der geistigen Anspannung wirkt wie eine Art Anti-Blockiersystem, falls die gedankliche Handbremse sich einfach nicht lösen will.

Im heiß-kalten Wechselbad der Gefühle ist man meist zwischen widersprüchlichen Gefühlen hin und her gerissen und konflikthafte Spannungen lassen sich nicht mehr vollständig abbauen. Im emotionalen Bereich agiert die Pfefferminze wie ein Blitzableiter und ist hervorragend für psychosomatische Symptome wie Spannungskopfschmerzen, Magenkrämpfe und Verdauungs-störungen geeignet. Ihr großes Verdienst ist es, die gesamte negative Anspannung auf sich zu ziehen und diese zu neutralisieren.

Die Pfefferminze ist ein Duft der Geistesgegenwart und verbindet einen kühlen Kopf mit einem warmen und wohligen Bauchgefühl. Daher eignet sich der Duft auch sehr gut um in Extremsituationen angemessen zu reagieren und die Sinne beisammen zu halten, sowie bei Ohnmacht wieder das Bewusstsein zu erlangen.

Die Pfefferminze breitet sich sehr gerne in ihrem Wachstum aus. Durch unterirdische Wurzelausläufer sucht sie im Verborgenem immer wieder nach neuen Wegen, um im Leben weiter zu kommen. Frohen Mutes die Fühler auszustrecken und sich in alle Richtungen vorzutasten begünstigt die persönliche Entwicklung und ist zugleich Quelle der Inspiration.

Gegensätze und Widersprüchliches können auf einer höheren Ebene als Aufgaben verstanden werden, die es zu lösen gilt. Die Steine, die auf meinem Lebensweg liegen, sind schließlich dazu da, etwas aufzubauen!

Affirmation: “Alle Anspannung fällt von mir ab!” “Ich umarme meine Gegensätze!”

Duft: Mentha piperita, Italien

Verwendeter Pflanzenteil: Blätter

Gewinnung: Destillation

Heilerin der blauen Stunde – Schafgarbe

20 Mär

Das tiefblaue Öl der Schafgarbe sieht aus wie ein Zauberelixier aus einer weit entfernten Galaxie, während der Geruch an den vertrauten Duft einer Wildkräuterwiese erinnert.

Der erste Dufteindruck ist sehr stark krautig und anhaltend. Erst nach einiger Zeit lässt der Aufforderungs-charakter nach und wird zunehmend sanfter und offener.

Ich folge dem Impuls, einen Tropfen des Öls in meine Handinnenfläche zu tropfen und entlang meiner Lebens-linien sickert der blaue Duft bis in die feinsten Falten meiner Handinnen-fläche ein bis sich schemenhaft eine Figur abzeichnet – eine archetypisch weibliche Erscheinung, eine blaue Göttin oder Schutzpatronin.

Auf jeden Fall ist diese in sich ruhende Duftpersönlichkeit respekteinflößend und hinterlässt einen sehr starken Eindruck. Aufgrund ihrer Souveränität und Unerschütterlichkeit wirkt sie beinahe überirdisch, wie eine Botschafterin aus göttlichen Sphären.

Der uralte Name für die Schafgarbe ist “Heil aller Schäden”, denn sie weiß wie man Wunden heilt. Bereits Achilles soll seine verletzte Ferse mit Schafgarbe versorgt haben. Ihm folgten abertausende Soldaten auf verschiedenen Schlachtfeldern dieser Erde nach und versorgten auch ihre Wunden mit dem blauen Öl.

Während die Schafgarbe einerseits den Verwundeten und Leidenden unter ihrem Schutzmantel Obdach gewährt, gibt es da noch eine andere, transformierende Kraft, die einen antreibt, auf die Suche zu gehen. Dies geschieht, sobald nach Verletzung und Niederschlag wieder die ersten Kräfte mobilisiert werden.

Trotz aller Güte und wohlwollender Versorgung ist die Schafgarbe eine weise Duftgöttin, die den Weg der Konfrontation sucht. Es kommt zu einer Gegenüberstellung mit den eigenen Grauzonen, mit Fehlern, die nicht gemacht werden wollten, mit Gefühlen, die nicht gelebt werden wollten und mit Lebensaufgaben, die nicht angenommen werden wollten.

Dieser blaue Duft ermöglicht den übermenschlichen Schritt über Schwellen hinweg und durch die Tore der Selbsterkenntnis hindurch zu gehen und den prüfenden Blick der Sphinx zu überstehen.

Veränderung kann nur durch die Wahrnehmung der inneren Stimme geschehen.

Die Schafgarbe scheint zu sagen: “Vergiss deine Ratschläge und Meinungen und die der anderen, blende das Getöse der wirren und zweifelnden Gedanken aus deinem Bewusstsein aus und werde achtsam für das leise Flüstern deiner inneren Stimme, die bereits seit Urzeiten den richtigen Weg kennt.”

Im Seelenleben gibt es die blaue Stunde, die Zeit der Dämmerung bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, die Zeit, um das Licht des Neuen zu begrüßen oder sich in die Dunkelheit zu wagen.

Vor Anbruch dieser blauen Seelenstunde hat man meist selbst schon eine Ahnung, dass es Zeit ist, an sich zu arbeiten, sich auseinanderzusetzen und den eigenen Weg zum Urgrund fortzusetzen. Der Duft der Schafgarbe sorgt dafür, diese Veränderung als nährend und heilend zu erfahren!

Die heilende, weibliche und schützende Kraft spiegelt sich auch in der Marienverehrung (Schutzmantelmadonna) wieder. In vorchristlicher Zeit war Brigid die keltische Göttin des Herdfeuers, auch die Strahlende, die Helle oder die Streiterin. Anbei ein altes Gebet ihr zu Ehren:

Brigid vom Mantel, umgib uns.
Herrin der Lampe, beschütz uns.
Hüterin des Herdes, entzünde uns.
Unter dem Mantel vereine uns
und gib uns dem Gedächtnis wieder.
Mütter unserer Mütter, Vormütter stark,
führt mit eurer Hand die unsrige,
erinnert uns, das Herdfeuer zu entfachen,
es leuchtend hell zu halten, die Flamme zu hüten.
Eure Hände sind unsere, Tag und Nacht.
Brigids Mantel um uns
Brigids Gedächtnis in uns,
Brigids Schutz, uns vor Schaden zu bewahren,
vor Unwissenheit, vor Herzlosigkeit,
diesen Tag und diese Nacht,
vom Morgengrauen bis zum Dunkel,
vom Dunkel bis zum Morgengrauen.

Affirmation: “Ich setze meinen Seelenweg fort!” “Ich durchschreite die Tore!”

Duft: Achillea millefolium

Verwendeter Pflanzenteil: Blüte

Gewinnung: Destillation

Fastenzeit – Detox Kur mit ätherischen Ölen

29 Feb

Fasten bedeutet Leben ohne Nahrung. Wer sich schon einmal auf dieses Abenteuer eingelassen hat, weiß, dass es beim Fasten nicht ums Abnehmen geht, sondern um einen Lösungsprozess, um Entgiftung und Reini-gung und um die Aus-einandersetzung mit sich selbst.

Durch das Überangebot an Nahrung nehmen wir häufig mehr zu uns als unser Körper eigentlich verarbeiten kann. Zudem gerät der Säure-Basen-Haushalt durch den Genuss von Nahrungsmitteln, die bei der Verdauung Säuren im Körper freisetzen, sowie durch Stress und mangelnde Bewegung schnell  ins Ungleichgewicht.

Die Folgen der Übersäuerung sind z.B. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Muskelverspannungen, Bindegewebsschwäche oder empfindliche Haut.

Während des Fastens  dürfen die Leber, die Nieren, die Lungen, der Dickdarm und die Haut Urlaub machen. Mit der körperlichen Entgiftung geht meist auch ein psychischer Lösungsvorgang einher. Die durch das Fasten freigesetzte Energie kann dazu genutzt werden, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen und zu neuen Ufern aufzubrechen.

Dr. Hellmut Lützner beschreibt das Fasten in seinem Buch “Wie neugeboren durch Fasten” so:

  • Fasten ist eine naturgegebene Form menschlichen Lebens
  • Fasten bedeutet, dass der Organismus durch innere Ernährung und Eigensteuerung aus sich selbst leben kann
  • Fasten betrifft den ganzen Menschen, jede einzelne seiner Körperzellen, aber auch seine Seele und seinen Geist
  • Fasten ist ein starker Impuls, die eigene Lebensweise zu ändern, falls dies nötig ist

Die Anwendung ätherischer Öle während der Fastenzeit kann die Entgiftungsprozesse im Körper effektiv unterstützen und dabei helfen, den Körper von Stoffwechselprodukten zu befreien und den Kreislauf zu stabilisieren.

Außerdem können ätherische Öle psychisch kräftigend wirken, neuen Schwung geben und Veränderungsprozesse einleiten.  Auch in Meditation und Innenschau können Düfte interessante Einsichten zu Tage fördern.

Meine Detox-Düfte

Zitrone: klärend, tonisierend, mental strukturierend, unterstützt die Leberfunktion, Wachmacher, vermittelt ein Gefühl von Sauberkeit Die Kunst der Subtraktion – Zitrone

Grapefruit: verbindet mit dem eigenen Energiefluss, tonisierend, fördert die Fettverbrennung, belebend und aufmunternd Flow – Grapefruit

Koriander: unterstützt alle Stoffwechselvorgänge und leitet Gifte aus, stärkt die Verdauungsorgane  Detox Agent – Koriander

Rosmarin verbenon: unterstützt die Leberfunktion, kurbelt die Fettverbrennung an, wirkt blutreinigend, vitalisierend, ausgleichend, hilft das richtige Maß zu finden Die perfekte Welle – Rosmarin verbenon

Rosmarin cineol: atemstimulierend, entgiftet die Lunge, belebend, kreislaufanregend, hebt den Blutdruck, wachmachend, steigert das Durchhaltevermögen

Wacholder: durchblutungsfördernd, stabilisierend, unterstützt bei psychischer Bewältigung von Detox-Prozessen, Verarbeitung negativer Gefühlszustände Wächter der Nacht – Wacholder

Lavendel: hilft bei Unruhezuständen, Kopfschmerzen und bringt den Lymphfluss in Gang, unterstützt die Hautfunktion,  schlaffördernd und entspannend Blue Angel – Lavendel (Berg-)

Angelikawurzel: immunstärkend, blutreinigend, belebend, herzstärkend, durchblutungsfördernd, innerlich aufrichtend, angstlösend, psychisch stabilisierend Krieger des Lichts – Angelikawurzel

Bevor man sich für eine Fastenkur entscheidet, sollte man mit seinem Hausarzt Rücksprache halten, ob diese Methode für einen selbst geeignet ist. Außerdem ist es empfehlenswert, sich an einem strukturierten Leitfaden zu orientieren, da vor und nach dem eigentlichen Fasten Entlastungs- und Aufbautage und insgesamt eine gewisse Planung nötig ist.

Buchtipps:

Wie neugeboren durch Fasten, Dr. med. Hellmut Lützner

Säure-Basen-Balance, Prof. Dr. Jürgen Vormann

Das Säure-Basen-Kochbuch, Monika Lohmann

Fortsetzung folgt….Detox – Aroma-Rezepte für die Fastenzeit

Hoffnungsträger – Riesentanne

21 Feb

Groß und nach allen Seiten hin expandierend spendet der Duft der Riesentanne großzügig seine nadel-grüne Kraft.

Es riecht frisch, hell, dennoch weich und vor allem nach Hoffnung.

Innerlich fühlt sich der Duft an, als würde moosgrüner Samt in flüssiger Form durch den Körper gleiten.

Während ich den Duft weiter einatme, richte ich mich immer mehr auf, werde groß und größer und wachse. Mit dem Wachstum kommt das Gefühl der Großzügigkeit und der Gewissheit.

Das Wissen darum, sich weiter zu entwickeln und voranzuschreiten ist besonders in Lebensabschnitten wichtig, in denen einem die Bestätigung der eigenen Fähigkeiten von außen durch Erfolgserlebnisse oder verbales Feedback entweder gänzlich fehlt oder keine Bedeutung mehr zu haben scheint.

Für jeden Menschen kommt einmal der Tag, an dem nur er sich die Hoffnung schenken kann, die er zum weitermachen braucht.

Doch Fehlschläge und  Frustrationen lassen den Menschen psychisch und körperlich in sich zusammen sacken, machen klein, unbeweglich und ängstlich.

Der Duft der Riesentanne strömt tief ins Innere ein und legt eine der wertvollsten Ressourcen frei, die unheimliche Kräfte mobilisieren, die Willenskraft aktivieren und sogar über Leben und Tod entscheiden kann – die Hoffnung.

Dies ist ein Gefühl, das den Menschen antreibt und ihn daran hindert, kampflos aufzugeben. Es  ermöglicht eine Neubewertung der aktuellen Situation.

Hoffnung führt dazu, die Dinge  positiv zu sehen, obwohl sie es noch gar nicht sind. Der Mensch erschafft sich also mittels seiner tief verborgenen Kraftreserven die Illusion, dass alles besser werden wird und hält diese so lange aufrecht, bis diese Illusion zur Realität geworden ist. Ohne Hoffnung kann es keine Helden geben.

Der Duft der Riesentanne vermittelt Größe, Vitalität und Standhaftigkeit, führt aber gleichzeitig ganz ruhig und besonnen zur Quelle der eigenen Hoffnung.

Es ist der ideale Begleiter in Situationen, in denen man das Gefühl hat, sich nicht aus eigener Kraft aus der Enge, der Kleinheit, der Kraftlosigkeit oder der Ohnmacht befreien zu können.

Die Riesentanne mit ihrem wunderbar waldigen Aroma ist dein Hoffnungsträger, so lange, bis du es selbst (wieder) kannst!

Affirmation: Meine Hoffnung ist groß und weit! Meine Hoffnung trägt mich weiter!

Duft: Abies grandis, Frankreich

Verwendeter Pflanzenteil: Zweige

Gewinnung: Destillation

Ärger-Management – Petit Grain Clementinier

10 Feb

Abgesehen von einigen Aus-nahmeerscheinungen hat der durchschnittliche Mensch hin und wieder damit zu kämpfen, seine Gefühle wieder in den Griff zu kriegen.

Während die meisten Menschen alles Mögliche in ihrem Leben lernen, sind die Kenntnisse in der Disziplin des Ärger-Management -wenn überhaupt vorhanden- erschreckend vage.

Dies mag daran liegen, dass der offene und ungehemmte Ausdruck dieses hoch ansteckenden Affektes gesellschaftlich sanktioniert wird. Für das Funktionieren einer sozialen Gruppe ist es wichtig, den Ärger in irgendeiner Form zu kontrollieren. Die einfachste und gleichzeitig ungeeignetste Methode ist, den Ärger einfach herunter zu schlucken und beiseite zu drängen.

Was macht man aber, wenn der Ärger aus seinem Versteck herauskommt und nach Feierabend auf dem Nachhauseweg den Puls nach oben treibt? Wenn man alles kaputt hauen, eine bestimmte Person auf den Mond schießen oder einfach alles hinschmeißen möchte? Wie geht man mit Aggressionen und imaginierten Rachephantasien um?

Man nehme Petit Grain Clementinier als Sofort-Inhalation. Dieser wenig beachtete Duft leistet nämlich Erstaunliches. Er holt den außer sich geratenen Menschen auf seinem hohen Aktivitätsniveau ab und bringt ihn langsam aber sicher wieder nach Hause zu sich selbst zurück.

Dieser Duft wirkt wie eine Knautschzone und nimmt beim Gefühls-Crash den vollen Aufprall in Kauf. Dem Duft wohnt eine  klare und wohl strukturierte Ruhe und Gelassenheit inne, die die heftige Gefühlsreaktion einfach in sich aufsaugt und wie ein Schwamm absorbiert. Übrig bleibt dann in abgekühlter Form das ursprüngliche Ärgernis oder die Frustration.

Mit Petit Grain Clementinier gelingt es sogar, sich die Auslöser des Ärgers in Ruhe anzusehen und sich zu überlegen, wie man eventuell auf Personen zugeht, die einen geärgert haben, um ihnen ein Feedback zu geben oder falls dies nicht möglich ist, wie man mit der Sache seinen Frieden findet.

Petit Grain Clementinier ist der ideale Begleiter wenn man genervt ist von der Welt, den Kollegen oder sich selbst. Wenn man sich eine Zeit lang vernachlässigt hat, seine Energie nicht gut beisammen gehalten hat und plötzlich feststellt, dass einem eigentlich die Ressourcen fehlen, um Situationen, die man normalerweise gelassen hinnimmt, mit Gleichmut zu begegnen.

 Neben der Rosengeranie ist Petit Grain Clementinier ebenso wie das Petit Grain Bigaradier der beste Duft um eine Deeskalation von überschießenden Ärgerreaktionen und Aggressionen zu bewirken und sich vom Psycho-Müll des Alltags zu befreien.

Wenn man sich selbst “so” gar nicht kennt, ist Petit Grain ideal, um seine Ressourcen wieder aufzufüllen, um gelassen den Anforderungen des Lebens entgegen zu gehen.

Affirmation: “Ich komme in meine Mitte zurück!” “Ich bin besonnen statt betroffen!”

Duft: Citrus deliciosa, Frankreich

Verwendeter Pflanzenteil: Zweige und Blätter des Clementinenbaums

Gewinnung: Destillation

Dies ist der 100. Artikel im Aroma-Journal – ein kleines Jubiläum. Also lasse ich heute mal die Korken knallen und trinke auf das Wohl meiner geneigten Leserschaft!

Die Sternenprinzessin – Sternanis

2 Jan

Einmal zu den Sternen und zurück. Dort oben am klaren Sternen-himmel, am Firmament aus dunkelblauem Samt, bestickt mit leuchtend funkelnden Diamanten stehen die Tore zum Unbekannten viele Lichtjahre entfernt unendlich weit offen.

Der Duft von Sternanis begleitet mich auf meiner Reise ins Reich der Sternenprinzessin.

Zunächst strömt der Sternanisduft mit der typischen Pastis-Note in Form einer intensiven rhyth-mischen Welle durch Nase und Rachen bis in die Magengrube ein.

Nach dem ersten fulminanten Höhepunkt nimmt die Duftintensität nach und nach ab, die Lakritznote verblasst langsam zugunsten einer leicht nussigen, süßen, exotischen und betörenden Duftnote.

Mit der leicht hypnotischen, gleichzeitig beruhigenden und entspannenden Wirkung auf den Körper geht eine wache Leichtigkeit des Geistes einher. Die Seele schillert in ihren natürlichen Farben des Regenbogens und schwebt mühelos empor.

Ebenso wie das Haar der Sternenprinzessin von Sternen und Federn bedeckt ist, so erhält auch mein Seelenkern ein Kleid aus bunten Federn und glänzenden Sternen. Offenen Herzens komme ich in der großen Weite des hell erleuchteten Sternenhimmels, im Raum der Welt an.

Ich breite meine Schwingen aus und gleite laut- und schwerelos über den Nachthimmel. Im scheinbaren Nichts des Weltalls findet sich alles, was die Seele einst auf ihrer Reise ins Menschsein vergessen hat.

Die Kraft der Kreativität entspringt der Schwerelosigkeit des eigenen Seelenkerns. Die laue Luft ist von der Kraft der Inspiration und der Imagination erfüllt.

Zärtlich gehalten im kosmischen Sternennetz stehe ich meinem schöpferischen Selbst im bunten Federkleid gegenüber und beginne mühelos zu erkennen und zu wissen, was für mich wichtig ist.

Die Antworten auf lang gestellte Fragen kommen erst, wenn man sich einmal ganz weit von der Problematik entfernt und den weisen Teil des Selbst aus dem Vogelkäfig und ihn dann fortfliegen lässt. Er wird schon wieder zurückkehren!

Viele geniale Wissenschaftler berichten, dass sie ihre größten Entdeckungen in einem Zustand der losgelösten Inspiration gemacht haben, wie etwa Friedrich August Kekulé, dem sich im Winter 1861 in einem Wachtraum vor dem Kaminfeuer die chemische Struktur des Benzolrings als tanzende Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt, offenbarte.

Auch Albert Einstein betonte immer wieder die Wichtigkeit der Imagination: “Die Logik bringt dich von A nach B, die Imagination bringt dich überall hin.”

Der Duft von Sternanis verbindet mit der Welt der eigenen Vorstellungskraft und den Wissensressourcen, die  ungenutzt in tieferen Schichten des Bewusstseins schlummern.

Außerdem hilft der Duft, sich von stereotypen Mustern der Problemlösung zu entfernen und Zusammenhänge zu erkennen, die zuvor der eigenen Aufmerksamkeit entgangen sind. Der Duft ist sehr gut für Phantasiereisen und Trancen geeignet. Sternanis öffnet den Geist für den Seelenflug und lädt zum Greifen nach den Sternen ein!

Affirmation: “Ich lasse meine Seele fliegen!”

Duft: Illicium verum, Vietnam

Verwendeter Pflanzenteil: Samen

Gewinnung: Destillation

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