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Feenstaub und Engelskuss – Neroli Hydrolat

29 Nov

Leicht, süß und engelhaft rieselt der feine Nebel aus Orangenblüten auf mich nieder.

Wenn Feenstaub einen Duft hätte, dann wäre es bestimmt dieser und sein Klang wäre hell, klar und sphärisch wie Glöckchen, eine Harfe oder ein Xylophon.

Neroli ist ein sehr tröstlicher, heller Duft, als Hydrolat ist es an wohlwollender, einhüllender Zärtlichkeit kaum zu übertreffen – wie der Kuss eines Engels.

Mit dem Einatmen des Duftes entstehen Bilder einer friedvollen Atmosphäre, ein glitzernder, funkelnder, leuchtender feiner Nebel, der einen umgibt – ein Kleid aus lichtdurchfluteter Luft.

Mit dem wohlriechenden Neroli-Hydrolat geht alles ein bisschen leichter und die Welt sieht ein bisschen heller aus.

Es fühlt sich an, als bekäme man aus dem feinen hellen Nichts eine Hand gereicht, man legt die seine hinein und für einen Moment ist man eingehüllt und tröstlich gehalten in frei schwebender Leichtigkeit.

Am Ende bleibt das Gefühl zurück, dass alles gut ist wie es ist. Sehr einfach, sehr hell, fröhlich und konsequent wohltätig.

Das Engelhafte an diesem Duft ist womöglich die Erkenntnis, dass die unsichtbare Hilfe, die schützende Hand und die wohlwollende Zärtlichkeit aus dem eigenen Selbst herausströmen, einfach so.

Zum Weiterlesen hier der Beitrag zum ätherischen Öl Neroli

Affirmation: “Alles ist gut!”

Duft: Citrus aurantium amara, Hydrolat

Verwendeter Pflanzenteil: Blüten

Gewinnung: Wasserdampfdestillation

Vanitas – Heu

24 Jul

Herman Herstenburgh, Still Life

Obwohl ich weiß, dass Heu gestorbenes, verwelktes Gras ist, hatte ich mir insgeheim den Duft von frisch geschnittenem Gras erhofft.

Stattdessen weicht meine Nase vor dem ersten Duftimpuls vehement zurück, zu intensiv und eindringlich. Ich muss mich langsam annähern.

Nach wenigen Minuten wird der Duft weicher, erdiger, tiefer. Er hält mich und umarmt mich ganz fest!

In mir entsteht ein Gefühl von Ausdehnung und Wachstum. Das Empfinden von Tiefe dehnt sich nicht nach unten, sondern  flächendeckend zur Seite hin aus. Plötzlich weiß ich, dass das, was sich dort ausbreitet, meine eigene Existenz ist. In völliger Transparenz werde ich zum gläsernen Menschen und betrachte.

Ich trete in den offenen Diskurs über das Werden und Vergehen, Leben und Tod, ein. Und da ist die Vergänglichkeit, Vanitas. Alles geht vorbei, verwelkt, zerfällt und stirbt. Es stört mich nicht. Es ist der natürliche Kreislauf der Welt, Leben und Tod gehören zusammen.

Vanitas, die Vergänglichkeit kann auch etwas Schönes und Befrei-endes haben, wenn man akzeptiert, dass es sie gibt.

Dieser eigentümliche Heu-Duft tut sein Bestes, einem die Angst vor dem Tod zu nehmen und diese mit einem Gefühl von Natürlichkeit zu ersetzen und sich im Rad des Lebens geborgen zu fühlen.

Damit das Leben seinen Lauf nehmen kann, brauchen wir die Vergänglichkeit ganz dringend. Sie ist es, die den Augenblick kostbar macht, Lebensmomente intensi-viert und uns lehrt das Geschenk des Lebens zu schätzen.

Die Integration der Idee des Todes rettet uns; statt uns zu einer Existenz des Schreckens oder des düsteren Pessimismus zu verurteilen, wirkt sie als Katalysator, damit wir in authentischere Modi des Lebens eintauchen können, und sie vergrößert unsere Freude am Leben.”

Irvin D. Yalom, Existentielle Psychotherapie

Die Heu-Essenz bietet einen hoch philosophischen Spaziergang auf dem Weg der großen Denker vor unserer Zeit an und hilft die Vergänglichkeit und den Tod im Alltäglichen zu akzeptieren und als Teil von sich selbst anzunehmen. Der Lohn ist eine tiefgründige und fundamentale Lebensfreude mit einer unvergleichlichen, köstlichen Qualität.

Affirmation: “Vanitas, ich grüße dich!”

Duft: Bergwiesenheu

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Co-Destillation

Regenbogenland – Frangipani

10 Jul

Mit Frangipani erstrahlt die normale  alltägliche Welt in einem wunderschönen und gleichzeitig subtilen Glanz. Es ist so, als würden sich die Parameter der Lichtbrechung mit einem Mal verändern.

Die Wahrnehmung der Welt ist durchzogen mit feinen Fäden aus Diamanten und Perlen, die funkeln, flimmern, brillieren, oszillieren.

Es ist einfach ein wunderschönes, erhebendes Gefühl sich im Raum der Imagination in dieses flirrende Netz aus bunt-leuchtenden, schillernden Fäden sinken zu lassen und gemeinsam mit dem Duft von Frangipani in das Regenbogenland einzutreten.

Wie kleine Windräder drehen sich die  Frangipaniblüten und erzeugen die energiegeladene, helle und glitzernde Atmosphäre, die sich wie ein feines, transparentes Netz über die Grautöne des Alltags legt.

Entgegen meiner Erwartung erlebe ich Frangipani als einen Duft, der trotz seiner flirrenden, leichten Energie  die eigenen Kräfte zentrierend zur Mitte hin spürbar macht. In der Leichtigkeit Stabilität finden, im Regenbogennetz aus gebrochenem Licht gehalten sein.

Was dumpf und grau war, wird lebendig, rhythmisch, glitzernd und bunt.  Frangipani leistet Hilfe zur Selbsthilfe, indem es den inneren Raum mit seinem inspirierenden Glanz erfüllt. Glamour pur für die Seele!

Die Angst vor der inneren Leere, vor dem Nichts und vor allem die Angst vor dem, was diese innere Leere ausfüllen könnte, wenn man sie nur zuließe, löst sich im Licht des Regenbogens auf. Damit ebnet Frangipani auch den Weg zu sich selbst und hilft, tiefe Entspannung  zuzulassen.

Alles, was blass, farblos, grau, ausgelaugt und kraftlos erscheint, findet zu rhythmischer Beweglichkeit zurück.

Die physikalische Wirklichkeit jenseits des Regenbogenlandes pulsiert. Dinge, die normalerweise stillstehen, vibrieren in einem so gleichmäßigen Rhythmus, dass der Eindruck von Stille und Ruhe entsteht.

Noch lange bleibt der Geruch von Frangipani auf meiner Haut. Und ebenso lange bleibt die Bewunderung für diese glitzernde, schillernde Kraft. Diese Eindrücke hallen in meinem Innenraum noch lange nach wie der Klang einer “duftenden” Tempelglocke. Jetzt verstehe ich auch, warum Frangipani auch Tempelbaum genannt wird.

Affirmation: “Im Licht des Regenbogens bin ich hell und geborgen!”" Meine Welt erstrahlt in neuem Glanz!”

Duft: Plumeria acutifolia

Verwendeter Pflanzenteil: Blüte

Gewinnung: Alkoholextraktion

Die Wandersfrau – Myrte Anden

29 Jun

Von Myrte Anden geht ein angenehmes tiefes Aroma von herben Waldbeeren und dürren Ästen  aus. Dieser Duft behält seine tiefsten Geheimnisse für sich aber gerade deswegen fühlt man sich darin so geborgen, angekommen, fast beheimatet.

Immer wieder tauchen ganze Bildsequenzen vor meinem inneren Auge auf, in denen ich mich auf Wanderschaft befinde und gerade in dem Moment, in dem ich nicht mehr genau weiß wo ich hin muss, begegne ich auf dem Weg immer wieder einer leuchtenden Frauengestalt im bunten Gewand.

Ich frage sie nach dem Weg und immer wieder erhalte ich dieselbe Antwort:”Wenn du nicht mehr weiter weißt, dann kehre um und gehe bis zu dem Punkt, an dem du dich wieder auskennst. So wie man in das Labyrinth hineingeht, findet man auch wieder hinaus!”

Eine ganze Weile haben mich diese Sätze beschäftigt und ich denke das Thema von Myrte Anden ist die Umkehr, das Aufsuchen eines vertrauensvollen Zustandes bzw. der Rückzug zum Kern des Urvertauens, von dem aus man achtsam einen Schritt vor den anderen setzt. Ich glaube, die geheimnisvolle Wandersfrau am Wegesrand repräsentiert eine wegweisende Kraft, die der inneren Stimme Gestalt verleiht.

Manchmal gerät man ja trotz bester Vorsätze auf einen Weg, den man eigentlich gar nicht einschlagen wollte. Einige Wege führen auch in eine Sackgasse und viele Wege gehen wir trotz besseren Wissens weiter und zwar bis zum bitteren Ende. Dabei ist Myrte Anden nicht nur ein Duft für größere Irrfahrten, sondern auch für die kleineren Irrungen und Wirrungen der täglichen Kommunikation.

Myrte Anden schenkt der inneren Stimme einen klaren, lauten und suggestiven Klang, so dass man ihrem Ruf nicht widerstehen kann. Die Myrten-Frau am Wegesrand schenkt den Mut zur rechtzeitigen Umkehr, wenn man sich einmal verirrt hat oder auf einen unguten Pfad geraten ist. Umkehren, hört sich ganz einfach an: anhalten, umdrehen, zurück gehen und das, was gerade noch vor einem lag hinter sich lassen.

Tatsächlich ist ein Labyrinth im eigentlichen Sinn ein verschlungener Weg ohne Verzweigungen, der unter regelmäßigem Richtungswechsel zum Mittelpunkt führt. Es gibt nur einen einzigen Weg, auf dem man entweder vor oder zurück gehen kann, nur verlaufen kann man sich nicht.

Myrte Anden führt immer wieder zurück zur eigenen Mitte, erinnert an die eigene klare Linie und daran, dass der Weg zurück manchmal der bessere ist!

Affirmation: “So wie ich hinein gefunden habe, so finde ich auch wieder heraus!”

Duft: Myrtus communis, Peru

Verwendeter Pflanzenteil: Zweige

Gewinnung: Destillation

In Buddha’s Haus – Weihrauch indisch

21 Mai

Wenn man sich die Identität des Menschen als Haus vorstellt, dann sind die Lebensprinzipien tragende Balken in der Konstruktion, die eine gewisse Stabilität gewährleisten.

Einige dieser Prinzipien sind lebenslängliche und zuverlässige Begleiter und decken sich mit  den eigenen Werten und dem Selbstverständnis. Sie unterstützen die Entscheidungsfindung und schenken das gute Gefühl, der Mensch zu sein, der man sein möchte.

Da der Mensch aber einem ständigen Wandlungsprozess unterworfen ist und sich durch innere Reifungsprozesse, durch Erfahrungen mit anderen Menschen und durch wichtige Lebensereignisse verändert, kann es passieren, dass sich das eigene Lebensgefühl plötzlich nicht mehr mit den Prinzipien deckt, die man über einen langen Zeitraum hinweg vertreten hat und anstatt in Kongruenz mit den eigenen Prinzipien zu leben, lebt man eher gegen sie an.

Das Festhalten an den überholten Prinzipien mag zwar vordergründig die Sicherheit der Seelenhaus-Konstruktion gewährleisten, führt aber letztlich zum Stillstand der persönlichen Entwicklung.

Tief im Inneren ist jedoch der Stein der Veränderung schon ins Rollen gekommen und bewegt sich nun unaufhaltsam auf die bewusste Wahrnehmung zu. Entweder man klammert sich nun noch mehr an die nicht mehr zeitgemäßen Fragmente der eigenen Identität und nimmt das damit einhergehende Unbehagen in Kauf oder man traut sich, die morschen Balken der Ich-Konstruktion gegen neue auszutauschen und riskiert damit zeitweilige Instabilität.

Dies ist der Moment, an dem der indische Weihrauch sein größtes Potenzial entfaltet. Er ist ein Mutduft im Dunkeln und verschafft Zugang zum inneren Tempel, zu Buddhas Haus im Herzen des Menschen.

Tief in sich selbst geborgen, findet man im Angesicht der Wandlung Stabilität und Anmut. In Buddhas Haus lerne ich: Veränderung tut nicht weh. Veränderung bedeutet Verstehen.

Der indische Weihrauch schenkt tief im Inneren zuversichtlichen Frieden. In diesem geborgenen Zustand fällt es leicht, sich die Erlaubnis zur Veränderung zu geben, die Erlaubnis zu hinterfragen, die Erlaubnis zu brauchen und zu dürfen und ein neuartiges Lebensgefühl für sich zu entdecken, das zuvor aufgrund überholter Prinzipien verwehrt blieb.

Die Reise mit indischem Weihrauch führt tief bis ans Fundament der eigenen Identität. Es ist ein Duft für Menschen, die selbst ihr strengster Richter sind. Auf kontemplative Weise kann man mit Weihrauch indisch das eigene Regelwerk korrigieren, von der Strenge zur Erlaubnis kommen und das Tor der Prinzipien als freier Mensch durchschreiten.

Es ist ein herrlicher Duft, um die eigenen Bedürfnisse in Phasen der Veränderung zu klären, mit einem neuen Lebensgefühl verbundene Werte zu formulieren und ein neues Lebenskonzept zu verwirklichen.

Affirmation: “Was lange verwehrt, wird endlich geehrt!”

Duft: Boswellia serrata, Indien

Verwendeter Pflanzenteil: Harz

Gewinnung: Destillation

Ein Sofa im Garten Eden – Römische Kamille

12 Jan

Die römische Kamille ist ein duftendes Potpourri aus frischen Früchten der Saison, etwas Heu, randvoll mit aufgeblüh-ten Blumen, umrankt von wilden Girlanden von Beerensträuchern.

Ein warmer, lauer Sommertag im Garten Eden.

Vor meinem inneren Auge taucht eine wilde Sommerwiese auf. Ein kleiner Pfad führt durch sie hindurch und mittendrin finde ich geschützt in einer Laube aus Kletterpflanzen und wilden Rosen ein riesiges Sofa wie aus dem Märchen, mit riesigen weichen Kissen.

Die voll aufgeblühten Rosen hängen bis auf die Polster herab, so als würden sie sich von ihrer schweren Last erholen wollen.

Die paradiesische Ruhe ist über eine Leiter zu erreichen. Oben angekommen lege ich mich auf das Sofa. Eine weiche dicke Zudecke breitet sich wie von Zauberhand über mir aus. So als sei dies ein Startsignal, sinke ich innerlich nach unten, meine Organe, meine Gliedmaßen, meine Gedanken, alles sinkt nach unten. Ich lasse los, gebe auf, werde weich.

Plötzlich ist alles still, alles gut, der Lärm der Strassen abgestellt, die Gedanken sind mollig warm eingehüllt und während mein Körper in der Weichheit der Matratze versinkt, schlüpft das Nervenkostüm in seinen Schlafanzug und ruht aus.

Dieser Duft hat die außergewöhnliche Eigenschaft, die Nerven zu streicheln, die Flut der Reize zu stoppen und das Hamsterrad anzuhalten. Es geschieht einfach.

Die römische Kamille singt die besten Schlaflieder und mit der Routine eines erfahrenen Hypnotiseurs erzeugt sie mit wenigen Worten diesen einfachen, schwebenden, fast naiven Ruhezustand, in dem man gleichzeitig aus der Fülle schöpft und die Ressourcen wieder auffüllen lernt. Die Fülle der römischen Kamille ist wie ein prall gefüllter Fruchtkorb, einladend, süß duftend und verlockend.

Im Garten Eden ist alles angenehm, dort blüht und gedeiht alles und die Luft ist erfüllt von der Energie der Herrlichkeit.

Die römische Kamille schenkt mir das Gefühl aus Kindertagen: nach einem Tag voller Spiel und Freude, geborgen in einem weichen Federbett einzusinken. Während ich einschlafe, nehme ich noch wahr, wie sich die Engel um mein Bett versammeln und über mich im Schlaf wachen.

Hier haben wir es mit einem sehr zärtlichen, wohlwollenden und umsorgenden Duft zu tun. Sie (der Duft fühlt sich weiblich an) nimmt die Spitzen und die Schärfe aus den Gedanken ebenso wie aus den Eingeweiden. Sie umhüllt aufgeriebene und blank liegende Nerven mit Fürsorge und dreht bei Bedarf ganz heimlich die Sicherung des zentralen Nervensystems heraus, bevor es zu einem Kurzschluss kommt.

Die römische Kamille ist in ihrer Natur freigiebig und besitzt die Kraft der Regeneration. Wer schon einmal auf einem Rasen aus römischer Kamille gelegen oder gestanden hat, wird schon einmal beobachtet haben, dass sich die niedergedrückten, dicht wachsenden Triebe der römischen Kamille zu ihrer ursprünglichen Form aufrichten, so als wäre nichts geschehen.  Nach ein paar Minuten findet man anstatt niedergetrampelter Halme wieder denselben einladend duftenden Rasenteppich vor.

Wenn schweres Gewicht auf der  Seele lastet, ist die römische Kamille daher die Beste, da sie weiß mit schweren Lasten umzugehen. Sie entschärft Situationen der Überreizung und Überforderung und bringt uns für eine gewisse Zeit in den Garten Eden, den Ort der paradiesischen Ruhe.

Dort werfen die Engel dann ihren himmlischen Staubsauger an, ziehen die heiß-glühenden Energien ab und wie im Schlaf verfliegen Stress, Sorgen und Ärger. So einfach geht das!

Affirmation: “Ich sinke in friedvolle Geborgenheit!”

Duft: Chamaemelum nobile, Frankreich

Verwendeter Pflanzenteil: Blüten

Gewinnung: Destillation

Der Duft der Meerjungfrauen – Aromarezepte zum Baden

19 Dez

Meerjungfrau, Petra Jeckle, 2010 - weitere Infos siehe unten

Baden ist Reinigung, Zeremonie, Ritual und Luxus. Baden sollte jedesmal ein Fest sein!

In der Badewanne kann man den Alltag hinter sich und die Seele baumeln lassen, sich regenerieren und ver-wöhnen.

Oder für einige duf-tend- mystische Mo-mente ins Land der Meerjungfrauen reisen!

Ein heißes Bad im Winter soll vor allem Wärme und Geborgenheit schenken, die Haut mit Nährstoffen versorgen, das Immunsystem unterstützen und die Seele zum Träumen einladen.

Ein Aromabad erfüllt alle diese Kriterien und wenn die Aroma-Massage für mich die Königin der Aromatherapie ist so ist das Aromabad mit Sicherheit ihre Prinzessin.

Kaum eine andere Anwendung ist so wohltuend und gleichzeitig so intensiv wie das Baden mit ätherischen Ölen. Immerhin handelt es sich um eine Ganzkörper-Anwendung. Im warmen Badewasser öffnen sich die Hautporen und die ätherischen Öle können sehr gut in den Körper gelangen.

Wenn der duftende Wasserdampf das Badezimmer erfüllt und edle Öle und Zutaten die Haut umschmeicheln, dann beginnt die Reise ins Land der Meerjungfrauen!

Allgemeines zum Baden mit ätherischen Ölen

Bevor es nun zu den Aroma-Rezepten geht, sind wie immer einige einfache Regeln zu beachten.

1. Ätherische Öle müssen immer mit einem Emulgator gemischt werden, da sie selbst nicht wasserlöslich sind. Wird dies unterlassen, so schwimmen die Tröpfchen des ätherischen Öls oben auf dem Badewasser. Einige Düfte können in dieser kompakten und konzentrierten Form die Haut reizen.

2. Als Emulgator dienen fette pflanzliche Öle wie z.B. Mandelöl oder Olivenöl, fette Milch, Sahne oder als vegane Alternative Kokosmilch (alles mit möglichst hohem Fettgehalt), Meersalz, Honig und brauner Zucker.

Und weil sich das Nützliche mit dem Schönen verbinden lässt, kann man aus den verschiedenen Emulgatoren  sehr reizvolle Luxus-Duft-Kreationen zaubern. Grundsätzlich sollten die ätherischen Öle vollständig in den Trägerstoffen gelöst sein.

3. Zitrusdüfte sind ein Spezialfall, der in der Biochemie begründet liegt. Die sehr flüchtigen und leichten chemischen Verbindungen (Monoterpene) der Zitrusdüfte können im heißen Badewasser aufbrechen, wodurch dann Säuren entstehen, die wiederum die Haut reizen können. Es piekst und fühlt sich an wie kleine Nadelstiche. In so einem Fall sollte man sofort das Badewasser auslassen und sich gut abduschen.

Wer nicht auf Zitrusdüfte im Badewasser verzichten will, sollte den Zitrusduft zuerst mit anderen chemisch stabilen Düften und dann gut (!) mit dem Emulgator mischen. Auf diese Weise werden die sensiblen chemischen Strukturen in ein größeres Molekülnetz eingebettet.

Eine gute (Bade-) Partie ist die Bergamotte, da sie zu 50% aus den deutlich stabileren Estern besteht.

4. Die Dosierung sollte 10 Tropfen ätherisches Öl pro Vollbad nicht überschreiten, in der Regel reichen 4-7 Tropfen vollkommen aus, manchmal reicht schon ein einziger Tropfen wie z.B. bei der Rose. Weniger ist mehr!

5. Die Temperatur des Badewassers sollte 38 Grad betragen, Badedauer 15-20 Minuten.

6. Die Aromamischung in das eingelaufene Badewasser geben.

7. Bei einigen Mischungen kommt der Kreislauf ziemlich in Schwung ähnlich wie im Thermalbad. Von daher sollte man frühzeitig aus dem Bad steigen, wenn man das Gefühl hat, dass es “reicht”.

8. Nach dem Baden sollte man noch 10-15 Minuten unter einer warmen Decke nachruhen, vor allem wenn man eine Mischung zur Stärkung des Immunsystems bzw. gegen Erkältung verwendet hat.

Winterliche Aromarezepte für die Badewanne

Nachdem wir nun die Pflicht hinter uns haben, folgt nun die Kür. Hier kommen also meine liebsten Aroma-Rezepte für winterliche Badefreuden und natürlich habe ich sie alle vorher probegebadet.

Pflegende Grundmischung für Aromabäder

3 EL pflanzliches Öl
4-7 Tropfen ätherische Öle
250 ml fette Milch, Sahne oder Kokosmilch
 

Zuerst das pflanzliche Öl in einer Tasse mit den ätherischen Ölen gut mischen, dann die Milch/Sahne/Kokosmilch dazu geben und nochmals gut mischen.

Fettfreie Grundmischung für Aromabäder

300 g Meersalz
4-7 Tropfen  ätherische Öle
 

Die Hälfte des Meersalzes in ein großes Schraubglas geben, die ätherischen Öle hinzugeben. Dann den Deckel wieder aufschrauben und gut schütteln. Im Anschluss den Rest des Meersalzes dazu geben und nochmals gut schütteln.

Badesalze sind am besten, wenn man sie vor der Verwendung 1-2 Wochen durchziehen lässt. Das Badesalz kann entweder mit Lebensmittelfarbe eingefärbt oder mit Kräutern und Blüten optisch aufgepeppt werden.

 
 

Gesang der Meerjungfrauen                        Rescue Team 

[zum Abtauchen ins Traumland]                    [stärkt das Immunsystem]

3 EL Mandelöl, bio                                                   4 EL Honig, bio
200 ml Milch, bio oder Kokosmilch                   200 ml Milch, bio
3 Tr. Ylang Ylang komplett                                 100 g grobes Meersalz
2 Tr. Vanille                                                             4 Tr. Palmarosa
2 Tr. Mandarine rot                                               3 Tr. Ingwer                                  
                                              
 

Kokon-Nebel                                                        Tempelglocke

[schenkt Geborgenheit]                                       [für innere Ruhe]

3 EL Mandelöl, bio                                                   100 g grobes Meersalz
200 ml Sahne, bio                                                  500 ml Reiswasser*
2 EL brauner Zucker                                              3 Tr.  Zeder
3 Tr. Tonkabohne                                                  3 Tr.  Sandelholz
3 Tr. Vanille                                                             3 Tr.  Bergamotte
2 Tr. Benzoe Siam
 
 * 50 g Reis für 30 Min. in kaltem Wasser quellen lassen, dann abseihen
                                                                                   

Demeter Bad                                                        Manche mögen’s heiß

[für Erdverbundenheit]                                        [Wärmespender]

5 EL Mohnöl                                                              200 g grobes Meersalz
5 EL Weizenkeimöl                                                   5 EL gutes Olivenöl
5 EL Honig, bio                                                         2 Tr. Kardamom
2 Tropfen Myrrhe                                                    2 Tr. Pfeffer schwarz
3 Tr. Lavendel (Berg-)                                            2 Tr. Ingwer
1 Tr. Vetiver                                                              2 Tr. Petit Grain         
 

Das Aroma Journal wünscht gute Erholung in Neptuns Reich!

Vielen Dank an Petra Jeckle, deren tolle Meerjungfrau ich für diesen Eintrag mit freundlicher Genehmigung abbilden durfte.

Weitere Infos zur Künstlerin  http://www.petra-jeckle.de

                                                  
                                                                                          
                                          
 
 
 
 

Sesam öffne dich – Elemi

28 Okt

Aus dem Nichts heraus stehe ich plötzlich barfuß in einem wilden, tropi-schen Urwald mit Flechten, Orchideen und viel Grün.

In der ersten Milli-sekunde bewurzeln sich die Fußsohlen fest im Erdboden, so als würde man einen Sicherheits-gurt anschnallen, im nächsten Moment löst sich wie von Zauberhand eine kreisrunde Erdscholle im Radius von 3 Metern um mich herum, um dann wenig später um 180 Grad um die eigene Achse zu wirbeln. Mit einem dumpfen Geräusch schließt sich die Erdoberfläche wieder und alles ist still.

Nur, dass der oberirdische Teil des Urwaldstückes, auf dem ich stand, plötzlich unterirdisch ist und umgekehrt. Meine Welt steht auf den Kopf und ich mit ihr.

Ich fühle mich als wäre ich durch eine geheime Falltür in eine versteckte Schatzhöhle gefallen. Habe ich etwa ohne es zu wissen eine geheime Formel gesprochen, das Sesam-öffne-dich?

Ich nehme an, es handelt sich um eine nonverbale Formel, ein Anschwellen innerer Bereitschaft, sich nach innen zu wenden, für sich zu sein, abzuschalten, sich zu sammeln und nachzusinnen. Und Elemi ist mein Reiseelixier à la Alice im Wunderland.

Meinen inneren Raum habe ich mir immer als Garten vorgestellt und je öfter ich dort war, umso vertrauter wurde der Ort für mich. Und überdies gestaltete ich mir meinen inneren Garten genau so wie ich es wollte, mit üppiger Vegetation, alten Bäumen, bunten Blumen und einem gemütlichen alten Korbsessel mit einer warmen Wolldecke für kühlere Tage. Manchmal gestaltete sich der Garten auch selbst, eigenwillig, und manchmal bekam ich dort auch Besuch.

Der innere Garten wurde zu meinem Wohnzimmer, zu einem Refugium, einem vertrauten Ort, der immer auf mich wartet und den ich immer dabei habe.

Ich glaube, dass es vielen Menschen nicht bewusst ist, dass man in seinem Inneren eine Wohnung einrichten kann, genau wie in der äußeren Welt.

Die Botschaft des Elemiduftes ist, den inneren Raum wahrzunehmen, ihn sich zu eigen zu machen, ihn auszufüllen und zu bewohnen, um sich am Ende darin wohl zu fühlen, Geborgenheit und Schutz und eine Heimat für seine Ideen und Visionen zu finden.

Elemi hilft in einen meditativen Ruhezustand zu gelangen und innere Bilder entstehen zu lassen. Ähnlich wie beim Weihrauch gibt der regelmäßige Atem die Struktur vor, an die man sich halten kann, solange die Bilder im inneren Raum noch kurzlebig und verschwommen sind.

Es ist eine Frage der Übung, bis man die Konzentration so lange halten kann, dass das innere Bild konstant bestehen bleibt. Elemi bereichert die Vorstellungskraft und schenkt Mut und Geduld, die inneren Welten zu erforschen.

Man fragt sich, was dies nun mit der Realität zu tun hat? Und warum sollte man seine kostbare Zeit ausgerechnet damit verbringen, einen imaginären Raum zu erschaffen?

Die Antwort ist ganz einfach: Weil man sich dann auch andere Dinge leichter vorstellen kann, Szenarien vor dem inneren Auge durchspielen kann und damit das visionäre Denken fördert. Der Duft von Elemi katapultiert dich in die Welt, die du innerlich erschaffen willst und ist damit ein toller Duft um auf Visionssuche zu gehen. Und was im Innen lebt kann sich im Außen manifestieren.

If you can dream it you can do it!

Darüber hinaus eignet sich Elemi hervorragend, sich zurück zu ziehen, den Zugang zu den inneren Ressourcen herzustellen, neue Kraft zu tanken und sich in relativ kurzer Zeit zu regenerieren.

Affirmation: “Ich erschließe meinen inneren Raum !” “Ich baue ein Refugium!”

Duft: Canarium luzonicum, Philippinen

Verwendeter Pflanzenteil: Harz

Gewinnung: Destillation

Die Kraft des Kindes – Mandarine rot

25 Aug

Der Duft der Mandarine stimmt heiter, bisweilen übermütig und öffnet die Wahrnehmung für die großen Freuden an kleinen Dingen. Sie verkörpert die Kraft des Kindes.

Kinder haben ein reines Herz, sie sagen die Wahrheit, sind ganz sie selbst und können aus sich selbst heraus glücklich sein.

Sie können mühelos ihre Bedürfnisse und Befindlichkeiten erkennen, haben einen engen Kontakt zu ihrer Innenwelt und schöpfen reichlich aus ihrer Phantasie.

All dies macht das Leben eines Kindes unbeschwert, frei und aufrichtig und somit in höchstem Grade lebenswert. (Vorausgesetzt dem Kind wurde die Möglichkeit der freien Entfaltung im Elternhaus gegeben.)

Ein Ball, ein Eis an einem heißen Sommertag, im Schwimmbad die Wasserrutsche hinunter sausen und dann noch ein Eis, weil das erste so gut geschmeckt hat. La dolce Vita muss nicht viel kosten sondern ist mehr eine Frage der Zufriedenheit und Glückseligkeit im Augenblick.

Dieses Gefühl vermittelt die Mandarine, das unbeschwerte Leben in vollen Zügen genießen. Keine Verantwortung, keine Verpflichtung, keine Konflikte.

Trotz aller Heiterkeit hat der Duft der Mandarine auch eine ganz stille und beschauliche Seite. Sie kann auch eine sehr tiefe Entspannung herbei führen, die Aufmerksamkeit ganz zum inneren Kern lenken und einem das Gefühl vermitteln, dass alles gut ist wie es ist. Sie verbindet mit der Kraft des inneren Kindes, das in jedem Menschen wohnt.

Möglicherweise hat sich dieses Kind Dinge getraut oder gekonnt, derer man heute gar nicht mehr fähig zu sein scheint. Da tut es gut, sich zu erinnern, dass vieles nicht so kompliziert ist wie man vielleicht glaubt, sondern viel einfacher.

Im Ernst des Lebens, in einem Leben mit vollem Terminkalender, Meetings, Machtkämpfen um den ersten Platz, Verantwortung für sich und andere tut es bisweilen gut, sich die Kraft des Kindes zunutze zu machen. Eine Stunde voller Heiterkeit oder tiefer innerer Angstlosigkeit kann manchmal Wunder wirken.

Mandarine rot zaubert aus ihrem Hut das unangefochtene Selbstwertgefühl kindlicher Naivität gepaart mit dem Glauben, dass es auf der Welt nur Gutes gibt. Dieser Duft ist wie Urlaub!

Affirmation: “Ich blicke mit den Augen meines inneren Kindes in die Welt!”

Duft: Citrus reticulata, Italien

Verwendeter Pflanzenteil: Schale

Gewinnung: Kaltpressung

Der Seidenkokon – Benzoe Siam

22 Aug

Dieser Duft riecht wie ein Versprechen nach einem flauschig weichen Kokon aus Samt und Seide, nach einem Gefühl der Geborgen-heit, die aus einhüllender Weichheit besteht.

Genauer gesagt geht es um die weiche, sanfte Berührung und Zärtlichkeit, um das Gefühl der Zartheit wenn hauchdünner Stoff oder Fingerspitzen über nackte Haut gleiten.

Im weiteren Sinne geht es um Berührung, die nur zusammen mit aufrichtiger Zuneigung und Vertrauen ihre spezielle einzigartig zarte Qualität erlangt.

Nur wer vertraut, kann innerlich berührt werden. Nur wer aufrichtig ist, kann andere wirklich berühren.

Was für ein herrliches Gefühl, wenn in einem gemütlichen, liebevollen Zuhause, ein großen Sofa, ein Turm kuscheliger Decken  und unzählige Kissen auf einen warten.  Man muss nur noch Anlauf nehmen und hineinspringen, sich einkuscheln und das süße Gefühl der weich gebetteten Entspannung genießen. Dies ist in etwa mein inneres Bild für den Duft von Benzoe Siam. Es ist der Duft nach süßem Gebäck eines Sonntagnachmittags.

Auf zuversichtliche Weise fühlt man sich bewahrt und gehalten von abertausenden hauchdünnen Fäden, die zu einem rosa-lila Kokon verwoben sind. In Zärtlichkeit gehüllt, die feinen zarten Fäden, sie scheinen unverwüstlich.

Benzoe Siam weist auf die tiefe Sehnsucht nach Zärtlichkeit, Gehalten sein, Urvertrauen und inniger, aufrichtiger Nähe hin. Das Gefühl, durch zärtlichen Kontakt innerlich berührt zu werden ist ein tiefes menschliches Bedürfnis, ein Lebenselixier der kleinen Gesten der Menschlichkeit. Dies kann eine Umarmung, ein liebevoller Blick, Streicheln, Kuscheln oder im Arm halten sein.

Benzoe Siam lehrt Berührung als Kommunikationsmittel für sich (wieder neu) zu entdecken, sich bewusst der körperlichen Geste und Zeichensprache zu bedienen und Zartheit,Sanftheit, Zärtlichkeit und Fingerspitzengefühl für sich und seine Liebsten in das Leben einzuladen.

Affirmation: „Ich lade die Zärtlichkeit in mein Leben ein!“

Duft: Styrax tonkinensis, Laos

Verwendeter Pflanzenteil: Harz

Gewinnung: Alkoholextraktion

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