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Ernte, was du säst – säe, was du erntest!

4 Sep
Lavendel, Muskatellersalbei, Thai-Basilikum

Von links nach rechts: Lavendel, Muskatellersalbei, Thai-Basilikum

Manchmal liegt in den einfachsten, selbstver-ständlichsten Dingen in nächster Nähe das größte Wunder verborgen.

Zum Beispiel in einem Samenkorn.

Im Samenkorn ist alles, um neues Leben entstehen zu lassen.

Licht, Liebe, Energie, ein Wachstumsplan, Zuver-sicht und absolute Furchtlosigkeit.

Ist es nicht faszinierend, dass man in einer Streichholzschachtel einen ganzen Kräutergarten mitnehmen könnte? Vor Ort braucht man die Samen nur zu säen und sich um sie kümmern.

Jedes Jahr lasse ich einen Teil meiner Duftkräuter wachsen wie sie wollen. Wenn die Pflanzen zur Blüte kommen, stecken sie ihre ganze Kraft in die Kreation der Samenkörner, eine kluge Investition in die Zukunft. Sollte die Pflanze durch einen harten Winter sterben, wird sie im Frühjahr  durch die Fülle an Samen wie der Phönix aus der Asche in neuem Glanz erstrahlen.

Nun, da die Luft am Abend kühler wird, die Heuballen auf den Feldern liegen und es langsam Herbst wird, ist es Zeit zu ernten, was man gesät hat. Der Kreislauf des Lebens schließt sich. Im Frühjahr wird gesät, im Herbst geerntet.

In Gesprächen erfuhr ich des Öfteren, dass Leute nicht wussten, dass die Hagebutte die Frucht der Rose ist und in ihr Samen enthalten sind. Oder, dass in den Blütenständen der Lippenblütler wie Basilikum, Salbei, Pfefferminze oder Lavendel nach der Blüte Samen gebildet werden. Gerade, wenn die Stiele und Blütenstände schon ganz vertrocknet aussehen, sind die Samen am besten.

Die einfache Regel lautet: Wo vorher die Blüte war, ist hinterher das Samenkorn versteckt.

Natürlich ist die Ernte der Samen mit Arbeit verbunden. Für mich persönlich ist es eine hoch philosophische Tätigkeit. Während ich die Samen aus den Samenkapseln und Blütenständen befreie, regen mich bezaubernde Duftwolken zum Nachdenken an. Über den Kreislauf des Lebens, die Jahreszeiten, die Furchtlosigkeit der Pflanzen, den bevorstehenden Winter, die Überwindung der Dunkelheit, die Fülle und pralle Energie der Samenkörner.

Das ermutigende Fazit: wenn du all deine Energie in die Kreation deiner Ideen/Wünsche/Projekte steckst, dann wird dein Leben in voller Pracht erblühen.

Was kann man alles mit der eigenen Ernte anfangen?

  • Samenkörner verpacken und beschriften, im nächsten Frühjahr wieder aussäen
  • mit den Stielen und Blütenständen Zucker und Salz aromatisieren
  • eine eigene Räuchermischung herstellen und zum Erntedankfest verräuchern
  • ein Potpourri herstellen
  • ein Traumkissen anfertigen

Ich teile meine Ernte mit euch:

Dieses Jahr habe ich so viele Samenkörner geerntet, dass ein Teil davon in die große, weite Welt hinaus will. Wenn du also einen Samenkorn-Überraschungsbrief erhalten möchtest, sende mir eine Email mit deiner Adresse oder hinterlasse einen Kommentar auf Facebook. Dies ist ein Geschenk von mir an dich und kein Trick ,um an deine Adresse zu gelangen.

Es gibt Samen von verschiedenen Basilikumarten, weiße Zitronenmelisse, Muskatellersalbei, Lavendel, Gummibärchenblume uvm…

Duftende Weihnacht

24 Dez

Was wäre Weihnachten ohne seine Düfte, die schon seit Jahrtausenden um die Nasen der Menschen schmeicheln.

Orange, Mandarine, Tanne, Fichte, Zimt, Kardamom, Nelke, Sternanis, Ingwer, Wacholder oder Lorbeer (siehe auch Düfte A-Z).

Düfte sind die Träger der Weihnachtsstimmung, die Ma-cher des Weihnachtszaubers.

Zu Weihnachten gehört für mich eine feierliche Räu-cherung zu Ehren der Wiedergeburt des Lichtes.

In diesem Jahr habe ich mir folgende Räucherung aus Weihnachtsbaum und Blütenwunder von Claudia Müller-Ebeling & Christian Rätsch ausgesucht.

Apollo-Räucherung

4 Teile Weihrauch
2 Teile Myrrhe
2 Teile Zimt
1 Teil Lorbeerblätter
 

Diese Räucherung reinigt das Heim tiefgehend von negativen Energien und schafft eine feierliche Atmosphäre und eignet sich auch sehr gut, um die erste der 12 heiligen Nächte (Rauhnächte) zu feiern. Das alternative Startdatum für die Rauhnächte ist der 21.12., Wintersonnenwende.

Das Aroma Journal wünscht allen Leserinnen und Lesern fröhliche Weihnachten, ein gesegnetes Weihnachtsfest und eine besinnliche, inspirierende Zeit zwischen den Jahren!

Reise ins Reich der Krafttiere – Räuchern mit Copal

7 Nov

Die Hochkulturen der Azteken, Maya und Inka brachten ihren Göttern Rauchopfer mit Copal dar. Das Copalharz galt als göttliches Geschenk der Lebensenergie an die Menschen und als Speise der Götter.

Die drei Arten des Copals (blanco, oro, negro) wurden den Menschen mythologisch betrachtet von drei verschiedenen Jaguaren gebracht.

Der Jaguar wurde als Krafttier besonders verehrt, da er mit der Kraft der Sonne assoziiert wurde und die Macht des höchsten Gottes Tezcatlipoca (=rauchender Spiegel) als Krafttier verkörperte, das heißt Mut, Stärke, Autorität und reine Lebensenergie.

Copal war und ist in Mittelamerika ebenso populär und verehrt wie bei uns der Weihrauch. Auch zu den alljährlichen mexikanischen Feierlichkeiten zu Ehren der Ahnen – dem Totenfest – wird in Häusern und auf Friedhöfen mit Copal geräuchert. Mit dem aufsteigenden Rauch werden die Herzens-Botschaften an die Götter geschickt.

Weiß und Schwarz – Tag und Nacht – Räuchern mit Copal (Protium copal)

Während meiner Duftübung mit Copal blanco und negro ist bei mir der Eindruck entstanden als handele es sich um zwei Seiten derselben Medaille.

Während der weiße Copal eine helle, nach oben strebende, leichte und luftige Energie versprüht, zeigt sich der schwarze Copal als balsamische, erdige, nach unten und innen führende, leicht süßliche und bergende Kraft. Nacheinander geräuchert ergänzen sich die beiden Düfte als Tag und Nacht zu einer Einheit.

Der Copal blanco eignet sich in seiner frischen Art gut zum Klären und Reinigen des Geistes und der Atmosphäre, während mich der Copal negro mehr zur inneren Einkehr und zum archaischen Teil meiner selbst führt. Beide Sorten nehme ich als wohltuende und heilende Impulse wahr.

vor meinem inneren Auge zeigt sich mit der Räucherung von Copal negro besonders ein Aspekt der aztekischen Mythologie.

Die Azteken glaubten, dass jeder Mensch vom Zeitpunkt seiner Geburt an von einem Krafttier auf seinem Lebensweg begleitet wird, dem sogenannten Nahualli. Dies bedeutet “Schattenseele” und wurde als Totem, als tierisches Gegenstück zur Menschenseele aufgefasst. Dieser spirituelle Begleiter sollte den Menschen auf seinem Lebensweg unterstützen, ihm seine Kräfte leihen und ihn vor Gefahren schützen.

Das bekannteste Nahualli ist wohl der Jaguar, es gibt aber auch den Quetzal, die Ameise, den Kolibri, den Kojoten, den Falken, den Ozelot, den Wolf, den Truthahn, den Schmetterling, den Leguan und viele mehr…

Mit dem Duft des Copal habe ich eine Reise zu meinen Krafttieren gemacht, mich in sie verwandelt und aus ihren Augen in die Welt geschaut. Dies gibt Ruhe, Kraft und Zuversicht. Gerade wenn man bestimmte Bereiche seiner Persönlichkeit stärken möchte, kann es eine große Hilfe sein, sich bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten mit Hilfe eines Krafttieres bildlich vor Augen zu führen.

Wenn es gelingt, imaginär in die Haut des Nahualli zu schlüpfen wird manchmal ganz leicht aus einem “Ich kann nicht…” ein “Ich mache es wie mein Nahualli…” Den Krafttieren zu begegnen ist sehr inspirierend, spannend und erheiternd. You never walk alone…

PS: Copal oro hatte ich als Räucherharz nicht zur Hand und kommt deshalb im Artikel nicht vor.

Los Dias de los Muertos

30 Okt

Catrinas 2In Mexiko werden zwischen dem 31. Oktober und dem 2. November “los Dias de los Muertos” mit bunten Farben, wehenden Fahnen, Musik, Tanz und gutem Essen gefeiert.

Der Tod wird nach aztekischer Überlieferung als natürlicher Teil des Lebens angenommen und verdichtet sich symbolisch in der weiblichen (!) Figur der “Catrina”, der Gevatterin Tod.

Ursprünglich handelt es sich dabei um die Göttin Mictecacihuatl, die Herrin des Todes, die von den Azteken bereits seit über 500 Jahren in mehrwöchigen Feierlichkeiten verehrt wurde, bevor die spanischen Conquistadores in Mexiko eintrafen.

Nach altem aztekischem Glauben dürfen die Verstorbenen einmal im Jahr nach Hause zu ihren Verwandten zurückkehren und diese besuchen.

In der Nacht vom 31.Oktober auf den 1. November, dem Dia de los Angelitos, kehren die verstorbenen Kinder einer Familie heim, am darauffolgenden 2. November, dem Dia de los Muertos, kehren dann die erwachsenen verstorbenen Ahnen zurück.

Um die Ahnen gebührend zu empfangen, werden weder Kosten noch Mühen gescheut. Jede Familie errichtet einen Gedenk-Altar mit Fotos der Toten, mit Kerzen, Blumen und den Lieblingsspeisen der Verstorbenen, damit diese sich bei ihrer Ankunft daran laben und stärken können.

Außerdem ist der Altar auch immer mit kleinen Totenköpfen aus Zucker, mit süßen Gebäck-Totenköpfen und Statuen kleiner Skelette, die die Ahnen in alltäglichen Situationen zeigen, dekoriert, die an Ständen überall zum Verkauf angeboten werden.

Die Blumen auf dem Altar symbolisieren die Vergänglichkeit des Lebens. Eine besondere Rolle spielt hier eine Vorfahrin der bei uns wenig beachteten Tagetes oder Studentenblume, die Cempasuchil (Tagetes errecta Linnaeus), was übersetzt “Blume der 400 Blüten” bedeutet.

In Form von Girlanden, Kränzen oder Kreuzen weist ihr Duft und ihre gelbe Farbe als Symbol der Sonne den Verstorbenen den Weg nach hause.

Auch in der Naturheilkunde findet die “Flor de Muertos” bei Verdauungsstörungen, Magenschmerzen, Husten, Grippe, Fieber und Bronchitis in Form von Abkochungen und Salben Verwendung.

Im Zuge der Christianisierung wurden die Feierlichkeiten mit Allerheiligen und Allerseelen zusammen gelegt, jedoch die fröhliche und bunte Art mit der Skelettdame Catrina zu feiern, ihr zuzuprosten, mit ihr zu tanzen und zu lachen und dem Sterben und der Vergänglichkeit dadurch den Schrecken zu nehmen, hat sich nach alter vor-christlicher Tradition durchgesetzt. Zum Glück!

Denn 2003 wurden “Los Dias de los Muertos” sogar von der UNESCO als immaterielles Kulturgut in die “Meisterwerke des immateriellen und mündlichen Erbes der Menschheit” aufgenommen, um diese Feierlichkeiten als Kulturerbe zu schützen und zu ehren.

Dem Duft lauschen – Koh-do

1 Dez

Dem Duft lauschen – in der Aromawelt gibt es wohl keine schönere Bezeichnung für den Umgang mit Düften. Was hat es mit dieser Redewendung  auf sich?

Courtesan listening to incense,
Choshun Miyagawa, 18.Jh

Dieser Ausdruck für die feine Duftwahrnehmung stammt aus Japan. Erstmals Erwähnung findet das begehrte Duftholz “jinkoh”  im Jahr 594 nachChristus in der Nihonshoki-Chronik. Der Weg des Duftes (Koh-Do) wird später im 7./8. Jahrhundert durch buddhistische Mönche, die aus China nach Japan kamen, etabliert. Als Teil der religiösen Verehrung Buddhas brachten sie Meditationen und Gebete, die durch Düfte begleitet wurden, mit – ebenso die Redewendung “dem Duft lauschen”.Die Wurzeln dieses Ausdrucks lassen sich bis in die buddhistischen Mahayana-Sutras zurückverfolgen. Dort steht geschrieben, dass in Buddhas Welt alles duftet, auch das Wort Buddhas. Folglich bedeutet “dem Duft lauschen” den Worten Buddhas zu lauschen.In Japan fand man am Hofe des Shoguns auch außerhalb der religiösen Zeremonien Gefallen an edlen Duftstoffen, vor allem an seltenen und teuren Dufthölzern wie z.B. dem Aloeholz oder Adlerholz (=jinkoh). Die Krieger und Aristokraten der Oberschicht widmeten sich der Duftzeremonie mit Räucherstoffen, um sich zu entspannen, sich geistig zu sammeln und die Sinne zu verfeinern und zu schulen. Die Damen der feinen Gesellschaft parfümierten Kimonos, Wäsche, Haar und Haut und ihre Schlafzimmer mit edlen Düften.

Während der Regentschaft von Shogun Ashikaga Yoshimasa (1449-1473) entwickelten sich unter den Meistern Shino Soshin und Sanjonishi Sanetaka zwei große Strömungen: die Shino Schule, die strenge Regeln, spirituelles Training und geistige Reinigung mit Hilfe der Duftübungen für Krieger vorsah und die Oie Schule, die aus Duftzeremonien  und Duftspielen bei Hofe entstanden ist und sich eher der poetischen, geselligen Seite der Düfte zuwendet.

Ab dem 16. Jahrhundert etablierten sich Koh-do Schulen und die Zeremonie der Duftwahrnehmung wurde zur Kunstform erhoben. Dabei erlernten die Schüler von ihrem Meister Techniken, Düfte zu bestimmen, voneinander zu unterscheiden, spirituelle Techniken zur Sammlung des Geistes und  Meditationstechniken sowie dem Duft zu lauschen und das Erlebte wiederzugeben. Die Unterweisungen wurden in mündlicher Form vom Meister an seine Schüler weitergegeben. Der Weg des Duftes fungierte hier auch als Lebensschule, um die Innenwelt besser kennen zu lernen und zu beherrschen und die Persönlichkeit weiter zu entwickeln.

Vom Zauber dieser Duftwelten sind heute zahlreiche erlesene Duftkreationen überliefert. Eine Besonderheit ist z.B. auf die Jahreszeiten abgestimmtes Räucherwerk. Heute genießt das japanische Räucherwerk einen hervorragenden Ruf. Besonders zu erwähnen ist die kunstvolle und ästhetisch anspruchsvolle Darreichung der Duftstoffe in der Duftzeremonie, sowohl was die verwendeten Utensilien als auch die Technik der Darreichung der Düfte betrifft.

Weitere Ausführungen zum Weg des Duftes würden nun den Rahmen sprengen. Unten habe ich noch einige interessante Links und Buchtipps zusammengestellt.

“Die 10 Tugenden des Koh” – der wohl am meisten zitierte Text
http://www.nipponkodo.com/de/culture/virtues.html

Erläuterungen zu “10 Tugenden des Koh” englisch
http://www.floracopeia.com/content/aromatherapy/24

Ablauf der Zeremonie, Vorbereiten des Räuchergefässes
http://www.nipponkodo.com/de/culture/ceremony.html

weiterer interessanter Blogeintrag zu Duftspielen
http://japancutters.blogspot.com/2009/12/genji-mon-und-koh-do.html

Hersteller japanischer Räucherwaren
http://www.shoyeido.com/
http://www.baieido.co.jp/english/index.html
http://www.nipponkodo.com

Lesenswerte Literatur:
The Book of Incense von Kiyoko Morita
Botschaft an den Himmel von Susanne Fischer-Rizzi, sie hat dem Thema ein ganzes Kapitel gewidmet

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