Warndreieck

Sicherheitshinweise im Umgang mit ätherischen Ölen

Im Umgang mit ätherischen Ölen sind einige wichtige Sicherheitsregeln zu beach-ten.

Grundsätzlich geht von den meisten ätherischen Ölen keine Gefahr aus, wenn sie in richtiger Dosierung und in Kenntnis der Inhalts-stoffe verantwortungsbe-wusst eingesetzt werden.

Es gibt aber auch stark wirksame bzw. für bestimm-te Zielgruppen potenziell toxische Inhaltsstoffe in ätherischen Ölen, die nicht bei jedermann/jederfrau ohne Bedenken anzuwenden sind.

Vor allem dann, wenn jemand eine Vorerkrankung wie z.B eine Herz-Kreislaufschwäche, Asthma oder Epilepsie mitbringt. Ein Duft, der für einen gesunden Menschen unbedenklich anzuwenden ist, kann bei einer bestimmten Erkrankung kontraindiziert sein.

Einerseits werden die Wirkkräfte der ätherischen Öle sehr oft unterschätzt, andererseits findet man auch häufig übertriebene und angstmachende Warnhinweise vor. Abhilfe kann hier nur  das Studium der ätherischen Öle schaffen. Inzwischen gibt es genügend Fachliteratur, um sich umfassend zu informieren (siehe Links am Ende des Artikels).

Zunächst sollte sich der Anwender ins Gedächtnis rufen, dass durch den Destillationsprozess ein hochkonzentriertes Vielstoffgemisch entsteht – das ätherische Öl. Dieses hat von seiner Zusammensetzung nichts mit einem (pflanzlichen) fetten Öl zu tun.

Bei den Inhaltsstoffen in ätherischen Ölen handelt es sich um Kohlenwassersoffverbindungen (Terpene und Terpenoide, Phenylpropanoide). Weitere Stoffgruppen entstehen durch die Verbindung von Terpenketten unterschiedlicher Länge  mit funktionellen Stoffgruppen, die dann meist die charakteristische Wirkung eines ätherischen Öls bestimmen.  Dies sind Alkohole, Phenole, Ketone, Aldehyde, Ether, Oxide und Ester.

Wichtig ist, dass jedes ätherische Öl eine charakteristische Zusammensetzung an Inhaltsstoffen aufweist, die in ihrer Gesamtheit eine perfekte Synergie eingehen. Die Wirksamkeit bzw. Toxizität eines ätherischen Öls kann nicht aufgrund der Analyse von Einzelstoffen erfolgen, da zum Beispiel die Leitsubstanzen nicht immer die Wirkung eines ätherischen Öls bestimmen. Ebenso kann ein potenziell reaktiver Inhaltsstoff im ätherischen Öl durch die anderen enthaltenen Inhaltsstoffe abgemildert werden. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile!

Sicherheitshinweise zur Anwendung

  • ätherische Öle in der Regel (es gibt auch wenige Ausnahmen) niemals in konzentrierter Form anwenden und immer in einem geeigneten Trägerstoff verdünnen.
  • Ätherische Öle sind lipophil (=fettliebend) und lösen sich in fetten Substanzen wie z.B. fetten pflanzlichen Ölen, jedoch nicht in Wasser auf.
  • Weitere Trägerstoffe sind z.B. Alkohol, alle fetten Milchprodukte (Sahne), Salz oder  Honig.
  • Ätherische Öle niemals (!) in die Augen einbringen und niemals  unverdünnt in die Ohren geben.
  • Von innerlicher Einnahme ist ohne genaue Kenntnis der ätherischen Öle bzw. ohne fachkundige Begleitung durch einen erfahrenen Therapeuten abzuraten.
  • Die Dosierung erfolgt tröpfchenweise! Mit dem Prinzip “weniger ist mehr” bewegt man sich in der Anwendung der meisten ätherischen Öle auf der sicheren Seite.
  • bei Überdosierung können unerwünschte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Verwirrungszustände auftreten.  Diese Symptome wurden meist nur nach versehentlicher innerlicher Einnahme von mehreren Millilitern eines ätherischen Öls beobachtet.
  • Manche ätherische Öle können die Haut und Schleimhäute reizen bzw. sind unter Einwirkung von UV-Strahlung phototoxisch (Solarium, Sonnenbad)
  • Manche ätherische Öle können bei dauerhafter oraler Einnahme und hoher Dosierung die Leber oder die Nieren schädigen
  • Manche ätherische Öle können neurotoxisch wirken und sind daher für Epileptiker sowie Schwangere ungeeignet.
  • Auch das Auslösen von Allergien ist in der Praxis beobachtet worden. In einigen Fällen konnte als Ursache eine Verunreinigung des verwendeten ätherischen Öle festgestellt werden.

Zugänglichkeit und Aufbewahrung

  • Ätherische Öle außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahren!
  • Ätherische Öle sind flüchtige Substanzen, die brennbar sind.  Das arteigene ätherische Öl des Eukalyptusbaums ist z.B. häufig die Ursache für Waldbrände im australischen Busch. Bei großer Hitze entzündet sich das ätherische Öl und führt so zu einer Kettenreaktion, bei der die Bäume oft zu meterhohen Feuersäulen auflodern.
  • In ätherischen Ölen enthaltene Stoffe können lösungsmittelähnliche Wirkungen haben und zersetzen Kunststoffe. Daher sollten ätherische Öle immer in dunklen Glasflaschen aufbewahrt werden.

Erste Hilfe

Ätherisches Öl ist in die Augen gelangt: mit viel klarem Wasser ausspülen. Dann einen Arzt aufsuchen. In der Regel kommen durch den Lidschlussreflex nur minimale Mengen des ätherischen Öls in das Auge. Das Auge reagiert sofort mit erhöhter Bildung von Tränenflüssigkeit auf den Fremdreiz. NICHT mit pflanzlichem Öl behandeln, da sich dadurch das ätherische Öl auf dem Auge noch schneller verteilt.

Zum Procedere findet man unterschiedliche Hinweise in der Literatur. Alle namhaften Autoren schlagen das Ausspülen mit Wasser als erste Maßnahme vor. Sollten sich dann noch Reste des ätherischen Öls im Auge befinden, schlagen manche Autoren nach einer ersten gründlichen Spülung das Einbringen eines Tropfens pflanzlichen Öls vor und darauf folgend nochmals gründliches Ausspülen des Auges. Ich persönlich halte diese Maßnahme für nicht sinnvoll und würde sie auch nicht anwenden.

Bei Haut oder Schleimhautreizung: Pflanzliches Öl oder Milch auf die gereizte Stelle geben und mit einem Tuch abnehmen. Das ätherische Öl löst sich in dem pflanzlichen Öl und kann so abgetragen werden.

So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich können auch die Reaktionen der Haut auf ätherische Öle sein. Normalerweise ist die Anwendung unter Berücksichtigung der oben genannten Hinweise für die Mehrheit der Menschen angenehm und wohltuend. Es gibt aber auch Menschen die sehr sensibel reagieren können (oftmals Allergiker oder Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten). Im Zweifelsfall sollte vor einer großflächigen Behandlung ein Verträglichkeitstest in der Armbeuge gemacht werden.

Zu guter Letzt:

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Bitte machen Sie sich vor der Anwendung mit ätherischen Ölen unbedingt mit den Wirkungen der ätherischen Öle vertraut, damit Sie bei der Anwendung nur Freude erwartet!

Aus diesem Grund habe ich auch bei den oben stehenden Hinweisen keinerlei genaue Angaben gemacht, um welche ätherischen Öle es sich im Einzelnen handelt, damit niemand in Versuchung kommt, einfach aus der Liste abzuschreiben.  Wissen ist Macht. Wissen schenkt Vertrauen. Wissen schenkt Sicherheit. Wissen ist (nur) lebendig im eigenen Selbst!

Diese Informationen habe ich nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Einige Punkte werden in der Fachliteratur diskutiert, dies im Detail hier darzustellen würde den Rahmen sprengen. Bitte beachten Sie auch Hinweis in eigener Sache.

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