Die gefühlte Zeit – Düfte als Anker der Erinnerung

18 Jan

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Eine Stunde hat 60 Minuten und eine Minute 60 Sekunden. Mein bisheriges Leben beläuft sich auf 39,5 Jahre, was 474 Monaten, 2061,05 Wochen, 14427,38 Tagen, 346257 Stunden, 20775420 Minuten oder 1246525200 Sekunden entspricht.

So viele gelebte Momente. Wenn ich aus dieser Perspektive an mein Leben zurück denke, dann kann ich mich nur an einen Bruchteil meiner gelebten Zeit erinnern. Nämlich an all die Momente, die prägend für mich waren. Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Die Erinnerung an mein Leben gleicht eher einer Perlenkette aus Momenten.  Alles Wichtige bleibt, alles andere versinkt im Strom der Zeit.

Wenn man bedenkt, dass jeder Tag 1440 Minuten hat, dann erscheint mir das ganz schön viel. Selbst abzüglich der Schlafenszeit von durchschnittlich 450 Minuten und der Arbeitszeit von 480 Minuten bleiben noch 510 Minuten.

Und doch hatte ich im letzten Jahr oft das Gefühl keine Zeit zu haben. Auch wenn man Zeit hat, geht das Gefühl nicht weg. Denn die gefühlte Zeit ist immer subjektiv.

Am intensivsten erlebe ich die Zeit, wenn ich meine Aufmerksamkeit ganz auf den Moment lenken kann. Wenn ich mich weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft befinde sondern genau im Jetzt. Wenn ich morgens beim Bus auf das Zwitschern der Vögel achte oder den kalten Wind auf meiner Haut spüre, wenn ich im Zug ein Zitat lese oder den Nebel über den Feldern betrachte, dann dehnt sich meine Zeit aus; aus den Minuten und Sekunden werden erlebte Momente.

Das Erinnern dieser Momente klappt besonders gut, wenn man sie mit einem bestimmten Duft koppelt. Denn Düfte haben eine starke Anker Funktion für Erinnerungen. Wer mag, kann dieses Duftexperiment für 3 Wochen durchführen:

Suche einen angenehmen Duft deiner Wahl aus, der dich für einige Wochen begleiten kann. Immer wenn du einen achtsamen Moment erlebst, rieche an deinem Duft. Abends vor dem Schlafengehen, rieche nochmals an deinem Duft und lasse die schönen Momente noch einmal Revue passieren (Notizen machen ist natürlich auch erlaubt). Wenn du dies einige Wochen praktiziert hast, wird sich die Verbindung des Duftes mit dem achtsamen Erleben des Momentes im Gehirn als Lernerfahrung etabliert haben. Dann funktioniert es auch umgekehrt: der gewählte Duft kann dich daran erinnern, achtsam im Moment zu sein.

Und das Gefühl, wieder Zeit zu haben, wo keine Zeit ist, gibt’s gratis dazu.

Düfte am Arbeitsplatz – Sommer Special

17 Jul

IMG_0309Es ist Sommer, die Laune ist gut, die Getränke sind schon kühl gestellt und voller Vorfreude denken wir an den Feierabend, an eine laue Sommernacht, in der man noch lange draußen sitzen kann und die freie Zeit genießen kann.

Jedoch verbringen viele Leute die meiste Zeit des Tages in der Arbeit. Einige denken nach Feierabend noch immer an die Aufgaben, die sie zu erledigen haben und für andere ist das Arbeitsleben gleichzeitig der Mittelpunkt des Lebens.

Warum sollte man sich also das Leben im Büro nicht etwas schöner machen?

Ätherische Öle können in vielfältiger Weise hilfreich sein. Daher ist im Aroma Journal nun eine ganze Artikelreihe als Sommer Special vorgesehen und zwar mit folgenden Themen:

  • Die richtige Arbeitsatmosphäre schaffen – bewährte Düfte und Duftmischungen für verschiedene Stimmungslagen vor Arbeitsantritt
  • Mach mal ne Pause – Düfte für die Mittagspause, Power-Nap und Tiefenentspannung
  • Hitzefrei im Büro – Kleine Duftanwendungen für zwischendurch, die für Abkühlung sorgen
  • Düfte für konzentriertes Arbeiten
  • Digital Detox – den Kopf frei kriegen
  • Kommunikation am Arbeitsplatz – Düfte für Besprechungen, Diskussionsrunden und Brainstorming
  • Start in den Feierabend –  Kleine Duftrituale zum Abschalten
  • Mobbing und Stress am Arbeitsplatz – wie man mit Düften bei sich selbst bleibt
  • Frei vor Publikum sprechen – Duftanwendungen für Präsentation, Prüfungen und wichtige Gespräche

Die Artikel werden in den nächsten Wochen nach und nach im Aroma Journal zu lesen sein.

Wildniswissen – Kreuzkümmel

10 Jul
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Jeanswerbung Dr. Denim

Wer hat der zivilisierten Welt nur beigebracht so ängstlich und gleichzeitig so brav zu sein? Warum können wir nicht etwas wilder sein, die Schuhe ausziehen und einfach barfuß weitergehen, und im Kühlschrank nur das Essen für den nächsten Tag einlagern?

Vielleicht weil wir unser wildes Erbe, unser Wildniswissen vergessen haben. Im Grunde des Herzens oder vielleicht sogar darunter ist mit dem Duft des Kreuzkümmels ganz deutlich die wilde, animalische Natur des Menschseins zu spüren.

Die Reise zum wilden Teil scheint mir rückblickend wie ein langer Weg, den ich in kleinen Schritten zurücklegen musste. In dem Augenblick, als ich den Kreuzkümmel zum ersten Mal roch, machte sich in meinem Unbewussten ein Fährtensucher auf den Weg, um zu meiner Wildnis zu gelangen. Und im selben Moment dachte ich: „Oh mein Gott, das riecht wie Schweiß!“

Einmal ist es mir passiert, dass dieser Duft chamäleonartig seine Duftnoten geändert hat. Zuerst schwülstig schmalzig und sehr intensiv würzig, wenig später entströmte eine leichte Kirsch-Note, hin zu einer kompletten Wandlung zu kräftiger Minze gefolgt vom medizinischen Duft der Myrrhe.

Ich habe erlebt wie der Duft bis tief in die Gedärme vorgedrungen ist und vor dem inneren Auge ein lebhaftes Bild sich bewegender Darmwindungen des Dickdarms und Dünndarms entstanden ist. Der Geruch ist schwer auszuhalten, ein Anflug von Übelkeit streift die Wahrnehmung, im Kopf steigen sanfte Nebel auf. Benommen und übel, na toll.

Es war wie ein Verdauungsprozess, der in die Zeit hineinragte und mich Stück um Stück zum wilden Teil meiner selbst brachte, zu jenem Stück Garten, das man nie besucht und wo Gestrüpp und Unkraut das Regiment übernommen haben.

Die Wildnis hat ihre eigene Architektur und ihre eigenen Gesetze.

Wild zu sein bedeutet nicht, die Kontrolle zu verlieren. Nein, es bedeutet intuitiv kraftvoll zu sein und diese Kraft wird gespeist von dem Wissen, innere Ressourcen zu mobilisieren, von denen man bisher vermutet hat, dass sie da sind, aber es eben nicht genau wusste.

Es bedeutet mehr Bodenhaftung zu haben, mehr Mut, mehr Souveränität, mehr Fülle, mehr Vertrauen darin, sich zu helfen zu wissen.

Es ist das Wissen, dass wir einen Sinn für das Überleben haben, den wir zwar nicht mehr nutzen, weil es uns einfach in diesem Teil der Welt  so gut geht und wir so viele Annehmlichkeiten in unserem Leben haben, dass wir nie dazu kommen, es auszuprobieren. Dass wir nie wissen, was wir alles überleben können und infolgedessen haben wir Angst, es könnte uns etwas zustoßen.

An und für sich bin ich kein besonders ängstlicher und auch kein besonders angepasster Mensch, und doch, im Angesicht dieses Duftes kommt so etwas wie Wagemut hervor, die Lust, sich zu widersetzen, die Streitaxt auszupacken, wenn es notwendig ist. Und auch die Lust, die wilde Seele zu nähren, ein Feuer zu entzünden, Räucherwerk zu verbrennen, sich die Hände schmutzig zu machen, barfuß zu gehen, mit den Wölfen zu heulen, zu tanzen und aus voller Inbrunst zu lachen und noch so einiges anderes…

Inzwischen finde ich zwar immer noch, dass der Kreuzkümmel etwas Schwülstig-Schweißiges hat, aber die wilde und animalische Seite in mir wird mir dadurch jedes mal wieder stark bewusst. Die wilde, ungebremste, bodennahe Kraft, die dann zu spüren ist,  fühlt sich an als ob man von einer sehr langen Reise endlich Heim kommt – zum ältesten Ort, der in einem selbst existiert.

Affirmation: „Gute Mädchen/Jungs kommen in den Himmel, wilde Mädchen/Jungs kommen überall hin!“

Duft: Cuminum cyminum, Ägypten

Verwendeter Pflanzenteil: Samen

Gewinnung: Destillation

We are the dreamers of dreams – Düfte zum Träumen

28 Feb

serendipMeerjungfrau(en) ist mit Abstand der am häufigsten gesuchte Begriff, durch den Leser auf diesen Blog gelangen.

Ich hatte einmal einen Artikel zum Baden mit ätherischen Ölen metaphorisch mit Der Duft der Meerjungfrauen betitelt.

Seitdem erinnert mich die Meerjungfrau, dieses  eben-so liebreizende wie un-heimliche Fabelwesen, täglich daran, dass die Menschen da draußen allem Anschein nach auf der Suche nach dem Fabelhaften sind. Und zugegeben, ich bin es auch.

Es ist vielleicht die Sehnsucht nach dem Wunder, dem Unerklärlichen, dem Ungewöhnlichen, dem Märchen und den alten Geschichten, die als archetypische Repräsentationen in uns wohnen.

Es ist dieses Gefühl, dieser kurze Moment, in dem die Realität einen besonderen Glanz erhält, dieses Funkeln und Glitzern, verdichtet in einer symbolhaften Kreation.

Was passiert wenn dieser fantastische Funke doch irgendwie in die normale Realität überschlagen würde?

Dann träumen wir. Und wenn wir träumen, dann ist das Unmögliche möglich und wir sind unserer Seele ganz nah. Der Rahmen, in dem man sich normalerweise bewegt, löst sich auf und formt sich neu. Die Seele jongliert mit verschiedenen Elementen des Erlebten, setzt sie neu zusammen, lässt mal etwas fallen und fügt Neues hinzu.

Widersprüchliches kann nebeneinander existieren, wir entwickeln Kräfte, von denen wir nichts wussten, sprechen fremde Sprachen, die im richtigen Leben gar nicht existieren, üben Berufe aus, die wir nie erlernt haben, retten Leben, gehen unter, stehen wieder auf, sind reich oder arm, berühmt, Waisenkinder oder ein Tier, wir erleben Dimensionen des Seins, von deren Existenz wir im normalen Leben nichts wissen.

Und doch – leben alle diese Versionen von uns selbst tief im Inneren der Seele als Quelle der Kraft, als Ressourcen als Möglichkeit zu sich selbst zu finden. Immer wieder, jede Nacht aufs Neue.

In jedem Fall zeigt der Traum, dass wir viel mehr sind, als wir glauben, dass wir viel mehr können, als wir uns zutrauen und dass wir viel mehr wissen, als gedacht.

Düfte eignen sich hervorragend dazu, die Welt der Träume und gleichzeitig das Reich der Nachtseele zu erkunden. Mit der Anwendung ätherischer Öle habe ich immer wieder beobachtet, dass…

  • ich mich viel besser an meine Träume erinnern kann
  • die Träume farbiger, plastischer und ereignisreicher waren
  • die Träume oft ein bestimmtes Thema hatten (das sich manchmal über mehrere Traumnächte fortsetzte)
  • die Träume sich sehr echt anfühlten
  • die Erinnerung an Träume mit manchen Düften ganz ausblieb, kombiniert mit tiefer Regeneration

Die besten Erfahrungen habe ich mit Düften gemacht, bei denen subjektiv das Gefühl entsteht, dass der Körper tief in das Federbett einsinkt, während der Geist ganz leicht wird und in die entgegen gesetzte Richtung wie der Körper strebt:

Ein Sofa im Garten Eden – Römische Kamille

Miss Mille Fiori – Jasmin

Die Muse – Muskatellersalbei

Das alles sehende Auge – Osmanthus

Die Sternenprinzessin – Sternanis

Der Paradiesvogel – Tonka

Für den tiefen, regenerativen Schlaf:

Die Wurzelfrau – Vetiver

Ein Kurs in Wundern – Narde

Spiegel aus Holz – Zeder

Meister der Stille – Weihrauch

Als Massageöl, Bad oder Inhalation vor dem Schlafengehen.

Vor dem Schlafengehen sollte man sich fest vornehmen, sich am nächsten Morgen an den Traum zu erinnern. Am besten, man legt sich ein Traum-Tagebuch auf das Nachtkästchen und notiert sofort nach dem Aufwachen seine Eindrücke.

Bleibt nur noch die Frage: Träumen wir die Träume oder träumen sie uns?

Mein Anti-Virus Programm – Sofortmaßnahmen mit ätherischen Ölen

25 Jan

lilasEs gibt Tage, da wacht man morgens auf und spürt so ein verdächtiges Kratzen im Hals, die Nase ist verstopft und der Kopf schmerzt. Mist, eine Erkältung ist am Kommen, mal wieder irgendwo angesteckt, ausgerechnet jetzt…

Erstaunlicherweise lässt sich eine Infektion in vielen Fällen noch recht gut mit ätherischen Ölen abwenden und am nächsten Tag ist alles wieder gut. Hierfür eignen sich ätherische Öle, die das Immunsystem pushen. Mit Hilfe der ätherischen Öle kann das Immunsystem dann wieder die Oberhand gewinnen und die Symptome verschwinden. So erkläre ich mir zumindest die Wirkung.

 In diesem Beitrag möchte ich mein Anti-Virus-Programm vorstellen, das mir schon oft sehr gut geholfen hat. Es gibt natürlich einige Düfte, die in Frage kommen.

Meine Favoriten sind Tulsi, Oregano, Thymian linalool & thymol, Palmarosa, Lavendel,  Zitrone, Rosmarin cineol, Kardamom, Angelikawurzel, Zimtrinde, Ingwer.

Folgenden Mischungen sind im Lauf der Zeit eher zufällig entstanden und ich habe persönlich sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

Die erste Maßnahme ist die Inhalation von Thymian linalool und Zitrone. Hierzu gebe ich je 1 Tropfen auf ein Wattepad und atme den Duft tief ein. Mehrmals täglich.

Dann mische ich mir folgendes Öl, das sofort auf die Fußsohlen aufgetragen wird. Dies wiederhole ich noch 2-3 mal am Tag oder nach Gefühl auch öfter.

Push-up für das Immunsystem 

3 Tr. Tulsi
4 Tr. Thymian linalool
5 Tr. Zitrone
20 ml Mandelöl
 

Am Abend vor dem Schlafengehen nehme ich folgendes Aroma-Bad:

100g Meersalz
5 Tr. Palmarosa
3 Tr. Lavendel extra
2 Tr. Kardamom
 

Vor dem Schlafengehen reibe ich nochmals die Füße mit oben genannter Mischung ein.

Am nächsten Morgen sind die Symptome dann meistens weg. Natürlich klappt es nicht immer, aber öfter als man denkt.

Oh Captain, mein Captain – Moschuskörner

19 Jan

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Im Leben gibt es viele Wege –  zu Wasser, zu Lande oder in der Luft.

Wir bewegen uns auf diesen Wegen fort, mal schneller, mal langsamer, über Berg und Tal, über Umwege und Irrwege und kommen dann doch irgendwann wieder an einen Ort, der uns bekannt vorkommt, an einen Punkt, an dem wir vielleicht schon einmal waren oder es kommt uns nur so vor. Oder wir finden in der Fremde ein neues Zuhause, wo sich die Seele gerne niederlässt.

Sicher ist, dass man niemals dieselbe oder derselbe bleibt. Das Leben ist eine Reise und mit dem Duft der Moschuskörner gehe ich auf Entdeckung.

Sogleich entsteht in meiner Imagination das Bild eines Schiffes, dessen Segel aus Federn besteht, die zart im Wind flattern. Mein Schiff schwebt schwerelos auf hohen Wellen und in der Ferne sehe ich einen Fixpunkt in den Farben des Federkleides meiner gehissten Segel.

Mir wird klar, dass wir, mein Federboot und ich, dorthin in die Ferne segeln werden und dass dies auch ohne mein Zutun geschehen wird.

Ich weiß vielleicht nicht genau, wohin mein Schiff fährt, aber ich weiß ganz sicher, dass ich der Kapitän bin. Oh Captain, mein Captain!

Der Kapitän ist ein Symbol für den inneren Kompass, nun spüre ich ihn ganz deutlich. Eine trockene Note im Duft lässt immer wieder das Bild von trockenem Treibholz, das an einen paradiesischen Strand angespült wurde, entstehen. Mag sein, dass das Boot, zu dem das Treibholz gehörte, Schiffbruch erlitten hat oder es im Sturm an einem Felsen zerschellt ist. Aber dieses eine  Stück hat es doch bis ins Paradies geschafft.

Vielleicht ist es besser ein Stück Treibholz im Paradies zu sein, als ein ganzes Schiff im sicheren Hafen? Zahlreiche Gedanken zum Thema „Lebenswege“ gehen mir durch den Kopf. Der Duft hat auch etwas Fruchtig-Exotisches an sich und schenkt Mut, auch die ungewöhnlichen, speziellen, von der Norm abweichenden Lebensabschnitte zu würdigen.

Es wird immer Leute geben, die den eigenen Lebensweg nicht verstehen, die Zweifel säen oder versuchen, einem ihr eigenes Lebenskonzept überstülpen zu wollen. Da rascheln die Federn meines Zauberschiffes leise im Wind und flüstern: Oh Captain, mein Captain!

Und ja, ganz tief in mir selbst hallt das Echo dieser Worte nach und bringt etwas zum Schwingen. Es ist die Freiheit, den eigenen Weg zu wählen, Schritt für Schritt. Ich selbst kenne mich am besten und deswegen weiß ich auch am besten, wohin ich will.

Lebenswege gibt es viele, nicht nur einen einzigen. Und außerdem segelt mein Schiff sowieso ganz von allein meinem Fixstern entgegen. Ich konzentriere mich auf das Flüstern der bunten Federn im Wind….und lausche dem Echo tief im Inneren….und weiß, dass dies das Einzige ist, was zu tun ist.

Affirmation: „Oh Captain, mein Captain!“

Duft: Hibiscus abelmoschus

Verwendeter Pflanzenteil: Samen

Gewinnung: Wasserdampfdestillation

Holy Smokes – Dufterfahrung zwischen Himmel und Erde

15 Jan

Räucher_zeremonieVom Duft durchdrungen, sichtbar, fühlbar, mit Haut und Haar, duftender Rauch im Raum. Die Atmosphäre füllt sich schnell mit meandernden, tanzenden Nebelschwaden.

Die Fingerspitzen riechen noch ein wenig nach Kohlestaub, während der Blick den tanzenden Mustern des Rauches folgt und der Geist sich in der Atmosphäre niederlässt.

Eine Räucherzeremonie ist eine sehr sinnliche Erfahrung. Der Duft wird sichtbar als Rauch, der nach oben steigt, der sich im Raum ausbreitet oder aus dem offenen Fenster in die kalte Winterluft entweicht.

Und in diesen Rauch und seine Bewegung lässt sich alles Mögliche hinein projizieren. Er wird zum Träger meiner Wünsche, meiner Gedanken und meiner Gefühle. Vielleicht lenkt er mich auch einfach vom Alltäglichen ab, vielleicht schaue ich ihm einfach nach und mache nichts.

Schon das Bereitstellen sämtlicher Utensilien und das Aufstellen meines kleinen Räucherkessels, die Auswahl des Räucherstoffes, das Entzünden der Kohle versetzt mich in eine feierliche Stimmung. Es markiert den Moment, in dem ich meine normale Form verlassen darf.

Ich blicke den Rauchkringeln hinterher und nutze die Symbolkraft des Rauches, mit dessen Hilfe ich mir Unsichtbares vor Augen führen kann und durch die sinnliche Berührung besser verstehen kann.

Das Symbol des duftenden Rauches hilft mir persönlich sehr gut bei folgenden Themen:

  • Wünsche formulieren
  • seelische Reinigung
  • Entspannung 
  • Loslassen und Abschied nehmen
  • Feste feiern

 Die Bedeutung erhält der Rauch durch das, was man selbst hinein gibt und was man sich dabei vorstellt. Daher macht es Sinn, sich für einen bestimmten Anlass sein eigenes Räucherritual auszudenken.

Die einen lieben es, die anderen hassen es. Eine Räucherung hat ihren ganz eigenen Charme. Ich persönlich liebe es, in dicken duftenden Nebelschwaden Verbindung zu jenem archaischen Ur-Menschen in mir aufzunehmen. Immerhin ist das Räuchern eine der ältesten Freizeitbeschäftigungen der Menschheit.

Die Silberperlen Sensation – Wintergrün

15 Dez

Silberperlen ArtistWintergrün ist als Duft eigenartig, intensiv und expansiv und hat die Farbe Vintage-Rosa.

Seit einiger Zeit trage ich das Fläschchen in meiner Handtasche mit herum, in der Wintergrün dann ungefragt diverse Zeitschriften und andere Objekte dezent beduftet hat und überdies hinaus immer wieder aus der Tasche „heraus roch“. Und das alles bei geschlossenem Deckel.

Diese sehr gerade und zielstrebige Art auf sich aufmerksam zu machen, spiegelt sich auch in der körperlichen Wirkung wieder, die ich immer wieder ähnlich erlebt habe.

Einfach ausgedrückt nimmt Wintergrün den Schmerz, beseitigt Müdigkeit und Erschöpfung und lässt die Last, die man gerade zu tragen hat, irgendwie leichter erscheinen als zuvor. Oder umgekehrt lässt es erkennen, dass eine Last da war, die man selbst gar nicht so wahrgenommen hat. Schultern und Nacken waren tatsächlich auch die intuitiv gewählten Körperbereiche, die ich mit dem Wintergrünöl behandelt habe.

Wenn das Öl beginnt, durch die Hautschichten zu wandern, fühlt sich dies an wie kühles Silber.  Beim Hineinspüren in meinen Körper hatte ich den Eindruck von Silberperlen, die  langsam in geraden Bahnen kühlend und prickelnd durch die Schichten im Gewebe gleiten und eine prickelnde Gänsehaut- Sensation auslösen.

Es sind Mikroimpulse, die im Gewebe einiges in Bewegung bringen, die im ganz Kleinen verhärtete Strukturen aufbrechen und sich Platz machen, um weiter in die Tiefe zu gleiten. Die Silberperlen sind glatt und geschmeidig und sind von hellem Mondschein umgeben.

So fühlt sich also die berühmte schmerzlindernde Wirkung dieses Duftes an. Eine aufputschende Wirkung konnte ich persönlich nicht feststellen. Auch die Anwendung vor dem Einschlafen habe ich als sehr angenehm empfunden.

Wintergrün ist in meiner Wahrnehmung wie ein schattiger Platz in der Hitze des Hochsommers, wie ein Bad im sanften Licht des Mondes oder das Eintauchen in die Silberperlen-Sensation. Kraftvoll und sanftmütig zugleich.

Hinweis: Da das Öl sehr kühlend wirkt, ist es nichts für Leute, die schnell frieren. Auch bei  Salicylat-Unverträglichkeit unbedingt meiden. Obwohl die Pflanze Wintergrün heißt ist sie vielleicht eher etwas für den Sommer.

Affirmation: „Wohltuende Kühle durchströmt mich!“

Duft: Gaultheria fragrantissima

Verwendeter Pflanzenteil: Blätter

Gewinnung: Wasserdampfdestillation

Feenstaub und Engelskuss – Neroli Hydrolat

29 Nov

Leicht, süß und engelhaft rieselt der feine Nebel aus Orangenblüten auf mich nieder.

Wenn Feenstaub einen Duft hätte, dann wäre es bestimmt dieser und sein Klang wäre hell, klar und sphärisch wie Glöckchen, eine Harfe oder ein Xylophon.

Neroli ist ein sehr tröstlicher, heller Duft, als Hydrolat ist es an wohlwollender, einhüllender Zärtlichkeit kaum zu übertreffen – wie der Kuss eines Engels.

Mit dem Einatmen des Duftes entstehen Bilder einer friedvollen Atmosphäre, ein glitzernder, funkelnder, leuchtender feiner Nebel, der einen umgibt – ein Kleid aus lichtdurchfluteter Luft.

Mit dem wohlriechenden Neroli-Hydrolat geht alles ein bisschen leichter und die Welt sieht ein bisschen heller aus.

Es fühlt sich an, als bekäme man aus dem feinen hellen Nichts eine Hand gereicht, man legt die seine hinein und für einen Moment ist man eingehüllt und tröstlich gehalten in frei schwebender Leichtigkeit.

Am Ende bleibt das Gefühl zurück, dass alles gut ist wie es ist. Sehr einfach, sehr hell, fröhlich und konsequent wohltätig.

Das Engelhafte an diesem Duft ist womöglich die Erkenntnis, dass die unsichtbare Hilfe, die schützende Hand und die wohlwollende Zärtlichkeit aus dem eigenen Selbst herausströmen, einfach so.

Zum Weiterlesen hier der Beitrag zum ätherischen Öl Neroli

Affirmation: „Alles ist gut!“

Duft: Citrus aurantium amara, Hydrolat

Verwendeter Pflanzenteil: Blüten

Gewinnung: Wasserdampfdestillation

Aromatherapie für die kalte Jahreszeit

21 Nov

Mit Aromatherapie Wohlbefinden schaffen und Kraft tanken

Die Tage werden wieder kürzer – der Winter steht vor der Tür. Kälte, Schnee, Regen und die frühzeitig hereinbrechende Dunkelheit machen vielen Menschen zu schaffen. Unser Körper muss neue Kraftreserven mobilisieren, um stark und widerstandsfähig zu bleiben und unsere Seele braucht in dunklen, stürmischen und kalten Zeiten besonders viele Streicheleinheiten.

Wer für sein seelisches Wohlbefinden und Gleichgewicht sorgt und seine Energiereserven immer wieder rechtzeitig auftankt, reduziert Stress und schafft für sein Immunsystem die besten Voraussetzungen, um fit und gesund die kalte Jahreszeit zu meistern.

Die Aromatherapie lebt durch die Anwendung der ätherischen Öle, die uns ihre Heilkraft schenken. Es geht darum, den Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen wahrzunehmen und ihn unterstützend mit ätherischen Ölen zu begleiten. Kurz gesagt handelt es sich um die Behandlung von Seele, Geist und Körper mit ätherischen Ölen, die aus aromatischen Pflanzen gewonnen werden. Jedes ätherische Öl entfaltet durch seine ihm eigene Zusammensetzung auch ein bestimmtes Wirkspektrum.

Heilsame Rezepturen zum Verwöhnen

Nehmen Sie sich Zeit für sich und verwöhnen Sie sich mit einem duftenden Aromabad, einer sinnlichen Massage oder einem kräftigenden Fußbad und stärken Sie ganz nebenbei Ihre psychischen und körperlichen Abwehrkräfte.

Wärme- und Energiespender

Düfte wie Kardamom, Ingwer und Angelikawurzel sind besonders durchblutungsfördernd und erzeugen ein wohlig warmes Gefühl im Körper. Darüber hinaus haben diese Düfte noch viele weitere gesundheitsförderliche Eigenschaften. Diese Düfte stärken die Abwehrkräfte und schützen vor ansteckenden Erkältungskrankheiten. Psychisch wirken sie kräftigend, ausgleichend und stärkend.

Kardamom: stark antibakteriell, antiviral, entzündungshemmend,    entkrampfend, verdauungsfördernd, schleimlösend, belebend, geistig stimulierend.

 Ingwer: antiviral, schmerzstillend, vitalisierend, stabilisierend, regenerierend, entspannend, stresslösend.

Angelikawurzel: stark antiseptisch, entzündungshemmend, abwehrsteigernd, durchwärmend, entkrampfend, stark stimmungsaufhellend, nervenberuhigend.

Wärmendes Aroma-Energiebad

Bei Erschöpfung und drohender Erkältungsgefahr

200 ml Sahne oder 100 g Meersalz
1 EL Honig
2 Tropfen Angelikawurzel
1 Tropfen Ingwer
2 Tropfen Myrte Anden
 

Anwendung: Die ätherischen Öle mit Sahne/Meersalz und Honig vermischen und in das einlaufende Badewasser geben. Nach einer Badedauer von 20 Minuten gut abtrocknen, einkuscheln und 30 Minuten nachruhen.

Diese Anwendung ist auch hervorragend als Fußbad geeignet!

 Power-Massageöl

Gibt neuen Schwung bei geistiger Erschöpfung und Schwächezuständen

50 ml Bio-Mandelöl
3 Tropfen Orange
2 Tropfen Kardamom
1 Tropfen Mandarine rot
 

Anwendung: Ätherische Öle mit dem Mandelöl mischen. Das Massageöl kann zur Ganzkörpermassage oder auch für eine belebende Fußmassage verwendet werden.

Kraft tanken über Nacht

Einige ätherische Öle unterstützen Zellerneuerung, Entgiftung und Entspannung während wir schlafen und der Körper wertvolle Wiederaufbauarbeit leistet. Folgende Öle wirken stark entspannend, entkrampfend, schlaffördernd und regenerierend. Gerade bei starker nervlicher Belastung und Stress sollten diese Düfte zum Einsatz kommen.

Lavendel fein: zellregenerierend, entzündungshemmend, immunstimulierend, entkrampfend, fiebersenkend, beruhigend, angstlösend, zur eigenen Mitte führend, schlaffördernd.

Römische Kamille: stark krampflösend, nervlich entspannend, schmerzlindernd, hautpflegend, schlaffördernd, hilfreich bei Gereiztheit und Überforderung.

Neroli: stark antibakteriell, antiviral, energetisch ausgleichend, stimmungsaufhellend, ausgleichend, gut bei Engegefühl, Sorgen und seelischer Überlastung.

Vetiver: stark erdend, hautregenerierend, stark ausgleichend, kraftspendend, hormonell ausgleichend, immunstimulierend, aufbauend, stimmungsaufhellend. Schenkt Sicherheit, Ruhe und Standfestigkeit. Gut bei körperlicher Erschöpfung und Mutlosigkeit.

Schlaf-gut Mischung

Für tiefen erholsamen Schlaf

2 Tropfen Lavendel fein
1 Tropfen Römische Kamille
1 Tropfen Neroli
 

Anwendung: Vor dem Schlafengehen in die Duftlampe geben und den Raum 10 Minuten beduften oder als Massageöl mit 10 ml Bio-Mandelöl mischen und eine sanfte Bauchmassage mit langsamen kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn durchführen.

Diese Mischung ist auch hervorragend für ein Aromabad geeignet.

Down to Earth-Öl

Bei Nervosität und Erschöpfung

1 Tropfen Weihrauch arabisch
1 Tropfen Vetiver
1 Tropfen Sandelholz
1 Tropfen Narde
 

Anwendung: Die ätherischen Öle in 10 ml Bio-Mandelöl mischen, die Füße vor dem Schlafengehen damit einreiben, warme Socken darüber ziehen und gut zudecken. Diese Ölmischung ist auch hervorragend zur Innenschau und Kontemplation geeignet.

 Süße Kuschelmischung

Für Geborgenheit und Seelenwärme

2 Tropfen Mandarine rot
2 Tropfen Benzoe Siam
1 Tropfen Vanille
1 Tropfen Sandelholz
 

Anwendung: Diese Mischung in die Duftlampe geben, gemütlich einkuscheln und abschalten. Für süße Träume!

Frische Energie für Wohnräume

In der Winterzeit verbringen wir viel Zeit in geschlossenen Räumen mit trockener Heizungsluft und auch die Ansteckungsgefahr für Infektionskrankheiten erhöht sich. Nutzen Sie die antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften der ätherischen Öle, um die Raumluft zu erfrischen und zu reinigen.

Aufgrund ihrer stark reinigenden und desinfizierenden Wirkung sind folgende Düfte besonders geeignet: Angelikawurzel, Zitrone, Limette, Thymian, Eukalyptus, Bergamotte, Rosmarin, Wacholder, Fichtennadeln, Lemongras.

Anwendung: Geben Sie 2-4 Tropfen ätherisches Öl in eine Duftlampe, 10-15 Minuten brennen lassen, dann wieder ausmachen.

Hinweis: Die Empfehlungen in diesem Artikel ersetzen nicht den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker. Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenessenzen. Bitte stellen Sie vor der Anwendung sicher, dass die verwendeten Öle auch für Sie geeignet sind.

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