Duftübung – Zufall als Methode

6 Jul

Entscheidungen trifft der Mensch am liebsten mit dem Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben.

Eigentlich ist es aber so, dass unser Körper eine Menge Entscheidungen für uns trifft, ohne dass diese Informationen ins Bewusstsein gelangen, um das tägliche Business am Laufen zu halten und um das Überleben zu sichern.

Über das Riechen werden zahlreiche Informationen zur Bewertung der Umgebung und zur Bewertung der eigenen Befindlichkeit unbewusst verarbeitet.

Mit Duftübungen und Duftmeditationen kann man lernen, diese Informationen für sich zugänglich zu machen und einen Zugang zur „unbewussten“ Weisheit des eigenen Körpers und der Psyche zu bekommen.

Zufall als Methode bedeutet in diesem Zusammenhang also nicht Gutdünken, sondern vielmehr das Hineingleiten in einen Zustand, der ähnlich wie die Freud’sche „freischwebende Aufmerksamkeit“ Dinge im Inneren einfach entstehen und geschehen lässt, ohne etwas Bestimmtes zu erwarten oder etwas zu lenken.

Für meine Duftübungen schaffe ich mir folgendes angenehme Umfeld:

  • Yogamatte auf dem Boden
  • Meditationskissen
  • evtl. eine Wolldecke
  • Tagebuch
  • Zeichenblock und Kreiden/Stifte/Farben
  • Ein Ankerobjekt (zur Zeit eine alte Laterne vom Flohmarkt)

Bevor ich mit dem ganzen Prozedere beginne, etabliere ich meinen Anker. Dieser Anker sollte ein positiv besetztes Objekt sein, bei mir ist es eine alte Laterne, es kann aber auch ein Stein oder eine Figur sein…

Ich zünde ein Licht in der Laterne an und stelle mir vor, dass dieses Licht mich aus meiner Innenwelt sofort zurückholt wenn ich die Augen öffne. Es ist gut einen Fixationspunkt im Außen zu haben, falls man einmal schnell von einer Phantasiereise zurück kehren möchte. Dabei ist die Imagination wichtiger als das Objekt selbst.

Die Düfte, dich ich näher kennen lernen will, befinden sich in einer kleinen Duftschatzkiste. Zufällig ziehe ich einen Duft mit geschlossenen Augen heraus und rieche daran. Ich gebe mir und dem Duft Zeit sich zu entfalten.

Ich lege oder setze mich bequem und mit geschlossenen Augen hin, atme regelmäßig und tief und komme in meiner inneren Welt an. Ich warte auf Gedanken, Gefühle, Empfindungen und verbleibe so bis ich genügend Eindrücke gesammelt habe. Manchmal muss ich auch mehrmals riechen.

Dann öffne ich die Augen und schreibe alles auf und fertige eine Zeichnung an, manchmal sind es auch nur Farbassoziationen. Meistens formuliere ich eine Affirmation oder eine Art Leitsatz. Dies tue ich möglichst ohne nachzudenken.

(Manchmal will sich ein Duft nicht so recht mitteilen, auch das notiere ich mir.)
Zum Abschluß schaue ich auf das Etikett um den Duft zu identifizieren.

Diese Übung mache ich jeden Tag, meistens am Abend. Nach einigen Wochen schaue ich mir an, was ich alles zu den Düften gefunden habe und fasse meine Ergebnisse zusammen. Dabei achte ich z.B. auch darauf, welchen Duft ich öfter gezogen habe…und welcher Duft unter Umständen gar nicht an die Reihe kam.

Erst nach vielen Wochen gehe ich dann verstandesorientiert-analytisch an die Sache heran und stöbere in der Fachliteratur herum und ergänze meine Wahrnehmungen. Ich verlgeiche meine Eindrücke mit den Erkenntnissen, die andere vor mir gesammelt haben.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: