Duftschätze im aromatischen Ozean

28 Jul

Um einen Duft richtig gut kennen zu lernen braucht man Zeit, Re-spekt vor den Duftwesen und Geduld mit sich selbst.

Dabei gibt es verschie-dene Herangehenswei-sen, sich einem Duft zu nähern. Ich stelle mir einen Duft mit seinen vielen Facetten und Fähigkeiten wie ein Mosaik vor, das aus verschiedenen kleinen Bausteinen besteht. Dabei ist kein Steinchen besser oder schlechter als das andere.

Neben der Biochemie, der Kenntnis der Aroma-Pflanzen, der genauen Kenntnis der Wirkweisen der ätherischen Öle (körperlich, psychisch und seelisch), der Anwendungsgebiete einzelner ätherischer Öle, Dosierung und Kontraindikationen ätherischer Öle gibt es ein Mosaik-Steinchen, das mich besonders interessiert: die psychologische Wirkung ätherischer Öle und die damit verbundene subjektive Duft-wahrnehmung.

Öfter werde ich gefragt, was bei (m)einer Duftwahrnehmung eigentlich genau passiert?

Am besten lässt sich die Erfahrung mit einer Schatzsuche im tiefen Ozean vergleichen.

1. Eintauchen in den inneren Ozean (Innenwelt/das Unbewusste/die Bilderwelt. Die Tiefe ist meist nicht abzuschätzen, je tiefer man taucht umso dunkler wird es jedenfalls und man braucht länger um wieder aufzutauchen)

2. Sich unter Wasser aufmerksam umsehen ohne Ziel oder Plan (je stärker der Wille/die Erwartung umso schwerer wird es)

3. Hier und da funkeln die Schätze, man schwimmt vorbei und sammelt alle ein, die man mitnehmen möchte. Manches lässt man auch zurück (Eindrücke/Erinnerungen/Gefühle)

4. Man schwimmt wieder an die Oberfläche (das rationale Tagesbewusstsein)

5. Schaut sich die Schätze an, sortiert sie, katalogisiert sie, bevor sie einem wieder aus den Händen gleiten und zurück ins Wasser fallen. (Wenn man die Eindrücke nicht gleich festhält entgleiten sie einem schnell wieder)

6. Man analysiert und interpretiert seinen Fang, versucht eine Zusammenfassung und ein Thema zu formulieren.

7. Dann segelt man an Land und sieht zu, dass man wieder festen Boden unter den Füßen gewinnt. (in die Gegenwart zurückkehren, sich erden)

8. Ergebnisse in Aroma-Blog eintragen 🙂

Eine entscheidende Rolle spielt auch wie gut man sich in der eigenen Innenwelt auskennt und wie gut die Eigenwahrnehmung ist. Beim erfassen/erriechen/erspüren der Düfte ist man selbst das wichtigste Werkzeug und innerer Kompass zugleich! Je besser man aufsteigende Gefühle, Bilder und Körperempfindungen ernst- und wahrzunehmen und dann zu deuten vermag umso reicher die Dufterfahrung.

Hier braucht man den Mut, ernsthaft nach innen blicken zu wollen und regelmäßige Übung zwischen den Zuständen der frei flottierenden Absichtslosigkeit und bewusster Analyse und Zusammenfassung hin und her zu wandern.

 Dabei sollte man sich langsam in die Tiefe wagen…ein Taucher fängt ja auch erst einmal mit dem Schnorcheln an bevor er zum Tiefseetaucher wird!

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