Plädoyer für das Dufttagebuch

21 Dez
Jeder Duft hat zahlreiche Facetten. Es handelt sich bei den Düften um biochemische Mischungen aus vielen verschiedenen Einzelstoffen. Wenn ein Duft von einem Menschen aufgenommen wird, dann kommt es zu einer Interaktion zwischen Duft und Mensch. Der Duft wirkt nicht immer auf genau die gleiche Art und Weise wie man es z.B. von einer Schmerztablette erwarten würde, sondern stellt sich auf den Zustand des Menschen ein. Es hängt also von der Tagesform und dem momentanen gesundheitlichen Zustand des Menschen ab, auf welche Facetten des Duftes er gerade an dem Tag zu einer gewissen Stunde reagiert. Die Duftwahrnehmungen in diesem Blog sind solche Momentaufnahmen, die für sich allein genommen den Duft noch nicht charakterisieren. Erst nach circa 30 oder mehr solcher Duftwahrnehmungen zum selben Duft lässt sich allmählich ein Bild erkennen. Bestimmte Gedanken, Bilder, Impulse und Themen tauchen wieder und wieder auf. Spannend wird es auch, wenn mehrere Personen gleichzeitig und unabhängig voneinander solche Experimentalreihen durchführen.

Die Zusammenfassung gelingt aber nur, wenn man im Moment der Duftwahrnehmung oder kurz danach seine Eindrücke auch aufschreibt oder malt oder sonstwie festhält. Es ist unmöglich die einzelnen Episoden im Gedächtnis auseinander zu halten und die Eindrücke sind wie die Düfte flüchtig.

Indem man ein Dufttagebuch führt, lernt man in sich hineinzuhorchen, die eigenen Wahrnehmungen ernst zu nehmen, Gefühle zu benennen und unvoreingenommen zu sein. Vor allem lernt man dabei die Düfte sehr gut kennen. Das zu sehen, was ist, nicht mehr und nicht weniger ist die große Kunst dabei.

Diesen Prozess kann man sich so vorstellen, als würde man ein Musikinstrument erlernen. Wir sind das Insturment und die Düfte spielen auf uns!

Noch ein paar praktische Tipps:
  • Suche ein schönes Buch aus, in das du gerne hineinschreibst
  • Lege alle Schreib- und Malsachen in Griffweite
  • Es hat sich bewährt, auch nicht-sprachliche Eindrücke festzuhalten (Bild, Farbe, Symbol, Bewegung)
  • Versuche dich als Resonanzkörper anzubieten, in dem etwas geschehen kann
  • Lausche aufmerksam in dich hinein
  • Löse dich von der Kontrolle und der Bewertung
  • Es gibt weder Richtig noch Falsch
  • Wenn du einige Eindrücke gesammelt hast, notiere diese sofort
  • Oft ist es hilfreich, zuerst ein Bild zu malen, danach kommen oft weitere Eindrücke.
Bildnachweis: fotolia.de
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