Meister Hora – Sandelholz

1 Okt

Hier ein Tag und dort ein Jahr

Meine Erfahrung mit Sandelholz begann vor ca. 9 Monaten genau wie alle anderen hier beschriebenen Dufterfahrungen auch. Ich zog einen Duft aus meiner Schatzkiste und ließ ihn meditativ einwirken. Zahlreiche Assoziationen fluteten mein Herz oder besser mein Alles, mein ganzes Sein wurde durchdrungen von goldener Wärme. An jenem Tag und noch oft danach hatte ich den Eindruck, dass mein Herz ganz warm wird, der Herzschlag sich verlangsamt und das Herz nach unten in Richtung der Wirbelsäule sinkt. Gleichzeitig hatte ich immer das Gefühl in einem hellen Schutzraum, etwas entfernt vom Alltag, zu sein. Das Licht war immer gelb, gold, hell. Oft hatte ich die Vorstellung von gelbem Wüstensand unter gleißendem Sonnenschein und der Farbe Gold. Es war mir klar, dass mit dem Gold nicht etwa materieller Reichtum gemeint war, sondern es verwies auf etwas, das größer ist als der Mensch selbst. Etwas ungeheuer Wertvolles, das höchste Gut, die edelste Gesinnung, vielleicht das Gute an sich.
Ich kam mit diesem Duft nicht zum Abschluss, für die ganzheitlich mein Selbst umfassenden Gefühle ließ sich kein Bild finden. Jegliche Abbildung, die ich für das abstrakte Gold aus meiner Vorstellung als Zeichnung, Foto oder Objekt heranzog, schien mir ungenügend. Also wartete ich ab.
Nach mehreren Monaten tauchte dann das Bild des Meister Hora vor meinem inneren Auge auf, der Hüter der Zeit. Im Nirgend-Haus in der Niemals-Gasse teilt er jedem Menschen seine Zeit zu, dort wachsen die Stundenblumen, die sich in den herrlichsten Farben öffnen und wieder vergehen und jede scheint noch herrlicher als die zuvor gesehene zu sein. Was die Menschen mit ihrer Zeit machen, müssen sie selbst bestimmen und sie müssen sie auch selbst verteidigen. Meister Hora sagt: „Denn jeder Mensch hat seine Zeit. Und nur so lange sie wirklich die seine ist, bleibt sie lebendig.“ Und „Denn so wie ihr Augen habt, um das Licht zu sehen, und Ohren, um Klänge zu hören, so habt ihr ein Herz, um damit die Zeit wahrzunehmen. Und alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist so verloren wie die Farben des Regenbogens für einen Blinden oder das Lied eines Vogels für einen Tauben.“
Der Meister der Zeit führt einen direkt in das eigene Herz, die eigene goldene Mitte und lässt uns die Musik unseres eigenen Herzens hören. Die Botschaft des Duftes wurde mir nun plötzlich sehr deutlich. Lasse dir deine Zeit nicht von denen wegnehmen, die dir Angst machen. Deine Zeit gehört dir, fange etwas mit ihr an, das dein Herz berührt und sei auf diese Weise lebendig.
Die Zeit in diesem Sinn, hat keinen Anfang und kein Ende, sie ist unendlich. Und so könnte ich mit dem Sandelholz sicher noch weitere Monate zubringen. Sandelholz ist ein treuer Begleiter, Träger des goldenen Lichts, das im Herzen wohnt, zeitlos im Hintergrund wartend.
Das 12. Kapitel des Märchen-Romans MOMO von Michael Ende bildet verblüffend genau ab, wie ich innerlich den Duft erfahren habe. Das Kapitel heißt „Momo kommt hin, wo die Zeit herkommt.“ Die Zitate oben stammen ebenfalls aus dem Kapitel.
Das wichtigste was ich von diesem Duft gelernt habe, ist , dass die Zeit lediglich ein Maß für Veränderung ist. Wenn man einmal in die eigene Zeit im Mittelpunkt des Herzens eingetaucht ist, wird es ganz still für einen Moment während alle Uhren aufhören zu ticken.

Affirmation: Meine Zeit ist lebendig! Meine Zeit ist heilig!

Duft: Santalum album

Verwendete Pflanzenteile: Holz

Gewinnung: Wasserdampfdestillation

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