Tänzer in der Nacht – Patchouli

18 Nov
Duftwahrnehmungen zusammengefasst aus mehreren Tagen und Nächten:
Dunkelheit – normalerweise habe ich im Dunkeln immer den Impuls Licht zu machen. Aber heute nicht. Vielmehr scheint sich das innere Auge an die Dunkelheit zu gewöhnen und das gibt Sicherheit. Eine ganz neue Handlungsfreiheit tut sich beim Riechen im Inneren auf. Und das innere Auge beginnt zu erblicken, was sich in der eigenen Dunkelheit eigentlich abspielt. Die Farben der Nacht werden erfahrbar und sichtbar. Real äußern sich diese inneren Farben in einem Farbenrausch, den ich übermütig zu Papier bringe. Als ich auf mein Papier blicke ist dieses Bild plötzlich fertig, welches sich später noch weiter verändern wird.
Neben der Dunkelheit gibt es noch eine weitere sehr erfahrbare Qualität, nämlich eine bestimmte Art von Wärme, die sich gezielt und nach einem bestimmten Muster im Körper ausbreitet (dies war für mich an 3 aufeinander folgenden Tagen immer wieder dieselbe Erfahrung). Sie ist orange-rot und pulsierend, dynamisch, kräftig und scheint aus einem glühenden Kern im Inneren zu entstehen. Die Wärme expandiert bis hin zur Körpergrenze und strahlt ca. 2 cm über diese hinaus. Und das gibt Sicherheit.
Mit der Dunkelheit verbunden ist auch die Nacht, die ihre eigenen Qualitäten und Gesetze hat. Im Dunkeln sind die wunderschönen Sterne am Himmel zu sehen, die Atmosphäre klärt sich und weil die meisten Menschen in der Nacht schlafen, herrscht auch eine ganz andere Art von Ruhe als tagsüber an ruhigen Orten. Viele Nachtarbeiter werden bestätigen, dass in der Nacht mehr Raum für die eigenen Gedanken vorhanden zu sein scheint und mehr Raum für sich beansprucht werden kann, weil er nicht schon von anderen Menschen besetzt ist. Es stellt sich das befreiende Gefühl ein, sich in voller Konsequenz frei entfalten zu können in der unendlich scheinenden Dunkelheit.
Dies sind heilige und andächtige Momente: in der Dunkelheit geborgen und schöpferisch tätig zu sein. Und mit diesem Duft können wir zu jeder Zeit in dieses Gefühl eintauchen, wenn wir wollen.
Zu dieser Assoziation der Nacht hat sich das obere bunte Bild in dieses verwandelt:
Bei einem weiteren Duftexperiment finde ich wieder neue Aspekte des Duftes. Die Quintessenz aus einer Reihe von Assoziationen ist, dass ich nur dann ganz Ich sein kann, wenn ich auch meine dunklen, mir lästigen und ungeliebten Seiten annehme und sie mir zum Freund mache. Wenn das nur nicht immer so eine ernste Angelegenheit wäre…
In meiner Imagination visualisiere ich dann diese bunte Szene: Der Tänzer in der Nacht, wie ich den Duft für mich benannt habe, tänzelt leichtfüßig um meine ungeliebten Makel, Fehler und Sorgen herum, die sich als größere und kleinere Felsformationen auf einer weiten Ebene zeigen. In seinem Tanz verwandeln sie sich in bunte exotische Tücher und Vögel, die fortan mit dem Tänzer synchron durch die Luft wirbeln. Ein wundervolles Spektakel wie ein Feuerwerk – all meine Sorgen fliegen als bunte Paradiesvögel durch die Nacht!  Wohoo!
Nun wird mir der spielerische Aspekt von Wandlung sehr deutlich. Diese Wandlung findet in einem freudigen Tanz statt. Tue Dinge, die dir Freude machen, gerate dabei auch einmal außer dich und deine Sorgen fliegen als Paradiesvögel davon. Diese Form der Lebensenergie kann jeder Mensch gut brauchen, um sich besonders, einzigartig und geschätzt zu fühlen.
Durch Spiegelung und Aneinanderreihen des ersten Bildes wurde nach dieser Dufterfahrung dann dieses Bild.
Vor dem Einschlafen habe ich den Duft besonders gerne gerochen: die pulsierende Wärme, dazu das Gefühl, in einer geschützten Höhle zu liegen und anstatt der Schäfchen, die über einen Zaun springen folgte mein Geist den hypnotisierenden, mandalaartigen Flugformationen der bunten Vögel am Nachthimmel….
Affirmation: In der Dunkelheit sehe ich meine Farben! Mein Freudentanz verwandelt mich!

 

Duft: Pogostemon cablin, Indonesien
Verwendete Pflanzenteile: Blatt
Gewinnung: Destillation
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Eine Antwort to “Tänzer in der Nacht – Patchouli”

  1. Helga 7. Dezember 2013 um 9:13 #

    Liebe Melanie,

    weil Patchouli pur für mich zu stark ist, habe ich mit Weingeist verdünnt.
    Ein ganz toller Duft, eine für mich ungewohnte Leichtigkeit, gleichzeitig verbunden mit Schutz und Schwere, tut einfach nur gut.
    Danke für den schönen Beitrag!
    Liebe Grüße,
    Helga

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