Man muss halt dran glauben…

2 Mai

Diesen Satz habe ich im Zusammenhang mit der Aromatherapie des Öfteren sowohl als Feststellung als auch als Frage meist mit einem gemischten Unterton aus Skepsis und Mitleid zu hören bekommen. Ich nehme an, dass damit die Wirksamkeit der Duft-heilkunde in Frage gestellt werden sollte.

Für diese Bemerkung bin ich immer sehr dankbar, da sie die Aufmerksamkeit auf eine Reihe wichtiger Themen lenkt wie z.B. die Verantwortlichkeit jedes einzelnen Menschen für sein Wohl und seine Gesundheit, die Anregung der Selbstheilungskräfte und wie damit umgegangen wird, bestehende Vorstellungen über Gesundheit und Krankheit uvm…

Ob ein Mittel oder eine Behandlung  wirkt oder nicht ist ja eine der Hauptfragen der Medizin, der Psychologie, der Pharmakologie und vielen weiteren Bereichen. Aber wovon hängt die Wirksamkeit ab?

Inzwischen ist mehrfach in Studien belegt worden, dass die innere Einstellung einer Therapie gegenüber und die persönliche Einschätzung der Erfolgsaussichten, sowohl was die Schwere der Erkrankung als auch die Art der Therapie angeht, großen Einfluss auf den Therapieerfolg hat. Dies gilt übrigens auch für medikamentöse Behandlungen oder die Heilungsdauer von Knochenbrüchen (Hamburger Studie mit Schmerzpatienten). Das Bild des passiven (unmündigen) Patienten, der lediglich darauf wartet, dass eine Besserung eintritt, gilt als überholt. Vielmehr stellt man sich nun die Frage, warum bei Anwendung derselben Therapie unter gleichen Voraussetzungen der eine Patient schneller gesundet als der andere…

Und was bedeutet nun in diesem Zusammenhang „daran glauben“?

Es für möglich halten, dass die Therapie wirkt? Darauf hoffen, eine bessere körperliche, psychische oder seelische Verfassung zu erlangen? Sich einlassen auf einen Veränderungsprozess?  Mitmachen und am Erfolg eigenverantwortlich teilhaben?  Sich selbst gönnen, dass es einem gut gehen darf?

JA. All diese Dinge sind höchst begrüßenswert. Der Mensch hat die bemerkenswerte Eigenschaft, sich selbst aufzufordern, sich sogar Befehle zu erteilen. Dies ist z.B. die Grundlage des Autogenen Trainings, das als Verfahren wissenschaftlich anerkannt und standardmäßiger Bestandteil vieler Entspannungsprogramme in Reha-Kliniken ist.  Jeder Mensch ist in der Lage sich selbst auf bedeutungsvolle Weise anzusprechen und dies wirkt bis in die tiefsten Schichten des Unbewussten hinein. Unser Unbewusstes führt Anweisungen aus, die wir vor uns selbst wiederholen, egal ob diese nun positiven oder negativen Inhalts sind.

„Der Mensch hat jederzeit einen schweigenden Zuhörer an seiner Seite – sein Unbewusstes.“ Florence Scovel Shinn

Um diesen Sachverhalt  nun noch einmal für  die Aromatherapie zu konkretisieren:

  • Die in der Aromatherapie verwendeten ätherischen Öle besitzen nachweislich pharmakologische Wirkungen. Aus diesem Grund sind ätherische Öle auch Bestandteil handelsüblicher Medikamente. Wie lange dies noch so bleiben wird, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Siehe hier Petition zur Rettung pflanzlicher Arzneimittel
  • Ätherische Öle wecken die Selbstheilungskräfte und geben Impulse zur Veränderung. Diese müssen aber auch innerpsychisch und innerseelisch vom jeweiligen Menschen wahrgenommen und verarbeitet werden.
  • Dies erfordert Eigenverantwortlichkeit („Ich bin meines eigenen Glückes Schmied“), Offenheit und Neugier.
  • Je größer die Bereitschaft ist, an der Therapie teilzuhaben, umso intensiver können die Düfte wirken und es können (auch kleine) Veränderungen wahrgenommen und in das eigene Leben integriert werden.
Wann immer ich jene Skeptiker, die zu Beginn des Artikels erwähnt wurden, gefragt habe, ob sie selbst denn schon einmal Erfahrungen mit der Aromatherapie oder mit Düften gesammelt haben, bekam ich übrigens zu 100% die Antwort NEIN.
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