Ein Rosengarten hat auch Dornen

1 Aug

Die Arbeit mit Düften bietet unzählige Möglichkeiten sich selbst besser kennen zu lernen und sich persönlich weiterzuentwickeln.

Je weiter man das Fenster zur Innenwelt aufmacht, je mehr man dem Duft von sich als Reflexionsfläche zur Verfügung stellt, umso intensiver wird die Erfah-rung  und umso größer die Erkenntnis.

Die Wahrscheinlichkeit auf die Quelle starker Emotionen zu stoßen steigt direkt proportional mit der eigenen Bereitschaft, sich zu öffnen und der Lockerung der eigenen psychischen Abwehrprozesse, die als Schutzwall dienen.

Man könnte fast sagen, es handelt sich um ein Spiel zwischen Duft und Mensch, manchmal auch um ein Ringen, in jedem Fall aber um eine dynamische Interaktion, die am Ende zu einer Lösung führt. Das Besondere daran ist, dass der Duft den Menschen zwar oft an den Rand seiner Toleranzgrenze bringt, jedoch niemals darüber hinaus.

Manchmal ist man über die gewonnenen Einsichten jedoch alles andere als begeistert. Ein Grund dafür ist, dass man plötzlich mit einem Thema konfrontiert wird, das man bisher erfolgreich verdrängt hatte oder glaubte, dieses bereits abgeschlossen zu haben. Manchmal ist man erschrocken darüber, welche Gefühle und Bilder aus dem Unbewussten auftauchen können. Und manchmal ist man sprachlos in Anbetracht der Transparenz und Plastizität, in der einem eine eigene Problematik vor Augen geführt wird.

Für mich ist es immer wieder faszinierend wie solche Knackpunkte bzw. Dreh- und Angelpunkte der Psyche zielsicher durch Riechübungen mit ätherischen Ölen aufgespürt und aufgedeckt werden. Dies ist in der Regel eine Arbeit, die die Düfte für einen übernehmen. Aber dann kann es ganz schön anstrengend werden.

Denn die praktische Umsetzung der neu gewonnenen Erkenntnisse bleibt uns selbst in unserem eigenen Leben und in unserem eigenen Alltag überlassen. Kurz, die Drecksarbeit müssen wir selbst erledigen!

So mancher, der sich nur an dem betörenden Duft der Rose laben wollte, hatte hinterher eine Grundsatzdebatte über Beziehungsangst am Hals. Ein Rosengarten hat eben auch Dornen.

Nur dass es diese Dornen sind, die wir aus unserem Fleisch ziehen müssen und dass es diese Dornen sind, die oft schon viel zu lange fest stecken. Oft denkt man sich, warum muss nun ausgerechnet dieser Dorn auftauchen, im denkbar unpassendsten Moment?

Ich glaube die Antwort ist, dass man bereits angefangen hat, nach einer Lösung zu suchen, dies jedoch noch nicht in das Bewusstsein gelangt ist. Mit Hilfe der Düfte wird sowohl der Dorn erkannt aber gleichzeitig auch die Bereitschaft zur Lösung.

Aber noch wichtiger ist das Gefühl, dass man in seinem Lösungsprozess durch die Anwendung ätherischer Öle das Gefühl bekommt, es jetzt wirklich schaffen zu können, da sich der eigene Mut mit den Kräften des Duftes verbindet.

Die Arbeit mit Düften kann stark in die Tiefe gehen aber ebenso gut oberflächlich bleiben, dies entscheidet jeder im Moment des Riechens automatisch für sich.

Der eine geht in den Rosengarten, um zu schnuppern, der andere geht hin, um beherzt in die Dornen zu greifen.

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