Holy Smokes – Dufterfahrung zwischen Himmel und Erde

15 Jan

Räucher_zeremonieVom Duft durchdrungen, sichtbar, fühlbar, mit Haut und Haar, duftender Rauch im Raum. Die Atmosphäre füllt sich schnell mit meandernden, tanzenden Nebelschwaden.

Die Fingerspitzen riechen noch ein wenig nach Kohlestaub, während der Blick den tanzenden Mustern des Rauches folgt und der Geist sich in der Atmosphäre niederlässt.

Eine Räucherzeremonie ist eine sehr sinnliche Erfahrung. Der Duft wird sichtbar als Rauch, der nach oben steigt, der sich im Raum ausbreitet oder aus dem offenen Fenster in die kalte Winterluft entweicht.

Und in diesen Rauch und seine Bewegung lässt sich alles Mögliche hinein projizieren. Er wird zum Träger meiner Wünsche, meiner Gedanken und meiner Gefühle. Vielleicht lenkt er mich auch einfach vom Alltäglichen ab, vielleicht schaue ich ihm einfach nach und mache nichts.

Schon das Bereitstellen sämtlicher Utensilien und das Aufstellen meines kleinen Räucherkessels, die Auswahl des Räucherstoffes, das Entzünden der Kohle versetzt mich in eine feierliche Stimmung. Es markiert den Moment, in dem ich meine normale Form verlassen darf.

Ich blicke den Rauchkringeln hinterher und nutze die Symbolkraft des Rauches, mit dessen Hilfe ich mir Unsichtbares vor Augen führen kann und durch die sinnliche Berührung besser verstehen kann.

Das Symbol des duftenden Rauches hilft mir persönlich sehr gut bei folgenden Themen:

  • Wünsche formulieren
  • seelische Reinigung
  • Entspannung 
  • Loslassen und Abschied nehmen
  • Feste feiern

 Die Bedeutung erhält der Rauch durch das, was man selbst hinein gibt und was man sich dabei vorstellt. Daher macht es Sinn, sich für einen bestimmten Anlass sein eigenes Räucherritual auszudenken.

Die einen lieben es, die anderen hassen es. Eine Räucherung hat ihren ganz eigenen Charme. Ich persönlich liebe es, in dicken duftenden Nebelschwaden Verbindung zu jenem archaischen Ur-Menschen in mir aufzunehmen. Immerhin ist das Räuchern eine der ältesten Freizeitbeschäftigungen der Menschheit.

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2 Antworten to “Holy Smokes – Dufterfahrung zwischen Himmel und Erde”

  1. anonym 26. Februar 2013 um 9:13 #

    Liebe Melanie,

    danke für den schönen Text, und das stimmungsvolle Bild.
    Ich liebe es zu räuchern, es gibt verstärkt Lebensfreude, und es mobilisiert Geist und Körper. Ein Eintauchen in eine Sphäre jenseits von Zeit und Raum, hach…
    Lese gerade einen Mittelalterroman, da wurde mit Weihrauch reichlich übertrieben, um Gerüche zu überdecken bei Krankheiten etc., das führte dann oft zu Ohnmachtsanfällen und Übelkeit.

    Liebe Grüße, Helga.

    • Aroma Journal 28. Februar 2013 um 9:13 #

      Liebe Helga,

      das Räuchern ist für mich nach wie vor eine der Aktivitäten, die mich am meisten an die Ur-Frau in mir erinnern und mich immer wieder in eine feierliche Stimmung versetzt, auch wenn es gerade gar nichts zu feiern gibt. Praktisch.
      Liebe Grüße
      Melanie

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