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Holy Smokes – Dufterfahrung zwischen Himmel und Erde

15 Jan

Räucher_zeremonieVom Duft durchdrungen, sichtbar, fühlbar, mit Haut und Haar, duftender Rauch im Raum. Die Atmosphäre füllt sich schnell mit meandernden, tanzenden Nebelschwaden.

Die Fingerspitzen riechen noch ein wenig nach Kohlestaub, während der Blick den tanzenden Mustern des Rauches folgt und der Geist sich in der Atmosphäre niederlässt.

Eine Räucherzeremonie ist eine sehr sinnliche Erfahrung. Der Duft wird sichtbar als Rauch, der nach oben steigt, der sich im Raum ausbreitet oder aus dem offenen Fenster in die kalte Winterluft entweicht.

Und in diesen Rauch und seine Bewegung lässt sich alles Mögliche hinein projizieren. Er wird zum Träger meiner Wünsche, meiner Gedanken und meiner Gefühle. Vielleicht lenkt er mich auch einfach vom Alltäglichen ab, vielleicht schaue ich ihm einfach nach und mache nichts.

Schon das Bereitstellen sämtlicher Utensilien und das Aufstellen meines kleinen Räucherkessels, die Auswahl des Räucherstoffes, das Entzünden der Kohle versetzt mich in eine feierliche Stimmung. Es markiert den Moment, in dem ich meine normale Form verlassen darf.

Ich blicke den Rauchkringeln hinterher und nutze die Symbolkraft des Rauches, mit dessen Hilfe ich mir Unsichtbares vor Augen führen kann und durch die sinnliche Berührung besser verstehen kann.

Das Symbol des duftenden Rauches hilft mir persönlich sehr gut bei folgenden Themen:

  • Wünsche formulieren
  • seelische Reinigung
  • Entspannung 
  • Loslassen und Abschied nehmen
  • Feste feiern

 Die Bedeutung erhält der Rauch durch das, was man selbst hinein gibt und was man sich dabei vorstellt. Daher macht es Sinn, sich für einen bestimmten Anlass sein eigenes Räucherritual auszudenken.

Die einen lieben es, die anderen hassen es. Eine Räucherung hat ihren ganz eigenen Charme. Ich persönlich liebe es, in dicken duftenden Nebelschwaden Verbindung zu jenem archaischen Ur-Menschen in mir aufzunehmen. Immerhin ist das Räuchern eine der ältesten Freizeitbeschäftigungen der Menschheit.

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Mut zum Fühlen – Mandarine grün

6 Aug

Jeder Mensch hat die Gabe zu Fühlen und damit die Fähigkeit die innere und äußere Welt zu ertasten, sich zurecht zu finden und ein sanftes Band an die Erlebnisse zu knüpfen, die Leben bedeuten.

Unsere Gefühle sind  die Farben unseres Lebens. Als dynami-sches Navigationssystem bieten sie uns zuverlässig Orientierungshilfe in jeder Situation – vorausgesetzt man ist in der Lage seine Gefühle eindeutig zu erkennen und zu interpretieren.

Mit dem Duft von Mandarine grün steigt die Lust zu Fühlen in mir auf.

Es ist eine zarte, feine Ahnung, ein heller Ruf, ein betörender Gesang, bunte Bänder, die im Wind flattern.

Das Herz öffnet sehnsuchtsvoll seine Tore und lässt seine wärmsten Gefühle ausströmen.

Echtes Gefühl ist bedingungslos intensiv, kraftvoll, ungebremst und damit es sich ausdehnen kann, muss man im Stillen ja dazu sagen, den Mut zum Fühlen aufbringen.

Der Duft der noch unreifen Mandarine flüstert mir zärtlich zu, ich möge meinen Gefühlen Raum geben, ihnen eine Brücke bauen, so dass unter all den wunderbar farbigen Gefühlen auch die grauen und dunkelbraunen Gefühle aus dem Exil heimkehren und ihre Ruhe finden dürfen.

Zum vollen, farbigen, leuchtenden Leben ist es nur ein kleiner Schritt, eine innere Geste, eine Erlaubnis, ein Gedanke: Ja! Ja zu Ja!

Dies ist ein herrlicher Duft in der süßen, fruchtigen und lieblichen Sommerluft, eine Einladung, sich mit den eigenen Gefühlen zu verbinden, Augenblicke intensiv zu erleben und die Kraft der intuitiven Gefühlswelt voll auszuschöpfen. Ja zu Ja! Mut zum Fühlen!

Affirmation: „Geboren, um zu fühlen!“

Das Thema „Intensität des Lebensgefühls“ setzt sich im Duft von Mandarine rot fort…

Duft: Citrus reticulata

Verwendeter Pflanzenteil: grüne Schale der noch unreifen Frucht

Gewinnung: Kaltpressung

Die Freiwillige – Palmarosa

23 Dez

Es gibt Menschen, die reden viel und tun wenig und andere, die tun viel und reden wenig darüber.

Auf der ganzen Welt verschenken täglich Men-schen ihre Energie und Zeit, um etwas Gutes für andere zu tun. Die stille Freude und Dankbarkeit ist ihnen Motivation genug.

Palmarosa ist der Inbegriff der freiwilligen Helferin, wenig beachtet vollbringt sie Heldentaten. Sie ist eine Heldin des Alltags im einfachen Gewand.  Sie ist zuverlässig, tatkräftig, effektiv und dabei so gewinnend freundlich, charmant und einfühlsam, dass man sich nur allzu gerne von ihr helfen lässt.

Das Geheimnis des Duftes liegt in seinem Fundament aus fließender Energie, der Beständigkeit des Wandels. Palmarosa ist leicht, hell, klar und blumig und erneuert sich immer wieder selbst. Im kontinuierlichen Prozess der Regeneration entsteht eine tiefe Form reiner, beinahe jungfräulicher Stabilität und ewiger Jugend. Die Kraft der Palmarosa ist frisch, die Energie immer neu, der Austausch von alt und neu in ständiger Bewegung.

Palmarosa ist eine Frei-Willige und  hautnah als unabhängige Dienerin zum Wohl der ihr Anvertrauten im Einsatz. Sie zelebriert die Nächstenliebe als hohe Kunst des Selbstbewusstseins.

Sie profiliert sich nicht selbst, um mit ihren guten Taten anderen zu gefallen (Stichwort Charity). Genauso wenig ist sie eine Märtyrerin, die sich für andere aufopfert und so Scham und Schuldgefühle im Gegenüber auslöst. Und sie verlangt vor allem keine Gegenleistung.

Palmarosa fördert den menschlichen (Haut-) Kontakt, sorgt für freundlichen und wohlwollenden Umgang und lässt über das zentrale Thema der Hilfeleistung und Hilfestellung  nachdenken. Auch die Kehrseite der Medaille kann mit Palmarosa aktuell werden, nämlich Überforderung, Selbstschädigung, Ausbeutung oder die Sucht zu Helfen (Helfersyndrom).

Damit man in seiner Kraft bleibt, muss man sich als Helfer ohne schlechtes Gewissen abgrenzen können. Das Auftanken der eigenen Ressourcen kann man als notwendigen Akt der Wartung betrachten. Nur wer voll bei sich und energiegeladen ist, kann authentisch Hilfe leisten.

„If you must say yes, say it with an open heart. If you must say no, say it without fear.“ Paulo Coelho

Palmarosa hilft, sich seiner Grenzen und Möglichkeiten bewusst zu werden und zu lernen, sich die Kraft zur Hilfeleistung einzuteilen, um dann mit offenen Armen und frohen Mutes seine reine Energie an andere zu verschenken.

Und das kann so einfach sein. Schon so manche spontane Umarmung, so manch nettes Wort oder ehrlich gemeintes Kompliment  hat einem (fremden) Menschen den Tag oder vielleicht sogar das Leben gerettet!

http://www.freehugscampaign.org/

Affirmation: „Ich umarme die Welt und lasse mich von ihr in die Arme schließen!“

Duft: Cymbopogon martinii, Nepal

Verwendeter Pflanzenteil: Blätter

Gewinnung: Destillation

Der Seidenkokon – Benzoe Siam

22 Aug

Dieser Duft riecht wie ein Versprechen nach einem flauschig weichen Kokon aus Samt und Seide, nach einem Gefühl der Geborgen-heit, die aus einhüllender Weichheit besteht.

Genauer gesagt geht es um die weiche, sanfte Berührung und Zärtlichkeit, um das Gefühl der Zartheit wenn hauchdünner Stoff oder Fingerspitzen über nackte Haut gleiten.

Im weiteren Sinne geht es um Berührung, die nur zusammen mit aufrichtiger Zuneigung und Vertrauen ihre spezielle einzigartig zarte Qualität erlangt.

Nur wer vertraut, kann innerlich berührt werden. Nur wer aufrichtig ist, kann andere wirklich berühren.

Was für ein herrliches Gefühl, wenn in einem gemütlichen, liebevollen Zuhause, ein großen Sofa, ein Turm kuscheliger Decken  und unzählige Kissen auf einen warten.  Man muss nur noch Anlauf nehmen und hineinspringen, sich einkuscheln und das süße Gefühl der weich gebetteten Entspannung genießen. Dies ist in etwa mein inneres Bild für den Duft von Benzoe Siam. Es ist der Duft nach süßem Gebäck eines Sonntagnachmittags.

Auf zuversichtliche Weise fühlt man sich bewahrt und gehalten von abertausenden hauchdünnen Fäden, die zu einem rosa-lila Kokon verwoben sind. In Zärtlichkeit gehüllt, die feinen zarten Fäden, sie scheinen unverwüstlich.

Benzoe Siam weist auf die tiefe Sehnsucht nach Zärtlichkeit, Gehalten sein, Urvertrauen und inniger, aufrichtiger Nähe hin. Das Gefühl, durch zärtlichen Kontakt innerlich berührt zu werden ist ein tiefes menschliches Bedürfnis, ein Lebenselixier der kleinen Gesten der Menschlichkeit. Dies kann eine Umarmung, ein liebevoller Blick, Streicheln, Kuscheln oder im Arm halten sein.

Benzoe Siam lehrt Berührung als Kommunikationsmittel für sich (wieder neu) zu entdecken, sich bewusst der körperlichen Geste und Zeichensprache zu bedienen und Zartheit,Sanftheit, Zärtlichkeit und Fingerspitzengefühl für sich und seine Liebsten in das Leben einzuladen.

Affirmation: „Ich lade die Zärtlichkeit in mein Leben ein!“

Duft: Styrax tonkinensis, Laos

Verwendeter Pflanzenteil: Harz

Gewinnung: Alkoholextraktion

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