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Feenstaub und Engelskuss – Neroli Hydrolat

29 Nov

Leicht, süß und engelhaft rieselt der feine Nebel aus Orangenblüten auf mich nieder.

Wenn Feenstaub einen Duft hätte, dann wäre es bestimmt dieser und sein Klang wäre hell, klar und sphärisch wie Glöckchen, eine Harfe oder ein Xylophon.

Neroli ist ein sehr tröstlicher, heller Duft, als Hydrolat ist es an wohlwollender, einhüllender Zärtlichkeit kaum zu übertreffen – wie der Kuss eines Engels.

Mit dem Einatmen des Duftes entstehen Bilder einer friedvollen Atmosphäre, ein glitzernder, funkelnder, leuchtender feiner Nebel, der einen umgibt – ein Kleid aus lichtdurchfluteter Luft.

Mit dem wohlriechenden Neroli-Hydrolat geht alles ein bisschen leichter und die Welt sieht ein bisschen heller aus.

Es fühlt sich an, als bekäme man aus dem feinen hellen Nichts eine Hand gereicht, man legt die seine hinein und für einen Moment ist man eingehüllt und tröstlich gehalten in frei schwebender Leichtigkeit.

Am Ende bleibt das Gefühl zurück, dass alles gut ist wie es ist. Sehr einfach, sehr hell, fröhlich und konsequent wohltätig.

Das Engelhafte an diesem Duft ist womöglich die Erkenntnis, dass die unsichtbare Hilfe, die schützende Hand und die wohlwollende Zärtlichkeit aus dem eigenen Selbst herausströmen, einfach so.

Zum Weiterlesen hier der Beitrag zum ätherischen Öl Neroli

Affirmation: „Alles ist gut!“

Duft: Citrus aurantium amara, Hydrolat

Verwendeter Pflanzenteil: Blüten

Gewinnung: Wasserdampfdestillation

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Ernte, was du säst – säe, was du erntest!

4 Sep
Lavendel, Muskatellersalbei, Thai-Basilikum

Von links nach rechts: Lavendel, Muskatellersalbei, Thai-Basilikum

Manchmal liegt in den einfachsten, selbstver-ständlichsten Dingen in nächster Nähe das größte Wunder verborgen.

Zum Beispiel in einem Samenkorn.

Im Samenkorn ist alles, um neues Leben entstehen zu lassen.

Licht, Liebe, Energie, ein Wachstumsplan, Zuver-sicht und absolute Furchtlosigkeit.

Ist es nicht faszinierend, dass man in einer Streichholzschachtel einen ganzen Kräutergarten mitnehmen könnte? Vor Ort braucht man die Samen nur zu säen und sich um sie kümmern.

Jedes Jahr lasse ich einen Teil meiner Duftkräuter wachsen wie sie wollen. Wenn die Pflanzen zur Blüte kommen, stecken sie ihre ganze Kraft in die Kreation der Samenkörner, eine kluge Investition in die Zukunft. Sollte die Pflanze durch einen harten Winter sterben, wird sie im Frühjahr  durch die Fülle an Samen wie der Phönix aus der Asche in neuem Glanz erstrahlen.

Nun, da die Luft am Abend kühler wird, die Heuballen auf den Feldern liegen und es langsam Herbst wird, ist es Zeit zu ernten, was man gesät hat. Der Kreislauf des Lebens schließt sich. Im Frühjahr wird gesät, im Herbst geerntet.

In Gesprächen erfuhr ich des Öfteren, dass Leute nicht wussten, dass die Hagebutte die Frucht der Rose ist und in ihr Samen enthalten sind. Oder, dass in den Blütenständen der Lippenblütler wie Basilikum, Salbei, Pfefferminze oder Lavendel nach der Blüte Samen gebildet werden. Gerade, wenn die Stiele und Blütenstände schon ganz vertrocknet aussehen, sind die Samen am besten.

Die einfache Regel lautet: Wo vorher die Blüte war, ist hinterher das Samenkorn versteckt.

Natürlich ist die Ernte der Samen mit Arbeit verbunden. Für mich persönlich ist es eine hoch philosophische Tätigkeit. Während ich die Samen aus den Samenkapseln und Blütenständen befreie, regen mich bezaubernde Duftwolken zum Nachdenken an. Über den Kreislauf des Lebens, die Jahreszeiten, die Furchtlosigkeit der Pflanzen, den bevorstehenden Winter, die Überwindung der Dunkelheit, die Fülle und pralle Energie der Samenkörner.

Das ermutigende Fazit: wenn du all deine Energie in die Kreation deiner Ideen/Wünsche/Projekte steckst, dann wird dein Leben in voller Pracht erblühen.

Was kann man alles mit der eigenen Ernte anfangen?

  • Samenkörner verpacken und beschriften, im nächsten Frühjahr wieder aussäen
  • mit den Stielen und Blütenständen Zucker und Salz aromatisieren
  • eine eigene Räuchermischung herstellen und zum Erntedankfest verräuchern
  • ein Potpourri herstellen
  • ein Traumkissen anfertigen

Ich teile meine Ernte mit euch:

Dieses Jahr habe ich so viele Samenkörner geerntet, dass ein Teil davon in die große, weite Welt hinaus will. Wenn du also einen Samenkorn-Überraschungsbrief erhalten möchtest, sende mir eine Email mit deiner Adresse oder hinterlasse einen Kommentar auf Facebook. Dies ist ein Geschenk von mir an dich und kein Trick ,um an deine Adresse zu gelangen.

Es gibt Samen von verschiedenen Basilikumarten, weiße Zitronenmelisse, Muskatellersalbei, Lavendel, Gummibärchenblume uvm…

Die Freiwillige – Palmarosa

23 Dez

Es gibt Menschen, die reden viel und tun wenig und andere, die tun viel und reden wenig darüber.

Auf der ganzen Welt verschenken täglich Men-schen ihre Energie und Zeit, um etwas Gutes für andere zu tun. Die stille Freude und Dankbarkeit ist ihnen Motivation genug.

Palmarosa ist der Inbegriff der freiwilligen Helferin, wenig beachtet vollbringt sie Heldentaten. Sie ist eine Heldin des Alltags im einfachen Gewand.  Sie ist zuverlässig, tatkräftig, effektiv und dabei so gewinnend freundlich, charmant und einfühlsam, dass man sich nur allzu gerne von ihr helfen lässt.

Das Geheimnis des Duftes liegt in seinem Fundament aus fließender Energie, der Beständigkeit des Wandels. Palmarosa ist leicht, hell, klar und blumig und erneuert sich immer wieder selbst. Im kontinuierlichen Prozess der Regeneration entsteht eine tiefe Form reiner, beinahe jungfräulicher Stabilität und ewiger Jugend. Die Kraft der Palmarosa ist frisch, die Energie immer neu, der Austausch von alt und neu in ständiger Bewegung.

Palmarosa ist eine Frei-Willige und  hautnah als unabhängige Dienerin zum Wohl der ihr Anvertrauten im Einsatz. Sie zelebriert die Nächstenliebe als hohe Kunst des Selbstbewusstseins.

Sie profiliert sich nicht selbst, um mit ihren guten Taten anderen zu gefallen (Stichwort Charity). Genauso wenig ist sie eine Märtyrerin, die sich für andere aufopfert und so Scham und Schuldgefühle im Gegenüber auslöst. Und sie verlangt vor allem keine Gegenleistung.

Palmarosa fördert den menschlichen (Haut-) Kontakt, sorgt für freundlichen und wohlwollenden Umgang und lässt über das zentrale Thema der Hilfeleistung und Hilfestellung  nachdenken. Auch die Kehrseite der Medaille kann mit Palmarosa aktuell werden, nämlich Überforderung, Selbstschädigung, Ausbeutung oder die Sucht zu Helfen (Helfersyndrom).

Damit man in seiner Kraft bleibt, muss man sich als Helfer ohne schlechtes Gewissen abgrenzen können. Das Auftanken der eigenen Ressourcen kann man als notwendigen Akt der Wartung betrachten. Nur wer voll bei sich und energiegeladen ist, kann authentisch Hilfe leisten.

„If you must say yes, say it with an open heart. If you must say no, say it without fear.“ Paulo Coelho

Palmarosa hilft, sich seiner Grenzen und Möglichkeiten bewusst zu werden und zu lernen, sich die Kraft zur Hilfeleistung einzuteilen, um dann mit offenen Armen und frohen Mutes seine reine Energie an andere zu verschenken.

Und das kann so einfach sein. Schon so manche spontane Umarmung, so manch nettes Wort oder ehrlich gemeintes Kompliment  hat einem (fremden) Menschen den Tag oder vielleicht sogar das Leben gerettet!

http://www.freehugscampaign.org/

Affirmation: „Ich umarme die Welt und lasse mich von ihr in die Arme schließen!“

Duft: Cymbopogon martinii, Nepal

Verwendeter Pflanzenteil: Blätter

Gewinnung: Destillation

Elementarteilchen des Glücks – Kakaobohne

10 Okt

Die Azteken bereiteten aus der Kakaobohne und Wasser das göttliche Getränk Xocólatl zu, was so viel bedeutet wie „Bitteres Wasser“.

Dementsprechend über-rascht der Duft der Kakaobohne mit einem herben, warmen und leicht animalischen Dufterlebnis, das mit dem süßen Aroma von Schokolade nichts zu tun hat, wohl aber mit dem Geheimnis eines archaischen Mythos, dem konzentrierten elementaren Glücksgefühl.

Die bittere Note im Duft weist auf das Überwinden von Bitterkeit hin. In den ersten Tagen der Dufterfahrung(en) passierte so manche bittere Pille aus vergangenen Tagen mein Bewusstsein. Durch die seelisch wärmenden Elemente des Duftes konnte ich mir alles ganz entspannt ansehen und gleichzeitig lernen, die Bitterkeit und das Herbe als lebendigen Impuls aufzufassen.

Als Antidot traten nun im Schlaf ganz elementare Kräfte, die in kleinen Samenkapseln im Urgrund meines Selbst gelagert waren, zu Tage. Kleine samtig braune Speicher voller Wärme, Sicherheit und Ur-Vertrauen, die  sich Nacht für Nacht im Traum öffneten. Wie feiner Goldstaub legten sich die darin enthaltenen Partikel auf meine Seelenlandschaft – die Elementarteilchen des Glücks.

Der Schlaf ist tief und fest, die Trauminhalte werden deutlich erinnert.

Immer wenn die archaischen Kräfte durch einen Duft angesprochen werden, habe ich subjektiv den Eindruck eine lange Reise durch sämtliche Bewusstseinsschichten  zu machen, bis ich endlich am Ziel angekommen bin. Nun (nach 2 Wochen) ist es so weit, dass dieses Ur-Selbst, das sich in lebhafter Bildersprache im Traum äußerte, auch am Tag spürbar ist.

Es ist als ob der archaische Teil der Persönlichkeit ganz deutlich hervortritt und die Instinktnatur die Rolle als Wegweiser übernimmt, ohne dabei die Organisation der Persönlichkeit zu beeinträchtigen. Es fühlt sich an, als hätte man ein zusätzliches fühlendes, nicht sehendes „Augenpaar“ hinzu bekommen, das direkt durch die Gedankenwelt, die Gefühlswelt, die Reize von außen hindurch blickt, bis auf den Grund der eigenen Realität und genau das Lebenswichtige vom Überflüssigen trennt.

Das kleine Glück, das sich pur in Momenten und kleinen Gesten zeigt, wird wie durch ein Vergrößerungsglas wahrgenommen. In einer warmen Mahlzeit, einem frisch gemachten, warmen Bett, einem Dach über dem Kopf, einer Umarmung oder einer Naturerfahrung.

Das Bedürfnis nach Nahrung, Wärme, Schutz, Obdach und Schlaf und die Würdigung des archaischen instinkthaften Wesens im Menschen findet mit Hilfe des Kakaoduftes  seine Erfüllung. Frei nach dem Motto: „Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist, ist ein König.“

Der Kakaoduft führt vom Haben zum Sein, von der Bitterkeit zum elementaren Glücksgefühl der kleinen Gesten.

Affirmation: „Ich nehme das kleine Glück wahr!“ „Mein Ur-Selbst zeigt mir meinen Weg!“

Duft: Theobroma cacao, Peru

Verwendeter Pflanzenteil: Frucht

Gewinnung: Alkoholextraktion (der Duft braucht Zeit, um sich zu entfalten. Der Alkohol muss dazu erst verfliegen)

Alban Heruin – Fest der Sonnenkraft

21 Jun

Heute ist Sommersonnen-wende, der längste Tag des Jahres. Im keltischen Jahreskreis heißt dieser Tag Alban Heruin (Licht der Küste) und an diesem Tag wird ein Fest gefeiert, das der Kraft, der Fülle und dem Reichtum der Natur gewidmet ist.

Die Sonne hat am heutigen Tag ihre größte Kraft inne.  Von nun an werden die Tage wieder kürzer. Die Pflanzen haben sich nun mit Sonnenlicht voll gesogen und bereiten sich vor, dieses in Fruchtstände umzuwandeln.

Es heißt, dass Kräuter, die am heutigen Tag gesammelt wurden, die Energie des höchsten Sonnenstandes in sich tragen. Deshalb gelten sie als besonders wirkungsvoll.

Die Sommersonnenwende ist ein guter Tag, die Kraft des Lichts zu feiern und seine Dankbarkeit für den Reichtum und die Fülle, die die Natur den Menschen spendet, zu zeigen.

Die Düfte,  die ich für die Feierlichkeiten des heutigen Tages ausgesucht habe, wecken in mir Assoziationen von Sonnenlicht, Sonnenwärme, Genuss und heller Zufriedenheit:

Orange – die Süße des Lebens genießen, das Leben feiern, sich lebendig fühlen und andere daran spielerisch teilhaben lassen.

Zitronenverbene – macht aus dir ein fröhliches Zitronenbonbon und regt an, Luftschlösser zu bauen.

Johanniskraut – sorgt für ein sanftes inneres Leuchten, schenkt substanzielle Zufriedenheit und Dankbarkeit für die Geschenke des Lebens.

Blauer Schmetterling    

Flügelt ein kleiner blauer
Falter vom Wind geweht,
Ein perlmutterner Schauer,
Glitzert, flimmert, vergeht.
So mit Augenblicksblinken,
so im Vorüberwehn
Sah ich das Glück mir winken,
Glitzern, flimmern, vergehn.
 
Hermann Hesse
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