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Ceridwen’s Kessel – echter Salbei

30 Mai

Windstille des Herzens gepaart mit großer Achtsamkeit und Vitalität der Gedanken lassen mich in eine heilsame Höhle eintreten. Dort hängt der große, geheimnisvoll blubbernde Kessel Ceridwen’s über dem Feuer.

Einer keltischen Sage nach braute Ceridwen in ihrem magischen Kessel einen Trank, der ihren Sohn zum weisesten aller Wesen machen sollte.

Das Bild des nährenden Kessels, der Weisheit, Inspiration und Nahrung für die Seele schenkt, wird durch das ätherische Salbeiöl sehr schön aufgegriffen.

Der Geist ist angeregt, jedoch nicht aufgeregt, das Herz schlägt gleichmäßig und ist deutlich in der Mitte des Brustkorbs wahrnehmbar. Gedanken, Herzschlag und Atmung bilden eine starke, zentrierende Achse, eine Allianz der wachen Ruhe.

Im Salbeiöl sehe ich eine reife Frauengestalt, eine Heilerin und eine gute, wenn auch strenge und konsequente Lehrerin. Sie verkörpert das alte alchemistische Prinzip Solve et coagula – löse und binde!

Darunter verstehe ich die Analyse, Trennung und Auflösung einer Eigenschaft und das anschließende Zusammenfügen der einzelnen Teile zugunsten eines besseren Ergebnisses.

Im Spiegel höchster Konzentration kommt es zu einem inneren Klärungs- und Reinigungsprozess und zu einem ehrlichen Blick auf das eigene Spiegelbild. Salbei lässt keine Selbsttäuschung zu. Was man bekommt, ist die Wahrheit über sich selbst.

Negative Seelenzustände werden gelöst und erlöst, positive Seelenzustände werden anerkannt und eingeladen zu bleiben. Mit diesem Reifungsprozess stellt sich ein autarkes Gefühl der Souveränität, Authentizität und der inneren Stärke ein.

Mit Salbei lernt man, von sich selbst zu lernen und die eigene Wahrheit, die wie alles im Universum  stetiger Veränderung unterworfen ist, immer wieder im eigenen Spiegelbild zu erkennen.

Salbei ist ein Duft wie ein Fels in der Brandung mit einer sehr starken Duftpersönlichkeit. Nur ein einziger Tropfen reicht für ein ganzes Königreich der Inspiration.

Es ist kein Duft für den Alltag, sondern eher für bestimmte Momente und Phasen der Veränderung und des Lernens, in denen es nötig ist, die eigene Identität zu stärken und sich selbst zu erkennen und wiederzufinden.

Ebenso hilft der Duft, alte Narben endgültig zu heilen und zu erkennen, dass  mit bestimmten (schmerzhaften) Lebenserfahrungen eine Einladung zur Veränderung oder Umkehr ausgesprochen wird.

Der einschränkende, klärende und reduzierende Effekt von Salbei kann wohltuenden Durchblick bei unkontrollierbaren Gedanken- und Gefühlswellen bringen.

Affirmation: „Ich trinke aus der Quelle innerer Weisheit!“

Duft: Salvia officinalis, Portugal

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Destillation

Hinweise:

Obwohl ich die Eigenschaften von Salvia officinalis sehr schätze, muss auch ich an dieser Stelle zur Achtsamkeit im Umgang mit dem Duft mahnen. Der sehr hohe Monoterpenketongehalt (überwiegend Thujon) regt die Nerventätigkeit stark an und ist für Epileptiker, Kinder und Schwangere tabu.

Sogar und gerade in einer sehr geringen Dosierung (0.5%) kann Salbei seine wohltuenden und erkenntnisfördernden Eigenschaften vollkommen entfalten. In dieser geringen Dosierung sind keine Nebenwirkungen für gesunde Erwachsene bekannt.

Die Warnhinweise sind natürlich berechtigt, trotzdem finde ich es schade, dass dieser wundervolle Duft aufgrund einer undifferenzierten Betrachtungsweise vielerorts gar nicht zur Anwendung kommt.

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Feuer und Eis – Pfefferminze

23 Apr

Wer dem Ruf der Pfefferminze folgt, befindet sich in einem Spannungsfeld irgendwo zwischen Feuer und Eis.

Die Pfefferminze kühlt den Kopf und wärmt den Bauch. Sie trägt die gegensätzlichen Energien von Hitze und Kälte in sich und vereint diese integrativ in ihrer Mitte. Die mühelose Bewegung zwischen den Extremen verbindet, was eigentlich nicht zu-sammen gehören will.

Die minzige Komponente des Duftes sorgt für eine gesteigerte Wachsamkeit und gleichzeitig für eine gewisse Entspanntheit der Gedanken und eignet sich daher bestens bei Ideenflaute, Kopfzerbrechen und krampfhaftem Festhalten an einer bestimmten Gedankenstruktur.

Mit dem Pfefferminzduft gelingt es, sich gedanklich frei zu machen und den Fluss der Gedanken an sich vorüber ziehen zu lassen. Die Reduktion der geistigen Anspannung wirkt wie eine Art Anti-Blockiersystem, falls die gedankliche Handbremse sich einfach nicht lösen will.

Im heiß-kalten Wechselbad der Gefühle ist man meist zwischen widersprüchlichen Gefühlen hin und her gerissen und konflikthafte Spannungen lassen sich nicht mehr vollständig abbauen. Im emotionalen Bereich agiert die Pfefferminze wie ein Blitzableiter und ist hervorragend für psychosomatische Symptome wie Spannungskopfschmerzen, Magenkrämpfe und Verdauungs-störungen geeignet. Ihr großes Verdienst ist es, die gesamte negative Anspannung auf sich zu ziehen und diese zu neutralisieren.

Die Pfefferminze ist ein Duft der Geistesgegenwart und verbindet einen kühlen Kopf mit einem warmen und wohligen Bauchgefühl. Daher eignet sich der Duft auch sehr gut um in Extremsituationen angemessen zu reagieren und die Sinne beisammen zu halten, sowie bei Ohnmacht wieder das Bewusstsein zu erlangen.

Die Pfefferminze breitet sich sehr gerne in ihrem Wachstum aus. Durch unterirdische Wurzelausläufer sucht sie im Verborgenem immer wieder nach neuen Wegen, um im Leben weiter zu kommen. Frohen Mutes die Fühler auszustrecken und sich in alle Richtungen vorzutasten begünstigt die persönliche Entwicklung und ist zugleich Quelle der Inspiration.

Gegensätze und Widersprüchliches können auf einer höheren Ebene als Aufgaben verstanden werden, die es zu lösen gilt. Die Steine, die auf meinem Lebensweg liegen, sind schließlich dazu da, etwas aufzubauen!

Affirmation: „Alle Anspannung fällt von mir ab!“ „Ich umarme meine Gegensätze!“

Duft: Mentha piperita, Italien

Verwendeter Pflanzenteil: Blätter

Gewinnung: Destillation

Die Kunst der Subtraktion – Zitrone

7 Mrz

Die Kunst der Subtraktion ist das Metier der Zitrone. Das erklärte Ziel unter diesem Dufteindruck ist die Gedankenfreiheit.

Zum einen geht es darum, eingesperrte Gedanken frei zu lassen wie einen Vogel aus dem Käfig.

Zum anderen geht es darum, die Gedanken zu ordnen, damit man wieder frei denken kann. Die Gedanken fliegen alle an ihren Platz zurück. Die Wahrnehmung der Ordnung wirkt beruhigend.

Die Zitrone agiert anti-chaotisch, sie reduziert und schränkt ein.

Durch ihre cleane Sachlichkeit und Konsequenz gehört die Zitrone zu den wenigen Düften, die den Überfluss regulieren können. Sie stellt sich der Flut von Gedanken und den sich wellenartig aufbäumenden Emotionen in den Weg.

Im ununterbrochenen Strom aus Informationen, Wahrnehmungen, Social Networks und Werbung ist die Zitrone der Fels, an dem all dies zerschellt.

Wundersamerweise erkennt man in diesem Moment, dass eine Reduktion oder ein Verzicht etwas Großartiges sein kann. Die Zitrone trägt ein großes Minuszeichen vor sich her und macht Lust das Wesentliche, die Grundstruktur, die eigene Ordnung zu entdecken. Der Verlust wird als Gewinn, manchmal auch als Triumph erlebt.

Die Zitrone fördert die Harmonie der bewusst wahrgenommenen Gedankenwelt, sie ist wie ein Rhetoriktraining für die innere Stimme, nur substanziell Wichtiges wird in innere Worte verpackt. First things first!

Sich zu lösen, wegzulassen und abzugeben macht das Leben so viel einfacher, klarer und übersichtlicher. Der Duft der Zitrone reinigt nicht nur die Welt der Gedanken, sondern hilft auch den Körper zu entgiften.

Dies ist ein toller Duft, um auszusortieren, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen und sich bewusst einzuschränken, um das Wenige zu zelebrieren. Die Zitrone öffnet einen reinen, ordentlichen Raum für die eigenen Gedanken, in dem alles seinen Platz hat und wo es nichts doppelt gibt.

Wenn man das Gefühl hat, keinen klaren Gedanken mehr fassen zu können, sich verwirrt fühlt, vergeblich versucht, vom Gedankenkarussell abzuspringen oder vor dem Einschlafen von quälenden Gedanken heimgesucht wird, dann ist die Zitrone die Rettung vor der gedanklichen  und emotionalen Sintflut – die Arche Noah der Gedanken!

Affirmation: „Ich besinne mich auf das Wesentliche!“ „Mein Geist ist klar und frei!“

Duft: Citrus limon, Italien

Verwendeter Pflanzenteil: Schale

Gewinnung: Kaltpressung

Der Blizzard – Speiklavendel

24 Mai

Beim Einatmen strömt eine frische Brise in Kopf und Lungen und beginnt dort ihre Kreise zu ziehen. Kopf, Hals und Lungen sind kühl, klar und wach. Nun beginne ich eine Minute mit den Armen zu rudern und die Atmung zu intensivieren, damit der Kreislauf in Schwung gerät. Und da ist es – das Gletschergefühl.

Gänsehaut, Durchströmtsein von purer Erfrischung, im Kopf fühlt es sich an, als hätte ein heftiger Schneesturm stattgefunden – ein Blizzard.

Wie viele Situationen gibt es, wo man sich genau das wünscht: einen freien, kühlen Kopf mit vorherigem mentalen Wirbelwind, der alle unnützen, bisweilen repetitiven und lästigen Gedanken aus dem Gehirn herauspustet. Gone with the wind!

Die flache, durch Stress und Enge bedingte Brustatmung wird ersetzt durch einen Atem, der mit Leichtigkeit und nach allen Regeln der Kunst, den Brustraum erfüllt. Die Sauerstoffmoleküle sausen in Loopings durch die Blutbahn und machen den Weg frei. Cool down!

Der Speiklavendel kühlt zuverlässig. Sei es ein Mückenstich, ein Sonnenstich oder ein hitziges Gemüt, sei es dass jemand vor Aufregung außer  sich gerät oder das Herz vor einem wichtigen Termin bis zum Hals schlägt – die gefühlte Körpertemperatur wird gesenkt, die eigenen Absichten finden sich in klaren Gedanken zusammengefasst.

Was auch nach längerer Zeit noch bleibt ist ein leiser kühler Hauch, der im Hals beim Atmen zu spüren ist, mein Gletscher-Depot für den Tag, meine kleine Schneekanone, die bei dem kleinsten unbrauchbaren Gedanken, einen Mini-Blizzard in meinen Kopf katapultiert.

Affirmation: „Mein Kopf ist kühl, meine Atmung ist frei!“

Duft: Lavandula spica, Spanien

Verwendeter Pflanzenteil: Rispe

Gewinnung: Destillation

Das Wunschkraftwerk – Zitronenverbene

13 Apr

Willkommen bei „Wünsch dir was!'“ Mit diesen Worten begrüßt mich eine sehr intensive Duft-wahrnehmung, die wie eine Bombe in meinem Hirn einschlägt. Gelb, orange, gelb, dieser Duft scheint angefüllt mit der Energie und den Farben von Himmelskörpern. Genau so fühlt es sich an wenn man eine tolle Idee hat.

Überhaupt konzentriert sich die Wirkung dieses Duftes hauptsächlich auf den Kopfbereich, in dem sich reichlich Energie sammelt –  Gedankenkraft verbunden mit allen Farben meiner Herzenswünsche und Sehnsüchte. Unter meiner Schädeldecke nimmt diese Kraft Formen an und es fühlt sich so an, als würde sich eine große gelbe Turbine langsam in Gang setzten um dann immer mehr an Geschwindigkeit zuzulegen. Mit ihr dreht sich meine Gedankenkraft im Kreis bis an die Grenzen der Zentrifugalkraft.

Ich beginne zu verstehen, dass meine Gedanken immer stärker werden und eine Richtung annehmen. In dem kleinen Kraftwerk in meinem Kopf  tauchen nun kleine Schornsteine auf, durch die mein zielgerichteter Gedankensturm explosionsartig nach draußen in den leeren Raum schießt. Was ist geschehen?

Freundlicherweise wurde mir in meinem eigenen Wunschkraftwerk während einer Trockenübung demonstriert wie man einen Wunsch fachgerecht mit der Kraft der Gedanken in den Weltraum abfeuert. Dazu braucht man volle Konzentration und  zielgerichtete Gedankenkraft. Außerdem muss man sich seiner Sache absolut sicher sein bzw. es muss einem selbst klar sein, was man erreichen möchte oder kurz was man will.  Auf sehr inspirierende Weise sorgt dieser Duft dafür, Wünsche zur Veränderung positiv und sonnig zu formulieren und aus dem Schattenreich der Sonne entgegen zu gehen.

Und da ist es auch schon, das zentrale Thema.  Ich glaube, viele Wünsche gehen deshalb nicht in Erfüllung, weil sie mit Zweifeln behaftet sind oder weil sie mit anderen (unbewussten) Wünschen in Konflikt stehen. Sicher gibt es noch viele andere Gründe, wahrscheinlich so viele wie es Menschen auf der Welt gibt. Man kann einen Wunsch ja auch als Aufforderung an das Unbewusste verstehen. Je klarer die Anweisung, umso genauer ist das Ziel, dem man entgegen geht.

Ich meine, dieser Duft verbindet nicht nur die Herzebene mit der mentalen Ebene, sondern er eignet sich prima zum Klären und Sortieren bis sich schließlich ein Wunsch ganz klar herauskristallisiert. Wenn Wünsche über einen langen Zeitraum stark unterdrückt wurden, kann dies unter Umständen auch mit einem schmerzvollen und gleichzeitig erleichternden Prozess einhergehen.

Zum Glück hat der Duft auch eine leichte Seite. Er steigert die Konzentrationsfähigkeit,  regt die Phantasie an und ist gut für künstlerisches Arbeiten geeignet, aber auch zum intensiven intellektuellen Studium, falls einem die zündende Idee des Jahrhunderts einfach nicht einfallen will.

Und wem nun danach ist, der gibt seinen Wunsch ins Zitronenverbenen-Kraftwerk ein und wirft die große gelbe Turbine an…

Georg Stefan Troller hat einmal gesagt: „Finde heraus, was du wirklich willst, tue es und warte auf die Wunder, die dann passieren!“

Affirmation: „Ich finde heraus, was ich wirklich will!“ „Ich sehe meinen Wunsch klar und deutlich vor mir!“

Duft: Aloysia triphylla, Peru

Verwendete Pflanzenteile: Kraut

Gewinnung: Destillation

 

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