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We are the dreamers of dreams – Düfte zum Träumen

28 Feb

serendipMeerjungfrau(en) ist mit Abstand der am häufigsten gesuchte Begriff, durch den Leser auf diesen Blog gelangen.

Ich hatte einmal einen Artikel zum Baden mit ätherischen Ölen metaphorisch mit Der Duft der Meerjungfrauen betitelt.

Seitdem erinnert mich die Meerjungfrau, dieses  eben-so liebreizende wie un-heimliche Fabelwesen, täglich daran, dass die Menschen da draußen allem Anschein nach auf der Suche nach dem Fabelhaften sind. Und zugegeben, ich bin es auch.

Es ist vielleicht die Sehnsucht nach dem Wunder, dem Unerklärlichen, dem Ungewöhnlichen, dem Märchen und den alten Geschichten, die als archetypische Repräsentationen in uns wohnen.

Es ist dieses Gefühl, dieser kurze Moment, in dem die Realität einen besonderen Glanz erhält, dieses Funkeln und Glitzern, verdichtet in einer symbolhaften Kreation.

Was passiert wenn dieser fantastische Funke doch irgendwie in die normale Realität überschlagen würde?

Dann träumen wir. Und wenn wir träumen, dann ist das Unmögliche möglich und wir sind unserer Seele ganz nah. Der Rahmen, in dem man sich normalerweise bewegt, löst sich auf und formt sich neu. Die Seele jongliert mit verschiedenen Elementen des Erlebten, setzt sie neu zusammen, lässt mal etwas fallen und fügt Neues hinzu.

Widersprüchliches kann nebeneinander existieren, wir entwickeln Kräfte, von denen wir nichts wussten, sprechen fremde Sprachen, die im richtigen Leben gar nicht existieren, üben Berufe aus, die wir nie erlernt haben, retten Leben, gehen unter, stehen wieder auf, sind reich oder arm, berühmt, Waisenkinder oder ein Tier, wir erleben Dimensionen des Seins, von deren Existenz wir im normalen Leben nichts wissen.

Und doch – leben alle diese Versionen von uns selbst tief im Inneren der Seele als Quelle der Kraft, als Ressourcen als Möglichkeit zu sich selbst zu finden. Immer wieder, jede Nacht aufs Neue.

In jedem Fall zeigt der Traum, dass wir viel mehr sind, als wir glauben, dass wir viel mehr können, als wir uns zutrauen und dass wir viel mehr wissen, als gedacht.

Düfte eignen sich hervorragend dazu, die Welt der Träume und gleichzeitig das Reich der Nachtseele zu erkunden. Mit der Anwendung ätherischer Öle habe ich immer wieder beobachtet, dass…

  • ich mich viel besser an meine Träume erinnern kann
  • die Träume farbiger, plastischer und ereignisreicher waren
  • die Träume oft ein bestimmtes Thema hatten (das sich manchmal über mehrere Traumnächte fortsetzte)
  • die Träume sich sehr echt anfühlten
  • die Erinnerung an Träume mit manchen Düften ganz ausblieb, kombiniert mit tiefer Regeneration

Die besten Erfahrungen habe ich mit Düften gemacht, bei denen subjektiv das Gefühl entsteht, dass der Körper tief in das Federbett einsinkt, während der Geist ganz leicht wird und in die entgegen gesetzte Richtung wie der Körper strebt:

Ein Sofa im Garten Eden – Römische Kamille

Miss Mille Fiori – Jasmin

Die Muse – Muskatellersalbei

Das alles sehende Auge – Osmanthus

Die Sternenprinzessin – Sternanis

Der Paradiesvogel – Tonka

Für den tiefen, regenerativen Schlaf:

Die Wurzelfrau – Vetiver

Ein Kurs in Wundern – Narde

Spiegel aus Holz – Zeder

Meister der Stille – Weihrauch

Als Massageöl, Bad oder Inhalation vor dem Schlafengehen.

Vor dem Schlafengehen sollte man sich fest vornehmen, sich am nächsten Morgen an den Traum zu erinnern. Am besten, man legt sich ein Traum-Tagebuch auf das Nachtkästchen und notiert sofort nach dem Aufwachen seine Eindrücke.

Bleibt nur noch die Frage: Träumen wir die Träume oder träumen sie uns?

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Aromatherapie für die kalte Jahreszeit

21 Nov

Mit Aromatherapie Wohlbefinden schaffen und Kraft tanken

Die Tage werden wieder kürzer – der Winter steht vor der Tür. Kälte, Schnee, Regen und die frühzeitig hereinbrechende Dunkelheit machen vielen Menschen zu schaffen. Unser Körper muss neue Kraftreserven mobilisieren, um stark und widerstandsfähig zu bleiben und unsere Seele braucht in dunklen, stürmischen und kalten Zeiten besonders viele Streicheleinheiten.

Wer für sein seelisches Wohlbefinden und Gleichgewicht sorgt und seine Energiereserven immer wieder rechtzeitig auftankt, reduziert Stress und schafft für sein Immunsystem die besten Voraussetzungen, um fit und gesund die kalte Jahreszeit zu meistern.

Die Aromatherapie lebt durch die Anwendung der ätherischen Öle, die uns ihre Heilkraft schenken. Es geht darum, den Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen wahrzunehmen und ihn unterstützend mit ätherischen Ölen zu begleiten. Kurz gesagt handelt es sich um die Behandlung von Seele, Geist und Körper mit ätherischen Ölen, die aus aromatischen Pflanzen gewonnen werden. Jedes ätherische Öl entfaltet durch seine ihm eigene Zusammensetzung auch ein bestimmtes Wirkspektrum.

Heilsame Rezepturen zum Verwöhnen

Nehmen Sie sich Zeit für sich und verwöhnen Sie sich mit einem duftenden Aromabad, einer sinnlichen Massage oder einem kräftigenden Fußbad und stärken Sie ganz nebenbei Ihre psychischen und körperlichen Abwehrkräfte.

Wärme- und Energiespender

Düfte wie Kardamom, Ingwer und Angelikawurzel sind besonders durchblutungsfördernd und erzeugen ein wohlig warmes Gefühl im Körper. Darüber hinaus haben diese Düfte noch viele weitere gesundheitsförderliche Eigenschaften. Diese Düfte stärken die Abwehrkräfte und schützen vor ansteckenden Erkältungskrankheiten. Psychisch wirken sie kräftigend, ausgleichend und stärkend.

Kardamom: stark antibakteriell, antiviral, entzündungshemmend,    entkrampfend, verdauungsfördernd, schleimlösend, belebend, geistig stimulierend.

 Ingwer: antiviral, schmerzstillend, vitalisierend, stabilisierend, regenerierend, entspannend, stresslösend.

Angelikawurzel: stark antiseptisch, entzündungshemmend, abwehrsteigernd, durchwärmend, entkrampfend, stark stimmungsaufhellend, nervenberuhigend.

Wärmendes Aroma-Energiebad

Bei Erschöpfung und drohender Erkältungsgefahr

200 ml Sahne oder 100 g Meersalz
1 EL Honig
2 Tropfen Angelikawurzel
1 Tropfen Ingwer
2 Tropfen Myrte Anden
 

Anwendung: Die ätherischen Öle mit Sahne/Meersalz und Honig vermischen und in das einlaufende Badewasser geben. Nach einer Badedauer von 20 Minuten gut abtrocknen, einkuscheln und 30 Minuten nachruhen.

Diese Anwendung ist auch hervorragend als Fußbad geeignet!

 Power-Massageöl

Gibt neuen Schwung bei geistiger Erschöpfung und Schwächezuständen

50 ml Bio-Mandelöl
3 Tropfen Orange
2 Tropfen Kardamom
1 Tropfen Mandarine rot
 

Anwendung: Ätherische Öle mit dem Mandelöl mischen. Das Massageöl kann zur Ganzkörpermassage oder auch für eine belebende Fußmassage verwendet werden.

Kraft tanken über Nacht

Einige ätherische Öle unterstützen Zellerneuerung, Entgiftung und Entspannung während wir schlafen und der Körper wertvolle Wiederaufbauarbeit leistet. Folgende Öle wirken stark entspannend, entkrampfend, schlaffördernd und regenerierend. Gerade bei starker nervlicher Belastung und Stress sollten diese Düfte zum Einsatz kommen.

Lavendel fein: zellregenerierend, entzündungshemmend, immunstimulierend, entkrampfend, fiebersenkend, beruhigend, angstlösend, zur eigenen Mitte führend, schlaffördernd.

Römische Kamille: stark krampflösend, nervlich entspannend, schmerzlindernd, hautpflegend, schlaffördernd, hilfreich bei Gereiztheit und Überforderung.

Neroli: stark antibakteriell, antiviral, energetisch ausgleichend, stimmungsaufhellend, ausgleichend, gut bei Engegefühl, Sorgen und seelischer Überlastung.

Vetiver: stark erdend, hautregenerierend, stark ausgleichend, kraftspendend, hormonell ausgleichend, immunstimulierend, aufbauend, stimmungsaufhellend. Schenkt Sicherheit, Ruhe und Standfestigkeit. Gut bei körperlicher Erschöpfung und Mutlosigkeit.

Schlaf-gut Mischung

Für tiefen erholsamen Schlaf

2 Tropfen Lavendel fein
1 Tropfen Römische Kamille
1 Tropfen Neroli
 

Anwendung: Vor dem Schlafengehen in die Duftlampe geben und den Raum 10 Minuten beduften oder als Massageöl mit 10 ml Bio-Mandelöl mischen und eine sanfte Bauchmassage mit langsamen kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn durchführen.

Diese Mischung ist auch hervorragend für ein Aromabad geeignet.

Down to Earth-Öl

Bei Nervosität und Erschöpfung

1 Tropfen Weihrauch arabisch
1 Tropfen Vetiver
1 Tropfen Sandelholz
1 Tropfen Narde
 

Anwendung: Die ätherischen Öle in 10 ml Bio-Mandelöl mischen, die Füße vor dem Schlafengehen damit einreiben, warme Socken darüber ziehen und gut zudecken. Diese Ölmischung ist auch hervorragend zur Innenschau und Kontemplation geeignet.

 Süße Kuschelmischung

Für Geborgenheit und Seelenwärme

2 Tropfen Mandarine rot
2 Tropfen Benzoe Siam
1 Tropfen Vanille
1 Tropfen Sandelholz
 

Anwendung: Diese Mischung in die Duftlampe geben, gemütlich einkuscheln und abschalten. Für süße Träume!

Frische Energie für Wohnräume

In der Winterzeit verbringen wir viel Zeit in geschlossenen Räumen mit trockener Heizungsluft und auch die Ansteckungsgefahr für Infektionskrankheiten erhöht sich. Nutzen Sie die antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften der ätherischen Öle, um die Raumluft zu erfrischen und zu reinigen.

Aufgrund ihrer stark reinigenden und desinfizierenden Wirkung sind folgende Düfte besonders geeignet: Angelikawurzel, Zitrone, Limette, Thymian, Eukalyptus, Bergamotte, Rosmarin, Wacholder, Fichtennadeln, Lemongras.

Anwendung: Geben Sie 2-4 Tropfen ätherisches Öl in eine Duftlampe, 10-15 Minuten brennen lassen, dann wieder ausmachen.

Hinweis: Die Empfehlungen in diesem Artikel ersetzen nicht den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker. Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenessenzen. Bitte stellen Sie vor der Anwendung sicher, dass die verwendeten Öle auch für Sie geeignet sind.

Vanitas – Heu

24 Jul

Herman Herstenburgh, Still Life

Obwohl ich weiß, dass Heu gestorbenes, verwelktes Gras ist, hatte ich mir insgeheim den Duft von frisch geschnittenem Gras erhofft.

Stattdessen weicht meine Nase vor dem ersten Duftimpuls vehement zurück, zu intensiv und eindringlich. Ich muss mich langsam annähern.

Nach wenigen Minuten wird der Duft weicher, erdiger, tiefer. Er hält mich und umarmt mich ganz fest!

In mir entsteht ein Gefühl von Ausdehnung und Wachstum. Das Empfinden von Tiefe dehnt sich nicht nach unten, sondern  flächendeckend zur Seite hin aus. Plötzlich weiß ich, dass das, was sich dort ausbreitet, meine eigene Existenz ist. In völliger Transparenz werde ich zum gläsernen Menschen und betrachte.

Ich trete in den offenen Diskurs über das Werden und Vergehen, Leben und Tod, ein. Und da ist die Vergänglichkeit, Vanitas. Alles geht vorbei, verwelkt, zerfällt und stirbt. Es stört mich nicht. Es ist der natürliche Kreislauf der Welt, Leben und Tod gehören zusammen.

Vanitas, die Vergänglichkeit kann auch etwas Schönes und Befrei-endes haben, wenn man akzeptiert, dass es sie gibt.

Dieser eigentümliche Heu-Duft tut sein Bestes, einem die Angst vor dem Tod zu nehmen und diese mit einem Gefühl von Natürlichkeit zu ersetzen und sich im Rad des Lebens geborgen zu fühlen.

Damit das Leben seinen Lauf nehmen kann, brauchen wir die Vergänglichkeit ganz dringend. Sie ist es, die den Augenblick kostbar macht, Lebensmomente intensi-viert und uns lehrt das Geschenk des Lebens zu schätzen.

Die Integration der Idee des Todes rettet uns; statt uns zu einer Existenz des Schreckens oder des düsteren Pessimismus zu verurteilen, wirkt sie als Katalysator, damit wir in authentischere Modi des Lebens eintauchen können, und sie vergrößert unsere Freude am Leben.“

Irvin D. Yalom, Existentielle Psychotherapie

Die Heu-Essenz bietet einen hoch philosophischen Spaziergang auf dem Weg der großen Denker vor unserer Zeit an und hilft die Vergänglichkeit und den Tod im Alltäglichen zu akzeptieren und als Teil von sich selbst anzunehmen. Der Lohn ist eine tiefgründige und fundamentale Lebensfreude mit einer unvergleichlichen, köstlichen Qualität.

Affirmation: „Vanitas, ich grüße dich!“

Duft: Bergwiesenheu

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Co-Destillation

Los Dias de los Muertos

30 Okt

Catrinas 2In Mexiko werden zwischen dem 31. Oktober und dem 2. November „los Dias de los Muertos“ mit bunten Farben, wehenden Fahnen, Musik, Tanz und gutem Essen gefeiert.

Der Tod wird nach aztekischer Überlieferung als natürlicher Teil des Lebens angenommen und verdichtet sich symbolisch in der weiblichen (!) Figur der „Catrina“, der Gevatterin Tod.

Ursprünglich handelt es sich dabei um die Göttin Mictecacihuatl, die Herrin des Todes, die von den Azteken bereits seit über 500 Jahren in mehrwöchigen Feierlichkeiten verehrt wurde, bevor die spanischen Conquistadores in Mexiko eintrafen.

Nach altem aztekischem Glauben dürfen die Verstorbenen einmal im Jahr nach Hause zu ihren Verwandten zurückkehren und diese besuchen.

In der Nacht vom 31.Oktober auf den 1. November, dem Dia de los Angelitos, kehren die verstorbenen Kinder einer Familie heim, am darauffolgenden 2. November, dem Dia de los Muertos, kehren dann die erwachsenen verstorbenen Ahnen zurück.

Um die Ahnen gebührend zu empfangen, werden weder Kosten noch Mühen gescheut. Jede Familie errichtet einen Gedenk-Altar mit Fotos der Toten, mit Kerzen, Blumen und den Lieblingsspeisen der Verstorbenen, damit diese sich bei ihrer Ankunft daran laben und stärken können.

Außerdem ist der Altar auch immer mit kleinen Totenköpfen aus Zucker, mit süßen Gebäck-Totenköpfen und Statuen kleiner Skelette, die die Ahnen in alltäglichen Situationen zeigen, dekoriert, die an Ständen überall zum Verkauf angeboten werden.

Die Blumen auf dem Altar symbolisieren die Vergänglichkeit des Lebens. Eine besondere Rolle spielt hier eine Vorfahrin der bei uns wenig beachteten Tagetes oder Studentenblume, die Cempasuchil (Tagetes errecta Linnaeus), was übersetzt „Blume der 400 Blüten“ bedeutet.

In Form von Girlanden, Kränzen oder Kreuzen weist ihr Duft und ihre gelbe Farbe als Symbol der Sonne den Verstorbenen den Weg nach hause.

Auch in der Naturheilkunde findet die „Flor de Muertos“ bei Verdauungsstörungen, Magenschmerzen, Husten, Grippe, Fieber und Bronchitis in Form von Abkochungen und Salben Verwendung.

Im Zuge der Christianisierung wurden die Feierlichkeiten mit Allerheiligen und Allerseelen zusammen gelegt, jedoch die fröhliche und bunte Art mit der Skelettdame Catrina zu feiern, ihr zuzuprosten, mit ihr zu tanzen und zu lachen und dem Sterben und der Vergänglichkeit dadurch den Schrecken zu nehmen, hat sich nach alter vor-christlicher Tradition durchgesetzt. Zum Glück!

Denn 2003 wurden „Los Dias de los Muertos“ sogar von der UNESCO als immaterielles Kulturgut in die „Meisterwerke des immateriellen und mündlichen Erbes der Menschheit“ aufgenommen, um diese Feierlichkeiten als Kulturerbe zu schützen und zu ehren.

Das goldene Vlies – Bergamotte

1 Jul

In der griechischen Mythologie ist das goldene Vlies das Fell des goldenen Widders Chrysomeles, das magische Eigenschaften besitzt. Es ist ein ätherisches Gewebe aus funkelnden Goldfäden, die so fein sind, dass man sie für Lichtstrahlen halten könnte.

Vor langer Zeit hatte ich einmal eine wunderschöne Meditation kennen gelernt, bei der das goldene Vlies von Kopf bis Fuß durch den Körper gleitet um eine seelische  und energetische Reinigung zu bewirken. Als ich eben dem Duft der Bergamotte begegnet bin, habe ich mich schlagartig wieder daran erinnert, wie wohltuend diese Imagination ist.

Eigentlich war es so als würde das goldene Vlies eben in diesem Moment durch mich hindurch schweben. Damit verbunden ist das Gefühl einer kribbelnden Frische, aber ebenso das Empfinden von angenehmer Ruhe. Die Stimmung hebt sich, das innere Lächeln taucht auf. Happy!

Wie einige andere Düfte ist auch die Bergamotte Botschafterin des goldenen Lichtes. Sie erhellt das Gemüt und hat ihre Freude daran, düstere Gedanken wie Knallfrösche zum explodieren zu bringen.

Die Bergamotte hat mit ihrer bisweilen widerspenstig-grünen prickelnden Art auf jeden Fall das Zeug dazu, die Fensterläden der Seele ganz weit auffliegen zu lassen, damit das pure kalabrische Sonnenlicht hinein scheinen kann.

Hier noch ein Link zur Meditation mit dem goldenen Vlies in etwas abgewandelter Form.

Affirmation: Ich atme goldenes Licht! Meine Gedanken und Gefühle sind aus reinem Sonnenlicht!

Duft: Citrus bergamia, Italien

Verwendeter Pflanzenteil: grüne Schale

Gewinnung: Kaltpressung

Tänzer in der Nacht – Patchouli

18 Nov
Duftwahrnehmungen zusammengefasst aus mehreren Tagen und Nächten:
Dunkelheit – normalerweise habe ich im Dunkeln immer den Impuls Licht zu machen. Aber heute nicht. Vielmehr scheint sich das innere Auge an die Dunkelheit zu gewöhnen und das gibt Sicherheit. Eine ganz neue Handlungsfreiheit tut sich beim Riechen im Inneren auf. Und das innere Auge beginnt zu erblicken, was sich in der eigenen Dunkelheit eigentlich abspielt. Die Farben der Nacht werden erfahrbar und sichtbar. Real äußern sich diese inneren Farben in einem Farbenrausch, den ich übermütig zu Papier bringe. Als ich auf mein Papier blicke ist dieses Bild plötzlich fertig, welches sich später noch weiter verändern wird.
Neben der Dunkelheit gibt es noch eine weitere sehr erfahrbare Qualität, nämlich eine bestimmte Art von Wärme, die sich gezielt und nach einem bestimmten Muster im Körper ausbreitet (dies war für mich an 3 aufeinander folgenden Tagen immer wieder dieselbe Erfahrung). Sie ist orange-rot und pulsierend, dynamisch, kräftig und scheint aus einem glühenden Kern im Inneren zu entstehen. Die Wärme expandiert bis hin zur Körpergrenze und strahlt ca. 2 cm über diese hinaus. Und das gibt Sicherheit.
Mit der Dunkelheit verbunden ist auch die Nacht, die ihre eigenen Qualitäten und Gesetze hat. Im Dunkeln sind die wunderschönen Sterne am Himmel zu sehen, die Atmosphäre klärt sich und weil die meisten Menschen in der Nacht schlafen, herrscht auch eine ganz andere Art von Ruhe als tagsüber an ruhigen Orten. Viele Nachtarbeiter werden bestätigen, dass in der Nacht mehr Raum für die eigenen Gedanken vorhanden zu sein scheint und mehr Raum für sich beansprucht werden kann, weil er nicht schon von anderen Menschen besetzt ist. Es stellt sich das befreiende Gefühl ein, sich in voller Konsequenz frei entfalten zu können in der unendlich scheinenden Dunkelheit.
Dies sind heilige und andächtige Momente: in der Dunkelheit geborgen und schöpferisch tätig zu sein. Und mit diesem Duft können wir zu jeder Zeit in dieses Gefühl eintauchen, wenn wir wollen.
Zu dieser Assoziation der Nacht hat sich das obere bunte Bild in dieses verwandelt:
Bei einem weiteren Duftexperiment finde ich wieder neue Aspekte des Duftes. Die Quintessenz aus einer Reihe von Assoziationen ist, dass ich nur dann ganz Ich sein kann, wenn ich auch meine dunklen, mir lästigen und ungeliebten Seiten annehme und sie mir zum Freund mache. Wenn das nur nicht immer so eine ernste Angelegenheit wäre…
In meiner Imagination visualisiere ich dann diese bunte Szene: Der Tänzer in der Nacht, wie ich den Duft für mich benannt habe, tänzelt leichtfüßig um meine ungeliebten Makel, Fehler und Sorgen herum, die sich als größere und kleinere Felsformationen auf einer weiten Ebene zeigen. In seinem Tanz verwandeln sie sich in bunte exotische Tücher und Vögel, die fortan mit dem Tänzer synchron durch die Luft wirbeln. Ein wundervolles Spektakel wie ein Feuerwerk – all meine Sorgen fliegen als bunte Paradiesvögel durch die Nacht!  Wohoo!
Nun wird mir der spielerische Aspekt von Wandlung sehr deutlich. Diese Wandlung findet in einem freudigen Tanz statt. Tue Dinge, die dir Freude machen, gerate dabei auch einmal außer dich und deine Sorgen fliegen als Paradiesvögel davon. Diese Form der Lebensenergie kann jeder Mensch gut brauchen, um sich besonders, einzigartig und geschätzt zu fühlen.
Durch Spiegelung und Aneinanderreihen des ersten Bildes wurde nach dieser Dufterfahrung dann dieses Bild.
Vor dem Einschlafen habe ich den Duft besonders gerne gerochen: die pulsierende Wärme, dazu das Gefühl, in einer geschützten Höhle zu liegen und anstatt der Schäfchen, die über einen Zaun springen folgte mein Geist den hypnotisierenden, mandalaartigen Flugformationen der bunten Vögel am Nachthimmel….
Affirmation: In der Dunkelheit sehe ich meine Farben! Mein Freudentanz verwandelt mich!

 

Duft: Pogostemon cablin, Indonesien
Verwendete Pflanzenteile: Blatt
Gewinnung: Destillation

Wächter der Nacht – Wacholder

8 Dez

vor meinem inneren Auge betrete ich eine Landschaft der Stille. Weit und breit ist nichts zu sehen außer Raum und der Horizont, es ist Nacht, samtene Dunkelheit schmiegt sich um die Sterne und das Nichts.

So müssen sich die magischen Nächte der Beduinen in der Wüste anfühlen. Die Luft ist klar und rein und man ist auf sich selbst zurück geworfen.

Es gibt nichts womit man sich ablenken könnte, aus der Dunkelheit steigen Gestalten heraus und verschwinden wieder. Es ist so still, totenstill, unheimlich und gleichzeitig faszinierend und vertraut.

Dieser Duft öffnet ein Tor zur Schattenwelt, zu den eigenen Wünschen, auf deren Erfüllung man hofft und diese zugleich zu verhindern weiß. Hier wohnt das Widersprüchliche, das Unsagbare, das Geheimnis.
Indem man durch das Tor des Wächters der Nacht schreitet und durch die Schatten hindurch geht erfährt man Klärung und Läuterung, am Ende nichts als Stille und Seelenruhe, tiefe Zufriedenheit und Wissen.
Dieser Duft hat eine starke transformierende Kraft. Wenn ich eines Tages dieser  intensiven Stille nicht mehr entfliehen möchte, werde ich eine weise Frau oder tot sein.

Ich stelle mir vor, dass dieser Duft zur Auseinandersetzung mit Tod, Trauer, tiefer Verzweiflung und den eigenen Schattenseiten ein stabiler und wertvoller Führer sein kann.

Ebenso trägt dieser Duft zur Klärung existenzieller Krisen bei. Er kennt die Abgründe der Menschheit und weiß deshalb auch einen Ausweg.

Auf der körperlichen Ebene wirkt der Wacholder klärend, tonisierend, durchblutungsfördernd und stabilisierend bei Rekonvaleszenz und Entgiftung.

Affirmation: Lebe jeden Tag als sei es dein letzter!

Duft: Wacholder, Juniperus communis, Frankreich
Verwendete Pflanzenteile: Zweige und Frucht
Gewinnung: Destillation

Insel der Freundlichkeit – Tolu Resinoid

9 Jul

Samtig, seidig, süß, weich und eindringlich steigt dieser Duft zunächst zu Kopf und dann über die Kiefernmuskeln über den Nacken geradewegs zu den Schultern hin und sorgt augenblicklich für Entspannung. Es folgt eine zimtige, würzige und orienta-lische Note.

Ich stelle mir einen Sommerpalast vor, eine Residenz irgendwo in einer orientalischen Umgebung. Der Palast ist verspielt mit zahlreichen sichelförmigen Dächern, die zu ebenso zahlreichen verwunschenen Türmchen gehören. Im Inneren wird man mit den leckersten Süßigkeiten verwöhnt, auf seidige Kissen – getränkt mit Rosenwasser – gebettet.

Hier kann man mit allen Sinnen das Leben genießen. Das Leben hier ist bunt, es leuchtet in den herrlichsten Farben, pink, gelb, orange.

Man wird sich seiner Sinne bewußt und was es alles an schönen Dingen in der Welt wahrzunehmen gibt, ein warmes Gefühl der Glückseligkeit macht sich breit. Tolu ist eine Insel der Freundlichkeit, hell erleuchtet und zu finden in tiefster Nacht. In der Wärme des Duftes fühlt man sich gut aufgehoben. Ich stelle mir vor, dass dieser Duft hilft, sich in der Dunkelheit von nächtlichen Albträumen abzugrenzen.

Tolu ist sehr lange anhaftend und es kann sein, dass es einem mit der Zeit von der Süße etwas zu viel wird. Für mich deutet einiges darauf hin, dass dieser Duft auf einer tieferen Ebene an die Themen Selbstakzeptanz und Genußfähigkeit herantritt.

Affirmation: Ich genieße das Leben und lasse mich verwöhnen!
Ich akzeptiere mich so wie ich bin und genieße das Leben in vollen Zügen!

Duft: Tolu Resinoid, Myroxylon balsam, Brasilien

Verwendete Pflanzenteile: Harz

Gewinnung: Alkoholextraktion

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