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Feenstaub und Engelskuss – Neroli Hydrolat

29 Nov

Leicht, süß und engelhaft rieselt der feine Nebel aus Orangenblüten auf mich nieder.

Wenn Feenstaub einen Duft hätte, dann wäre es bestimmt dieser und sein Klang wäre hell, klar und sphärisch wie Glöckchen, eine Harfe oder ein Xylophon.

Neroli ist ein sehr tröstlicher, heller Duft, als Hydrolat ist es an wohlwollender, einhüllender Zärtlichkeit kaum zu übertreffen – wie der Kuss eines Engels.

Mit dem Einatmen des Duftes entstehen Bilder einer friedvollen Atmosphäre, ein glitzernder, funkelnder, leuchtender feiner Nebel, der einen umgibt – ein Kleid aus lichtdurchfluteter Luft.

Mit dem wohlriechenden Neroli-Hydrolat geht alles ein bisschen leichter und die Welt sieht ein bisschen heller aus.

Es fühlt sich an, als bekäme man aus dem feinen hellen Nichts eine Hand gereicht, man legt die seine hinein und für einen Moment ist man eingehüllt und tröstlich gehalten in frei schwebender Leichtigkeit.

Am Ende bleibt das Gefühl zurück, dass alles gut ist wie es ist. Sehr einfach, sehr hell, fröhlich und konsequent wohltätig.

Das Engelhafte an diesem Duft ist womöglich die Erkenntnis, dass die unsichtbare Hilfe, die schützende Hand und die wohlwollende Zärtlichkeit aus dem eigenen Selbst herausströmen, einfach so.

Zum Weiterlesen hier der Beitrag zum ätherischen Öl Neroli

Affirmation: „Alles ist gut!“

Duft: Citrus aurantium amara, Hydrolat

Verwendeter Pflanzenteil: Blüten

Gewinnung: Wasserdampfdestillation

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Ceridwen’s Kessel – echter Salbei

30 Mai

Windstille des Herzens gepaart mit großer Achtsamkeit und Vitalität der Gedanken lassen mich in eine heilsame Höhle eintreten. Dort hängt der große, geheimnisvoll blubbernde Kessel Ceridwen’s über dem Feuer.

Einer keltischen Sage nach braute Ceridwen in ihrem magischen Kessel einen Trank, der ihren Sohn zum weisesten aller Wesen machen sollte.

Das Bild des nährenden Kessels, der Weisheit, Inspiration und Nahrung für die Seele schenkt, wird durch das ätherische Salbeiöl sehr schön aufgegriffen.

Der Geist ist angeregt, jedoch nicht aufgeregt, das Herz schlägt gleichmäßig und ist deutlich in der Mitte des Brustkorbs wahrnehmbar. Gedanken, Herzschlag und Atmung bilden eine starke, zentrierende Achse, eine Allianz der wachen Ruhe.

Im Salbeiöl sehe ich eine reife Frauengestalt, eine Heilerin und eine gute, wenn auch strenge und konsequente Lehrerin. Sie verkörpert das alte alchemistische Prinzip Solve et coagula – löse und binde!

Darunter verstehe ich die Analyse, Trennung und Auflösung einer Eigenschaft und das anschließende Zusammenfügen der einzelnen Teile zugunsten eines besseren Ergebnisses.

Im Spiegel höchster Konzentration kommt es zu einem inneren Klärungs- und Reinigungsprozess und zu einem ehrlichen Blick auf das eigene Spiegelbild. Salbei lässt keine Selbsttäuschung zu. Was man bekommt, ist die Wahrheit über sich selbst.

Negative Seelenzustände werden gelöst und erlöst, positive Seelenzustände werden anerkannt und eingeladen zu bleiben. Mit diesem Reifungsprozess stellt sich ein autarkes Gefühl der Souveränität, Authentizität und der inneren Stärke ein.

Mit Salbei lernt man, von sich selbst zu lernen und die eigene Wahrheit, die wie alles im Universum  stetiger Veränderung unterworfen ist, immer wieder im eigenen Spiegelbild zu erkennen.

Salbei ist ein Duft wie ein Fels in der Brandung mit einer sehr starken Duftpersönlichkeit. Nur ein einziger Tropfen reicht für ein ganzes Königreich der Inspiration.

Es ist kein Duft für den Alltag, sondern eher für bestimmte Momente und Phasen der Veränderung und des Lernens, in denen es nötig ist, die eigene Identität zu stärken und sich selbst zu erkennen und wiederzufinden.

Ebenso hilft der Duft, alte Narben endgültig zu heilen und zu erkennen, dass  mit bestimmten (schmerzhaften) Lebenserfahrungen eine Einladung zur Veränderung oder Umkehr ausgesprochen wird.

Der einschränkende, klärende und reduzierende Effekt von Salbei kann wohltuenden Durchblick bei unkontrollierbaren Gedanken- und Gefühlswellen bringen.

Affirmation: „Ich trinke aus der Quelle innerer Weisheit!“

Duft: Salvia officinalis, Portugal

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Destillation

Hinweise:

Obwohl ich die Eigenschaften von Salvia officinalis sehr schätze, muss auch ich an dieser Stelle zur Achtsamkeit im Umgang mit dem Duft mahnen. Der sehr hohe Monoterpenketongehalt (überwiegend Thujon) regt die Nerventätigkeit stark an und ist für Epileptiker, Kinder und Schwangere tabu.

Sogar und gerade in einer sehr geringen Dosierung (0.5%) kann Salbei seine wohltuenden und erkenntnisfördernden Eigenschaften vollkommen entfalten. In dieser geringen Dosierung sind keine Nebenwirkungen für gesunde Erwachsene bekannt.

Die Warnhinweise sind natürlich berechtigt, trotzdem finde ich es schade, dass dieser wundervolle Duft aufgrund einer undifferenzierten Betrachtungsweise vielerorts gar nicht zur Anwendung kommt.

In Buddha’s Haus – Weihrauch indisch

21 Mai

Wenn man sich die Identität des Menschen als Haus vorstellt, dann sind die Lebensprinzipien tragende Balken in der Konstruktion, die eine gewisse Stabilität gewährleisten.

Einige dieser Prinzipien sind lebenslängliche und zuverlässige Begleiter und decken sich mit  den eigenen Werten und dem Selbstverständnis. Sie unterstützen die Entscheidungsfindung und schenken das gute Gefühl, der Mensch zu sein, der man sein möchte.

Da der Mensch aber einem ständigen Wandlungsprozess unterworfen ist und sich durch innere Reifungsprozesse, durch Erfahrungen mit anderen Menschen und durch wichtige Lebensereignisse verändert, kann es passieren, dass sich das eigene Lebensgefühl plötzlich nicht mehr mit den Prinzipien deckt, die man über einen langen Zeitraum hinweg vertreten hat und anstatt in Kongruenz mit den eigenen Prinzipien zu leben, lebt man eher gegen sie an.

Das Festhalten an den überholten Prinzipien mag zwar vordergründig die Sicherheit der Seelenhaus-Konstruktion gewährleisten, führt aber letztlich zum Stillstand der persönlichen Entwicklung.

Tief im Inneren ist jedoch der Stein der Veränderung schon ins Rollen gekommen und bewegt sich nun unaufhaltsam auf die bewusste Wahrnehmung zu. Entweder man klammert sich nun noch mehr an die nicht mehr zeitgemäßen Fragmente der eigenen Identität und nimmt das damit einhergehende Unbehagen in Kauf oder man traut sich, die morschen Balken der Ich-Konstruktion gegen neue auszutauschen und riskiert damit zeitweilige Instabilität.

Dies ist der Moment, an dem der indische Weihrauch sein größtes Potenzial entfaltet. Er ist ein Mutduft im Dunkeln und verschafft Zugang zum inneren Tempel, zu Buddhas Haus im Herzen des Menschen.

Tief in sich selbst geborgen, findet man im Angesicht der Wandlung Stabilität und Anmut. In Buddhas Haus lerne ich: Veränderung tut nicht weh. Veränderung bedeutet Verstehen.

Der indische Weihrauch schenkt tief im Inneren zuversichtlichen Frieden. In diesem geborgenen Zustand fällt es leicht, sich die Erlaubnis zur Veränderung zu geben, die Erlaubnis zu hinterfragen, die Erlaubnis zu brauchen und zu dürfen und ein neuartiges Lebensgefühl für sich zu entdecken, das zuvor aufgrund überholter Prinzipien verwehrt blieb.

Die Reise mit indischem Weihrauch führt tief bis ans Fundament der eigenen Identität. Es ist ein Duft für Menschen, die selbst ihr strengster Richter sind. Auf kontemplative Weise kann man mit Weihrauch indisch das eigene Regelwerk korrigieren, von der Strenge zur Erlaubnis kommen und das Tor der Prinzipien als freier Mensch durchschreiten.

Es ist ein herrlicher Duft, um die eigenen Bedürfnisse in Phasen der Veränderung zu klären, mit einem neuen Lebensgefühl verbundene Werte zu formulieren und ein neues Lebenskonzept zu verwirklichen.

Affirmation: „Was lange verwehrt, wird endlich geehrt!“

Duft: Boswellia serrata, Indien

Verwendeter Pflanzenteil: Harz

Gewinnung: Destillation

Ärger-Management – Petit Grain Clementinier

10 Feb

Abgesehen von einigen Aus-nahmeerscheinungen hat der durchschnittliche Mensch hin und wieder damit zu kämpfen, seine Gefühle wieder in den Griff zu kriegen.

Während die meisten Menschen alles Mögliche in ihrem Leben lernen, sind die Kenntnisse in der Disziplin des Ärger-Management -wenn überhaupt vorhanden- erschreckend vage.

Dies mag daran liegen, dass der offene und ungehemmte Ausdruck dieses hoch ansteckenden Affektes gesellschaftlich sanktioniert wird. Für das Funktionieren einer sozialen Gruppe ist es wichtig, den Ärger in irgendeiner Form zu kontrollieren. Die einfachste und gleichzeitig ungeeignetste Methode ist, den Ärger einfach herunter zu schlucken und beiseite zu drängen.

Was macht man aber, wenn der Ärger aus seinem Versteck herauskommt und nach Feierabend auf dem Nachhauseweg den Puls nach oben treibt? Wenn man alles kaputt hauen, eine bestimmte Person auf den Mond schießen oder einfach alles hinschmeißen möchte? Wie geht man mit Aggressionen und imaginierten Rachephantasien um?

Man nehme Petit Grain Clementinier als Sofort-Inhalation. Dieser wenig beachtete Duft leistet nämlich Erstaunliches. Er holt den außer sich geratenen Menschen auf seinem hohen Aktivitätsniveau ab und bringt ihn langsam aber sicher wieder nach Hause zu sich selbst zurück.

Dieser Duft wirkt wie eine Knautschzone und nimmt beim Gefühls-Crash den vollen Aufprall in Kauf. Dem Duft wohnt eine  klare und wohl strukturierte Ruhe und Gelassenheit inne, die die heftige Gefühlsreaktion einfach in sich aufsaugt und wie ein Schwamm absorbiert. Übrig bleibt dann in abgekühlter Form das ursprüngliche Ärgernis oder die Frustration.

Mit Petit Grain Clementinier gelingt es sogar, sich die Auslöser des Ärgers in Ruhe anzusehen und sich zu überlegen, wie man eventuell auf Personen zugeht, die einen geärgert haben, um ihnen ein Feedback zu geben oder falls dies nicht möglich ist, wie man mit der Sache seinen Frieden findet.

Petit Grain Clementinier ist der ideale Begleiter wenn man genervt ist von der Welt, den Kollegen oder sich selbst. Wenn man sich eine Zeit lang vernachlässigt hat, seine Energie nicht gut beisammen gehalten hat und plötzlich feststellt, dass einem eigentlich die Ressourcen fehlen, um Situationen, die man normalerweise gelassen hinnimmt, mit Gleichmut zu begegnen.

 Neben der Rosengeranie ist Petit Grain Clementinier ebenso wie das Petit Grain Bigaradier der beste Duft um eine Deeskalation von überschießenden Ärgerreaktionen und Aggressionen zu bewirken und sich vom Psycho-Müll des Alltags zu befreien.

Wenn man sich selbst „so“ gar nicht kennt, ist Petit Grain ideal, um seine Ressourcen wieder aufzufüllen, um gelassen den Anforderungen des Lebens entgegen zu gehen.

Affirmation: „Ich komme in meine Mitte zurück!“ „Ich bin besonnen statt betroffen!“

Duft: Citrus deliciosa, Frankreich

Verwendeter Pflanzenteil: Zweige und Blätter des Clementinenbaums

Gewinnung: Destillation

Dies ist der 100. Artikel im Aroma-Journal – ein kleines Jubiläum. Also lasse ich heute mal die Korken knallen und trinke auf das Wohl meiner geneigten Leserschaft!

Detox Agent – Koriander

17 Jan

Heiß und fettig – und davon viel zu viel. Ein schädlicher Einfluss hat dich erwischt, du hast einen Brocken zu verdauen, der dir schwer im Magen liegt. Es sind Dinge in dich hinein geraten, die dir übel zusetzen, sei es über die Nahrung oder  im zwischenmenschlichen Bereich, dann ist der Koriander genau der richtige Detox Partner.

Sein Motto ist nämlich ganz einfach und bodenständig. Ärmel hoch krempeln, raus mit der Sch…. und das am besten sofort.

Entgiftung tut immer gut und führt zur Leichtigkeit des Körpers und zur Freiheit des Geistes. Koriander leitet Gifte und Rückstände sehr effektiv auf allen Ebenen der menschlichen Existenz aus.

Vom Schwermetall, über die Bakterie bis hin zu Ekelgefühlen und biographischem Abfall: Koriander steckt sie alle in den Sack und setzt sie vor die Tür.

Der Korianderduft raubt nach neueren Ergebnissen selbst antibiotikaresistenten Bakterienstämmen den Atem und zerstört die Zellmembran der Bakterie, was schließlich im Handumdrehen zum Zelltod führt. Daher kommt das Korianderöl auch zur Ausleitung toxischer Keime bei Lebensmittelvergiftungen zur Anwendung.

Obwohl als sekundäre Wirkung der Geist klar wird und das Herz zentriert und leicht ist die große Stärke dieses Duftes die gründliche Reinigung des Körpers durch die Ausscheidung von Giftstoffen über den Darm und die Haut.

Koriander eignet sich hervorragend als Begleitung zu einer Ernährungsumstellung oder einer Fastenkur, da das ätherische Öl die Tätigkeit der Darmflora positiv unterstützt.

Koriander ist ein Verjüngungsmittel und unterstützt den Körper in allen seinen verdauenden und ausscheidenden Tätigkeiten. Wenn der Körper sich regenerieren und verjüngen kann, so führt dies zu mehr Vitalität, Tatkraft und Lebensfreude.

Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen, Stimmungs-schwankungen oder Melancholie und Depressionen haben häufig einen überforderten, verschlackten Körper als Ursache, der nicht mehr mit dem Abbau von Toxinen fertig wird.

Mens sana in corpore sano.   Juvenal

(ein gesunder Geist in einem gesunden Körper)

Der Korianderduft lenkt die Aufmerksamkeit auf den Körper und die Arbeit, die er täglich für uns leistet. Wenn du dich durch den Koriander angezogen fühlst, ist es wahrscheinlich an der Zeit, den Körper durch bewusste Entgiftungsmaßnahmen zu entlasten.

Affirmation: „Ich werfe allen Ballast von Bord!“ „Mein Körper ist leicht und frei!“

Duft: Coriandrum sativum, Frankreich

Verwendeter Pflanzenteil: Samen

Gewinnung: Destillation

Duftende Helfer für Meditation und Innenschau

13 Dez

Ein stilles Plätzchen im botanischen Garten, Berlin, unweit der Schwarzkiefern

Jeder Duft erzählt seine eigene Geschichte, man muss nur aufmerksam lauschen.

Es sind Geschichten ohne Worte, magische Erlebnis-Pakete voller Gefühl, Bilder, Stimmung, Szenarien manchmal jenseits von Zeit und Raum, volle intensive, sinnliche Erfahrungen.

Das Besondere an der Meditation mit Düften ist, dass die Aufmerksamkeit auf bestimmte Themen gelenkt wird, die der jeweilige Duft vermittelt.

Deswegen eignet sich die Innenschau mit Düften besonders, wenn man sich mit einem bestimmten Thema intensiv beschäftigen möchte oder die Meditation energetisch mit einer bestimmten Qualität aufladen möchte. Dies können z.B. die Themen Liebe, Kraft, Schutz oder Freiheit sein.

Die nonverbale Duftbotschaft eignet sich auch wunderbar als Ergänzung zur Rezitation eines Gebets, Segensspruches oder Mantras oder für bewegte Formen der Meditation (Yoga, Geh-Meditation).

Auch die körperlichen Funktionen wie z.B. Blutdruck und Atmung werden durch Düfte ebenso beeinflusst wie der Gehirnstoffwechsel. So kann mit Hilfe verschiedener Düfte der Alltag verlassen und die meditative Entspannung leichter erreicht werden.

In der Stille, wenn man in sich selbst ein großes weites Feld aufmacht und Platz geschaffen hat, dann zeigen sich die Duftpersönlichkeiten in all ihrer Pracht und fungieren häufig als Begleiter, Lehrer und Informationsträger.

Eine Duftmeditation ist im Prinzip mit jedem Duft möglich, es gibt aber einige wunderschöne Düfte, die Ruhe, Weisheit, Kontemplation und Stille fördern und die Verbindung zum eigenen Wesenskern  unterstützen.

Eine kleine Auswahl  habe ich hier exemplarisch aufgelistet. Die Links führen zu den jeweiligen Einträgen im Aroma Journal:

Angelikawurzel: ist das ewige Licht in der Dunkelheit, erhellt Seele und Körper, agiert in der Meditation als Fackelträger, schenkt Mut, Kraft, bietet Schutz und macht Mut.

Vetiver: hilft sich im gegenwärtigen Augenblick fest mit der haltenden Erdenergie zu verbinden, sich zu verwurzeln, um dann nach oben wachsen zu können. Vetiver schenkt das Ur-Vertrauen, die Räume des eigenen Bewusstseins zu erkunden und dort seine Heimat zu finden.

Zeder: zentriert, macht die eigene tragende Achse spürbar, hilft, sich zu seiner vollen Größe aufzurichten und über sich selbst hinaus zu wachsen. Bietet Stabilität im Spiel der Wandlung und dient als fester Bezugspunkt für die wandernde Seele. Vertieft die Atmung, schenkt Ruhe und Umsicht.

Sandelholz: vergoldet das Herz, macht die Herzqualität erfahrbar, schafft Bewusstsein für die eigene Zeit und Zeitlosigkeit, sanfte Stütze auf dem spirituellen Weg, hält seine schützende Hand über den spirituell Suchenden, verbindet mit dem höheren Selbst und dem göttlichen Funken.

Rose: öffnet das Herz, weitet das Bewusstsein für die universelle Liebe, für Miteinander, Mitgefühl und Nächstenliebe, schenkt Herzenswärme, verbindet das eigene Selbst mit dem Kosmos und dem großen energetischen Netzwerk zwischen allen Lebewesen.

Weihrauch: führt in die Stille, befreit vom Lärm der Gedanken, beruhigt und vertieft die Atmung, lenkt Aufmerksamkeit auf die Atempausen, Ruhe dehnt sich aus, tiefes Vordringen zum eigenen Wesenskern möglich.

Narde: weitet die Wahrnehmung, unterstützt Sinnsuche, Auflösung von Dualität, Erfahrung des „All-Ein-Sein“, Spiel mit Raum und Zeit.

Die Beschreibung enthält eine selektive Auswahl einiger, jedoch lange nicht aller Eigenschaften der genannten Düfte, die aus meiner eigenen Erfahrung heraus bei der Duftmeditation eine Rolle spielen. Es kann durchaus sein, dass sich die Duftthemen bei anderen Meditierenden aufgrund der Wahrnehmung und des Lebenshintergrundes etwas anders zeigen, jedoch wird das archetypische Grundthema bestehen bleiben.

Für die Duftmeditation 3-5 Tropfen in die Duftlampe geben und den Duft in Meditationshaltung bewusst einatmen oder einen Tropfen des ätherischen Öls auf einen Wattebausch oder direkt auf die Handflächen geben, diese vor Mund und Nase halten und mehrmals tief einatmen.

 Duftmeditation in Stichworten…

Den Alltag verlassen – eine bequeme Sitz- oder Liegeposition einnehmen – die Augen schließen – ruhig und gleichmäßig (den Duft) einatmen – Sich öffnen – abwarten ohne zu erwarten – konzentriert bei sich bleiben – erleben.

Die Mediatorin – Rosengeranie

19 Sep

Manchmal fliegen Kleinigkeiten wie Speer-spitzen durch den zwischenmenschlichen Raum und treffen genau da, wo es am meisten weh tut – mitten ins Herz.

Ein Witz unter Freunden oder Arbeitskollegen, ein unüberlegter Ausspruch oder ein abschätziger Blick, leider jedoch stets ein paar Millimeter unter der Gürtellinie.

Eigentlich sollte man ja über solchen Dingen stehen und um Gottes Willen doch bloß nicht so empfindlich sein, schließlich war es doch gar nicht so gemeint.

Trotz aller (eigenen) Beschwichtigungsversuche gehen die Gedanken und Gefühle im negativen Gefühlsspektrum vor Anker. Dies kann durch die Tagesform bedingt sein, kann aber auch eine durchaus angemessene Reaktion auf eine langfristige Belastung (z.B. Mobbing) sein.

Wenn man es nur schaffen könnte, diesen Unmut abzuschütteln. Aber die schlechte Laune erfasst einen wie eine starke Strömung und zieht einen nach unten. Manchmal auch für länger…

Schlechte Stimmung, dicke Luft, Launenhaftigkeit, Stimmungs-schwankungen, seelische Verletzungen, Konfliktpotenzial, Disharmonie, Ehe- oder Familienkrisen, das sind die bevorzugten Einsatzbereiche der Rosengeranie.

Die Rosengeranie nebelt einen mit ihrem rosa Dunst ein, macht alles weicher, sanfter und nimmt einem das gewetzte Messer aus der Hand. Sie schafft Waffenruhe und bewirkt, dass man seine Deckung sinken lässt und hinter den Barrikaden hervortritt, um sich aufrichtig zu begegnen – natürlich auch sich selbst.

Beim Einatmen des Duftes der Rosengeranie fühlt man sich von Sekunde zu Sekunde besser, sie packt einen am Schopf und zieht einen wieder nach oben, die Löcher der Souveränität schließen sich wieder, das Herz weitet sich, der Ärger verpufft. Die innere und äußere Harmonie stellt sich wieder her.

Trotzdem verwandelt man sich durch die Arbeit mit diesem Duft nicht in ein weich gespültes rosarotes Kaninchen – im Gegenteil.

Beziehungsarbeit wird möglich. Die gelassene Souveränität und die ärgerfreie Wahrnehmung führen im Idealfall zu gewaltloser Kommunikation als Grundlage für gegenseitiges Verständnis oder um sich gegebenenfalls mit Leichtigkeit abzugrenzen.

Dieser freundliche Duft muntert auf, baut Spannungen ab, gibt neuen Schwung, hilft den Alltagsstress hinter sich zu lassen, sorgt für Ausgleich, Gelassenheit und inneres Gleichgewicht. Anti-Stress pur.

Affirmation: „Gutes wie Schlechtes zieht vorüber wie die Wolken am Himmel!“

Duft: Pelargonium graveolens, Ägypten

Verwendeter Pflanzenteil: Blätter

Gewinnung: Destillation

Mama Azul – Kamille blau

10 Jun

Geborgenheit und Zärtlich-keit schenken,  Verständnis und Ruhe aufbringen, zu jeder Zeit an jedem Tag.

Liebevoll Schutz bieten, behüten, bewahren, heilen, gesund machen, besänfti-gen, beruhigen, versorgen, nähren, liebkosen, wiegen und in den Schlaf singen.

All das kann der Duft der Kamille und wird dabei niemals müde.

Das Thema des Duftes ist die Fürsorge, die tröstliche Umarmung, die Wiedergutmachung in jeder Hinsicht. Sie kümmert sich um alle Wehwehchen bei Groß und Klein, ist allzeit bereit. Aufgrund ihres großes Geben-ohne-zu-nehmen Potenzials hat die Kamille für mich etwas zutiefst Mütterliches. Sie ist die große blaue Mutter –  Mama Azul.

Mit ihrer Hilfe kommt es zu einer einladenden Entspannungssituation. Vor meinem inneren Auge sinke ich in ein frisch gemachtes Bett mit großem Kissen und einer fluffigen Bettdecke. Der Körper wird schwer, der Kopf leicht. Man sinkt ganz sanft in sich selbst hinein. Dabei ist es weder zu kalt noch zu heiß, sondern eben genau richtig. Eingehüllt in das große blaue Wohlwollen.

Aber darüber hinaus birgt ihre tiefblaue Farbe auch etwas geheimnisvoll Ernsthaftes.  Viele Menschen fühlen sich zunächst nicht unbedingt zu diesem Duft hingezogen, weil es um das elementare Thema „Geben und Nehmen“ geht.

In diesem Zusammenhang tauchen dann oft viele weitere Themen mit deren Licht- und Schattenseiten auf  z.B ein gesundes Maß an Fürsorge und Versorgung der Liebsten ohne die eigenen Bedürfnisse dabei aus dem Fokus zu nehmen. Es geht aber umgekehrt auch darum wie viel Fürsorge und Zuwendung man selbst annehmen kann und will. Im weitesten Sinne geht es um die Grenze zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung.  Die Auseinandersetzung mit dieser Frage geht oft mit einem schlechten Gewissen und mit  Gefühlen von Schuld und Scham einher.

Die Kamille nimmt die Angst, sich nicht gut genug um andere zu kümmern und deren Bedürfnisse nicht erfüllen zu können oder hilft die Grenzen des eigenen Altruismus aufzuzeigen.

Die große blaue Mutter sorgt erst einmal ganz pragmatisch dafür, dass die eigenen Kräfte in Balance bleiben. Denn nur wer sich zuerst liebevoll um sich selbst kümmert, kann sich auf Dauer auch erfolgreich und in einer positiven zwischenmenschlichen Atmosphäre um andere kümmern. Dies gilt besonders für Angehörige in helfenden Berufen.

Mama Azul singt ihr Lied und alle, die ihrem Gesang lauschen, dürfen in den blauen Strom ihrer Güte und Heilkunst eintauchen. Die blaue Zone ist der Raum, wo das ICH und das DU friedlich aufeinander treffen dürfen.

Affirmation: Ich tauche in das blaue Kraftfeld ein! Ich finde die Balance zwischen Geben und Nehmen!

Duft: Matricaria chamomilla, Schweiz

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut und Blüten

Gewinnung: Destillation

Meister der Stille – Weihrauch arabisch

19 Apr

Kumbhaka wird im Yoga der Moment zwischen Einatmung und Ausatmung genannt, eine natürliche Atempause, ein kurzer Stillstand in regelmäßigem Rhythmus im großen sich endlos drehenden Rad des Lebens.

Es heißt, wer Kumbhaka meistert, meistert auch sein Leben in Vollkommenheit. Dabei geht es darum, diesen kurzen Moment der Stille beim Atmen auszudehnen ohne den natürlichen Fluss der Atmung zu verlassen und ohne den Atem bewusst kontrollieren zu wollen.

Die Stille mit allen Facetten ist das Thema des arabischen Weihrauchs, das ich seit Tagen immer wieder wahrnehme. Beim Riechen stellt sich sogleich eine tiefe innerliche Ruhe ein und des öfteren habe ich feierlich die Stille genossen – dieses merkwürdige Wesen.

Nichts hören, nichts sehen, nichts sprechen und doch ist da etwas. Geräusche und Empfindungen. Mein Atem, mein Herzschlag, meine innere Stimme, manchmal nichts.  Nur dieser große weite Raum voller Erholung, diese Stille ist heilsam.

Wenn es einfach nur still im Inneren wird bis zur Regungslosigkeit. Still sein und sonst nichts. Kein Bild, keine Gedanken, keine Assoziationen, einfach nur Stille. Es ist ein Gefühl der Schwerelosigkeit, frei flottierend.  Doch diese Momente sind kostbar und dauern nur kurz.

Ich glaube ich habe eine Idee davon bekommen, was mit der Meisterschaft von Kumbhaka gemeint ist und welche Botschaft mir der Duft des Weihrauchs damit überbringen möchte. Es geht um die Ausdehnung der existenziellen Stille und das Wahrnehmen des eigenen Wesens bis man auch dieses hinter sich lassen kann und einfach nur Teil des Lebensflusses ist.

Ein kurzer Moment der Stille ist für viele Menschen noch gut auszuhalten, obwohl ich auch Menschen erlebt habe, die schon bei der Aufforderung, die Augen für einen Moment zu schließen, einen Kontrollverlust erlitten haben. Je länger man in der Stille ist, umso anspruchsvoller wird es – energetisch, emotional, körperlich. Weihrauch stellt immer wieder den Bezug zur Atmung her, als Wegweiser und Fortbewegungsmittel auf dem Pfad der Stille.

Das Ausdehnen der Ruhe und der Stille führt am Ende zum eigenen Wesen und im besten Fall zu einem tiefen und fundamentalen Identiätsgefühl –  dem Einssein mit sich und der Welt.

Affirmation: „Ich mache mich auf den Weg zu meinem Wesenskern!“ „Ich lausche der Stille!“

Duft: Boswellia sacra, Somalia

Verwendeter Pflanzenteil: Harz

Gewinnung: Destillation

Der geflügelte Bergführer – Rhododendron

9 Dez

Meine heutige Duftwahrnehmung:

Mit diesem Duft geht es hoch hinaus, aber auf ganz spannende Art. Es fühlt sich an als ob der Geist fliegen könnte, aber der Körper still und geerdet in Gelassenheit ruht.
Hohe Berge, massive Gebirgs-massen türmen sich um mich herum auf. Ich stehe auf dem Gipfel eines unglaublich hohen Berges, unter mir befinden sich Nebelschwaden, oben ist es ganz licht und hell, ein besonderer metallischer Schimmer bedeckt die karge Landschaft.
Von oben betrachtet sehen die Dinge anders aus, die Vogelperspektive bietet die Gelegenheit mit Abstand auf die Dinge zu blicken, Distanz zu gewinnen.
Manchmal geraten wir beruflich oder privat in Situationen hinein, die uns abhängig machen oder schädlich sind, was wir dann oft erst nach einiger Zeit ahnen oder bemerken.  Mit diesem Duft gelingt es sich aus den klebrigen Verstrickungen herauszulösen und die Situation zu übersteigen. Es geht darum erste Schritte in die richtige Richtung zu gehen. Das Gefühl, einen riesigen Berggipfel erklimmen zu müssen wird mit diesem Duft leicht erträglich und jeder Schritt macht einen Sinn. Die Verbindung zu unserem höheren Selbst, das den Weg bereits kennt, wird wieder hergestellt.

Affirmation: Mit klarem Falkenblick Schritt für Schritt ins Glück!

Duft: Rhododendron, Rhododendron anthopogon, Nepal

Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Gewinnung: Destillation
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