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Feenstaub und Engelskuss – Neroli Hydrolat

29 Nov

Leicht, süß und engelhaft rieselt der feine Nebel aus Orangenblüten auf mich nieder.

Wenn Feenstaub einen Duft hätte, dann wäre es bestimmt dieser und sein Klang wäre hell, klar und sphärisch wie Glöckchen, eine Harfe oder ein Xylophon.

Neroli ist ein sehr tröstlicher, heller Duft, als Hydrolat ist es an wohlwollender, einhüllender Zärtlichkeit kaum zu übertreffen – wie der Kuss eines Engels.

Mit dem Einatmen des Duftes entstehen Bilder einer friedvollen Atmosphäre, ein glitzernder, funkelnder, leuchtender feiner Nebel, der einen umgibt – ein Kleid aus lichtdurchfluteter Luft.

Mit dem wohlriechenden Neroli-Hydrolat geht alles ein bisschen leichter und die Welt sieht ein bisschen heller aus.

Es fühlt sich an, als bekäme man aus dem feinen hellen Nichts eine Hand gereicht, man legt die seine hinein und für einen Moment ist man eingehüllt und tröstlich gehalten in frei schwebender Leichtigkeit.

Am Ende bleibt das Gefühl zurück, dass alles gut ist wie es ist. Sehr einfach, sehr hell, fröhlich und konsequent wohltätig.

Das Engelhafte an diesem Duft ist womöglich die Erkenntnis, dass die unsichtbare Hilfe, die schützende Hand und die wohlwollende Zärtlichkeit aus dem eigenen Selbst herausströmen, einfach so.

Zum Weiterlesen hier der Beitrag zum ätherischen Öl Neroli

Affirmation: „Alles ist gut!“

Duft: Citrus aurantium amara, Hydrolat

Verwendeter Pflanzenteil: Blüten

Gewinnung: Wasserdampfdestillation

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Heilerin der blauen Stunde – Schafgarbe

20 Mrz

Das tiefblaue Öl der Schafgarbe sieht aus wie ein Zauberelixier aus einer weit entfernten Galaxie, während der Geruch an den vertrauten Duft einer Wildkräuterwiese erinnert.

Der erste Dufteindruck ist sehr stark krautig und anhaltend. Erst nach einiger Zeit lässt der Aufforderungs-charakter nach und wird zunehmend sanfter und offener.

Ich folge dem Impuls, einen Tropfen des Öls in meine Handinnenfläche zu tropfen und entlang meiner Lebens-linien sickert der blaue Duft bis in die feinsten Falten meiner Handinnen-fläche ein bis sich schemenhaft eine Figur abzeichnet – eine archetypisch weibliche Erscheinung, eine blaue Göttin oder Schutzpatronin.

Auf jeden Fall ist diese in sich ruhende Duftpersönlichkeit respekteinflößend und hinterlässt einen sehr starken Eindruck. Aufgrund ihrer Souveränität und Unerschütterlichkeit wirkt sie beinahe überirdisch, wie eine Botschafterin aus göttlichen Sphären.

Der uralte Name für die Schafgarbe ist „Heil aller Schäden“, denn sie weiß wie man Wunden heilt. Bereits Achilles soll seine verletzte Ferse mit Schafgarbe versorgt haben. Ihm folgten abertausende Soldaten auf verschiedenen Schlachtfeldern dieser Erde nach und versorgten auch ihre Wunden mit dem blauen Öl.

Während die Schafgarbe einerseits den Verwundeten und Leidenden unter ihrem Schutzmantel Obdach gewährt, gibt es da noch eine andere, transformierende Kraft, die einen antreibt, auf die Suche zu gehen. Dies geschieht, sobald nach Verletzung und Niederschlag wieder die ersten Kräfte mobilisiert werden.

Trotz aller Güte und wohlwollender Versorgung ist die Schafgarbe eine weise Duftgöttin, die den Weg der Konfrontation sucht. Es kommt zu einer Gegenüberstellung mit den eigenen Grauzonen, mit Fehlern, die nicht gemacht werden wollten, mit Gefühlen, die nicht gelebt werden wollten und mit Lebensaufgaben, die nicht angenommen werden wollten.

Dieser blaue Duft ermöglicht den übermenschlichen Schritt über Schwellen hinweg und durch die Tore der Selbsterkenntnis hindurch zu gehen und den prüfenden Blick der Sphinx zu überstehen.

Veränderung kann nur durch die Wahrnehmung der inneren Stimme geschehen.

Die Schafgarbe scheint zu sagen: „Vergiss deine Ratschläge und Meinungen und die der anderen, blende das Getöse der wirren und zweifelnden Gedanken aus deinem Bewusstsein aus und werde achtsam für das leise Flüstern deiner inneren Stimme, die bereits seit Urzeiten den richtigen Weg kennt.“

Im Seelenleben gibt es die blaue Stunde, die Zeit der Dämmerung bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, die Zeit, um das Licht des Neuen zu begrüßen oder sich in die Dunkelheit zu wagen.

Vor Anbruch dieser blauen Seelenstunde hat man meist selbst schon eine Ahnung, dass es Zeit ist, an sich zu arbeiten, sich auseinanderzusetzen und den eigenen Weg zum Urgrund fortzusetzen. Der Duft der Schafgarbe sorgt dafür, diese Veränderung als nährend und heilend zu erfahren!

Die heilende, weibliche und schützende Kraft spiegelt sich auch in der Marienverehrung (Schutzmantelmadonna) wieder. In vorchristlicher Zeit war Brigid die keltische Göttin des Herdfeuers, auch die Strahlende, die Helle oder die Streiterin. Anbei ein altes Gebet ihr zu Ehren:

Brigid vom Mantel, umgib uns.
Herrin der Lampe, beschütz uns.
Hüterin des Herdes, entzünde uns.
Unter dem Mantel vereine uns
und gib uns dem Gedächtnis wieder.
Mütter unserer Mütter, Vormütter stark,
führt mit eurer Hand die unsrige,
erinnert uns, das Herdfeuer zu entfachen,
es leuchtend hell zu halten, die Flamme zu hüten.
Eure Hände sind unsere, Tag und Nacht.
Brigids Mantel um uns
Brigids Gedächtnis in uns,
Brigids Schutz, uns vor Schaden zu bewahren,
vor Unwissenheit, vor Herzlosigkeit,
diesen Tag und diese Nacht,
vom Morgengrauen bis zum Dunkel,
vom Dunkel bis zum Morgengrauen.

Affirmation: „Ich setze meinen Seelenweg fort!“ „Ich durchschreite die Tore!“

Duft: Achillea millefolium

Verwendeter Pflanzenteil: Blüte

Gewinnung: Destillation

Ein Sofa im Garten Eden – Römische Kamille

12 Jan

Die römische Kamille ist ein duftendes Potpourri aus frischen Früchten der Saison, etwas Heu, randvoll mit aufgeblüh-ten Blumen, umrankt von wilden Girlanden von Beerensträuchern.

Ein warmer, lauer Sommertag im Garten Eden.

Vor meinem inneren Auge taucht eine wilde Sommerwiese auf. Ein kleiner Pfad führt durch sie hindurch und mittendrin finde ich geschützt in einer Laube aus Kletterpflanzen und wilden Rosen ein riesiges Sofa wie aus dem Märchen, mit riesigen weichen Kissen.

Die voll aufgeblühten Rosen hängen bis auf die Polster herab, so als würden sie sich von ihrer schweren Last erholen wollen.

Die paradiesische Ruhe ist über eine Leiter zu erreichen. Oben angekommen lege ich mich auf das Sofa. Eine weiche dicke Zudecke breitet sich wie von Zauberhand über mir aus. So als sei dies ein Startsignal, sinke ich innerlich nach unten, meine Organe, meine Gliedmaßen, meine Gedanken, alles sinkt nach unten. Ich lasse los, gebe auf, werde weich.

Plötzlich ist alles still, alles gut, der Lärm der Strassen abgestellt, die Gedanken sind mollig warm eingehüllt und während mein Körper in der Weichheit der Matratze versinkt, schlüpft das Nervenkostüm in seinen Schlafanzug und ruht aus.

Dieser Duft hat die außergewöhnliche Eigenschaft, die Nerven zu streicheln, die Flut der Reize zu stoppen und das Hamsterrad anzuhalten. Es geschieht einfach.

Die römische Kamille singt die besten Schlaflieder und mit der Routine eines erfahrenen Hypnotiseurs erzeugt sie mit wenigen Worten diesen einfachen, schwebenden, fast naiven Ruhezustand, in dem man gleichzeitig aus der Fülle schöpft und die Ressourcen wieder auffüllen lernt. Die Fülle der römischen Kamille ist wie ein prall gefüllter Fruchtkorb, einladend, süß duftend und verlockend.

Im Garten Eden ist alles angenehm, dort blüht und gedeiht alles und die Luft ist erfüllt von der Energie der Herrlichkeit.

Die römische Kamille schenkt mir das Gefühl aus Kindertagen: nach einem Tag voller Spiel und Freude, geborgen in einem weichen Federbett einzusinken. Während ich einschlafe, nehme ich noch wahr, wie sich die Engel um mein Bett versammeln und über mich im Schlaf wachen.

Hier haben wir es mit einem sehr zärtlichen, wohlwollenden und umsorgenden Duft zu tun. Sie (der Duft fühlt sich weiblich an) nimmt die Spitzen und die Schärfe aus den Gedanken ebenso wie aus den Eingeweiden. Sie umhüllt aufgeriebene und blank liegende Nerven mit Fürsorge und dreht bei Bedarf ganz heimlich die Sicherung des zentralen Nervensystems heraus, bevor es zu einem Kurzschluss kommt.

Die römische Kamille ist in ihrer Natur freigiebig und besitzt die Kraft der Regeneration. Wer schon einmal auf einem Rasen aus römischer Kamille gelegen oder gestanden hat, wird schon einmal beobachtet haben, dass sich die niedergedrückten, dicht wachsenden Triebe der römischen Kamille zu ihrer ursprünglichen Form aufrichten, so als wäre nichts geschehen.  Nach ein paar Minuten findet man anstatt niedergetrampelter Halme wieder denselben einladend duftenden Rasenteppich vor.

Wenn schweres Gewicht auf der  Seele lastet, ist die römische Kamille daher die Beste, da sie weiß mit schweren Lasten umzugehen. Sie entschärft Situationen der Überreizung und Überforderung und bringt uns für eine gewisse Zeit in den Garten Eden, den Ort der paradiesischen Ruhe.

Dort werfen die Engel dann ihren himmlischen Staubsauger an, ziehen die heiß-glühenden Energien ab und wie im Schlaf verfliegen Stress, Sorgen und Ärger. So einfach geht das!

Affirmation: „Ich sinke in friedvolle Geborgenheit!“

Duft: Chamaemelum nobile, Frankreich

Verwendeter Pflanzenteil: Blüten

Gewinnung: Destillation

Die Freiwillige – Palmarosa

23 Dez

Es gibt Menschen, die reden viel und tun wenig und andere, die tun viel und reden wenig darüber.

Auf der ganzen Welt verschenken täglich Men-schen ihre Energie und Zeit, um etwas Gutes für andere zu tun. Die stille Freude und Dankbarkeit ist ihnen Motivation genug.

Palmarosa ist der Inbegriff der freiwilligen Helferin, wenig beachtet vollbringt sie Heldentaten. Sie ist eine Heldin des Alltags im einfachen Gewand.  Sie ist zuverlässig, tatkräftig, effektiv und dabei so gewinnend freundlich, charmant und einfühlsam, dass man sich nur allzu gerne von ihr helfen lässt.

Das Geheimnis des Duftes liegt in seinem Fundament aus fließender Energie, der Beständigkeit des Wandels. Palmarosa ist leicht, hell, klar und blumig und erneuert sich immer wieder selbst. Im kontinuierlichen Prozess der Regeneration entsteht eine tiefe Form reiner, beinahe jungfräulicher Stabilität und ewiger Jugend. Die Kraft der Palmarosa ist frisch, die Energie immer neu, der Austausch von alt und neu in ständiger Bewegung.

Palmarosa ist eine Frei-Willige und  hautnah als unabhängige Dienerin zum Wohl der ihr Anvertrauten im Einsatz. Sie zelebriert die Nächstenliebe als hohe Kunst des Selbstbewusstseins.

Sie profiliert sich nicht selbst, um mit ihren guten Taten anderen zu gefallen (Stichwort Charity). Genauso wenig ist sie eine Märtyrerin, die sich für andere aufopfert und so Scham und Schuldgefühle im Gegenüber auslöst. Und sie verlangt vor allem keine Gegenleistung.

Palmarosa fördert den menschlichen (Haut-) Kontakt, sorgt für freundlichen und wohlwollenden Umgang und lässt über das zentrale Thema der Hilfeleistung und Hilfestellung  nachdenken. Auch die Kehrseite der Medaille kann mit Palmarosa aktuell werden, nämlich Überforderung, Selbstschädigung, Ausbeutung oder die Sucht zu Helfen (Helfersyndrom).

Damit man in seiner Kraft bleibt, muss man sich als Helfer ohne schlechtes Gewissen abgrenzen können. Das Auftanken der eigenen Ressourcen kann man als notwendigen Akt der Wartung betrachten. Nur wer voll bei sich und energiegeladen ist, kann authentisch Hilfe leisten.

„If you must say yes, say it with an open heart. If you must say no, say it without fear.“ Paulo Coelho

Palmarosa hilft, sich seiner Grenzen und Möglichkeiten bewusst zu werden und zu lernen, sich die Kraft zur Hilfeleistung einzuteilen, um dann mit offenen Armen und frohen Mutes seine reine Energie an andere zu verschenken.

Und das kann so einfach sein. Schon so manche spontane Umarmung, so manch nettes Wort oder ehrlich gemeintes Kompliment  hat einem (fremden) Menschen den Tag oder vielleicht sogar das Leben gerettet!

http://www.freehugscampaign.org/

Affirmation: „Ich umarme die Welt und lasse mich von ihr in die Arme schließen!“

Duft: Cymbopogon martinii, Nepal

Verwendeter Pflanzenteil: Blätter

Gewinnung: Destillation

Mama Azul – Kamille blau

10 Jun

Geborgenheit und Zärtlich-keit schenken,  Verständnis und Ruhe aufbringen, zu jeder Zeit an jedem Tag.

Liebevoll Schutz bieten, behüten, bewahren, heilen, gesund machen, besänfti-gen, beruhigen, versorgen, nähren, liebkosen, wiegen und in den Schlaf singen.

All das kann der Duft der Kamille und wird dabei niemals müde.

Das Thema des Duftes ist die Fürsorge, die tröstliche Umarmung, die Wiedergutmachung in jeder Hinsicht. Sie kümmert sich um alle Wehwehchen bei Groß und Klein, ist allzeit bereit. Aufgrund ihres großes Geben-ohne-zu-nehmen Potenzials hat die Kamille für mich etwas zutiefst Mütterliches. Sie ist die große blaue Mutter –  Mama Azul.

Mit ihrer Hilfe kommt es zu einer einladenden Entspannungssituation. Vor meinem inneren Auge sinke ich in ein frisch gemachtes Bett mit großem Kissen und einer fluffigen Bettdecke. Der Körper wird schwer, der Kopf leicht. Man sinkt ganz sanft in sich selbst hinein. Dabei ist es weder zu kalt noch zu heiß, sondern eben genau richtig. Eingehüllt in das große blaue Wohlwollen.

Aber darüber hinaus birgt ihre tiefblaue Farbe auch etwas geheimnisvoll Ernsthaftes.  Viele Menschen fühlen sich zunächst nicht unbedingt zu diesem Duft hingezogen, weil es um das elementare Thema „Geben und Nehmen“ geht.

In diesem Zusammenhang tauchen dann oft viele weitere Themen mit deren Licht- und Schattenseiten auf  z.B ein gesundes Maß an Fürsorge und Versorgung der Liebsten ohne die eigenen Bedürfnisse dabei aus dem Fokus zu nehmen. Es geht aber umgekehrt auch darum wie viel Fürsorge und Zuwendung man selbst annehmen kann und will. Im weitesten Sinne geht es um die Grenze zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung.  Die Auseinandersetzung mit dieser Frage geht oft mit einem schlechten Gewissen und mit  Gefühlen von Schuld und Scham einher.

Die Kamille nimmt die Angst, sich nicht gut genug um andere zu kümmern und deren Bedürfnisse nicht erfüllen zu können oder hilft die Grenzen des eigenen Altruismus aufzuzeigen.

Die große blaue Mutter sorgt erst einmal ganz pragmatisch dafür, dass die eigenen Kräfte in Balance bleiben. Denn nur wer sich zuerst liebevoll um sich selbst kümmert, kann sich auf Dauer auch erfolgreich und in einer positiven zwischenmenschlichen Atmosphäre um andere kümmern. Dies gilt besonders für Angehörige in helfenden Berufen.

Mama Azul singt ihr Lied und alle, die ihrem Gesang lauschen, dürfen in den blauen Strom ihrer Güte und Heilkunst eintauchen. Die blaue Zone ist der Raum, wo das ICH und das DU friedlich aufeinander treffen dürfen.

Affirmation: Ich tauche in das blaue Kraftfeld ein! Ich finde die Balance zwischen Geben und Nehmen!

Duft: Matricaria chamomilla, Schweiz

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut und Blüten

Gewinnung: Destillation

Die Wurzelfrau – Vetiver

10 Mai

Die warme, von der Sonne des Sommers aufgeladene Erde ist der Ort, an den mich dieser Duft führt. Sogleich fühle ich mich ruhig und geborgen, zuhause und gut aufgehoben. Heimatgefühle steigen in mir auf.

Vor meinem inneren Auge begegne ich einer Frauengestalt, ihr jugendliches Aussehen scheint sich über Jahrtausende nicht verändert zu haben.

Das Besondere an dieser Frau ist, dass sie mit Haut und Haar mit ihrer Umgebung verwurzelt ist. Ihre Wurzeln reichen ganz tief, ihr Haar ist aus Wurzeln, aber auch aus ihrer Haut reicht ein Wurzelgeflecht in den Raum und den Boden hinein. Die Wurzelfrau erscheint mir wie eine Erdgöttin. Paradoxerweise scheint sie über einem Urgrund aus Fragmenten zu schweben während sie von allen Seiten fest verwurzelt ist und damit gleichzeitig alles zusammenhält. Woher weiß die Frau nur wo sie sich am besten festhält ohne ihre Flexibilität zu verlieren?

Mein erster Gedanke ist, sich nur an den Erfahrungen, Erinnerungen, Orten und vor allem Menschen festzuhalten, die wirklich eine essentielle Bedeutung für das eigene Leben haben. Jeder Mensch hat Wurzeln, manche Menschen bleiben ihr Leben lang am selben Ort und haben im wahrsten Sinn des Wortes „Wurzeln geschlagen“, andere Menschen haben ihre Wurzeln durchtrennt und haben sich auf Wanderschaft begeben. Falls das Thema der eigenen Wurzeln mit Schmerz verbunden ist (Unklarheit, Zerrissenheit, Unzufriedenheit, „Nicht wissen, wo man hingehört“) ist die Wurzelfrau die Helferin der Wahl. Der Rastlose findet Geborgenheit, daher eignet sich der Duft auch sehr gut für die Behandlung bzw. Prävention von Burn-out.

Mein Eindruck ist, dass es sich bei diesem Duft um das „Gefühl der Wurzeln“ handelt. Fast spüre ich an meinen eigenen Füßen die Wurzeln, die gerade dabei sind in den Erdboden zu wachsen. Das ist natürlich nur eine Phantasie, aber damit verbunden ist ein großartiges Gefühl. Verankert, sicher, standhaft. Und natürlich bin ich mit der Erde verbunden und damit mit all ihren wundervollen Eigenschaften: haltend, nährend, heilend.

Sich zu verwurzeln ohne sich anzubinden, seine Wurzeln woandershin mitnehmen und sich neu verankern, das scheint mir eine gute Option um ein tragfähiges Fundament für das eigene Leben zu schaffen. Die eigenen Wurzeln gehören einem selbst, sie sind ein Teil der Persönlichkeit. Vetiver schafft eine kleine Höhle inmitten der Fragmente des eigenen Lebens, wo alles zusammen findet, was einem wichtig ist. Mit dem „Gefühl der Wurzeln“ nimmst du dein Zuhause überall mit hin. Home is where the heart is!

Affirmation: „Ich trage meine Heimat in meinem Herzen!“ „Ich bin mit der Kraft der Erde verbunden!“

Duft: Vetiveria zizanoides, El Salvador

Verwendeter Pflanzenteil: Wurzeln

Gewinnung: Destillation

Blue Angel – Lavendel (Berg-)

16 Mrz

In Zeiten der Krise war und ist der Berglavendel immer ein treuer Begleiter. Helfer, Krankenpfleger, Retter, Beistand, Engel.  Er schaut da hin, wo andere wegsehen und ist zur Stelle wenn andere sich abwenden, ja wenn man sich sogar von sich selbst abzuwenden droht.

Zwischen schwindelerregenden Höhen und abgrundtiefen Tälern findet er für dich immer eine Nische, in die du dich retten kannst.  Dieser Duft ist der Helfer zu jeder Zeit an jedem Ort.

Er kümmert sich darum, dass der Körper wieder zu seinen gewohnten Abläufen zurückfindet, dass die Gedanken sich beruhigen und das Gefühl der Unversehrtheit wieder spürbar wird. Kümmert sich darum zu pflegen, zu reinigen und neu zu ordnen. Er hilft den Verzweifelten und Trauernden in den Schlaf, damit sie neue Kraft tanken können. Und schenkt neue Hoffnung, wenn man sie selbst nicht mehr finden kann.

Dieser Duft hilft vom Extremen zum Normalen zurück zu finden. Auch wenn man eine Weile im körperlichen und geistigen Ausnahmezustand verweilen muss oder will, hält der blaue Engel seine schützende Hand über dich. Der Berglavendel ist eine Ausnahmeerscheinung. Seine Kraft ist sehr gut spürbar. Eine Präsenz, die konstant ist und einfach IST, egal was auch geschieht.  Immer wieder scheitere ich daran, das Gefühl für diesen Duft auszudrücken. Vielleicht geht es einfach nicht. Es ist ein Gefühl, jenseits aller Worte, das das ganze Mensch-Sein erfüllt. Die universelle Liebe ist hier in der Gestalt eines helfenden Engels verkörpert, der bedingungslos Hilfe leistet, um jeglichen Schmerz zu überwinden.

Heute widme ich diesen Beitrag allen Menschen auf der Welt, die hier und jetzt Hilfe brauchen. Möge die Kraft des blauen Engels auf wundersame Weise zu ihnen gelangen.

PS: Außerhalb akuter Krisensituationen kann es vorkommen, dass mit diesem Duft der Schmerz bewusst wird, dass sozusagen der Dorn aus dem Fleisch gezogen wird. Dies bedeutet gleichzeitig, dass Ressourcen zur Verarbeitung vorhanden sind. Es ist ratsam, sich einer erfahrenen Therapeutin oder Therapeuten anzuvertrauen, falls du in diese Situation in der Auseinandersetzung mit dem Duft gelangst und dich damit überfordert fühlst.

Siehe auch „Hinweis in eigener Sache“

Affirmation: „Ich bekomme die Hilfe, die ich brauche!“

Duft: Lavandula angustifolia, Frankreich

Verwendete Pflanzenteile: Rispe (gepflückt weit oben in den Bergen)

Gewinnung: Destillation

 

Die Heilkundige – Karottensamen

21 Jul

Geruchlich ist der Duft von Karottensamen ein bißchen ge-wöhnungsbedürftig. Man kann sich den Duft etwa so vorstellen: eine Frau betritt einen Raum und sie zieht alle Blicke auf sich.
Und das nicht weil sie so außergewöhnlich schön ist, son-dern weil sie ein starkes Charisma hat. Höchstwahrscheinlich hat diese Dame meist Wichtigeres zu tun. Sie hat eine Aufgabe, eine Mission.
Substanz und Fürsorge sind die Eigenschaften, die mir dabei einfallen. Auf ganz wohlwollende Art bietet sich dieser Duft als Regenerationshilfe an, besonders im körperlichen Bereich.
Während der Duftmeditation wandert meine Aufmerk-samkeit immer wieder zur Haut, ich betaste meine Gesichtshaut, wandere über die Augenbrauen und Nase. Ich spüre förmlich wie ich in meiner Haut stecke, ein interessantes Gefühl.
Gleichzeitig habe ich das Bild vor Augen, wie Zellen sich teilen und das ist ja der Inbegriff der Erneuerung und Regeneration.

Dies ist ein benevolenter, heilbringender und fürsorglicher Duft, der die Regeneration des Körpers fördert. Schäden jeglicher Art versucht dieser Duft sofort zu beheben.

Im psychischen Bereich fördert dieser Duft die innere Weichheit, wohl wissend, dass Aggression und Wut den Körper von innen auffressen. Auch hier werden heftige Gefühle zum Wohle des Körpers abgepuffert.

Haß oder Groll den man lange mit sich herum trägt, schlägt sich irgendwann im Körperlichen nieder, mit negativen Gefühlen gegenüber anderen schadet man auf Dauer sich selbst am meisten, wenn die Gefühle nicht verarbeitet werden können.

Vor allem die Haut dient oft als Gefühlsbarometer und drückt aus, was nicht ausgesprochen und verarbeitet werden kann. Zur Regeneration und Erneuerung stelle ich mir diesen Duft daher unterstützend beim Loslassen, Verzeihen und Vergeben vor.

Affirmation: Ich bin mit Fürsorge gesegnet!

Duft: Daucus carota, Frankreich

Verwendete Pflanzenteile: Samen

Gewinnung: Destillation

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