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We are the dreamers of dreams – Düfte zum Träumen

28 Feb

serendipMeerjungfrau(en) ist mit Abstand der am häufigsten gesuchte Begriff, durch den Leser auf diesen Blog gelangen.

Ich hatte einmal einen Artikel zum Baden mit ätherischen Ölen metaphorisch mit Der Duft der Meerjungfrauen betitelt.

Seitdem erinnert mich die Meerjungfrau, dieses  eben-so liebreizende wie un-heimliche Fabelwesen, täglich daran, dass die Menschen da draußen allem Anschein nach auf der Suche nach dem Fabelhaften sind. Und zugegeben, ich bin es auch.

Es ist vielleicht die Sehnsucht nach dem Wunder, dem Unerklärlichen, dem Ungewöhnlichen, dem Märchen und den alten Geschichten, die als archetypische Repräsentationen in uns wohnen.

Es ist dieses Gefühl, dieser kurze Moment, in dem die Realität einen besonderen Glanz erhält, dieses Funkeln und Glitzern, verdichtet in einer symbolhaften Kreation.

Was passiert wenn dieser fantastische Funke doch irgendwie in die normale Realität überschlagen würde?

Dann träumen wir. Und wenn wir träumen, dann ist das Unmögliche möglich und wir sind unserer Seele ganz nah. Der Rahmen, in dem man sich normalerweise bewegt, löst sich auf und formt sich neu. Die Seele jongliert mit verschiedenen Elementen des Erlebten, setzt sie neu zusammen, lässt mal etwas fallen und fügt Neues hinzu.

Widersprüchliches kann nebeneinander existieren, wir entwickeln Kräfte, von denen wir nichts wussten, sprechen fremde Sprachen, die im richtigen Leben gar nicht existieren, üben Berufe aus, die wir nie erlernt haben, retten Leben, gehen unter, stehen wieder auf, sind reich oder arm, berühmt, Waisenkinder oder ein Tier, wir erleben Dimensionen des Seins, von deren Existenz wir im normalen Leben nichts wissen.

Und doch – leben alle diese Versionen von uns selbst tief im Inneren der Seele als Quelle der Kraft, als Ressourcen als Möglichkeit zu sich selbst zu finden. Immer wieder, jede Nacht aufs Neue.

In jedem Fall zeigt der Traum, dass wir viel mehr sind, als wir glauben, dass wir viel mehr können, als wir uns zutrauen und dass wir viel mehr wissen, als gedacht.

Düfte eignen sich hervorragend dazu, die Welt der Träume und gleichzeitig das Reich der Nachtseele zu erkunden. Mit der Anwendung ätherischer Öle habe ich immer wieder beobachtet, dass…

  • ich mich viel besser an meine Träume erinnern kann
  • die Träume farbiger, plastischer und ereignisreicher waren
  • die Träume oft ein bestimmtes Thema hatten (das sich manchmal über mehrere Traumnächte fortsetzte)
  • die Träume sich sehr echt anfühlten
  • die Erinnerung an Träume mit manchen Düften ganz ausblieb, kombiniert mit tiefer Regeneration

Die besten Erfahrungen habe ich mit Düften gemacht, bei denen subjektiv das Gefühl entsteht, dass der Körper tief in das Federbett einsinkt, während der Geist ganz leicht wird und in die entgegen gesetzte Richtung wie der Körper strebt:

Ein Sofa im Garten Eden – Römische Kamille

Miss Mille Fiori – Jasmin

Die Muse – Muskatellersalbei

Das alles sehende Auge – Osmanthus

Die Sternenprinzessin – Sternanis

Der Paradiesvogel – Tonka

Für den tiefen, regenerativen Schlaf:

Die Wurzelfrau – Vetiver

Ein Kurs in Wundern – Narde

Spiegel aus Holz – Zeder

Meister der Stille – Weihrauch

Als Massageöl, Bad oder Inhalation vor dem Schlafengehen.

Vor dem Schlafengehen sollte man sich fest vornehmen, sich am nächsten Morgen an den Traum zu erinnern. Am besten, man legt sich ein Traum-Tagebuch auf das Nachtkästchen und notiert sofort nach dem Aufwachen seine Eindrücke.

Bleibt nur noch die Frage: Träumen wir die Träume oder träumen sie uns?

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Oh Captain, mein Captain – Moschuskörner

19 Jan

moschus

Im Leben gibt es viele Wege –  zu Wasser, zu Lande oder in der Luft.

Wir bewegen uns auf diesen Wegen fort, mal schneller, mal langsamer, über Berg und Tal, über Umwege und Irrwege und kommen dann doch irgendwann wieder an einen Ort, der uns bekannt vorkommt, an einen Punkt, an dem wir vielleicht schon einmal waren oder es kommt uns nur so vor. Oder wir finden in der Fremde ein neues Zuhause, wo sich die Seele gerne niederlässt.

Sicher ist, dass man niemals dieselbe oder derselbe bleibt. Das Leben ist eine Reise und mit dem Duft der Moschuskörner gehe ich auf Entdeckung.

Sogleich entsteht in meiner Imagination das Bild eines Schiffes, dessen Segel aus Federn besteht, die zart im Wind flattern. Mein Schiff schwebt schwerelos auf hohen Wellen und in der Ferne sehe ich einen Fixpunkt in den Farben des Federkleides meiner gehissten Segel.

Mir wird klar, dass wir, mein Federboot und ich, dorthin in die Ferne segeln werden und dass dies auch ohne mein Zutun geschehen wird.

Ich weiß vielleicht nicht genau, wohin mein Schiff fährt, aber ich weiß ganz sicher, dass ich der Kapitän bin. Oh Captain, mein Captain!

Der Kapitän ist ein Symbol für den inneren Kompass, nun spüre ich ihn ganz deutlich. Eine trockene Note im Duft lässt immer wieder das Bild von trockenem Treibholz, das an einen paradiesischen Strand angespült wurde, entstehen. Mag sein, dass das Boot, zu dem das Treibholz gehörte, Schiffbruch erlitten hat oder es im Sturm an einem Felsen zerschellt ist. Aber dieses eine  Stück hat es doch bis ins Paradies geschafft.

Vielleicht ist es besser ein Stück Treibholz im Paradies zu sein, als ein ganzes Schiff im sicheren Hafen? Zahlreiche Gedanken zum Thema „Lebenswege“ gehen mir durch den Kopf. Der Duft hat auch etwas Fruchtig-Exotisches an sich und schenkt Mut, auch die ungewöhnlichen, speziellen, von der Norm abweichenden Lebensabschnitte zu würdigen.

Es wird immer Leute geben, die den eigenen Lebensweg nicht verstehen, die Zweifel säen oder versuchen, einem ihr eigenes Lebenskonzept überstülpen zu wollen. Da rascheln die Federn meines Zauberschiffes leise im Wind und flüstern: Oh Captain, mein Captain!

Und ja, ganz tief in mir selbst hallt das Echo dieser Worte nach und bringt etwas zum Schwingen. Es ist die Freiheit, den eigenen Weg zu wählen, Schritt für Schritt. Ich selbst kenne mich am besten und deswegen weiß ich auch am besten, wohin ich will.

Lebenswege gibt es viele, nicht nur einen einzigen. Und außerdem segelt mein Schiff sowieso ganz von allein meinem Fixstern entgegen. Ich konzentriere mich auf das Flüstern der bunten Federn im Wind….und lausche dem Echo tief im Inneren….und weiß, dass dies das Einzige ist, was zu tun ist.

Affirmation: „Oh Captain, mein Captain!“

Duft: Hibiscus abelmoschus

Verwendeter Pflanzenteil: Samen

Gewinnung: Wasserdampfdestillation

Holy Smokes – Dufterfahrung zwischen Himmel und Erde

15 Jan

Räucher_zeremonieVom Duft durchdrungen, sichtbar, fühlbar, mit Haut und Haar, duftender Rauch im Raum. Die Atmosphäre füllt sich schnell mit meandernden, tanzenden Nebelschwaden.

Die Fingerspitzen riechen noch ein wenig nach Kohlestaub, während der Blick den tanzenden Mustern des Rauches folgt und der Geist sich in der Atmosphäre niederlässt.

Eine Räucherzeremonie ist eine sehr sinnliche Erfahrung. Der Duft wird sichtbar als Rauch, der nach oben steigt, der sich im Raum ausbreitet oder aus dem offenen Fenster in die kalte Winterluft entweicht.

Und in diesen Rauch und seine Bewegung lässt sich alles Mögliche hinein projizieren. Er wird zum Träger meiner Wünsche, meiner Gedanken und meiner Gefühle. Vielleicht lenkt er mich auch einfach vom Alltäglichen ab, vielleicht schaue ich ihm einfach nach und mache nichts.

Schon das Bereitstellen sämtlicher Utensilien und das Aufstellen meines kleinen Räucherkessels, die Auswahl des Räucherstoffes, das Entzünden der Kohle versetzt mich in eine feierliche Stimmung. Es markiert den Moment, in dem ich meine normale Form verlassen darf.

Ich blicke den Rauchkringeln hinterher und nutze die Symbolkraft des Rauches, mit dessen Hilfe ich mir Unsichtbares vor Augen führen kann und durch die sinnliche Berührung besser verstehen kann.

Das Symbol des duftenden Rauches hilft mir persönlich sehr gut bei folgenden Themen:

  • Wünsche formulieren
  • seelische Reinigung
  • Entspannung 
  • Loslassen und Abschied nehmen
  • Feste feiern

 Die Bedeutung erhält der Rauch durch das, was man selbst hinein gibt und was man sich dabei vorstellt. Daher macht es Sinn, sich für einen bestimmten Anlass sein eigenes Räucherritual auszudenken.

Die einen lieben es, die anderen hassen es. Eine Räucherung hat ihren ganz eigenen Charme. Ich persönlich liebe es, in dicken duftenden Nebelschwaden Verbindung zu jenem archaischen Ur-Menschen in mir aufzunehmen. Immerhin ist das Räuchern eine der ältesten Freizeitbeschäftigungen der Menschheit.

Der weiße Baum – Cajeput

19 Sep

Die Atmung ist wie ein wertvolles Geschenk in einer unscheinbaren Verpackung.

Ein lebendiges Geheimnis, das sich circa 12 mal pro Minute immer aufs Neue selbst offenbart und doch bleibt es scheinbar unentdeckt. So selbst-verständlich wie die Luft zum atmen hält uns der Atem am Leben.

Mit dem Duft von Cajeput wird eine freischwebende Aufmerksamkeit auf die Atmung gelenkt.

Beim Atmen mit dem Duft spüre ich plötzlich genau wie weit mein Atem reicht. Eine frische Brise zieht durch meinen Brustkorb über den Bauch bis hin zum Steißbein. Der Atem passiert ohne Zutun.

Immer wieder kommen mir folgende Worte in den Sinn:

Atme einfach – einfach atmen!

Und so übe ich mit Cajeput die Kunst der Atmung. Ich bekomme eine sehr genaue Vorstellung der idealen Atmung. Sie ist fließend, strömt von selbst ein und aus und zwischen Ein- und Ausatmung gibt es eine kleine Pause.

Immer wenn ich mich zu sehr auf einzelne Etappen des Atemzuges konzentriere, bleibe ich irgendwo stecken. Dann lasse ich die Atmung wieder ihr Ding machen, einfach atmen.

Cajeput scheint den unsichtbaren Atemstrom wie ein Kontrastmittel erlebbar zu machen. Nach einigen Minuten hinterlässt der Duft auf der Achse der Wirbelsäule eine bleibende, leicht kühle und prickelnde Sensation.

In meiner Mitte, aus der Organlandschaft heraus wächst ein weißer, luzider Baum oder besser das Hologramm dieses Baumes. Mit jedem Atemzug kommen neue feine, leichte und leuchtende Äste hinzu.

Ich nehme an, diese Lichtinstallation, die weit über meine Grenzen hinaus strahlt, ist das Abbild meiner Lunge in diesem Moment. Der weiße helle Baum mit seinen feinen Zweigen, der mich leben lässt. Vielleicht ist die Atmung das größte Geschenk!

Der Atem kann überall hinströmen. Ich kann über die Körpervorderseite einatmen und über die Rückseite ausatmen, über die Füße, Hände, den Scheitel. Wie ich so herumspiele wird die Energie um mich herum immer schöner. Mit der Atmung gehe ich auf Wanderschaft.

Dabei gewinne ich die Einsicht, dass der Atem mit allem, was ich fühle und bin in Verbindung steht. Dabei komme ich auch an den Orten in meinem Innenraum vorbei, wo meine Atmung am liebsten anhalten will.

Dann sagt mein duftender Atemlehrer:

Atme einfach – einfach atmen.
Wenn du Angst hast, atme einfach!
Wenn du kraftlos bist, atme einfach!
wenn du dich leer fühlst, atme einfach!
Atme einfach – einfach atmen.
 

Affirmation: Atme einfach – einfach atmen!

Duft: Melaleuca cajeputi, Vietnam

Verwendeter Pflanzenteil: Blätter

Gewinnung: Destillation

Ernte, was du säst – säe, was du erntest!

4 Sep
Lavendel, Muskatellersalbei, Thai-Basilikum

Von links nach rechts: Lavendel, Muskatellersalbei, Thai-Basilikum

Manchmal liegt in den einfachsten, selbstver-ständlichsten Dingen in nächster Nähe das größte Wunder verborgen.

Zum Beispiel in einem Samenkorn.

Im Samenkorn ist alles, um neues Leben entstehen zu lassen.

Licht, Liebe, Energie, ein Wachstumsplan, Zuver-sicht und absolute Furchtlosigkeit.

Ist es nicht faszinierend, dass man in einer Streichholzschachtel einen ganzen Kräutergarten mitnehmen könnte? Vor Ort braucht man die Samen nur zu säen und sich um sie kümmern.

Jedes Jahr lasse ich einen Teil meiner Duftkräuter wachsen wie sie wollen. Wenn die Pflanzen zur Blüte kommen, stecken sie ihre ganze Kraft in die Kreation der Samenkörner, eine kluge Investition in die Zukunft. Sollte die Pflanze durch einen harten Winter sterben, wird sie im Frühjahr  durch die Fülle an Samen wie der Phönix aus der Asche in neuem Glanz erstrahlen.

Nun, da die Luft am Abend kühler wird, die Heuballen auf den Feldern liegen und es langsam Herbst wird, ist es Zeit zu ernten, was man gesät hat. Der Kreislauf des Lebens schließt sich. Im Frühjahr wird gesät, im Herbst geerntet.

In Gesprächen erfuhr ich des Öfteren, dass Leute nicht wussten, dass die Hagebutte die Frucht der Rose ist und in ihr Samen enthalten sind. Oder, dass in den Blütenständen der Lippenblütler wie Basilikum, Salbei, Pfefferminze oder Lavendel nach der Blüte Samen gebildet werden. Gerade, wenn die Stiele und Blütenstände schon ganz vertrocknet aussehen, sind die Samen am besten.

Die einfache Regel lautet: Wo vorher die Blüte war, ist hinterher das Samenkorn versteckt.

Natürlich ist die Ernte der Samen mit Arbeit verbunden. Für mich persönlich ist es eine hoch philosophische Tätigkeit. Während ich die Samen aus den Samenkapseln und Blütenständen befreie, regen mich bezaubernde Duftwolken zum Nachdenken an. Über den Kreislauf des Lebens, die Jahreszeiten, die Furchtlosigkeit der Pflanzen, den bevorstehenden Winter, die Überwindung der Dunkelheit, die Fülle und pralle Energie der Samenkörner.

Das ermutigende Fazit: wenn du all deine Energie in die Kreation deiner Ideen/Wünsche/Projekte steckst, dann wird dein Leben in voller Pracht erblühen.

Was kann man alles mit der eigenen Ernte anfangen?

  • Samenkörner verpacken und beschriften, im nächsten Frühjahr wieder aussäen
  • mit den Stielen und Blütenständen Zucker und Salz aromatisieren
  • eine eigene Räuchermischung herstellen und zum Erntedankfest verräuchern
  • ein Potpourri herstellen
  • ein Traumkissen anfertigen

Ich teile meine Ernte mit euch:

Dieses Jahr habe ich so viele Samenkörner geerntet, dass ein Teil davon in die große, weite Welt hinaus will. Wenn du also einen Samenkorn-Überraschungsbrief erhalten möchtest, sende mir eine Email mit deiner Adresse oder hinterlasse einen Kommentar auf Facebook. Dies ist ein Geschenk von mir an dich und kein Trick ,um an deine Adresse zu gelangen.

Es gibt Samen von verschiedenen Basilikumarten, weiße Zitronenmelisse, Muskatellersalbei, Lavendel, Gummibärchenblume uvm…

Mut zum Fühlen – Mandarine grün

6 Aug

Jeder Mensch hat die Gabe zu Fühlen und damit die Fähigkeit die innere und äußere Welt zu ertasten, sich zurecht zu finden und ein sanftes Band an die Erlebnisse zu knüpfen, die Leben bedeuten.

Unsere Gefühle sind  die Farben unseres Lebens. Als dynami-sches Navigationssystem bieten sie uns zuverlässig Orientierungshilfe in jeder Situation – vorausgesetzt man ist in der Lage seine Gefühle eindeutig zu erkennen und zu interpretieren.

Mit dem Duft von Mandarine grün steigt die Lust zu Fühlen in mir auf.

Es ist eine zarte, feine Ahnung, ein heller Ruf, ein betörender Gesang, bunte Bänder, die im Wind flattern.

Das Herz öffnet sehnsuchtsvoll seine Tore und lässt seine wärmsten Gefühle ausströmen.

Echtes Gefühl ist bedingungslos intensiv, kraftvoll, ungebremst und damit es sich ausdehnen kann, muss man im Stillen ja dazu sagen, den Mut zum Fühlen aufbringen.

Der Duft der noch unreifen Mandarine flüstert mir zärtlich zu, ich möge meinen Gefühlen Raum geben, ihnen eine Brücke bauen, so dass unter all den wunderbar farbigen Gefühlen auch die grauen und dunkelbraunen Gefühle aus dem Exil heimkehren und ihre Ruhe finden dürfen.

Zum vollen, farbigen, leuchtenden Leben ist es nur ein kleiner Schritt, eine innere Geste, eine Erlaubnis, ein Gedanke: Ja! Ja zu Ja!

Dies ist ein herrlicher Duft in der süßen, fruchtigen und lieblichen Sommerluft, eine Einladung, sich mit den eigenen Gefühlen zu verbinden, Augenblicke intensiv zu erleben und die Kraft der intuitiven Gefühlswelt voll auszuschöpfen. Ja zu Ja! Mut zum Fühlen!

Affirmation: „Geboren, um zu fühlen!“

Das Thema „Intensität des Lebensgefühls“ setzt sich im Duft von Mandarine rot fort…

Duft: Citrus reticulata

Verwendeter Pflanzenteil: grüne Schale der noch unreifen Frucht

Gewinnung: Kaltpressung

Tor zur neuen Welt – Limette

27 Jul

Der frisch-herbe Duft der Limette kündigt Neubeginn und Aufbruch an und weckt die natürliche Neugier –  Gier auf Neues.

Die Limette verbindet Forscherdrang und Wis-sensdurst mit sachlicher Wachheit. Hinzu kommt noch eine Prise Aben-teuerlust, nämlich dann wenn die Lust zu entdecken und Neues zu erfahren, so groß ist, dass man dafür bereit ist, ein Risiko einzugehen.

Dieses Gefühl muss auch die Forscher, Seefahrer und Entdecker angetrieben haben, die sich auf eine lange Reise ins Ungewisse machten,  um jene neue Welt zu erkunden, die sie nur als Mythos kannten.

Deutlich spürbar ist die frische Kraft des Tagesanbruchs, der  eigene Geist scheint benetzt vom Morgentau, der Blick streift in der Ferne den Horizont.

Die Gefühlswelt ist von der Gewissheit erfüllt, dass man sich auf sein Wissen und Können verlassen kann, um jede erdenkliche, unvorhergesehene Situation zu bewältigen.

Genial, dass der Limettenduft für Frohsinn sorgt und die nötige Energie mobilisiert, um die Aufmerksamkeit auf Neuartiges zu lenken. Bewusstsein kostet Kraft und gerade die intellektuellen, musischen Fähigkeiten blühen auf.

Die Limette ist ein idealer Duft, wenn sich Langeweile, Lethargie und Gewohnheit im Leben breit machen. Mit dem Duft der Limette schärft sich die Wahrnehmung für neue Möglichkeiten. Die Bereitschaft, neue Wege einzuschlagen, steigt.

Die Limette weckt Interesse und Neugier, öffnet den Geist für Neuartiges und Unbekanntes und unterstützt dabei, die eigene Zukunftsvision zu erdenken und schließlich die Tore in der neuen Welt zu durchschreiten!

Affirmation: „Frohen Mutes durchschreite ich das Tor zur neuen Welt!“

Duft: Citrus aurantiifolia, Brasilien

Verwendeter Pflanzenteil: Schale

Gewinnung: Kaltpressung

Vanitas – Heu

24 Jul

Herman Herstenburgh, Still Life

Obwohl ich weiß, dass Heu gestorbenes, verwelktes Gras ist, hatte ich mir insgeheim den Duft von frisch geschnittenem Gras erhofft.

Stattdessen weicht meine Nase vor dem ersten Duftimpuls vehement zurück, zu intensiv und eindringlich. Ich muss mich langsam annähern.

Nach wenigen Minuten wird der Duft weicher, erdiger, tiefer. Er hält mich und umarmt mich ganz fest!

In mir entsteht ein Gefühl von Ausdehnung und Wachstum. Das Empfinden von Tiefe dehnt sich nicht nach unten, sondern  flächendeckend zur Seite hin aus. Plötzlich weiß ich, dass das, was sich dort ausbreitet, meine eigene Existenz ist. In völliger Transparenz werde ich zum gläsernen Menschen und betrachte.

Ich trete in den offenen Diskurs über das Werden und Vergehen, Leben und Tod, ein. Und da ist die Vergänglichkeit, Vanitas. Alles geht vorbei, verwelkt, zerfällt und stirbt. Es stört mich nicht. Es ist der natürliche Kreislauf der Welt, Leben und Tod gehören zusammen.

Vanitas, die Vergänglichkeit kann auch etwas Schönes und Befrei-endes haben, wenn man akzeptiert, dass es sie gibt.

Dieser eigentümliche Heu-Duft tut sein Bestes, einem die Angst vor dem Tod zu nehmen und diese mit einem Gefühl von Natürlichkeit zu ersetzen und sich im Rad des Lebens geborgen zu fühlen.

Damit das Leben seinen Lauf nehmen kann, brauchen wir die Vergänglichkeit ganz dringend. Sie ist es, die den Augenblick kostbar macht, Lebensmomente intensi-viert und uns lehrt das Geschenk des Lebens zu schätzen.

Die Integration der Idee des Todes rettet uns; statt uns zu einer Existenz des Schreckens oder des düsteren Pessimismus zu verurteilen, wirkt sie als Katalysator, damit wir in authentischere Modi des Lebens eintauchen können, und sie vergrößert unsere Freude am Leben.“

Irvin D. Yalom, Existentielle Psychotherapie

Die Heu-Essenz bietet einen hoch philosophischen Spaziergang auf dem Weg der großen Denker vor unserer Zeit an und hilft die Vergänglichkeit und den Tod im Alltäglichen zu akzeptieren und als Teil von sich selbst anzunehmen. Der Lohn ist eine tiefgründige und fundamentale Lebensfreude mit einer unvergleichlichen, köstlichen Qualität.

Affirmation: „Vanitas, ich grüße dich!“

Duft: Bergwiesenheu

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Co-Destillation

Regenbogenland – Frangipani

10 Jul

Mit Frangipani erstrahlt die normale  alltägliche Welt in einem wunderschönen und gleichzeitig subtilen Glanz. Es ist so, als würden sich die Parameter der Lichtbrechung mit einem Mal verändern.

Die Wahrnehmung der Welt ist durchzogen mit feinen Fäden aus Diamanten und Perlen, die funkeln, flimmern, brillieren, oszillieren.

Es ist einfach ein wunderschönes, erhebendes Gefühl sich im Raum der Imagination in dieses flirrende Netz aus bunt-leuchtenden, schillernden Fäden sinken zu lassen und gemeinsam mit dem Duft von Frangipani in das Regenbogenland einzutreten.

Wie kleine Windräder drehen sich die  Frangipaniblüten und erzeugen die energiegeladene, helle und glitzernde Atmosphäre, die sich wie ein feines, transparentes Netz über die Grautöne des Alltags legt.

Entgegen meiner Erwartung erlebe ich Frangipani als einen Duft, der trotz seiner flirrenden, leichten Energie  die eigenen Kräfte zentrierend zur Mitte hin spürbar macht. In der Leichtigkeit Stabilität finden, im Regenbogennetz aus gebrochenem Licht gehalten sein.

Was dumpf und grau war, wird lebendig, rhythmisch, glitzernd und bunt.  Frangipani leistet Hilfe zur Selbsthilfe, indem es den inneren Raum mit seinem inspirierenden Glanz erfüllt. Glamour pur für die Seele!

Die Angst vor der inneren Leere, vor dem Nichts und vor allem die Angst vor dem, was diese innere Leere ausfüllen könnte, wenn man sie nur zuließe, löst sich im Licht des Regenbogens auf. Damit ebnet Frangipani auch den Weg zu sich selbst und hilft, tiefe Entspannung  zuzulassen.

Alles, was blass, farblos, grau, ausgelaugt und kraftlos erscheint, findet zu rhythmischer Beweglichkeit zurück.

Die physikalische Wirklichkeit jenseits des Regenbogenlandes pulsiert. Dinge, die normalerweise stillstehen, vibrieren in einem so gleichmäßigen Rhythmus, dass der Eindruck von Stille und Ruhe entsteht.

Noch lange bleibt der Geruch von Frangipani auf meiner Haut. Und ebenso lange bleibt die Bewunderung für diese glitzernde, schillernde Kraft. Diese Eindrücke hallen in meinem Innenraum noch lange nach wie der Klang einer „duftenden“ Tempelglocke. Jetzt verstehe ich auch, warum Frangipani auch Tempelbaum genannt wird.

Affirmation: „Im Licht des Regenbogens bin ich hell und geborgen!““ Meine Welt erstrahlt in neuem Glanz!“

Duft: Plumeria acutifolia

Verwendeter Pflanzenteil: Blüte

Gewinnung: Alkoholextraktion

Ceridwen’s Kessel – echter Salbei

30 Mai

Windstille des Herzens gepaart mit großer Achtsamkeit und Vitalität der Gedanken lassen mich in eine heilsame Höhle eintreten. Dort hängt der große, geheimnisvoll blubbernde Kessel Ceridwen’s über dem Feuer.

Einer keltischen Sage nach braute Ceridwen in ihrem magischen Kessel einen Trank, der ihren Sohn zum weisesten aller Wesen machen sollte.

Das Bild des nährenden Kessels, der Weisheit, Inspiration und Nahrung für die Seele schenkt, wird durch das ätherische Salbeiöl sehr schön aufgegriffen.

Der Geist ist angeregt, jedoch nicht aufgeregt, das Herz schlägt gleichmäßig und ist deutlich in der Mitte des Brustkorbs wahrnehmbar. Gedanken, Herzschlag und Atmung bilden eine starke, zentrierende Achse, eine Allianz der wachen Ruhe.

Im Salbeiöl sehe ich eine reife Frauengestalt, eine Heilerin und eine gute, wenn auch strenge und konsequente Lehrerin. Sie verkörpert das alte alchemistische Prinzip Solve et coagula – löse und binde!

Darunter verstehe ich die Analyse, Trennung und Auflösung einer Eigenschaft und das anschließende Zusammenfügen der einzelnen Teile zugunsten eines besseren Ergebnisses.

Im Spiegel höchster Konzentration kommt es zu einem inneren Klärungs- und Reinigungsprozess und zu einem ehrlichen Blick auf das eigene Spiegelbild. Salbei lässt keine Selbsttäuschung zu. Was man bekommt, ist die Wahrheit über sich selbst.

Negative Seelenzustände werden gelöst und erlöst, positive Seelenzustände werden anerkannt und eingeladen zu bleiben. Mit diesem Reifungsprozess stellt sich ein autarkes Gefühl der Souveränität, Authentizität und der inneren Stärke ein.

Mit Salbei lernt man, von sich selbst zu lernen und die eigene Wahrheit, die wie alles im Universum  stetiger Veränderung unterworfen ist, immer wieder im eigenen Spiegelbild zu erkennen.

Salbei ist ein Duft wie ein Fels in der Brandung mit einer sehr starken Duftpersönlichkeit. Nur ein einziger Tropfen reicht für ein ganzes Königreich der Inspiration.

Es ist kein Duft für den Alltag, sondern eher für bestimmte Momente und Phasen der Veränderung und des Lernens, in denen es nötig ist, die eigene Identität zu stärken und sich selbst zu erkennen und wiederzufinden.

Ebenso hilft der Duft, alte Narben endgültig zu heilen und zu erkennen, dass  mit bestimmten (schmerzhaften) Lebenserfahrungen eine Einladung zur Veränderung oder Umkehr ausgesprochen wird.

Der einschränkende, klärende und reduzierende Effekt von Salbei kann wohltuenden Durchblick bei unkontrollierbaren Gedanken- und Gefühlswellen bringen.

Affirmation: „Ich trinke aus der Quelle innerer Weisheit!“

Duft: Salvia officinalis, Portugal

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Destillation

Hinweise:

Obwohl ich die Eigenschaften von Salvia officinalis sehr schätze, muss auch ich an dieser Stelle zur Achtsamkeit im Umgang mit dem Duft mahnen. Der sehr hohe Monoterpenketongehalt (überwiegend Thujon) regt die Nerventätigkeit stark an und ist für Epileptiker, Kinder und Schwangere tabu.

Sogar und gerade in einer sehr geringen Dosierung (0.5%) kann Salbei seine wohltuenden und erkenntnisfördernden Eigenschaften vollkommen entfalten. In dieser geringen Dosierung sind keine Nebenwirkungen für gesunde Erwachsene bekannt.

Die Warnhinweise sind natürlich berechtigt, trotzdem finde ich es schade, dass dieser wundervolle Duft aufgrund einer undifferenzierten Betrachtungsweise vielerorts gar nicht zur Anwendung kommt.

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