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Holy Smokes – Dufterfahrung zwischen Himmel und Erde

15 Jan

Räucher_zeremonieVom Duft durchdrungen, sichtbar, fühlbar, mit Haut und Haar, duftender Rauch im Raum. Die Atmosphäre füllt sich schnell mit meandernden, tanzenden Nebelschwaden.

Die Fingerspitzen riechen noch ein wenig nach Kohlestaub, während der Blick den tanzenden Mustern des Rauches folgt und der Geist sich in der Atmosphäre niederlässt.

Eine Räucherzeremonie ist eine sehr sinnliche Erfahrung. Der Duft wird sichtbar als Rauch, der nach oben steigt, der sich im Raum ausbreitet oder aus dem offenen Fenster in die kalte Winterluft entweicht.

Und in diesen Rauch und seine Bewegung lässt sich alles Mögliche hinein projizieren. Er wird zum Träger meiner Wünsche, meiner Gedanken und meiner Gefühle. Vielleicht lenkt er mich auch einfach vom Alltäglichen ab, vielleicht schaue ich ihm einfach nach und mache nichts.

Schon das Bereitstellen sämtlicher Utensilien und das Aufstellen meines kleinen Räucherkessels, die Auswahl des Räucherstoffes, das Entzünden der Kohle versetzt mich in eine feierliche Stimmung. Es markiert den Moment, in dem ich meine normale Form verlassen darf.

Ich blicke den Rauchkringeln hinterher und nutze die Symbolkraft des Rauches, mit dessen Hilfe ich mir Unsichtbares vor Augen führen kann und durch die sinnliche Berührung besser verstehen kann.

Das Symbol des duftenden Rauches hilft mir persönlich sehr gut bei folgenden Themen:

  • Wünsche formulieren
  • seelische Reinigung
  • Entspannung 
  • Loslassen und Abschied nehmen
  • Feste feiern

 Die Bedeutung erhält der Rauch durch das, was man selbst hinein gibt und was man sich dabei vorstellt. Daher macht es Sinn, sich für einen bestimmten Anlass sein eigenes Räucherritual auszudenken.

Die einen lieben es, die anderen hassen es. Eine Räucherung hat ihren ganz eigenen Charme. Ich persönlich liebe es, in dicken duftenden Nebelschwaden Verbindung zu jenem archaischen Ur-Menschen in mir aufzunehmen. Immerhin ist das Räuchern eine der ältesten Freizeitbeschäftigungen der Menschheit.

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Vanitas – Heu

24 Jul

Herman Herstenburgh, Still Life

Obwohl ich weiß, dass Heu gestorbenes, verwelktes Gras ist, hatte ich mir insgeheim den Duft von frisch geschnittenem Gras erhofft.

Stattdessen weicht meine Nase vor dem ersten Duftimpuls vehement zurück, zu intensiv und eindringlich. Ich muss mich langsam annähern.

Nach wenigen Minuten wird der Duft weicher, erdiger, tiefer. Er hält mich und umarmt mich ganz fest!

In mir entsteht ein Gefühl von Ausdehnung und Wachstum. Das Empfinden von Tiefe dehnt sich nicht nach unten, sondern  flächendeckend zur Seite hin aus. Plötzlich weiß ich, dass das, was sich dort ausbreitet, meine eigene Existenz ist. In völliger Transparenz werde ich zum gläsernen Menschen und betrachte.

Ich trete in den offenen Diskurs über das Werden und Vergehen, Leben und Tod, ein. Und da ist die Vergänglichkeit, Vanitas. Alles geht vorbei, verwelkt, zerfällt und stirbt. Es stört mich nicht. Es ist der natürliche Kreislauf der Welt, Leben und Tod gehören zusammen.

Vanitas, die Vergänglichkeit kann auch etwas Schönes und Befrei-endes haben, wenn man akzeptiert, dass es sie gibt.

Dieser eigentümliche Heu-Duft tut sein Bestes, einem die Angst vor dem Tod zu nehmen und diese mit einem Gefühl von Natürlichkeit zu ersetzen und sich im Rad des Lebens geborgen zu fühlen.

Damit das Leben seinen Lauf nehmen kann, brauchen wir die Vergänglichkeit ganz dringend. Sie ist es, die den Augenblick kostbar macht, Lebensmomente intensi-viert und uns lehrt das Geschenk des Lebens zu schätzen.

Die Integration der Idee des Todes rettet uns; statt uns zu einer Existenz des Schreckens oder des düsteren Pessimismus zu verurteilen, wirkt sie als Katalysator, damit wir in authentischere Modi des Lebens eintauchen können, und sie vergrößert unsere Freude am Leben.“

Irvin D. Yalom, Existentielle Psychotherapie

Die Heu-Essenz bietet einen hoch philosophischen Spaziergang auf dem Weg der großen Denker vor unserer Zeit an und hilft die Vergänglichkeit und den Tod im Alltäglichen zu akzeptieren und als Teil von sich selbst anzunehmen. Der Lohn ist eine tiefgründige und fundamentale Lebensfreude mit einer unvergleichlichen, köstlichen Qualität.

Affirmation: „Vanitas, ich grüße dich!“

Duft: Bergwiesenheu

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Co-Destillation

In Buddha’s Haus – Weihrauch indisch

21 Mai

Wenn man sich die Identität des Menschen als Haus vorstellt, dann sind die Lebensprinzipien tragende Balken in der Konstruktion, die eine gewisse Stabilität gewährleisten.

Einige dieser Prinzipien sind lebenslängliche und zuverlässige Begleiter und decken sich mit  den eigenen Werten und dem Selbstverständnis. Sie unterstützen die Entscheidungsfindung und schenken das gute Gefühl, der Mensch zu sein, der man sein möchte.

Da der Mensch aber einem ständigen Wandlungsprozess unterworfen ist und sich durch innere Reifungsprozesse, durch Erfahrungen mit anderen Menschen und durch wichtige Lebensereignisse verändert, kann es passieren, dass sich das eigene Lebensgefühl plötzlich nicht mehr mit den Prinzipien deckt, die man über einen langen Zeitraum hinweg vertreten hat und anstatt in Kongruenz mit den eigenen Prinzipien zu leben, lebt man eher gegen sie an.

Das Festhalten an den überholten Prinzipien mag zwar vordergründig die Sicherheit der Seelenhaus-Konstruktion gewährleisten, führt aber letztlich zum Stillstand der persönlichen Entwicklung.

Tief im Inneren ist jedoch der Stein der Veränderung schon ins Rollen gekommen und bewegt sich nun unaufhaltsam auf die bewusste Wahrnehmung zu. Entweder man klammert sich nun noch mehr an die nicht mehr zeitgemäßen Fragmente der eigenen Identität und nimmt das damit einhergehende Unbehagen in Kauf oder man traut sich, die morschen Balken der Ich-Konstruktion gegen neue auszutauschen und riskiert damit zeitweilige Instabilität.

Dies ist der Moment, an dem der indische Weihrauch sein größtes Potenzial entfaltet. Er ist ein Mutduft im Dunkeln und verschafft Zugang zum inneren Tempel, zu Buddhas Haus im Herzen des Menschen.

Tief in sich selbst geborgen, findet man im Angesicht der Wandlung Stabilität und Anmut. In Buddhas Haus lerne ich: Veränderung tut nicht weh. Veränderung bedeutet Verstehen.

Der indische Weihrauch schenkt tief im Inneren zuversichtlichen Frieden. In diesem geborgenen Zustand fällt es leicht, sich die Erlaubnis zur Veränderung zu geben, die Erlaubnis zu hinterfragen, die Erlaubnis zu brauchen und zu dürfen und ein neuartiges Lebensgefühl für sich zu entdecken, das zuvor aufgrund überholter Prinzipien verwehrt blieb.

Die Reise mit indischem Weihrauch führt tief bis ans Fundament der eigenen Identität. Es ist ein Duft für Menschen, die selbst ihr strengster Richter sind. Auf kontemplative Weise kann man mit Weihrauch indisch das eigene Regelwerk korrigieren, von der Strenge zur Erlaubnis kommen und das Tor der Prinzipien als freier Mensch durchschreiten.

Es ist ein herrlicher Duft, um die eigenen Bedürfnisse in Phasen der Veränderung zu klären, mit einem neuen Lebensgefühl verbundene Werte zu formulieren und ein neues Lebenskonzept zu verwirklichen.

Affirmation: „Was lange verwehrt, wird endlich geehrt!“

Duft: Boswellia serrata, Indien

Verwendeter Pflanzenteil: Harz

Gewinnung: Destillation

Heilerin der blauen Stunde – Schafgarbe

20 Mrz

Das tiefblaue Öl der Schafgarbe sieht aus wie ein Zauberelixier aus einer weit entfernten Galaxie, während der Geruch an den vertrauten Duft einer Wildkräuterwiese erinnert.

Der erste Dufteindruck ist sehr stark krautig und anhaltend. Erst nach einiger Zeit lässt der Aufforderungs-charakter nach und wird zunehmend sanfter und offener.

Ich folge dem Impuls, einen Tropfen des Öls in meine Handinnenfläche zu tropfen und entlang meiner Lebens-linien sickert der blaue Duft bis in die feinsten Falten meiner Handinnen-fläche ein bis sich schemenhaft eine Figur abzeichnet – eine archetypisch weibliche Erscheinung, eine blaue Göttin oder Schutzpatronin.

Auf jeden Fall ist diese in sich ruhende Duftpersönlichkeit respekteinflößend und hinterlässt einen sehr starken Eindruck. Aufgrund ihrer Souveränität und Unerschütterlichkeit wirkt sie beinahe überirdisch, wie eine Botschafterin aus göttlichen Sphären.

Der uralte Name für die Schafgarbe ist „Heil aller Schäden“, denn sie weiß wie man Wunden heilt. Bereits Achilles soll seine verletzte Ferse mit Schafgarbe versorgt haben. Ihm folgten abertausende Soldaten auf verschiedenen Schlachtfeldern dieser Erde nach und versorgten auch ihre Wunden mit dem blauen Öl.

Während die Schafgarbe einerseits den Verwundeten und Leidenden unter ihrem Schutzmantel Obdach gewährt, gibt es da noch eine andere, transformierende Kraft, die einen antreibt, auf die Suche zu gehen. Dies geschieht, sobald nach Verletzung und Niederschlag wieder die ersten Kräfte mobilisiert werden.

Trotz aller Güte und wohlwollender Versorgung ist die Schafgarbe eine weise Duftgöttin, die den Weg der Konfrontation sucht. Es kommt zu einer Gegenüberstellung mit den eigenen Grauzonen, mit Fehlern, die nicht gemacht werden wollten, mit Gefühlen, die nicht gelebt werden wollten und mit Lebensaufgaben, die nicht angenommen werden wollten.

Dieser blaue Duft ermöglicht den übermenschlichen Schritt über Schwellen hinweg und durch die Tore der Selbsterkenntnis hindurch zu gehen und den prüfenden Blick der Sphinx zu überstehen.

Veränderung kann nur durch die Wahrnehmung der inneren Stimme geschehen.

Die Schafgarbe scheint zu sagen: „Vergiss deine Ratschläge und Meinungen und die der anderen, blende das Getöse der wirren und zweifelnden Gedanken aus deinem Bewusstsein aus und werde achtsam für das leise Flüstern deiner inneren Stimme, die bereits seit Urzeiten den richtigen Weg kennt.“

Im Seelenleben gibt es die blaue Stunde, die Zeit der Dämmerung bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, die Zeit, um das Licht des Neuen zu begrüßen oder sich in die Dunkelheit zu wagen.

Vor Anbruch dieser blauen Seelenstunde hat man meist selbst schon eine Ahnung, dass es Zeit ist, an sich zu arbeiten, sich auseinanderzusetzen und den eigenen Weg zum Urgrund fortzusetzen. Der Duft der Schafgarbe sorgt dafür, diese Veränderung als nährend und heilend zu erfahren!

Die heilende, weibliche und schützende Kraft spiegelt sich auch in der Marienverehrung (Schutzmantelmadonna) wieder. In vorchristlicher Zeit war Brigid die keltische Göttin des Herdfeuers, auch die Strahlende, die Helle oder die Streiterin. Anbei ein altes Gebet ihr zu Ehren:

Brigid vom Mantel, umgib uns.
Herrin der Lampe, beschütz uns.
Hüterin des Herdes, entzünde uns.
Unter dem Mantel vereine uns
und gib uns dem Gedächtnis wieder.
Mütter unserer Mütter, Vormütter stark,
führt mit eurer Hand die unsrige,
erinnert uns, das Herdfeuer zu entfachen,
es leuchtend hell zu halten, die Flamme zu hüten.
Eure Hände sind unsere, Tag und Nacht.
Brigids Mantel um uns
Brigids Gedächtnis in uns,
Brigids Schutz, uns vor Schaden zu bewahren,
vor Unwissenheit, vor Herzlosigkeit,
diesen Tag und diese Nacht,
vom Morgengrauen bis zum Dunkel,
vom Dunkel bis zum Morgengrauen.

Affirmation: „Ich setze meinen Seelenweg fort!“ „Ich durchschreite die Tore!“

Duft: Achillea millefolium

Verwendeter Pflanzenteil: Blüte

Gewinnung: Destillation

Fastenzeit – Detox Kur mit ätherischen Ölen

29 Feb

Fasten bedeutet Leben ohne Nahrung. Wer sich schon einmal auf dieses Abenteuer eingelassen hat, weiß, dass es beim Fasten nicht ums Abnehmen geht, sondern um einen Lösungsprozess, um Entgiftung und Reini-gung und um die Aus-einandersetzung mit sich selbst.

Durch das Überangebot an Nahrung nehmen wir häufig mehr zu uns als unser Körper eigentlich verarbeiten kann. Zudem gerät der Säure-Basen-Haushalt durch den Genuss von Nahrungsmitteln, die bei der Verdauung Säuren im Körper freisetzen, sowie durch Stress und mangelnde Bewegung schnell  ins Ungleichgewicht.

Die Folgen der Übersäuerung sind z.B. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Muskelverspannungen, Bindegewebsschwäche oder empfindliche Haut.

Während des Fastens  dürfen die Leber, die Nieren, die Lungen, der Dickdarm und die Haut Urlaub machen. Mit der körperlichen Entgiftung geht meist auch ein psychischer Lösungsvorgang einher. Die durch das Fasten freigesetzte Energie kann dazu genutzt werden, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen und zu neuen Ufern aufzubrechen.

Dr. Hellmut Lützner beschreibt das Fasten in seinem Buch „Wie neugeboren durch Fasten“ so:

  • Fasten ist eine naturgegebene Form menschlichen Lebens
  • Fasten bedeutet, dass der Organismus durch innere Ernährung und Eigensteuerung aus sich selbst leben kann
  • Fasten betrifft den ganzen Menschen, jede einzelne seiner Körperzellen, aber auch seine Seele und seinen Geist
  • Fasten ist ein starker Impuls, die eigene Lebensweise zu ändern, falls dies nötig ist

Die Anwendung ätherischer Öle während der Fastenzeit kann die Entgiftungsprozesse im Körper effektiv unterstützen und dabei helfen, den Körper von Stoffwechselprodukten zu befreien und den Kreislauf zu stabilisieren.

Außerdem können ätherische Öle psychisch kräftigend wirken, neuen Schwung geben und Veränderungsprozesse einleiten.  Auch in Meditation und Innenschau können Düfte interessante Einsichten zu Tage fördern.

Meine Detox-Düfte

Zitrone: klärend, tonisierend, mental strukturierend, unterstützt die Leberfunktion, Wachmacher, vermittelt ein Gefühl von Sauberkeit Die Kunst der Subtraktion – Zitrone

Grapefruit: verbindet mit dem eigenen Energiefluss, tonisierend, fördert die Fettverbrennung, belebend und aufmunternd Flow – Grapefruit

Koriander: unterstützt alle Stoffwechselvorgänge und leitet Gifte aus, stärkt die Verdauungsorgane  Detox Agent – Koriander

Rosmarin verbenon: unterstützt die Leberfunktion, kurbelt die Fettverbrennung an, wirkt blutreinigend, vitalisierend, ausgleichend, hilft das richtige Maß zu finden Die perfekte Welle – Rosmarin verbenon

Rosmarin cineol: atemstimulierend, entgiftet die Lunge, belebend, kreislaufanregend, hebt den Blutdruck, wachmachend, steigert das Durchhaltevermögen

Wacholder: durchblutungsfördernd, stabilisierend, unterstützt bei psychischer Bewältigung von Detox-Prozessen, Verarbeitung negativer Gefühlszustände Wächter der Nacht – Wacholder

Lavendel: hilft bei Unruhezuständen, Kopfschmerzen und bringt den Lymphfluss in Gang, unterstützt die Hautfunktion,  schlaffördernd und entspannend Blue Angel – Lavendel (Berg-)

Angelikawurzel: immunstärkend, blutreinigend, belebend, herzstärkend, durchblutungsfördernd, innerlich aufrichtend, angstlösend, psychisch stabilisierend Krieger des Lichts – Angelikawurzel

Bevor man sich für eine Fastenkur entscheidet, sollte man mit seinem Hausarzt Rücksprache halten, ob diese Methode für einen selbst geeignet ist. Außerdem ist es empfehlenswert, sich an einem strukturierten Leitfaden zu orientieren, da vor und nach dem eigentlichen Fasten Entlastungs- und Aufbautage und insgesamt eine gewisse Planung nötig ist.

Buchtipps:

Wie neugeboren durch Fasten, Dr. med. Hellmut Lützner

Säure-Basen-Balance, Prof. Dr. Jürgen Vormann

Das Säure-Basen-Kochbuch, Monika Lohmann

Fortsetzung folgt….Detox – Aroma-Rezepte für die Fastenzeit

Duftende Helfer für Meditation und Innenschau

13 Dez

Ein stilles Plätzchen im botanischen Garten, Berlin, unweit der Schwarzkiefern

Jeder Duft erzählt seine eigene Geschichte, man muss nur aufmerksam lauschen.

Es sind Geschichten ohne Worte, magische Erlebnis-Pakete voller Gefühl, Bilder, Stimmung, Szenarien manchmal jenseits von Zeit und Raum, volle intensive, sinnliche Erfahrungen.

Das Besondere an der Meditation mit Düften ist, dass die Aufmerksamkeit auf bestimmte Themen gelenkt wird, die der jeweilige Duft vermittelt.

Deswegen eignet sich die Innenschau mit Düften besonders, wenn man sich mit einem bestimmten Thema intensiv beschäftigen möchte oder die Meditation energetisch mit einer bestimmten Qualität aufladen möchte. Dies können z.B. die Themen Liebe, Kraft, Schutz oder Freiheit sein.

Die nonverbale Duftbotschaft eignet sich auch wunderbar als Ergänzung zur Rezitation eines Gebets, Segensspruches oder Mantras oder für bewegte Formen der Meditation (Yoga, Geh-Meditation).

Auch die körperlichen Funktionen wie z.B. Blutdruck und Atmung werden durch Düfte ebenso beeinflusst wie der Gehirnstoffwechsel. So kann mit Hilfe verschiedener Düfte der Alltag verlassen und die meditative Entspannung leichter erreicht werden.

In der Stille, wenn man in sich selbst ein großes weites Feld aufmacht und Platz geschaffen hat, dann zeigen sich die Duftpersönlichkeiten in all ihrer Pracht und fungieren häufig als Begleiter, Lehrer und Informationsträger.

Eine Duftmeditation ist im Prinzip mit jedem Duft möglich, es gibt aber einige wunderschöne Düfte, die Ruhe, Weisheit, Kontemplation und Stille fördern und die Verbindung zum eigenen Wesenskern  unterstützen.

Eine kleine Auswahl  habe ich hier exemplarisch aufgelistet. Die Links führen zu den jeweiligen Einträgen im Aroma Journal:

Angelikawurzel: ist das ewige Licht in der Dunkelheit, erhellt Seele und Körper, agiert in der Meditation als Fackelträger, schenkt Mut, Kraft, bietet Schutz und macht Mut.

Vetiver: hilft sich im gegenwärtigen Augenblick fest mit der haltenden Erdenergie zu verbinden, sich zu verwurzeln, um dann nach oben wachsen zu können. Vetiver schenkt das Ur-Vertrauen, die Räume des eigenen Bewusstseins zu erkunden und dort seine Heimat zu finden.

Zeder: zentriert, macht die eigene tragende Achse spürbar, hilft, sich zu seiner vollen Größe aufzurichten und über sich selbst hinaus zu wachsen. Bietet Stabilität im Spiel der Wandlung und dient als fester Bezugspunkt für die wandernde Seele. Vertieft die Atmung, schenkt Ruhe und Umsicht.

Sandelholz: vergoldet das Herz, macht die Herzqualität erfahrbar, schafft Bewusstsein für die eigene Zeit und Zeitlosigkeit, sanfte Stütze auf dem spirituellen Weg, hält seine schützende Hand über den spirituell Suchenden, verbindet mit dem höheren Selbst und dem göttlichen Funken.

Rose: öffnet das Herz, weitet das Bewusstsein für die universelle Liebe, für Miteinander, Mitgefühl und Nächstenliebe, schenkt Herzenswärme, verbindet das eigene Selbst mit dem Kosmos und dem großen energetischen Netzwerk zwischen allen Lebewesen.

Weihrauch: führt in die Stille, befreit vom Lärm der Gedanken, beruhigt und vertieft die Atmung, lenkt Aufmerksamkeit auf die Atempausen, Ruhe dehnt sich aus, tiefes Vordringen zum eigenen Wesenskern möglich.

Narde: weitet die Wahrnehmung, unterstützt Sinnsuche, Auflösung von Dualität, Erfahrung des „All-Ein-Sein“, Spiel mit Raum und Zeit.

Die Beschreibung enthält eine selektive Auswahl einiger, jedoch lange nicht aller Eigenschaften der genannten Düfte, die aus meiner eigenen Erfahrung heraus bei der Duftmeditation eine Rolle spielen. Es kann durchaus sein, dass sich die Duftthemen bei anderen Meditierenden aufgrund der Wahrnehmung und des Lebenshintergrundes etwas anders zeigen, jedoch wird das archetypische Grundthema bestehen bleiben.

Für die Duftmeditation 3-5 Tropfen in die Duftlampe geben und den Duft in Meditationshaltung bewusst einatmen oder einen Tropfen des ätherischen Öls auf einen Wattebausch oder direkt auf die Handflächen geben, diese vor Mund und Nase halten und mehrmals tief einatmen.

 Duftmeditation in Stichworten…

Den Alltag verlassen – eine bequeme Sitz- oder Liegeposition einnehmen – die Augen schließen – ruhig und gleichmäßig (den Duft) einatmen – Sich öffnen – abwarten ohne zu erwarten – konzentriert bei sich bleiben – erleben.

Reise ins Reich der Krafttiere – Räuchern mit Copal

7 Nov

Die Hochkulturen der Azteken, Maya und Inka brachten ihren Göttern Rauchopfer mit Copal dar. Das Copalharz galt als göttliches Geschenk der Lebensenergie an die Menschen und als Speise der Götter.

Die drei Arten des Copals (blanco, oro, negro) wurden den Menschen mythologisch betrachtet von drei verschiedenen Jaguaren gebracht.

Der Jaguar wurde als Krafttier besonders verehrt, da er mit der Kraft der Sonne assoziiert wurde und die Macht des höchsten Gottes Tezcatlipoca (=rauchender Spiegel) als Krafttier verkörperte, das heißt Mut, Stärke, Autorität und reine Lebensenergie.

Copal war und ist in Mittelamerika ebenso populär und verehrt wie bei uns der Weihrauch. Auch zu den alljährlichen mexikanischen Feierlichkeiten zu Ehren der Ahnen – dem Totenfest – wird in Häusern und auf Friedhöfen mit Copal geräuchert. Mit dem aufsteigenden Rauch werden die Herzens-Botschaften an die Götter geschickt.

Weiß und Schwarz – Tag und Nacht – Räuchern mit Copal (Protium copal)

Während meiner Duftübung mit Copal blanco und negro ist bei mir der Eindruck entstanden als handele es sich um zwei Seiten derselben Medaille.

Während der weiße Copal eine helle, nach oben strebende, leichte und luftige Energie versprüht, zeigt sich der schwarze Copal als balsamische, erdige, nach unten und innen führende, leicht süßliche und bergende Kraft. Nacheinander geräuchert ergänzen sich die beiden Düfte als Tag und Nacht zu einer Einheit.

Der Copal blanco eignet sich in seiner frischen Art gut zum Klären und Reinigen des Geistes und der Atmosphäre, während mich der Copal negro mehr zur inneren Einkehr und zum archaischen Teil meiner selbst führt. Beide Sorten nehme ich als wohltuende und heilende Impulse wahr.

vor meinem inneren Auge zeigt sich mit der Räucherung von Copal negro besonders ein Aspekt der aztekischen Mythologie.

Die Azteken glaubten, dass jeder Mensch vom Zeitpunkt seiner Geburt an von einem Krafttier auf seinem Lebensweg begleitet wird, dem sogenannten Nahualli. Dies bedeutet „Schattenseele“ und wurde als Totem, als tierisches Gegenstück zur Menschenseele aufgefasst. Dieser spirituelle Begleiter sollte den Menschen auf seinem Lebensweg unterstützen, ihm seine Kräfte leihen und ihn vor Gefahren schützen.

Das bekannteste Nahualli ist wohl der Jaguar, es gibt aber auch den Quetzal, die Ameise, den Kolibri, den Kojoten, den Falken, den Ozelot, den Wolf, den Truthahn, den Schmetterling, den Leguan und viele mehr…

Mit dem Duft des Copal habe ich eine Reise zu meinen Krafttieren gemacht, mich in sie verwandelt und aus ihren Augen in die Welt geschaut. Dies gibt Ruhe, Kraft und Zuversicht. Gerade wenn man bestimmte Bereiche seiner Persönlichkeit stärken möchte, kann es eine große Hilfe sein, sich bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten mit Hilfe eines Krafttieres bildlich vor Augen zu führen.

Wenn es gelingt, imaginär in die Haut des Nahualli zu schlüpfen wird manchmal ganz leicht aus einem „Ich kann nicht…“ ein „Ich mache es wie mein Nahualli…“ Den Krafttieren zu begegnen ist sehr inspirierend, spannend und erheiternd. You never walk alone…

PS: Copal oro hatte ich als Räucherharz nicht zur Hand und kommt deshalb im Artikel nicht vor.

Sesam öffne dich – Elemi

28 Okt

Aus dem Nichts heraus stehe ich plötzlich barfuß in einem wilden, tropi-schen Urwald mit Flechten, Orchideen und viel Grün.

In der ersten Milli-sekunde bewurzeln sich die Fußsohlen fest im Erdboden, so als würde man einen Sicherheits-gurt anschnallen, im nächsten Moment löst sich wie von Zauberhand eine kreisrunde Erdscholle im Radius von 3 Metern um mich herum, um dann wenig später um 180 Grad um die eigene Achse zu wirbeln. Mit einem dumpfen Geräusch schließt sich die Erdoberfläche wieder und alles ist still.

Nur, dass der oberirdische Teil des Urwaldstückes, auf dem ich stand, plötzlich unterirdisch ist und umgekehrt. Meine Welt steht auf den Kopf und ich mit ihr.

Ich fühle mich als wäre ich durch eine geheime Falltür in eine versteckte Schatzhöhle gefallen. Habe ich etwa ohne es zu wissen eine geheime Formel gesprochen, das Sesam-öffne-dich?

Ich nehme an, es handelt sich um eine nonverbale Formel, ein Anschwellen innerer Bereitschaft, sich nach innen zu wenden, für sich zu sein, abzuschalten, sich zu sammeln und nachzusinnen. Und Elemi ist mein Reiseelixier à la Alice im Wunderland.

Meinen inneren Raum habe ich mir immer als Garten vorgestellt und je öfter ich dort war, umso vertrauter wurde der Ort für mich. Und überdies gestaltete ich mir meinen inneren Garten genau so wie ich es wollte, mit üppiger Vegetation, alten Bäumen, bunten Blumen und einem gemütlichen alten Korbsessel mit einer warmen Wolldecke für kühlere Tage. Manchmal gestaltete sich der Garten auch selbst, eigenwillig, und manchmal bekam ich dort auch Besuch.

Der innere Garten wurde zu meinem Wohnzimmer, zu einem Refugium, einem vertrauten Ort, der immer auf mich wartet und den ich immer dabei habe.

Ich glaube, dass es vielen Menschen nicht bewusst ist, dass man in seinem Inneren eine Wohnung einrichten kann, genau wie in der äußeren Welt.

Die Botschaft des Elemiduftes ist, den inneren Raum wahrzunehmen, ihn sich zu eigen zu machen, ihn auszufüllen und zu bewohnen, um sich am Ende darin wohl zu fühlen, Geborgenheit und Schutz und eine Heimat für seine Ideen und Visionen zu finden.

Elemi hilft in einen meditativen Ruhezustand zu gelangen und innere Bilder entstehen zu lassen. Ähnlich wie beim Weihrauch gibt der regelmäßige Atem die Struktur vor, an die man sich halten kann, solange die Bilder im inneren Raum noch kurzlebig und verschwommen sind.

Es ist eine Frage der Übung, bis man die Konzentration so lange halten kann, dass das innere Bild konstant bestehen bleibt. Elemi bereichert die Vorstellungskraft und schenkt Mut und Geduld, die inneren Welten zu erforschen.

Man fragt sich, was dies nun mit der Realität zu tun hat? Und warum sollte man seine kostbare Zeit ausgerechnet damit verbringen, einen imaginären Raum zu erschaffen?

Die Antwort ist ganz einfach: Weil man sich dann auch andere Dinge leichter vorstellen kann, Szenarien vor dem inneren Auge durchspielen kann und damit das visionäre Denken fördert. Der Duft von Elemi katapultiert dich in die Welt, die du innerlich erschaffen willst und ist damit ein toller Duft um auf Visionssuche zu gehen. Und was im Innen lebt kann sich im Außen manifestieren.

If you can dream it you can do it!

Darüber hinaus eignet sich Elemi hervorragend, sich zurück zu ziehen, den Zugang zu den inneren Ressourcen herzustellen, neue Kraft zu tanken und sich in relativ kurzer Zeit zu regenerieren.

Affirmation: „Ich erschließe meinen inneren Raum !“ „Ich baue ein Refugium!“

Duft: Canarium luzonicum, Philippinen

Verwendeter Pflanzenteil: Harz

Gewinnung: Destillation

Blue Spirit – Eukalyptus

19 Jul

Meine erste Assoziation zu diesem Duft ist ein strömender, blauer Nebel, der wie flüssiger Sauerstoff aus einer Schale quillt und bald die ganze Umgebung in eine Landschaft aus verschiedenen Blautönen verwandelt.

Es ist ein wohltuendes Gefühl des Durchatmens und Innehaltens, das man gerne ganz tief einatmen möchte. Dieser Duft strömt tief in den Körper ein und erfüllt mich mit dem besonderen Gefühl, dass sich die Kreativität meiner Träume in der Wirklichkeit manifestieren kann.  Die blaue Landschaft scheint sich weiter und weiter auszudehnen und der blaue Spirit erfüllt die Gegenwart mit konzentrierter Ruhe.

Die Farbe Blau entwickelt sich zu einem deutlich wahrnehmbaren Gefühl. Ich wandle zwischen romantisch- traumwandlerischer Gelassenheit erzeugt durch die Assoziationen der blauen Berge, der blauen Stunde, des blauen Mondes und der blauen Blume auf der einen Seite und konzentriertem Pioniergeist, fokussiertem Aktionspotenzial und Neugier auf der anderen Seite.

In dieser zwischen den Welten schwebenden Oase könnte ich mich ebenso gut ausruhen wie fokussiert Inspiration finden.  Und immer wieder Blau. Ich könnte hineinfallen und alle diese Blautöne in mir aufnehmen.

Es ist das Gefühl einmal kurz aus der normalen Welt herauszutreten, fernab eine Pause zu machen, wo Minuten wie Stunden erscheinen. Ich mache einen Ausflug in Raum und Zeit zu den blauen Bergen wo der Eukalyptus zuhause ist. Dabei entspannen sich Augen, Kiefer, Nacken und Schultern, die Muskeln lassen locker ohne zu erschlaffen.

Zum Abschluss meiner Duftreise wartet ein kleiner blauer Holztisch mit Stuhl vor der umwerfenden Kulisse der blauen Berge. Darauf steht eine dampfende Tasse Tee. Natürlich auch blau.

Affirmation: „Ich lasse mich in die blaue Gelassenheit sinken!“ „Ich zelebriere die blaue Stunde!“

Duft: Eukalyptus globulus

Verwendeter Pflanzenteil: Blatt/Zweig

Gewinnung: Destillation

Die klare Linie – Zypresse

17 Jul

Die Zypresse steht für sich selbst und das in kerzengerader Form. Sie ragt als klare Linie in den Himmel. Konsequent, aufrecht, folgerichtig. Sie ist bewundernswert diszipliniert, mini-malistisch und wesentlich. Mein Staunen über die klare Linie dauert nun schon seit über einer Woche an.

Für mich bilden die drei Hölzer Zeder, Sandelholz und Zypresse eine Art Trilogie der heiligen Hölzer. Die Zeder als Spiegel des wahren Selbst, Sandelholz als Hüter der Zeit und die Zypresse als Rahmen für die existenzielle Ordnung des Menschen.

Die wertvollste Eigenschaft dieses Duftes ist das Stiften von Ordnung. Für das eigene Lebensbild bietet die Zypresse bereitwillig ihre Hilfe an, den passenden Rahmen für sich zu finden. Aus den unendlich vielen Möglichkeiten, Prinzipien und Lebensweisen, die einem potenziell zur Verfügung stehen, wird der aktuell passende Entwurf in völliger Klarheit und Strukturiertheit skizziert.

Die Zypresse hilft eine grundlegende Lebensordnung zu entwerfen oder zu festigen. Sie ist das beste Heilmittel für chaotische Verwirrungen, für Sackgassen und komplizierte Verstrickungen. Plötzlich ist alles ganz einfach und man ist in der Lage sich aus dem Chaos zu befreien – wie der Phönix aus der Asche.

Die Welt befindet sich ja permanent im Wechselspiel von Ordnung und Chaos und wir Menschen bilden im Mikrokosmos eben diesen ewigen Gezeitenwechsel ab.

Mit der Zypresse habe ich gelernt, dass Ordnung unheimlich wohltuend sein kann. Es gibt eine natürliche Ordnung, einen Zustand, in dem alles seinen Platz hat und jedes Gefühl und jeder Gedanke gut aufgeräumt ist. Mit der Zypresse erkenne ich auch immer wieder den Wert der Wenigkeit und der Einfachheit. Im Umkreis der Zypresse existiert kein „Zuviel“ und kein „Über“, kein Überfließen, Überquellen, Überfordern, Übertreten. Keine Massen an Dingen, die man nicht braucht und auch keine Meinungen, nach denen man nicht gefragt hat.

Durch die ordnenden Kräfte der Zypresse werden kleine Zwischenräume frei, die vorher nicht erkennbar waren. Es kann auch gesehen werden, was zwischen den Zeilen steht, der feine, aufmerksame Blick schweift nicht ab. Diese Zwischenräume stehen zu meiner Verfügung, sie verschaffen mir Luft und bilden Freiräume, wo vorher keine waren. Dies ist ein wahrer Segen!

Affirmation: „Ich habe eine klare Linie!“

Duft: Cupressus sempervirens

Verwendeter Pflanzenteil: Zweige

Gewinnung: Destillation

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