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Wildniswissen – Kreuzkümmel

10 Jul
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Jeanswerbung Dr. Denim

Wer hat der zivilisierten Welt nur beigebracht so ängstlich und gleichzeitig so brav zu sein? Warum können wir nicht etwas wilder sein, die Schuhe ausziehen und einfach barfuß weitergehen, und im Kühlschrank nur das Essen für den nächsten Tag einlagern?

Vielleicht weil wir unser wildes Erbe, unser Wildniswissen vergessen haben. Im Grunde des Herzens oder vielleicht sogar darunter ist mit dem Duft des Kreuzkümmels ganz deutlich die wilde, animalische Natur des Menschseins zu spüren.

Die Reise zum wilden Teil scheint mir rückblickend wie ein langer Weg, den ich in kleinen Schritten zurücklegen musste. In dem Augenblick, als ich den Kreuzkümmel zum ersten Mal roch, machte sich in meinem Unbewussten ein Fährtensucher auf den Weg, um zu meiner Wildnis zu gelangen. Und im selben Moment dachte ich: „Oh mein Gott, das riecht wie Schweiß!“

Einmal ist es mir passiert, dass dieser Duft chamäleonartig seine Duftnoten geändert hat. Zuerst schwülstig schmalzig und sehr intensiv würzig, wenig später entströmte eine leichte Kirsch-Note, hin zu einer kompletten Wandlung zu kräftiger Minze gefolgt vom medizinischen Duft der Myrrhe.

Ich habe erlebt wie der Duft bis tief in die Gedärme vorgedrungen ist und vor dem inneren Auge ein lebhaftes Bild sich bewegender Darmwindungen des Dickdarms und Dünndarms entstanden ist. Der Geruch ist schwer auszuhalten, ein Anflug von Übelkeit streift die Wahrnehmung, im Kopf steigen sanfte Nebel auf. Benommen und übel, na toll.

Es war wie ein Verdauungsprozess, der in die Zeit hineinragte und mich Stück um Stück zum wilden Teil meiner selbst brachte, zu jenem Stück Garten, das man nie besucht und wo Gestrüpp und Unkraut das Regiment übernommen haben.

Die Wildnis hat ihre eigene Architektur und ihre eigenen Gesetze.

Wild zu sein bedeutet nicht, die Kontrolle zu verlieren. Nein, es bedeutet intuitiv kraftvoll zu sein und diese Kraft wird gespeist von dem Wissen, innere Ressourcen zu mobilisieren, von denen man bisher vermutet hat, dass sie da sind, aber es eben nicht genau wusste.

Es bedeutet mehr Bodenhaftung zu haben, mehr Mut, mehr Souveränität, mehr Fülle, mehr Vertrauen darin, sich zu helfen zu wissen.

Es ist das Wissen, dass wir einen Sinn für das Überleben haben, den wir zwar nicht mehr nutzen, weil es uns einfach in diesem Teil der Welt  so gut geht und wir so viele Annehmlichkeiten in unserem Leben haben, dass wir nie dazu kommen, es auszuprobieren. Dass wir nie wissen, was wir alles überleben können und infolgedessen haben wir Angst, es könnte uns etwas zustoßen.

An und für sich bin ich kein besonders ängstlicher und auch kein besonders angepasster Mensch, und doch, im Angesicht dieses Duftes kommt so etwas wie Wagemut hervor, die Lust, sich zu widersetzen, die Streitaxt auszupacken, wenn es notwendig ist. Und auch die Lust, die wilde Seele zu nähren, ein Feuer zu entzünden, Räucherwerk zu verbrennen, sich die Hände schmutzig zu machen, barfuß zu gehen, mit den Wölfen zu heulen, zu tanzen und aus voller Inbrunst zu lachen und noch so einiges anderes…

Inzwischen finde ich zwar immer noch, dass der Kreuzkümmel etwas Schwülstig-Schweißiges hat, aber die wilde und animalische Seite in mir wird mir dadurch jedes mal wieder stark bewusst. Die wilde, ungebremste, bodennahe Kraft, die dann zu spüren ist,  fühlt sich an als ob man von einer sehr langen Reise endlich Heim kommt – zum ältesten Ort, der in einem selbst existiert.

Affirmation: „Gute Mädchen/Jungs kommen in den Himmel, wilde Mädchen/Jungs kommen überall hin!“

Duft: Cuminum cyminum, Ägypten

Verwendeter Pflanzenteil: Samen

Gewinnung: Destillation

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Regenbogenland – Frangipani

10 Jul

Mit Frangipani erstrahlt die normale  alltägliche Welt in einem wunderschönen und gleichzeitig subtilen Glanz. Es ist so, als würden sich die Parameter der Lichtbrechung mit einem Mal verändern.

Die Wahrnehmung der Welt ist durchzogen mit feinen Fäden aus Diamanten und Perlen, die funkeln, flimmern, brillieren, oszillieren.

Es ist einfach ein wunderschönes, erhebendes Gefühl sich im Raum der Imagination in dieses flirrende Netz aus bunt-leuchtenden, schillernden Fäden sinken zu lassen und gemeinsam mit dem Duft von Frangipani in das Regenbogenland einzutreten.

Wie kleine Windräder drehen sich die  Frangipaniblüten und erzeugen die energiegeladene, helle und glitzernde Atmosphäre, die sich wie ein feines, transparentes Netz über die Grautöne des Alltags legt.

Entgegen meiner Erwartung erlebe ich Frangipani als einen Duft, der trotz seiner flirrenden, leichten Energie  die eigenen Kräfte zentrierend zur Mitte hin spürbar macht. In der Leichtigkeit Stabilität finden, im Regenbogennetz aus gebrochenem Licht gehalten sein.

Was dumpf und grau war, wird lebendig, rhythmisch, glitzernd und bunt.  Frangipani leistet Hilfe zur Selbsthilfe, indem es den inneren Raum mit seinem inspirierenden Glanz erfüllt. Glamour pur für die Seele!

Die Angst vor der inneren Leere, vor dem Nichts und vor allem die Angst vor dem, was diese innere Leere ausfüllen könnte, wenn man sie nur zuließe, löst sich im Licht des Regenbogens auf. Damit ebnet Frangipani auch den Weg zu sich selbst und hilft, tiefe Entspannung  zuzulassen.

Alles, was blass, farblos, grau, ausgelaugt und kraftlos erscheint, findet zu rhythmischer Beweglichkeit zurück.

Die physikalische Wirklichkeit jenseits des Regenbogenlandes pulsiert. Dinge, die normalerweise stillstehen, vibrieren in einem so gleichmäßigen Rhythmus, dass der Eindruck von Stille und Ruhe entsteht.

Noch lange bleibt der Geruch von Frangipani auf meiner Haut. Und ebenso lange bleibt die Bewunderung für diese glitzernde, schillernde Kraft. Diese Eindrücke hallen in meinem Innenraum noch lange nach wie der Klang einer „duftenden“ Tempelglocke. Jetzt verstehe ich auch, warum Frangipani auch Tempelbaum genannt wird.

Affirmation: „Im Licht des Regenbogens bin ich hell und geborgen!““ Meine Welt erstrahlt in neuem Glanz!“

Duft: Plumeria acutifolia

Verwendeter Pflanzenteil: Blüte

Gewinnung: Alkoholextraktion

Chakra Master – Niauli

7 Apr

Jeden Menschen umgibt ein ihm eigenes Energiefeld, das sich aus den inneren Kraftressourcen und der Gefühlslage speist.

In der Regel ist dieses elektro-magnetische Feld unsichtbar aber spürbar, sobald man beginnt, seine Aufmerksamkeit darauf zu lenken.

Dieses Kraftfeld ist wie ein trans-portabler Raum um uns herum, den wir immer mit uns mittragen.

Die eigene Privatsphäre wird normaler-weise nur durchbrochen, wenn man es selbst erlaubt und ist gesellschaftlich durch Begrüßungs- und Abschiedsrituale wie Küsschen geben und Händeschütteln geregelt (Höflichkeitsabstand).

Mit Niauli wird der eigene Energiekörper deutlich besser spürbar und die Eigenwahrnehmung endet in diesem Fall circa einen Meter außerhalb der Körpergrenze.

Immer wieder hatte ich die Imagination einer transparenten Regenbogenhaut aus kräftig leuchtenden Farben, die meinen Energiekörper von Kopf bis Fuß einhüllt, und mit jedem Mal etwas dicker und fester wurde, obwohl das Material nur aus buntem Lufthauch gewebt war.

Vor meinem inneren Auge erschienen wunderschöne rote, orange, gelbe, grüne, blaue, violette und weiße Chakra-Blüten . Mit ihnen kam die Information, wie es um mein Energiesystem bestellt ist.

Niauli, mein Chakra Master, geleitete mich geduldig überall dort hin, wo die Lebensenergie nicht mehr so unbeschwert fließen wollte, oder wo sich eine Energieblockade bereits auf der körperlichen Ebene in Form von Muskelverspannungen manifestiert hatte.

Das Besondere an dem sehr milden Niauli Öl ist, dass es die natürliche energetische Schutzhülle, die um den leiblichen Körper herum existiert von innen heraus aufbaut, gelegentlich sogar aufplustert, bis die eigene Ausstrahlung wieder richtig gesättigt ist.

Interessanterweise wird Niauli auch erfolgreich vor der Bestrahlung der Haut in der Krebstherapie eingesetzt, um die Strahlungsschäden zu mindern und dient also auch hier als Schutzanzug. Auf der körperlichen Ebene reinigt Niauli das Immunsystem und fördert eine gelassene Atmung und eignet sich sehr gut für eine Fußmassage vor dem Einschlafen.

Die Energie von Niauli ist sehr angenehm, mild und atemstimulierend, verfeinert die eigene Wahrnehmung und fördert den Bezug zum eigenen Energiekörper. Es eignet sich somit hervorragend für Imaginationsreisen durch den eigenen Körper. Der Chakra Master Niauli verbindet die Energiezentren im Körper miteinander und sorgt für ein feinstoffliches Wohlgefühl.

Begriffsklärung  Chakra

Affirmation: „Ich nehme meinen Energiefluss wahr!“

Duft: Melaleuca viridiflora,Madagaskar

Verwendeter Pflanzenteil:Zweige

Gewinnung: Destillation

Der Kuss des Feuervogels – Rosmarin cineol

29 Mrz

Als aus der Dunkelheit der Imagination der majestätische, hell leuchtende Feuervogel aufsteigt, rollt eine rote Welle aus Energie auf mich zu, die mich sofort in einen Zustand höchster Aktivität versetzt und ich weiß, dieser Duft lässt mich in meinem Element sein.

Die Lunge wird mit Gletscherluft durchströmt, der Lebensstrom saust wie eine Windböe durch den Körper, die Muskeln brennen wie Feuer, beide Beine stehen fest auf der Erde und nun will die Bewegung fließen wie ein wilder Gebirgsbach.

Power und Ausdauer, verbunden mit Zielstrebigkeit und einem sofortigen Handlungsimpuls – eine Erfolgsgarantie.

Rosmarin cineol ist der Pusher, der Auslöser, der Antreiber und durchbricht die Grenzen zwischen Imagination und Wirklichkeit.

Lass dich vom Feuervogel küssen und dich von seiner Tatkraft anstecken. Setze das, was du dir vorgenommen hast, in die Tat um und lass deine Ideen Wirklichkeit werden. Dies ist ein wunderbarer Duft, um aktiv und mit voller Energie die eigene Realität zu verändern, den nötigen Antrieb und die Motivation zu finden, „es“, was auch immer dies sein mag, endlich zu tun.

Die Muskulatur wird bei gleichzeitigem Anstieg des Blutdrucks geschmeidig und warm, der Körper wird aufgeweckt und darauf vorbereitet, Anstrengungen auf sich zu nehmen.

Entweder nutzt man diesen Energiekick, um sich körperlich zu betätigen oder um eine geistige Leistung zu erbringen. Nicht umsonst gilt Rosmarin cineol als der Duft, der dem Gedächtnis auf die Sprünge hilft.

Rosmarin cineol ist der Duft, der den Stein ins Rollen bringt und ist von höchstem Nutzen gerade dann wenn man bisher die nötige Energie oder den Mut nicht aufgebracht hat, seine Ideen und Vorhaben auf den Weg zu bringen.

Der Feuervogel unterstützt die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und sorgt dafür, seine Ressourcen optimal auszuschöpfen und nicht schon frühzeitig aufzugeben, weil man sich selbst mental die Grenzen enger gesteckt hat.

Mit Rosmarin cineol will man einfach nur machen, ohne lange zu fackeln und dies kann am Ende des Tages sehr zufriedenstellend sein. Frei nach dem Ausspruch von Erich Kästner:“ Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“

Affirmation: „Ich mache meine Idee wahr!“ „Ich setze meinen Impuls in Handlung um!“

Duft: Rosmarinus officinalis cineol, Tunesien

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Destillation

Hoffnungsträger – Riesentanne

21 Feb

Groß und nach allen Seiten hin expandierend spendet der Duft der Riesentanne großzügig seine nadel-grüne Kraft.

Es riecht frisch, hell, dennoch weich und vor allem nach Hoffnung.

Innerlich fühlt sich der Duft an, als würde moosgrüner Samt in flüssiger Form durch den Körper gleiten.

Während ich den Duft weiter einatme, richte ich mich immer mehr auf, werde groß und größer und wachse. Mit dem Wachstum kommt das Gefühl der Großzügigkeit und der Gewissheit.

Das Wissen darum, sich weiter zu entwickeln und voranzuschreiten ist besonders in Lebensabschnitten wichtig, in denen einem die Bestätigung der eigenen Fähigkeiten von außen durch Erfolgserlebnisse oder verbales Feedback entweder gänzlich fehlt oder keine Bedeutung mehr zu haben scheint.

Für jeden Menschen kommt einmal der Tag, an dem nur er sich die Hoffnung schenken kann, die er zum weitermachen braucht.

Doch Fehlschläge und  Frustrationen lassen den Menschen psychisch und körperlich in sich zusammen sacken, machen klein, unbeweglich und ängstlich.

Der Duft der Riesentanne strömt tief ins Innere ein und legt eine der wertvollsten Ressourcen frei, die unheimliche Kräfte mobilisieren, die Willenskraft aktivieren und sogar über Leben und Tod entscheiden kann – die Hoffnung.

Dies ist ein Gefühl, das den Menschen antreibt und ihn daran hindert, kampflos aufzugeben. Es  ermöglicht eine Neubewertung der aktuellen Situation.

Hoffnung führt dazu, die Dinge  positiv zu sehen, obwohl sie es noch gar nicht sind. Der Mensch erschafft sich also mittels seiner tief verborgenen Kraftreserven die Illusion, dass alles besser werden wird und hält diese so lange aufrecht, bis diese Illusion zur Realität geworden ist. Ohne Hoffnung kann es keine Helden geben.

Der Duft der Riesentanne vermittelt Größe, Vitalität und Standhaftigkeit, führt aber gleichzeitig ganz ruhig und besonnen zur Quelle der eigenen Hoffnung.

Es ist der ideale Begleiter in Situationen, in denen man das Gefühl hat, sich nicht aus eigener Kraft aus der Enge, der Kleinheit, der Kraftlosigkeit oder der Ohnmacht befreien zu können.

Die Riesentanne mit ihrem wunderbar waldigen Aroma ist dein Hoffnungsträger, so lange, bis du es selbst (wieder) kannst!

Affirmation: Meine Hoffnung ist groß und weit! Meine Hoffnung trägt mich weiter!

Duft: Abies grandis, Frankreich

Verwendeter Pflanzenteil: Zweige

Gewinnung: Destillation

Das Antiserum – Thymian linalool

15 Nov

Widerstand zu leisten kostet Kraft und gerade in Momenten, wo es wirklich darauf ankommt, zäh und hartnäckig zu bleiben, weiß man manchmal nicht mehr woher man die Energie nehmen soll.

Wenn einen z.B. ein Grippevirus befällt, kann man förmlich im Körper spüren wie sich der Virus ausbreitet und von ihm Besitz ergreift. Wie gierige Piranhas stürzen sich die Viren auf gesunde Wirtszellen, um ihre schädlichen Programme zu reproduzieren und sich zu vermehren.

Das fiese an der Sache ist, dass Viren lediglich bei einem geschwächten Immunsystem eine Chance haben einzudringen, und das eigene Körpersystem dann noch mehr geschwächt wird.

Ebenso wie man sich schädliche Viren vom Hals halten will, möchte man auch Energie-Vampire, sowie kleine und große Haie in Menschengestalt von sich fernhalten und all jene in ihre Schranken weisen, die fremde Lebensenergie verzehren, um daran zu wachsen.

Der Duft von Thymian linalool schiebt dieser Form schädlicher Fremdeinwirkung rigoros den Riegel vor und errichtet einen wirksamen Schutzwall aus kräftigen Farben.

Vor meinem inneren Auge schaut mich ein junger Mann mit blassem Teint und traurigen, ratlosen Augen an. Er scheint nicht mehr weiter zu wissen. Von außen zeigen graue, spitze Haifischzähne aus allen Richtungen auf ihn.

Aus Kopf, Herz und Bauch des jungen Mannes sprießen nun grüne organische Pipelines, die sich zu einem dynamischen Kreislauf um den jungen Mann herum zusammenschließen. Die Zwischenräume bilden kompakte Kammern, die sich nach und nach mit kräftigem Gelb, Orange, Grün, Blau und Lila füllen.

Dies ist die energetische Formation des gut organisierten kompakten Widerstandes, mobilisiert aus den Energiereserven, die durch den Thymianduft mit stoischer Ruhe und einem Hang zum Eigensinn akquiriert wurden.

Das Thema des Duftes ist die Sicherung der körperlichen, geistigen und seelischen Souveränität und Stabilität, besonders in Schwächemomenten, in Momenten der Traurigkeit und in Phasen der Überforderung, die subjektiv als Bedrohung wahrgenommen wird.

Es geht um defensive, friedliche und effektive Abgrenzung gegenüber Aggressoren, kurz um Selbstverteidigung. Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Thymian linalool ist eine wunderbare Stütze in schweren Zeiten, um wieder in seine Kraft zu kommen. Indem schädliche Einflüsse neutralisiert werden, kann innerlich Klarheit entstehen und der Kreislauf der Niedergeschlagenheit durchbrochen werden.

Thymian linalool stößt genau wie ein Antiserum innere Prozesse der Immunisierung an, die die eigenen Kraftressourcen unmittelbar zugänglich machen und der (Rück-) Eroberung des rechtmäßigen persönlichen Freiraums dienen, in dem es nur einen Bestimmer geben kann, nämlich man selbst. Insofern eignet sich der Duft auch sehr gut, um Zweifel und Ängste aufzufangen, die beim Herauslösen aus Beziehungsmustern der Fremdbestimmung entstehen.

Selbstbestimmung statt Schwäche, Taten statt Worte, persönliches Wachstum statt Stagnation!

Affirmation: „In meinem Leben bestimme ich selbst!“

Duft: Thymian linalool, Spanien

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Destillation

Reise ins Reich der Krafttiere – Räuchern mit Copal

7 Nov

Die Hochkulturen der Azteken, Maya und Inka brachten ihren Göttern Rauchopfer mit Copal dar. Das Copalharz galt als göttliches Geschenk der Lebensenergie an die Menschen und als Speise der Götter.

Die drei Arten des Copals (blanco, oro, negro) wurden den Menschen mythologisch betrachtet von drei verschiedenen Jaguaren gebracht.

Der Jaguar wurde als Krafttier besonders verehrt, da er mit der Kraft der Sonne assoziiert wurde und die Macht des höchsten Gottes Tezcatlipoca (=rauchender Spiegel) als Krafttier verkörperte, das heißt Mut, Stärke, Autorität und reine Lebensenergie.

Copal war und ist in Mittelamerika ebenso populär und verehrt wie bei uns der Weihrauch. Auch zu den alljährlichen mexikanischen Feierlichkeiten zu Ehren der Ahnen – dem Totenfest – wird in Häusern und auf Friedhöfen mit Copal geräuchert. Mit dem aufsteigenden Rauch werden die Herzens-Botschaften an die Götter geschickt.

Weiß und Schwarz – Tag und Nacht – Räuchern mit Copal (Protium copal)

Während meiner Duftübung mit Copal blanco und negro ist bei mir der Eindruck entstanden als handele es sich um zwei Seiten derselben Medaille.

Während der weiße Copal eine helle, nach oben strebende, leichte und luftige Energie versprüht, zeigt sich der schwarze Copal als balsamische, erdige, nach unten und innen führende, leicht süßliche und bergende Kraft. Nacheinander geräuchert ergänzen sich die beiden Düfte als Tag und Nacht zu einer Einheit.

Der Copal blanco eignet sich in seiner frischen Art gut zum Klären und Reinigen des Geistes und der Atmosphäre, während mich der Copal negro mehr zur inneren Einkehr und zum archaischen Teil meiner selbst führt. Beide Sorten nehme ich als wohltuende und heilende Impulse wahr.

vor meinem inneren Auge zeigt sich mit der Räucherung von Copal negro besonders ein Aspekt der aztekischen Mythologie.

Die Azteken glaubten, dass jeder Mensch vom Zeitpunkt seiner Geburt an von einem Krafttier auf seinem Lebensweg begleitet wird, dem sogenannten Nahualli. Dies bedeutet „Schattenseele“ und wurde als Totem, als tierisches Gegenstück zur Menschenseele aufgefasst. Dieser spirituelle Begleiter sollte den Menschen auf seinem Lebensweg unterstützen, ihm seine Kräfte leihen und ihn vor Gefahren schützen.

Das bekannteste Nahualli ist wohl der Jaguar, es gibt aber auch den Quetzal, die Ameise, den Kolibri, den Kojoten, den Falken, den Ozelot, den Wolf, den Truthahn, den Schmetterling, den Leguan und viele mehr…

Mit dem Duft des Copal habe ich eine Reise zu meinen Krafttieren gemacht, mich in sie verwandelt und aus ihren Augen in die Welt geschaut. Dies gibt Ruhe, Kraft und Zuversicht. Gerade wenn man bestimmte Bereiche seiner Persönlichkeit stärken möchte, kann es eine große Hilfe sein, sich bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten mit Hilfe eines Krafttieres bildlich vor Augen zu führen.

Wenn es gelingt, imaginär in die Haut des Nahualli zu schlüpfen wird manchmal ganz leicht aus einem „Ich kann nicht…“ ein „Ich mache es wie mein Nahualli…“ Den Krafttieren zu begegnen ist sehr inspirierend, spannend und erheiternd. You never walk alone…

PS: Copal oro hatte ich als Räucherharz nicht zur Hand und kommt deshalb im Artikel nicht vor.

Elementarteilchen des Glücks – Kakaobohne

10 Okt

Die Azteken bereiteten aus der Kakaobohne und Wasser das göttliche Getränk Xocólatl zu, was so viel bedeutet wie „Bitteres Wasser“.

Dementsprechend über-rascht der Duft der Kakaobohne mit einem herben, warmen und leicht animalischen Dufterlebnis, das mit dem süßen Aroma von Schokolade nichts zu tun hat, wohl aber mit dem Geheimnis eines archaischen Mythos, dem konzentrierten elementaren Glücksgefühl.

Die bittere Note im Duft weist auf das Überwinden von Bitterkeit hin. In den ersten Tagen der Dufterfahrung(en) passierte so manche bittere Pille aus vergangenen Tagen mein Bewusstsein. Durch die seelisch wärmenden Elemente des Duftes konnte ich mir alles ganz entspannt ansehen und gleichzeitig lernen, die Bitterkeit und das Herbe als lebendigen Impuls aufzufassen.

Als Antidot traten nun im Schlaf ganz elementare Kräfte, die in kleinen Samenkapseln im Urgrund meines Selbst gelagert waren, zu Tage. Kleine samtig braune Speicher voller Wärme, Sicherheit und Ur-Vertrauen, die  sich Nacht für Nacht im Traum öffneten. Wie feiner Goldstaub legten sich die darin enthaltenen Partikel auf meine Seelenlandschaft – die Elementarteilchen des Glücks.

Der Schlaf ist tief und fest, die Trauminhalte werden deutlich erinnert.

Immer wenn die archaischen Kräfte durch einen Duft angesprochen werden, habe ich subjektiv den Eindruck eine lange Reise durch sämtliche Bewusstseinsschichten  zu machen, bis ich endlich am Ziel angekommen bin. Nun (nach 2 Wochen) ist es so weit, dass dieses Ur-Selbst, das sich in lebhafter Bildersprache im Traum äußerte, auch am Tag spürbar ist.

Es ist als ob der archaische Teil der Persönlichkeit ganz deutlich hervortritt und die Instinktnatur die Rolle als Wegweiser übernimmt, ohne dabei die Organisation der Persönlichkeit zu beeinträchtigen. Es fühlt sich an, als hätte man ein zusätzliches fühlendes, nicht sehendes „Augenpaar“ hinzu bekommen, das direkt durch die Gedankenwelt, die Gefühlswelt, die Reize von außen hindurch blickt, bis auf den Grund der eigenen Realität und genau das Lebenswichtige vom Überflüssigen trennt.

Das kleine Glück, das sich pur in Momenten und kleinen Gesten zeigt, wird wie durch ein Vergrößerungsglas wahrgenommen. In einer warmen Mahlzeit, einem frisch gemachten, warmen Bett, einem Dach über dem Kopf, einer Umarmung oder einer Naturerfahrung.

Das Bedürfnis nach Nahrung, Wärme, Schutz, Obdach und Schlaf und die Würdigung des archaischen instinkthaften Wesens im Menschen findet mit Hilfe des Kakaoduftes  seine Erfüllung. Frei nach dem Motto: „Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist, ist ein König.“

Der Kakaoduft führt vom Haben zum Sein, von der Bitterkeit zum elementaren Glücksgefühl der kleinen Gesten.

Affirmation: „Ich nehme das kleine Glück wahr!“ „Mein Ur-Selbst zeigt mir meinen Weg!“

Duft: Theobroma cacao, Peru

Verwendeter Pflanzenteil: Frucht

Gewinnung: Alkoholextraktion (der Duft braucht Zeit, um sich zu entfalten. Der Alkohol muss dazu erst verfliegen)

Der harte Kerl – Oregano

9 Sep

Nur die Harten kommen in den Garten. Oregano ist wirklich ein starkes Zeug. Beim Riechen habe ich das Gefühl, als würde meine Nase den Duft nur portionsweise einströmen lassen, damit die Geruchsempfindung nicht zu stark ist.

Wie bei selten einem anderen Duft habe ich den Eindruck, dass Oregano jede Zelle meines Körpers durchdringt und binnen Sekunden plötzlich überall ist.

In diesem Moment hat man die Wahl zwischen zwei Alternativen: Alles oder nichts. Take it or leave it!

Ein dazwischen gibt es nicht.

Oregano führt einen Echtzeitscan aus und findet sie alle – die kleinen Gauner, Banditen und Betrüger, Viren, Bakterien, Keime. Jeder, der sich ihm in den Weg stellt, wird unerbittlich platt gemacht. Oregano ist der Sheriff, der für Recht und Ordnung sorgt, wenn im Körper einmal Zustände wie im wilden Westen herrschen. Keiner zieht schneller als er und keiner hat eine höhere Trefferquote, er ist einfach ein harter Kerl.

Oregano ist eine der stärksten Duftpersönlichkeiten, fordernd, forschend, vereinnahmend, besserwisserisch, bestimmend, bisweilen bevormundend. Wahrscheinlich zurecht.

Dieser Duft weiß genau, was zu tun ist, um die Ordnung der körperlichen Prozesse wieder herzustellen. Oregano ist für mich die Geheimwaffe gegen bakterielle und virale Infekte sowie Pilzerkrankungen und räumt das Immunsystem (wieder) auf.

Aber auch in psychologischer Hinsicht ist Oregano sehr wertvoll. Der Duft ist sehr geradlinig, würzig und kompromisslos. Es ist ein Duft der Entscheidungen, auf die Taten folgen. Es ist ein Duft, um sein Wort zu halten und das zu tun, was man (sich) versprochen hat. Vor allem aber ist Oregano hervorragend dazu geeignet, Störfaktoren ins Visier zu nehmen, diese zu verfolgen und ohne Zögern zu eliminieren.

Aber wie bereits oben angedeutet, können mit diesem Duft bisweilen die Fetzen fliegen.

Meiner Erfahrung nach wird der Körper bei der Anwendung sehr warm und der Duft arbeitet ziemlich intensiv im Inneren.  Es kommt zu einer inneren Reinigung und Entgiftung. Auf der psychischen Ebene kann der Duft zu einer Läuterung oder Katharsis führen, also zu einer psychischen Reinigung nach Momenten/Phasen emotionaler Erschütterung, mit der man zunächst klar kommen muss.

Oregano ist auf seine raubeinige Art eine große Hilfe in körperlichen und psychischen Schwächemomenten, vorausgesetzt die Konstitution ist ansonsten eher robust. Der Duft hat Führungsqualitäten und fordert einen immer wieder zum Duell heraus. Es entsteht dabei eine imaginäre Reibungsfläche, eine Arena, in der die eigene Widerstandsfähigkeit trainiert wird.

Wenn die eigene Kraft gesteigert ist, der Körper gereinigt, der Geist geklärt stellt sich das wunderbar leichte Gefühl ein, das man nur nach getaner Arbeit hat.

Oregano setzt gerne seine Ellenbogen ein, also rate ich bei sensibler Konstitution, dauerhaften Schwächezuständen davon ab, den Duft zu verwenden. Ebenso ungeeignet ist der Duft aufgrund seines hohen Phenolgehalts für Kinder und Schwangere. Diese Inhaltsstoffe können außerdem die Haut reizen.

Affirmation: „Ich bin widerstandsfähig!“ „Ich härte mich ab!“

Duft: Origanum vulgare, Frankreich

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Destillation

Der Paradiesvogel – Tonkabohne

30 Aug

Der Duft der Tonkabohne lächelt mich geheimnisvoll an und erinnert mich an ein fernes Paradies.

Seit Tagen sammeln sich Eindrücke aus lebhaften Träumen, Sehnsüchten, Wünschen und Vorstellungen und nun sitze ich hier und versuche all das in Worte zu fassen.

Die Bilder und Träume, Gefühle und Stimmungen sind sehr klar erlebbar und doch scheinen mir die Worte dafür  immer wieder wie Sand durch die Finger zu rinnen.

Immer wieder finde ich mich jenseits meiner analytischen Seite, jenseits der Sprache, fernab meines Verstandes, der normalerweise rational und effektiv das Erlebte sinnhaft verdichtet und notiert.

Stattdessen sinke ich mit dem Tonka-Duft Nacht für Nacht in den tiefsten Schlaf, den ich kenne und reise, reise, reise…

Gefühlsmäßig habe ich innerhalb der letzten drei Tage im Traum schon mehrmals den Erdball umrundet.

Es scheint als habe ich im Schlaf mein eigenes Universum erkundet, sozusagen meinen eigenen Weltraum bereist und bin irgendwo da draußen in einer entfernten Galaxie, wo die Monde um die Planeten kreisen, den Anteilen meiner selbst begegnet, die ganz weit weg  von mir zu sein scheinen aber dennoch zu mir gehören.

Auf geheimnisvolle Weise fühlt sich die Ich-Identität durch die Arbeit mit dem Tonka-Duft komplett, ganz, integriert und gesammelt an. Es fühlt sich an, als wäre das Selbstbild plötzlich koloriert statt nur schwarz-weiß.

Immer wieder tauchen fragmentarisch Fetzen von einem idealen Leben auf, von Wünschen, die auf ihre Erfüllung warten, vom eigenen kleinen Paradies. Lauter bunte Perlen, die ich in mein Seelenkleid einwebe.

Gleichzeitig weiß ich natürlich, dass die größten Wünsche auch die größten Ängste in sich bergen, dass Paradies und Hölle ganz nah beieinander liegen. Und natürlich weiß ich, dass das sogenannte Paradies Ansichtssache ist. Ich weiß auch noch viel mehr, aber all dies geschieht durch meinen Verstand und der ist gerade ruhig gestellt bzw. tonkisiert.

Der Tonka-Duft ist wie ein Paradiesvogel, bunt, schillernd, exotisch, frei. Ich fühle mich eingeladen mitzufliegen und mein Universum zu überblicken. Besonders intensiv erlebe ich Gefühle, besonders plastisch tritt all das hervor, was ich mir wünsche, wonach ich mich sehne. Lauter kleine Juwelen, die mich schmücken.

Mit dem Tonka-Duft lerne ich den Stoff, aus dem meine Träume sind, besser kennen. Wünsche, die eben noch Galaxien entfernt waren, kommen gefühlsmäßig ganz nah an meine Realität heran. Ferne Aspekte meiner selbst werden durch meinen Wesenskern  magnetisch angezogen bis ich ganz und gar vollständig und vollendet bin, bis sich der letzte zu mir gehörige Partikel an mich schmiegt.

Alle Wahrnehmung dieses Zustandes gelingt nur auf der Ebene der Gefühle, Instinkte und archaischen Kräfte. Was ich spüre ist ein Urbild meiner Seele, als diese absolut unversehrt und perfekt war und nur eine Sache tat – da sein.

Die Tonka-Fee lächelt vielsagend und geheimnisvoll. Wir werden uns also wiedersehen – in einem anderen Traum vom Paradies.

Affirmation: „Ich erträume mein Paradies!“

Duft: Dipteryx odorata, Brasilien

Verwendeter Pflanzenteil: Frucht

Gewinnung: Alkoholextraktion

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