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Mut zum Fühlen – Mandarine grün

6 Aug

Jeder Mensch hat die Gabe zu Fühlen und damit die Fähigkeit die innere und äußere Welt zu ertasten, sich zurecht zu finden und ein sanftes Band an die Erlebnisse zu knüpfen, die Leben bedeuten.

Unsere Gefühle sind  die Farben unseres Lebens. Als dynami-sches Navigationssystem bieten sie uns zuverlässig Orientierungshilfe in jeder Situation – vorausgesetzt man ist in der Lage seine Gefühle eindeutig zu erkennen und zu interpretieren.

Mit dem Duft von Mandarine grün steigt die Lust zu Fühlen in mir auf.

Es ist eine zarte, feine Ahnung, ein heller Ruf, ein betörender Gesang, bunte Bänder, die im Wind flattern.

Das Herz öffnet sehnsuchtsvoll seine Tore und lässt seine wärmsten Gefühle ausströmen.

Echtes Gefühl ist bedingungslos intensiv, kraftvoll, ungebremst und damit es sich ausdehnen kann, muss man im Stillen ja dazu sagen, den Mut zum Fühlen aufbringen.

Der Duft der noch unreifen Mandarine flüstert mir zärtlich zu, ich möge meinen Gefühlen Raum geben, ihnen eine Brücke bauen, so dass unter all den wunderbar farbigen Gefühlen auch die grauen und dunkelbraunen Gefühle aus dem Exil heimkehren und ihre Ruhe finden dürfen.

Zum vollen, farbigen, leuchtenden Leben ist es nur ein kleiner Schritt, eine innere Geste, eine Erlaubnis, ein Gedanke: Ja! Ja zu Ja!

Dies ist ein herrlicher Duft in der süßen, fruchtigen und lieblichen Sommerluft, eine Einladung, sich mit den eigenen Gefühlen zu verbinden, Augenblicke intensiv zu erleben und die Kraft der intuitiven Gefühlswelt voll auszuschöpfen. Ja zu Ja! Mut zum Fühlen!

Affirmation: „Geboren, um zu fühlen!“

Das Thema „Intensität des Lebensgefühls“ setzt sich im Duft von Mandarine rot fort…

Duft: Citrus reticulata

Verwendeter Pflanzenteil: grüne Schale der noch unreifen Frucht

Gewinnung: Kaltpressung

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Vanitas – Heu

24 Jul

Herman Herstenburgh, Still Life

Obwohl ich weiß, dass Heu gestorbenes, verwelktes Gras ist, hatte ich mir insgeheim den Duft von frisch geschnittenem Gras erhofft.

Stattdessen weicht meine Nase vor dem ersten Duftimpuls vehement zurück, zu intensiv und eindringlich. Ich muss mich langsam annähern.

Nach wenigen Minuten wird der Duft weicher, erdiger, tiefer. Er hält mich und umarmt mich ganz fest!

In mir entsteht ein Gefühl von Ausdehnung und Wachstum. Das Empfinden von Tiefe dehnt sich nicht nach unten, sondern  flächendeckend zur Seite hin aus. Plötzlich weiß ich, dass das, was sich dort ausbreitet, meine eigene Existenz ist. In völliger Transparenz werde ich zum gläsernen Menschen und betrachte.

Ich trete in den offenen Diskurs über das Werden und Vergehen, Leben und Tod, ein. Und da ist die Vergänglichkeit, Vanitas. Alles geht vorbei, verwelkt, zerfällt und stirbt. Es stört mich nicht. Es ist der natürliche Kreislauf der Welt, Leben und Tod gehören zusammen.

Vanitas, die Vergänglichkeit kann auch etwas Schönes und Befrei-endes haben, wenn man akzeptiert, dass es sie gibt.

Dieser eigentümliche Heu-Duft tut sein Bestes, einem die Angst vor dem Tod zu nehmen und diese mit einem Gefühl von Natürlichkeit zu ersetzen und sich im Rad des Lebens geborgen zu fühlen.

Damit das Leben seinen Lauf nehmen kann, brauchen wir die Vergänglichkeit ganz dringend. Sie ist es, die den Augenblick kostbar macht, Lebensmomente intensi-viert und uns lehrt das Geschenk des Lebens zu schätzen.

Die Integration der Idee des Todes rettet uns; statt uns zu einer Existenz des Schreckens oder des düsteren Pessimismus zu verurteilen, wirkt sie als Katalysator, damit wir in authentischere Modi des Lebens eintauchen können, und sie vergrößert unsere Freude am Leben.“

Irvin D. Yalom, Existentielle Psychotherapie

Die Heu-Essenz bietet einen hoch philosophischen Spaziergang auf dem Weg der großen Denker vor unserer Zeit an und hilft die Vergänglichkeit und den Tod im Alltäglichen zu akzeptieren und als Teil von sich selbst anzunehmen. Der Lohn ist eine tiefgründige und fundamentale Lebensfreude mit einer unvergleichlichen, köstlichen Qualität.

Affirmation: „Vanitas, ich grüße dich!“

Duft: Bergwiesenheu

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Co-Destillation

Flow – Grapefruit

29 Jan

Wenn es Glück regnen könnte, dann wäre die Glückseligkeit der Grape-fruit ein sanfter  Regen-schauer voller weicher Regentropfen, der in Windeseile zu einem kräftig sprudelnden klaren Fluss anschwellen würde.

Die fließende Kraft der Grapefruit, ihre geschmei-dige Beweglichkeit und Flexibilität hat eine unwiderstehliche Sogwirkung. Man möchte Teil dieser Frische und Reinheit werden, möchte sich Hals über Kopf in die Fluten stürzen.

Man spürt, wie sich das Bewusstsein mit einer positiven, leicht euphorischen Energie anfüllt und der Wasserhaushalt des Körpers in Schwung kommt.

Grapefruit katapultiert dich in den Flow, in einen fließenden, glücklichen Zustand. Du vergisst die Zeit und alles um dich herum.

Im Flow gelingt alles mühelos. Erfüllt von Neugier und Freude kann man sich einer Sache oder Aufgabe uneingeschränkt und mit aller Kraft widmen.

Leicht gerät man in einen energetisierten, fokussierten Zustand, in das Herzstück der eigenen Fähigkeiten und Inspirationen. Diese schöpferische Erfahrung hat Belohnungscharakter, stärkt das Selbstwertgefühl und macht zufrieden.

Man überwindet die realistisch gesteckten Grenzen und fühlt sich daher außergewöhnlich und somit wird auch ein Teil des Selbst außergewöhnlich.

Die Grapefruit hält eine ganz besondere Einsicht für uns bereit, nämlich dass das Glück zum Anfassen ist und oftmals ein Produkt der eigenen Einschätzung und der Bewertung einer Situation oder Lebenslage ist.

Die Kraft der Grapefruit hilft, einen von außen unveränderlichen Zustand innerlich durch eine Änderung der Einstellung positiv zu transformieren.

Wie wir uns fühlen, die Freude, die wir dem Leben abgewinnen, hängt letztendlich davon ab, wie der Verstand die tagtäglichen Erfahrungen filtert und deutet. Ob wir glücklich sind, hängt von innerer Harmonie ab, nicht von der Kontrolle, die wir über die großen Kräfte des Universums ausüben können.

Mihaly Csikszentmihalyi, Flow – das Geheimnis des Glücks

Affirmation: Ich bin im Flow!

Duft: Citrus paradisi, Israel

Verwendeter Pflanzenteil: Schale

Gewinnung: Kaltpressung

Everybody’s Darling – Orange

19 Nov

Den Duft der Orange könnte ich stundenlang inhalieren und da bin ich sicher nicht die Einzige. Die Dufterfahrung ist auffordernd, warm, fruchtig, wie flüssiger Sonnenschein, jedoch von kurzer Dauer.

Kein anderer Duft stößt auf so große Akzeptanz. Die Orange ist Everybody’s Darling.

Kein Wunder, denn der Orangenduft transportiert ein elementares Lebensgefühl, hinter dem wohl alle her sind und für das Unternehmen bereit sind, Milliarden von Euro  für Werbung auszugeben.

Mit einer großen Welle aus Glücksgefühlen den Lebenshunger stillen, die Sehnsucht nach Wohlbefinden erfüllen, die schönen Dinge im Leben genießen und für einen kurzen Zeitraum alles, was nicht in das Positiv-Konzept der Orange passt, integral aus dem Bewusstsein löschen.

Viel Lachen,  die Sonne im Herzen, mal ausgelassen, mal innerlich glühend vor Genuss. Das Leben ist jetzt, es ist ein riesen Fest, also stürze ich mich hinein!

Die primären Themen der Orange sind die Lebensfreude, der Lebensgenuss, der Optimismus und die Lebenslust sowie die Süße des Lebens. Das Motto der Orange könnte lauten „Lebe lieber…“

Eigentlich ist es alles ganz einfach: Man freut sich im gegenwärtigen Augenblick, dass es ihn gibt, genießt ihn in vollen Zügen, man liebt sich selbst, man liebt die Liebsten, man liebt das Leben und hat Lust darauf, schöne Dinge zu erleben. Und all das geschieht ganz natürlich aus dem eigenen tiefsten Wesenskern heraus.

Und wenn nicht? Was wenn es nicht so recht gelingt, dieses Lebensgefühl zu empfinden, wenn es schwer fällt,  sich etwas zu gönnen oder man es nicht erträgt, dass Glücksmomente flüchtig sind wie die Düfte selbst? Was wenn die Lebensumstände einen gerade so überhaupt nicht zum Lachen bringen?

Für jemanden, der ständig mit Sorgen beschäftigt ist oder langfristig mit einer schwierigen Lebenssituation konfrontiert ist, kann der Orangenduft für ein paar Stunden eine Oase der guten Laune schaffen und den Betreffenden mit der sonnigen Smiley-Energie versorgen und voll aufladen.

Stark belastete oder trauernde Menschen kann der Orangenduft mit seiner guten Laune auch irritieren, da sie den Duft als unangemessen fröhlich für ihre individuelle Situation empfinden.

Die Grundenergie der Orange ist rund, gebend, füllend, strömend und aufrichtig gut. Sie nimmt nichts weg und löst auch die vorhandenen Probleme nicht. Es geht hier weniger um Trost oder Fürsorge, sondern mehr um das archaische, frühkindliche Schema der unmittelbaren Befriedigung von Bedürfnissen und um das Stillen von Lebenshunger und Sehnsucht.

Schnell geschieht es, dass materielle Platzhalter die eigenen Glückslücken auffüllen. Hier kann die Orange behilflich sein, das akute Verlangen zu besänftigen und die bittere Not des „Ich-will-haben“ (Craving) zu lindern.

Durch den Duft werden aber auch die Grundvoraussetzungen für einen liebevollen Umgang mit sich selbst geschaffen. Die Orange stärkt das Gefühl für sich selbst und den eigenen Körper und harmonisiert den Selbstwert und die Genussfähigkeit eines Menschen.

Die Orange ist der Inbegriff der positiven Schwingung und ist für jedes Gemüt ein Zugewinn. Sie öffnet ein Zeitfenster der Sorglosigkeit von einigen Stunden, ob zur Rehabilitation oder zum Akku-Auladen – man bekommt immer etwas geschenkt.

Affirmation: „Sing und schwing das Bein, lass die Sorgen Sorgen sein!“

Duft: Citrus sinensis, Italien

Verwendeter Pflanzenteil: Schalen

Gewinnung: Kaltpressung

Aromarezepte für die Sauna

10 Nov

Rosmarin Peeling & Neroli-Hydrolat-Eiswürfel

Wie im vorigen Beitrag über Sauna und Düfte angekündigt, kommen hier nun die passenden Aroma-Rezepte.

Mit einfachen Mitteln lassen sich hochwertige und gleichzeitig günstige Duftkreationen aus natürlichen Zutaten im Handumdrehen selbst herstellen.

Sauna-Aufgüsse

Hier zunächst nochmals das Grundrezept:

Geben Sie auf 1 Liter Quellwasser 6-8 Tropfen ätherisches Öl. Fertig.

Da sich ätherische Öle nicht mit Wasser mischen, sollte unmittelbar vor dem Aufguss die Mischung mit der Schöpfkelle gut verwirbelt werden, damit sich die ätherischen Öle gut verteilen.

Aroma-Mischungen für Saunaaufgüsse (Angaben jeweils für 1 Liter)

Happy Day: 4 Tropfen Orange, 2 Tropfen Grapefruit, 2 Tropfen Bergamotte

Detox: 4 Tropfen Zitrone, 2 Tropfen Wacholderbeere, 2 Tropfen Rosmarin verbenon

Topfit: 4 Tropfen Zitrone, 2 Tropfen Thymian linalool, 2 Tropfen Palmarosa

Atem-aktiv 1: 4 Tropfen Rosmarin cineol, 2 Tropfen Pfefferminze, 2 Tropfen Eukalyptus radiata

Atem-aktiv 2: 4 Tropfen Weißtanne, 4 Tropfen Waldkiefer

Relax 1: 6 Tropfen Lavendel extra, 2 Tropfen Sandelholz

Relax 2: 4 Tropfen Bergamotte, 2 Tropfen Muskatellersalbei  2 Tropfen Sandelholz

Sorgenfrei: 4 Tropfen Zitronenmyrte, 4 Tropfen Basilikum

Wem die Duftkonzentration zu gering ist, kann die Tropfenanzahl entsprechend der Gewichtungen in den Rezepturen auf bis zu 12 Tropfen je Liter erhöhen. Man sollte aber bedenken, dass sich die Düfte erst beim Verdampfen in der Sauna zu  ihrer vollen Intensität entfalten. Also lieber erst einmal mit geringerer Tropfenanzahl ausprobieren und die maximale Tropfenanzahl nicht überschreiten.

Warnhinweis: niemals das ätherische Öl pur in konzentrierter Form aus dem Fläschchen auf die heißen Steine träufeln, da ätherische Öle entzündlich sind und somit Brandgefahr besteht.

Aroma-Honig-Aufguss

Eine sehr schöne hautpflegende und  immunstärkende Anwendung ist das Aufbringen von Honig auf die Haut und zwar nachdem der Körper bereits ins Schwitzen gekommen ist. Durch die Wärme verflüssigt sich der Honig und kann in die Haut einziehen. Honig wirkt zudem entzündungshemmend und nährend und macht die Haut samtweich.

Da Honig ein hervorragender Trägerstoff für ätherische Öle ist, kann der Honig vor der Anwendung mit Einzeldüften oder Duftmischungen  aromatisiert werden. Im Vorfeld lassen sich auch verschiedene Honige zubereiten. Man kann übrigens auch Duftkräuter in Honig einlegen und mehrere Wochen ziehen lassen. Hierfür eignen sich z.B. Thymian und Lavendel sehr gut. Vor der ersten Anwendung sollten die Kräuter dann entnommen werden.

Rezept für eine Honig-Einreibung

Zubereitung: Hierzu gibt man 1-2 Tropfen ätherisches Öl auf einen Esslöffel Honig. Zur Hautpflege eignen sich z.B. gut Lavendel, Orange, Vetiver, Zeder, Sandelholz, Rosengeranie, Palmarosa, Ylang Ylang, Jasmin oder Neroli.

Anwendung: Nach dem Vorschwitzen oder nach dem ersten Aufguss auf die Haut auftragen. Nach dem Saunagang gut abduschen.

Hydrolat-Eis-Aufguss

Beim Eis-Aufguss werden dem Aufgusswasser Eiswürfel beigefügt. Außerdem werden dazu Eiswürfel zum Einreiben und Lutschen verteilt. Auch hier gibt es eine raffinierte Aroma-Variante:

Die Eiswürfel können anstatt aus Wasser aus duftenden Hydrolaten hergestellt werden. Beim Schmelzen verbreitet sich dann ein angenehmer Duft. Hier bieten sich die herrlichen Hydrolate von Rose, Neroli und Pfefferminze an. Die Hydrolate können auch verzehrt werden, jedoch schmecken die meisten Hydrolate lange nicht so gut wie sie riechen.

Rosmarin-Peeling (siehe Bild)

Ein herrlich belebendes und gleichzeitig pflegendes Peeling, ideal für den Abschluss eines Saunatages. Rosmarin macht wach, fördert die Durchblutung und macht den Kopf klar und frei.

Für eine Anwendung:

2 EL grobes Meersalz
2 EL brauner Zucker
2 EL getrocknete Rosmarinnadeln, zerkleinert (optional)
3 EL gutes Olivenöl
5 Tropfen Rosmarin cineol
1 Schraubglas, ca. 50 ml
 

Zubereitung: das Olivenöl in das Schraubglas geben, dann das ätherische Öl hinzufügen, dann die restlichen Zutaten untermischen und gut verrühren.

Anwendung: die Peelingmischung auf die feuchte Haut auftragen und den Körper von den Füßen aufwärts einreiben. Hierbei können einige der Salzkristalle auf den Boden fallen. Nach kurzer Einwirkzeit wird die Peelingmischung wieder abgeduscht. Vom Olivenöl bleibt ein Gefühl „wie eingecremt“ auf der Haut zurück.

Auch hier sind der Phantasie natürlich keine Grenzen gesetzt das Rezept mit anderen Düften und Kräutern herzustellen. Ich mag auch gerne die Mischung Limette-Basilikum, Mandarine-Lavendel oder Grapefruit-Zeder.

Viel Freude beim Ausprobieren wünscht das Aroma Journal!

Die Kraft des Kindes – Mandarine rot

25 Aug

Der Duft der Mandarine stimmt heiter, bisweilen übermütig und öffnet die Wahrnehmung für die großen Freuden an kleinen Dingen. Sie verkörpert die Kraft des Kindes.

Kinder haben ein reines Herz, sie sagen die Wahrheit, sind ganz sie selbst und können aus sich selbst heraus glücklich sein.

Sie können mühelos ihre Bedürfnisse und Befindlichkeiten erkennen, haben einen engen Kontakt zu ihrer Innenwelt und schöpfen reichlich aus ihrer Phantasie.

All dies macht das Leben eines Kindes unbeschwert, frei und aufrichtig und somit in höchstem Grade lebenswert. (Vorausgesetzt dem Kind wurde die Möglichkeit der freien Entfaltung im Elternhaus gegeben.)

Ein Ball, ein Eis an einem heißen Sommertag, im Schwimmbad die Wasserrutsche hinunter sausen und dann noch ein Eis, weil das erste so gut geschmeckt hat. La dolce Vita muss nicht viel kosten sondern ist mehr eine Frage der Zufriedenheit und Glückseligkeit im Augenblick.

Dieses Gefühl vermittelt die Mandarine, das unbeschwerte Leben in vollen Zügen genießen. Keine Verantwortung, keine Verpflichtung, keine Konflikte.

Trotz aller Heiterkeit hat der Duft der Mandarine auch eine ganz stille und beschauliche Seite. Sie kann auch eine sehr tiefe Entspannung herbei führen, die Aufmerksamkeit ganz zum inneren Kern lenken und einem das Gefühl vermitteln, dass alles gut ist wie es ist. Sie verbindet mit der Kraft des inneren Kindes, das in jedem Menschen wohnt.

Möglicherweise hat sich dieses Kind Dinge getraut oder gekonnt, derer man heute gar nicht mehr fähig zu sein scheint. Da tut es gut, sich zu erinnern, dass vieles nicht so kompliziert ist wie man vielleicht glaubt, sondern viel einfacher.

Im Ernst des Lebens, in einem Leben mit vollem Terminkalender, Meetings, Machtkämpfen um den ersten Platz, Verantwortung für sich und andere tut es bisweilen gut, sich die Kraft des Kindes zunutze zu machen. Eine Stunde voller Heiterkeit oder tiefer innerer Angstlosigkeit kann manchmal Wunder wirken.

Mandarine rot zaubert aus ihrem Hut das unangefochtene Selbstwertgefühl kindlicher Naivität gepaart mit dem Glauben, dass es auf der Welt nur Gutes gibt. Dieser Duft ist wie Urlaub!

Affirmation: „Ich blicke mit den Augen meines inneren Kindes in die Welt!“

Duft: Citrus reticulata, Italien

Verwendeter Pflanzenteil: Schale

Gewinnung: Kaltpressung

Fire walk with me – Ingwer

4 Jul

Das Feuer von Ingwer ist faszinierend und dyna-misch und birgt jene lodernde Kraft, die den Herzschlag für ein bevor-stehendes Abenteuer in die Höhe treibt.

Zum Aufbruch bereit, vom Feuer meiner gesammelten Kräfte be-gleitet, spüre ich wie ich mich innerlich zu meiner vollen Größe aufrichte. Dies fühlt sich so an, als würde mein inneres Ich über meine reale Körpergröße hinauswachsen so wie Flammen, die aus einem Holzscheit hervorzüngeln.

Ich spüre meinen Lebensmut, Aktivität, Lust auf Leben – ohne Kompromisse. Für diesen Moment bin ich die Hüterin des Feuers,es gehorcht mir, begleitet mich und erfüllt mich mit einer mächtigen Energie und gleichzeitig bin ich das Feuer selbst, brenne und habe mich anstecken lassen. Fire walk with me!

Durch das große Feuer, das Ingwer entfacht, scheint das Selbstbewusstsein zu expandieren und lädt mich zu einem Blick auf mich selbst ein, den ich selbst aus Bescheidenheit wahrscheinlich nicht zugelassen hätte. Alles was ich an mir mag und toll finde, liegt nun vor mir auf dem Präsentierteller wie Leckerbissen, die so appetitlich aussehen, dass man sich am liebsten sofort auf sie stürzen möchte.

Der Duft von Ingwer hat neben einer fruchtig-zitronigen Note auch etwas Scharfes und etwas Erdiges. Diese Noten erinnern mich an die reinigenden, kathartischen und klärenden Kräfte des Feuers. Ingwer ist ja bekannt für seine Fähigkeit, das Immunsystem zu stärken, gerade wenn dieses bereits unter Beschuss geraten ist. Bei Schwäche und mangelnder Spannkraft, bei drohenden Infektionen, bei Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit oder Selbstzweifeln würde ich immer zu diesem Duft greifen.

Mit dem Ingwer ist es ist so als hätte man ein Taxi bestellt und vor der Haustür wartet dann eine feuerrote Rakete. Guten Flug!

Affirmation: „Fire walk with me!“ „Mein Selbst expandiert zu seiner wahren Größe!“

Duft: Zingiber officinale, Sri Lanka

Verwendeter Pflanzenteil: Rhizom

Gewinnung: Destillation

Das goldene Vlies – Bergamotte

1 Jul

In der griechischen Mythologie ist das goldene Vlies das Fell des goldenen Widders Chrysomeles, das magische Eigenschaften besitzt. Es ist ein ätherisches Gewebe aus funkelnden Goldfäden, die so fein sind, dass man sie für Lichtstrahlen halten könnte.

Vor langer Zeit hatte ich einmal eine wunderschöne Meditation kennen gelernt, bei der das goldene Vlies von Kopf bis Fuß durch den Körper gleitet um eine seelische  und energetische Reinigung zu bewirken. Als ich eben dem Duft der Bergamotte begegnet bin, habe ich mich schlagartig wieder daran erinnert, wie wohltuend diese Imagination ist.

Eigentlich war es so als würde das goldene Vlies eben in diesem Moment durch mich hindurch schweben. Damit verbunden ist das Gefühl einer kribbelnden Frische, aber ebenso das Empfinden von angenehmer Ruhe. Die Stimmung hebt sich, das innere Lächeln taucht auf. Happy!

Wie einige andere Düfte ist auch die Bergamotte Botschafterin des goldenen Lichtes. Sie erhellt das Gemüt und hat ihre Freude daran, düstere Gedanken wie Knallfrösche zum explodieren zu bringen.

Die Bergamotte hat mit ihrer bisweilen widerspenstig-grünen prickelnden Art auf jeden Fall das Zeug dazu, die Fensterläden der Seele ganz weit auffliegen zu lassen, damit das pure kalabrische Sonnenlicht hinein scheinen kann.

Hier noch ein Link zur Meditation mit dem goldenen Vlies in etwas abgewandelter Form.

Affirmation: Ich atme goldenes Licht! Meine Gedanken und Gefühle sind aus reinem Sonnenlicht!

Duft: Citrus bergamia, Italien

Verwendeter Pflanzenteil: grüne Schale

Gewinnung: Kaltpressung

Alban Heruin – Fest der Sonnenkraft

21 Jun

Heute ist Sommersonnen-wende, der längste Tag des Jahres. Im keltischen Jahreskreis heißt dieser Tag Alban Heruin (Licht der Küste) und an diesem Tag wird ein Fest gefeiert, das der Kraft, der Fülle und dem Reichtum der Natur gewidmet ist.

Die Sonne hat am heutigen Tag ihre größte Kraft inne.  Von nun an werden die Tage wieder kürzer. Die Pflanzen haben sich nun mit Sonnenlicht voll gesogen und bereiten sich vor, dieses in Fruchtstände umzuwandeln.

Es heißt, dass Kräuter, die am heutigen Tag gesammelt wurden, die Energie des höchsten Sonnenstandes in sich tragen. Deshalb gelten sie als besonders wirkungsvoll.

Die Sommersonnenwende ist ein guter Tag, die Kraft des Lichts zu feiern und seine Dankbarkeit für den Reichtum und die Fülle, die die Natur den Menschen spendet, zu zeigen.

Die Düfte,  die ich für die Feierlichkeiten des heutigen Tages ausgesucht habe, wecken in mir Assoziationen von Sonnenlicht, Sonnenwärme, Genuss und heller Zufriedenheit:

Orange – die Süße des Lebens genießen, das Leben feiern, sich lebendig fühlen und andere daran spielerisch teilhaben lassen.

Zitronenverbene – macht aus dir ein fröhliches Zitronenbonbon und regt an, Luftschlösser zu bauen.

Johanniskraut – sorgt für ein sanftes inneres Leuchten, schenkt substanzielle Zufriedenheit und Dankbarkeit für die Geschenke des Lebens.

Blauer Schmetterling    

Flügelt ein kleiner blauer
Falter vom Wind geweht,
Ein perlmutterner Schauer,
Glitzert, flimmert, vergeht.
So mit Augenblicksblinken,
so im Vorüberwehn
Sah ich das Glück mir winken,
Glitzern, flimmern, vergehn.
 
Hermann Hesse

Beltane – Fest der strahlenden Sonne

30 Apr

Der Winter und die dunkle Jahreszeit sind vorbei. Nun kommt der Sommer mit seinem herrlichen Licht. Im keltischen Kalender markiert der 1. Mai den Beginn des Sommerhalbjahres. In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wurde die Ankunft des Lichtes mit einem Feuerfest gefeiert. Mit dem Licht wurde auch der Neubeginn begrüßt und ein Fest der Lebensfreude, der Fruchtbarkeit, der Kreativität und neuen frischen Energie gefeiert. Die aktive Zeit des Wachstums wurde begrüßt und Altes und Verbrauchtes hinter sich gelassen. Zu diesem Festtag gab und gibt es Maifeuer, Maibäume als Symbol des Lebensbaums und den auch heute noch bekannten Tanz in den Mai.

Den Aspekten der Fruchtbarkeit und der Vereinigung von Gott und Göttin galt besonderes Augenmerk.  Besonders verehrt wurde die Entstehung neuen Lebens. So blieb es natürlich auch nicht aus, die guten(Natur-) Geister herbei zu rufen und sie um Unterstützung für das nächste (Ernte-) Jahr zu bitten.

Passende Düfte für die heutigen Feierlichkeiten:

Rose – sie steht für die kosmische, hingebungsvolle Liebe und unterstützt die mystische Einheit

Angelikawurzel – Träger des Lichts, durchbricht die Dunkelheit, gleichzeitig  stärkt  die Erdverbundenheit die Lebenskraft

Zur Feier des Tages habe ich dieses alte keltische Gebet, das als „Sankt Patricks Brustplatte“ oder „der Schrei des Hirsches“ bekannt ist, herausgesucht:

Ich erhebe mich heute
Durch die Kraft des Himmels:
Licht der Sonne,
Strahlen des Mondes,
Herrlichkeit des Feuers,
Geschwindigkeit des Blitzes,
Schnelligkeit des Windes,
Tiefe der See,
Festigkeit der Erde,
Härte von Fels.
Ich erhebe mich heute
Durch Gottes Macht, mich zu führen.

Aus „Anam Cara“ von John O’Donohue

Ich wünsche allen ein schönes Beltane-Fest, bei uns auch bekannt als Walpurgisnacht!

Tanzt was das Zeug hält…dem Sommer entgegen!

Lesenswerter Link zu Beltane sowie weiteren keltischen Festtagen:

http://www.jahreskreis.info/files/beltane.html

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