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Die Kraft der 1000 Sonnen – Tagetes

27 Apr

eine intensive und ein wenig fruchtige Würze strömt in mein Inneres und entfaltet dort  die geheimnisvolle Kraft der tausend Sonnen.

Es ist ein soghaftes Em-pfinden, dem man zwar Widerstand leisten könnte, es aber nicht möchte, denn das Charisma des Duftes ist überwältigend und über-rascht nach anfänglicher Nonchalance mit verführer-ischem Tiefgang.

Energisch, kraftvoll, ein wenig aufbrausend, lustvoll, euphorisierend – ein Sonnentanz.

Nicht im Geringsten hätte ich DAS diesem Duft nach dem ersten Geruchseindruck zugetraut und doch wollte ich wissen, was dahinter steckt.

Mit dem starken Duftimpuls von Tagetes beginnt sich die galaktische Kraft der Sonne in ihrer mächtigen Urform im Inneren auszubreiten. Im Gehirn fühlt es sich an wie eine Dopaminspritze, eine Neurotransmitterflut, ein gigantischer Energieschub wie eine Sonnenexplosion, die das eigene Universum mit einem überirdisch hellen Schein imprägniert und mich in die nächste Dimension katapultiert!

Vollkommen umgeben und versunken von und in diesem psychodelischen Sonnentanz beginnt man, seelisch immer durchlässiger zu werden. Die eigenen Konturen verbinden sich hingebungsvoll mit dem orange-gelben Sonnenteppich. Die Ich-Strukturen lockern sich und werden wie ein Biscuit von diesen mächtigen Löwenkräften durchtränkt.

Dies ist ein Duft, der eine intensive Euphorie erzeugen kann, der grenzüberschreitend ist und dabei gleichzeitig in einer Welle aus Hochgefühl die schöpferischen Kräfte erweckt. Während der Dufterfahrung scheint ein Teil in mir, der ohne Alter zu sein scheint, im Reigen der tausend pulsierenden Sonnen beleuchtet zu werden.

Die Tagetes-Erfahrung ist ein verrückter, hochenergetischer Trip, der die einzigartige Möglichkeit bietet, sich mit dem zentralen Lebensthema der Lust zu beschäftigen. Lust als Ergebnis von hoher Lebensenergie, gepaart mit Neugier, Durchlässigkeit und Hingabe an einen Menschen oder ein Thema. Der Duft vermittelt die Weisheit des Instinkts als Quelle der Inspiration und kann die kurzfristige Desintegration des Selbst zugunsten einer intensiven Eigenerfahrung bewirken.

Ich möchte an dieser Stelle zu bedenken geben, dass der Duftimpuls psychisch sehr hohe Wellen schlägt, wenn man sich voll darauf einlässt, und eine gewisse psychische Stabilität voraussetzt.

Affimation: „Ich tanze mit der Kraft der 1000 Sonnen!“

Duft: Tagetes minuta, Ägypten

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Destillation

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Das Antiserum – Thymian linalool

15 Nov

Widerstand zu leisten kostet Kraft und gerade in Momenten, wo es wirklich darauf ankommt, zäh und hartnäckig zu bleiben, weiß man manchmal nicht mehr woher man die Energie nehmen soll.

Wenn einen z.B. ein Grippevirus befällt, kann man förmlich im Körper spüren wie sich der Virus ausbreitet und von ihm Besitz ergreift. Wie gierige Piranhas stürzen sich die Viren auf gesunde Wirtszellen, um ihre schädlichen Programme zu reproduzieren und sich zu vermehren.

Das fiese an der Sache ist, dass Viren lediglich bei einem geschwächten Immunsystem eine Chance haben einzudringen, und das eigene Körpersystem dann noch mehr geschwächt wird.

Ebenso wie man sich schädliche Viren vom Hals halten will, möchte man auch Energie-Vampire, sowie kleine und große Haie in Menschengestalt von sich fernhalten und all jene in ihre Schranken weisen, die fremde Lebensenergie verzehren, um daran zu wachsen.

Der Duft von Thymian linalool schiebt dieser Form schädlicher Fremdeinwirkung rigoros den Riegel vor und errichtet einen wirksamen Schutzwall aus kräftigen Farben.

Vor meinem inneren Auge schaut mich ein junger Mann mit blassem Teint und traurigen, ratlosen Augen an. Er scheint nicht mehr weiter zu wissen. Von außen zeigen graue, spitze Haifischzähne aus allen Richtungen auf ihn.

Aus Kopf, Herz und Bauch des jungen Mannes sprießen nun grüne organische Pipelines, die sich zu einem dynamischen Kreislauf um den jungen Mann herum zusammenschließen. Die Zwischenräume bilden kompakte Kammern, die sich nach und nach mit kräftigem Gelb, Orange, Grün, Blau und Lila füllen.

Dies ist die energetische Formation des gut organisierten kompakten Widerstandes, mobilisiert aus den Energiereserven, die durch den Thymianduft mit stoischer Ruhe und einem Hang zum Eigensinn akquiriert wurden.

Das Thema des Duftes ist die Sicherung der körperlichen, geistigen und seelischen Souveränität und Stabilität, besonders in Schwächemomenten, in Momenten der Traurigkeit und in Phasen der Überforderung, die subjektiv als Bedrohung wahrgenommen wird.

Es geht um defensive, friedliche und effektive Abgrenzung gegenüber Aggressoren, kurz um Selbstverteidigung. Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Thymian linalool ist eine wunderbare Stütze in schweren Zeiten, um wieder in seine Kraft zu kommen. Indem schädliche Einflüsse neutralisiert werden, kann innerlich Klarheit entstehen und der Kreislauf der Niedergeschlagenheit durchbrochen werden.

Thymian linalool stößt genau wie ein Antiserum innere Prozesse der Immunisierung an, die die eigenen Kraftressourcen unmittelbar zugänglich machen und der (Rück-) Eroberung des rechtmäßigen persönlichen Freiraums dienen, in dem es nur einen Bestimmer geben kann, nämlich man selbst. Insofern eignet sich der Duft auch sehr gut, um Zweifel und Ängste aufzufangen, die beim Herauslösen aus Beziehungsmustern der Fremdbestimmung entstehen.

Selbstbestimmung statt Schwäche, Taten statt Worte, persönliches Wachstum statt Stagnation!

Affirmation: „In meinem Leben bestimme ich selbst!“

Duft: Thymian linalool, Spanien

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Destillation

Die Schattenkriegerin – Cistrose

26 Jul

Das Betreten des Schattenpfades gehört ebenso zum Leben wie die Suche nach Licht. In fast jedem Menschen gibt es ein Schattenreich, in dem die Dunkelheit die schlimmsten Erlebnisse und die grausamsten Vorstellungen verschluckt.

Manche Menschen werden von den Schatten aus der Vergangenheit verfolgt und manche von Schatten aus der Zukunft.  Diese Schatten konstruieren wir selbst aus unserem Leben heraus und wir füttern sie mit Angst, Furcht und Schrecken. Je mehr man versucht, wegzulaufen, zu vergessen oder sich zu verstecken, umso größer und mächtiger wird das Schattenwesen. Es nimmt wertvolle Energie weg, die einmal uns selbst gehörte.

Die Cistrose ist ein sehr präsenter, mächtiger Duft mit einem sehr eigentümlichen Aroma, das durch Mark und Bein geht. Dieser Duft ergreift tief im Inneren ein Gefühl der Macht und befördert dieses in das Bewusstsein. Es ist die Energie, die die eigenen Ängste einst erzeugt haben, die nun wieder zurückkommt und indem diese Energie wieder in Besitz genommen wird, sie als rechtmäßiges Eigentum erklärt wird, transformiert sich Ohnmacht in Macht.

Die Cistrose ist eine Schattenkriegerin. Sie zeigt, wie man im eigenen Schattenreich die verlorenen Fragmente der Identität wieder zurück gewinnt. Dabei ist sie keineswegs bestrebt, das Licht anzuknipsen, sondern vielmehr will sie uns lehren, den eigenen Dämonen zu begegnen, diese mit Wohlwollen und Akzeptanz zu nähren und ihnen so ihre Macht wegzunehmen bis wir sie uns selbst wieder einverleibt haben und im Vollbesitz unserer seelischen, geistigen und emotionalen Kräfte sind.

„Ein Dämon ist all das, was uns hindert frei zu sein: Ängste, Krankheiten, Sorgen, Süchte und negative Gefühle.“

                                                                          Tsültrim Allione

Diese Einsichten werden begleitet von sehr eindrücklichen Assoziationen, die sich immer wieder in einem Bild verdichten. Ich sehe eine Frau mit markanten Gesichtszügen und schwarzen kurzen Haaren, die eine große Schere in der linken Hand und einen Korb dunkelroter Kirschen in der anderen Hand hält.

Sie trägt einen schwarz glänzenden Anzug und schwarze Stiefel und steht auf einem Steg aus alten Holzplanken. Mit einem dritten Arm holt sie nun ein Brecheisen hervor und beginnt, die Planken herauszureißen bis diese nach und nach beginnen zu zerbersten, so dass die gebrochenen Planken in die Luft ragen. Zum Vorschein kommt eine brodelnde, dickflüssige, blubbernde schwarze Flüssigkeit, wie Lava aus Pech.

Obwohl die Schattenkriegerin selbst auf dem Steg steht, scheint sie keine Angst zu haben, in das schwarze Meer aus glühendem Pech und Schmerz hineinzufallen und darin zu ertrinken. Vielmehr ist sie auf der Suche nach etwas und schlägt den ganzen Steg kurz und klein bis am Ende nur noch eine kleine Holzscheibe übrig bleibt, auf der gerade noch genug Platz ist, um darauf zu stehen.

Aus dem blubberndem Meer aus Pech schnellen nun meterhohe langhalsige, zähnefletschende Wesen auf und greifen an. Die Schattenkriegerin hat genau auf diesen Moment gewartet.

Zunächst füttert sie die Ungeheuer mit ihren Kirschen der Liebe und des Mitgefühls, nimmt dann ihre große Schere und schneidet das Band zwischen den dunklen Monstern und sich durch. Danach schenkt sie jedem als Geste der Erlösung noch eine große schwarz-rote Kirsche.  Dieser Prozess versinnbildlicht für mich das Durchschneiden der Angst wie es Tsültrim Allione in ihrem Buch „Den Dämonen Nahrung geben“ beschreibt.

Im Duft der Cistrose gibt es tatsächlich eine Note, die für mich nach dunklen, fast schwarzen, großen, reifen Kirschen riecht. Ich sehe einen ganzen Korb vor mir. Diese Früchte symbolisieren die Süße des Lebens nach Überwindung von Angst und Schrecken, von Trauma und Dunkelheit. Nach allen Anstrengungen, die dieser Duft einem abverlangt, ist dies die wohlverdiente Speise der Erlösung und des Triumphs.

„Nähre mit liebevollem Geist, noch mehr als ein Kind, die scheinbar existenten feindseligen Götter und Dämonen und umgib dich zärtlich mit ihnen.“

                                                    Machig Labdrön (1055-1145)

Affirmation: „Ich bin im Vollbesitz meiner Macht!“ „Ich gebe meinen Dämonen die Nahrung, die sie zu ihrer Erlösung brauchen!“

Duft: Cistus ladanifer, Marokko

Verwendeter Pflanzenteil: Zweige

Gewinnung: Destillation

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