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Luxemburg – Land der Rosen

3 Jun

J. Thill, Ettelbrück (1893), mit Lyon Rose, Rosenzüchterei In der Ae (Straße nach Schieren), Foto: Collection Barblé

Im Jahr 1855 als in England der Dosenöffner erfunden wurde, da wurde in Luxemburg die Rose neu erfunden.

Alles begann mit der Gründung der Baum- und Rosenschule Soupert & Notting.

Dort hatten sich zwei junge, befreundete Gärtner zu-sammen den Traum erfüllt, Rosen anstatt Kartoffeln zu züchten. Ihr Handwerk hatten sie in der ebenfalls in Luxemburg ansässigen Gärtnerei von Augustin Wilhelm erlernt.

Von seiner Gesellentour hatte Jean Soupert aus Frankreich die Samen für seine erste Rosa centifolia Kultur, die neben der Damaszener-Rose in der Aromatherapie eine wichtige Rolle spielt, mitgebracht.

Rose Alexandra – Princesse de Luxembourg, Foto: Claude Vion

Ein Jahr nach der Gründung gelangten bereits die ersten Rosen mit den wohlklingenden Namen „Tour de Malakoff“, „La Noblesse“ und „Duc de Constantine“ in den Handel. Von den 360 in Luxemburg geschaffenen Rosenneuheiten gehen 254 auf die Firma Soupert & Notting zurück.

Um die Jahrhundertwende waren die wundervollen luxemburger Rosen vor allem bei der Aristokratie sehr gefragt.

Die begehrten Rosenzüchtungen entwickelten sich zum Exportschlager und fanden ihren Platz in den königlichen und kaiserlichen Gärten und Parks der Welt, unter anderem  am Zarenhof von Russland, in den Kaiserpalästen von Brasilien, Argentinien und Siam und an den Königshöfen von Belgien, Holland, Schweden, Italien und Rumänien.

Rose Jean de Luxembourg – Roi de Bohème, Foto: Claude Vion

Schon bald erhielten Soupert & Notting den Beinamen „Rosenkönige von Luxemburg“ und Luxemburg den Ehrentitel „Land der Rosen“.

Binnen kürzester Zeit wollten die Schönen und Reichen aus aller Welt die luxembur-gischen Rosen ihr Eigen nennen.

Noch ehe die Stahlindustrie die Devisen ins Land brachte, war es die Rosenzucht. Über weite Teile der Innenstadt erstreckten sich Rosenfelder. 1890 erreichte die Rosen-produktion mit 6 Millionen Rosenstöcken ihren Höhepunkt.

Die Gründung weiterer  Rosengärtnereien wie zum Beispiel die der Gebrüder Ketten, Lamesch oder Gemen & Bourg folgten.

Aufgrund der vornehmen Klientele tragen viele luxemburger Rosensorten „blaublütige“ Namen bzw. Namen einflussreicher Persönlichkeiten. Die luxemburger Rosennamen lesen sich wie das Who is who der Hocharistokratie.

Baronne de Blochausen, Baronne Charles de Taube, Baronne Fanny van der Noot, La Prosperité, Grande-Duchesse Charlotte, Mme Gustave Metz, Empereur Alexandre III, Grand-Duc Adolphe de Luxembourg, Erzherzog Franz-Ferdinand, Kaiserin Augusta, Reine Natalie de Serbie, Henriette de Flandre, Prince Hussein Kamil Pacha, Princesse Marie de Roumanie, Princesse Thérèse de Thurn und Taxis, Archiduchesse Immaculata, Comtesse de Saxe, Madame Edmée Metz, Reine Marguerite d’Italie, Princesse Wilhelmine des Pays-Bas…

Rose Grande-Duchesse Maria-Teresa, Foto Claude Vion

Mit Beginn des ersten Weltkriegs wurde das Ende der goldenen Ära der luxemburger Rosenzucht eingeleitet.  Die Rosen mussten mangels Absatz verbrannt werden und wenig später musste die Rosenzucht bereits subventioniert werden. Viele Betriebe gingen zugrunde.

Nach dem zweiten Weltkrieg kamen nur mehr 6 Rosenneuheiten heraus, darunter die Prince Henri (1969) und die Blackie (1970), benannt nach Roy Black.

Wo sind die luxemburger Rosen heute geblieben?

Kaum einer kennt die Geschichte der Belle Epoque der Rosen aus Luxemburg. Eine Briefmarke erinnert noch an Jean Soupert und es gibt eine tolle Beschreibung eines Rosenwegs vom Tourist Office Luxembourg für alle, die auf den Spuren der ruhmreichen Rosenzüchter wandeln wollen.

Jedoch  sind die alten Rosen aus dem Stadtbild Luxemburgs und aus der Erinnerung seiner Bewohner so gut wie verschwunden, lediglich das „Rousegäertchen“ und einige Straßennamen erinnern noch an die Rosen-Zeit.

Von den 360 in Luxemburg kreierten Rosen befindet sich heute zum Glück noch eine Sammlung von 50 Sorten im „Gaard um Titzebierg„. Der Verein der luxemburger Rosenfreunde bemüht sich, die „verlorenen Rosen“ wieder nach Luxemburg zurück zu bringen und das Rosen-Kulturerbe zu erhalten und zu mehren.

Gerade ist Rosenzeit, und ich bin einfach nur glücklich, dass ich in meiner neuen Heimat Luxemburg auf die faszinierende Geschichte der Rosen zurückblicken kann.

Luxemburg und Rosen? Sie hätten es bestimmt auch nicht geahnt, oder?

Mein herzlicher Dank geht an Annette Block und Claude Vion für die freundliche Unterstützung, die Nutzung der Rosenbilder und die Bezugsquellen der Rosen.

Die abgebildeten Rosen sind übrigens Neuschöpfungen von namhaften Europäischen Rosenzüchtern, die auch heute noch im Handel erhältlich sind und zwar hier:

Die Rose ‚Alexandra‘ bei Kordes, die Rose ‚Roi de Bohême‘ bei Fabien Ducher und die Rose ‚Maria Teresa‘ bei  Lens Roses.

Weitere Infos und Quellen:

Webseite Rousefrenn Verein der luxemburger Rosenfreunde

Beitrag SR Online: Blüten wie glühende Kanonenrohre – Die Luxemburger Rosen auf Titzebierg in Calmus, Besuch nach vorheriger Anmeldung

In der Ausgabe Gartenkultur von „Ons Stad“ ist ab Seite 10 ein großer Artikel der luxemburger Rosenzucht gewidmet

Hier nochmals als Download der Rosenweg RosaLi Limpertsberg, Tourist Office Luxembourg

Daten und Informationen über luxemburger Rosenbetriebe

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Hüterin des Seelenkerns – Tuberose

20 Apr

Wenn sich die weißen Blüten der Nachthyazinthe öffnen, entströmt ihnen ein narkotischer, süßer und leicht würziger Duft mit einem Hauch von Zimt.

Die Tuberose agiert ähnlich wie Jasmin im Verborgenen, in der Nacht, im Urgrund der Seele. Mit ihr senkt sich der Schleier des narkotischen, tiefen Schlafes und geleitet die Seele durch die archaische Traumlandschaft – auch am Tag.

Mit Bestimmtheit dringt sie bis tief ins Innere vor bis an Orte, die man selbst nur selten besucht hat. Leise, geschmeidig, gleitend.

Über eine Woche hat der Duft der Tuberose Material aus meinen Seelentiefen geborgen und hat mir Zugang verschafft zu meinem emotionalen Gedächtnis. Sie hat eine Schleuse vom Herzen her geöffnet und verschiedene bedeutsame mit Herzblut vermischte Erinnerungen offenbart.

Im Beisein der Tuberose erinnert sich das Herz: gespeicherte Gefühle, die (noch immer) aus dem Unbewussten heraus das Leben im Hier und Jetzt zu beeinflussen wagen, werden aufgegriffen und gezeigt. Interessanterweise werden neben den größten Verlusten  und Enttäuschungen auch die größten Triumphe und Glücksmomente aus dem Seelenleben akquiriert. Die Süße neutralisiert die Bitterkeit!

Nach einigen Traumnächten mit Tuberose fühlt sich mein Unbewusstes plötzlich viel plastischer und vielschichtiger an. Es scheint als seien unter der normalen Traumlandschaft oder dem, was ich normalerweise als Unbewusstes wahrnehme, noch weitere, tiefere Schichten. Während ich tiefer sinke, glätten sich gleichzeitig die Wellen meiner emotionalen Seelenwelt, ein merkwürdiger Vorgang der Abstraktion setzt sich in Gang.

Es ist ein Schwellenbereich in mir, an dem die konkrete Wahrnehmung des Selbst ins Abstrakte übergeht, die Mündung, an der das Seelenschiff aufs offene Meer segelt, um in die unendliche Weite der Schöpfung einzutauchen.

Um mich herum wird es leer und leise, das ICH fühlt sich an wie eine kompakte pulsierende Kugel – mein Seelenkern. Dort spiegelt sich das eigene menschliche Sein in seiner hellsten und reinsten Form. Hüllenlos, bedingungslos, makellos, mühelos, unantastbar.

In den tiefsten Tiefen des Herzens glüht ein geheimer, ewiger Lebensfunke als Urform der eigenen Identität. Die Botschaft der Tuberose ist der Energieerhaltungssatz der Seele: alle Energie bleibt erhalten, nichts geht je verloren, alles wandelt sich und nimmt andere Formen an.

In der Duftlandschaft der Tuberose mag man sich verlieren, um sich am Ende wiederzufinden. Die als verloren geglaubten Splitter der Seele, können im neuem Gewand erkannt und wiedergefunden werden und das ist die zutiefst heilsame Erfahrung mit der Hüterin des Seelenkerns.

The pain of yesterday is the strength of today. Paulo Coelho

Affirmation: „Nichts geht je verloren, alles wandelt sich!“

Duft: Polianthes tuberosa, Indien

Verwendeter Pflanzenteil: Blüte

Gewinnung: Ölextraktion

Sesam öffne dich – Elemi

28 Okt

Aus dem Nichts heraus stehe ich plötzlich barfuß in einem wilden, tropi-schen Urwald mit Flechten, Orchideen und viel Grün.

In der ersten Milli-sekunde bewurzeln sich die Fußsohlen fest im Erdboden, so als würde man einen Sicherheits-gurt anschnallen, im nächsten Moment löst sich wie von Zauberhand eine kreisrunde Erdscholle im Radius von 3 Metern um mich herum, um dann wenig später um 180 Grad um die eigene Achse zu wirbeln. Mit einem dumpfen Geräusch schließt sich die Erdoberfläche wieder und alles ist still.

Nur, dass der oberirdische Teil des Urwaldstückes, auf dem ich stand, plötzlich unterirdisch ist und umgekehrt. Meine Welt steht auf den Kopf und ich mit ihr.

Ich fühle mich als wäre ich durch eine geheime Falltür in eine versteckte Schatzhöhle gefallen. Habe ich etwa ohne es zu wissen eine geheime Formel gesprochen, das Sesam-öffne-dich?

Ich nehme an, es handelt sich um eine nonverbale Formel, ein Anschwellen innerer Bereitschaft, sich nach innen zu wenden, für sich zu sein, abzuschalten, sich zu sammeln und nachzusinnen. Und Elemi ist mein Reiseelixier à la Alice im Wunderland.

Meinen inneren Raum habe ich mir immer als Garten vorgestellt und je öfter ich dort war, umso vertrauter wurde der Ort für mich. Und überdies gestaltete ich mir meinen inneren Garten genau so wie ich es wollte, mit üppiger Vegetation, alten Bäumen, bunten Blumen und einem gemütlichen alten Korbsessel mit einer warmen Wolldecke für kühlere Tage. Manchmal gestaltete sich der Garten auch selbst, eigenwillig, und manchmal bekam ich dort auch Besuch.

Der innere Garten wurde zu meinem Wohnzimmer, zu einem Refugium, einem vertrauten Ort, der immer auf mich wartet und den ich immer dabei habe.

Ich glaube, dass es vielen Menschen nicht bewusst ist, dass man in seinem Inneren eine Wohnung einrichten kann, genau wie in der äußeren Welt.

Die Botschaft des Elemiduftes ist, den inneren Raum wahrzunehmen, ihn sich zu eigen zu machen, ihn auszufüllen und zu bewohnen, um sich am Ende darin wohl zu fühlen, Geborgenheit und Schutz und eine Heimat für seine Ideen und Visionen zu finden.

Elemi hilft in einen meditativen Ruhezustand zu gelangen und innere Bilder entstehen zu lassen. Ähnlich wie beim Weihrauch gibt der regelmäßige Atem die Struktur vor, an die man sich halten kann, solange die Bilder im inneren Raum noch kurzlebig und verschwommen sind.

Es ist eine Frage der Übung, bis man die Konzentration so lange halten kann, dass das innere Bild konstant bestehen bleibt. Elemi bereichert die Vorstellungskraft und schenkt Mut und Geduld, die inneren Welten zu erforschen.

Man fragt sich, was dies nun mit der Realität zu tun hat? Und warum sollte man seine kostbare Zeit ausgerechnet damit verbringen, einen imaginären Raum zu erschaffen?

Die Antwort ist ganz einfach: Weil man sich dann auch andere Dinge leichter vorstellen kann, Szenarien vor dem inneren Auge durchspielen kann und damit das visionäre Denken fördert. Der Duft von Elemi katapultiert dich in die Welt, die du innerlich erschaffen willst und ist damit ein toller Duft um auf Visionssuche zu gehen. Und was im Innen lebt kann sich im Außen manifestieren.

If you can dream it you can do it!

Darüber hinaus eignet sich Elemi hervorragend, sich zurück zu ziehen, den Zugang zu den inneren Ressourcen herzustellen, neue Kraft zu tanken und sich in relativ kurzer Zeit zu regenerieren.

Affirmation: „Ich erschließe meinen inneren Raum !“ „Ich baue ein Refugium!“

Duft: Canarium luzonicum, Philippinen

Verwendeter Pflanzenteil: Harz

Gewinnung: Destillation

L’Etang noir – der schwarze Weiher

18 Sep
Es gibt Orte, die scheinen wie verzaubert, durch und durch belebt und mystisch. Neben Farnen und wilden Beeren sind die Bäume über und über mit Flechten und Efeu behangen. Das Licht ist weich und hell. Ich war da am schwarzen Weiher in Aquitanien und fand die bezaubernde Ruhe der wilden Natur.
Hier gehts jetzt mit neuen Impressionen weiter mit dem Aroma Journal…

 

Wer auch mal hin will, hier der Link

Besuch einer Libanon-Zeder

15 Jul

Neulich war ich in der Nähe von Frankfurt am Main in Bad Homburg im dortigen Schloßpark unterwegs – allein.

Es war ein wunderschöner und heißer Sommertag. Ich bin durch Zufall dorthin gekommen und nachdem ich das Eingangstor durchschritten hatte und mich ein wenig aklimatisiert hatte, da sah ich sie – zwei gigantische Zedern. Soghaft zog mich die starke Ausstrahlung dieser Baumpersönlich-keiten an. Als ich dann unter dem Dach aus Ästen und Zweigen stand, fühlte ich mich geborgen, es war angenehm kühl, draußen schien die Sonne in grellem Licht, aber ich hatte das Gefühl in einer Waldwohnung zu sein, eine dunkelgrüne Herberge zu haben.

Und auch ohne ätherisches Öl konnte ich alle Eigenschaften des Zedernduftes in diesen Bäumen wiederfinden: Ruhe, Standfestigkeit, Zeitlosigkeit, Stabilität, Schutz, Sicherheit und majestätische Souveränität. Und vor allem beeindruckend ist der Schatten, den die Bäume spenden, er legt sich wie ein Samtbezug über den Kiesboden, so schafft die Zeder unter ihrem Dach eine ganz eigene Atmosphäre. Hier möchte man verweilen, nachdenken, bleiben – vielleicht für immer.

Bei näherer Betrachtung und zu meiner großen Überraschung erfuhr ich, dass es sich hier um echte Libanon-Zedern handelt, die im Jahre 1820 als Hochzeitsgeschenk vom Duke of Cambridge für seine Schwester im Schloßpark gepflanzt wurden. Die größere der Zedern ist heute 20 m hoch und die Zweige haben eine Spannweite von über 35 m in Ost-West-Richtung. Also gigantisch…

Die Libanon-Zeder (Cedrus libani) steht heute streng unter Naturschutz. Das ätherische Öl der Zeder wird aus diesem Grund heute aus der Atlaszeder gewonnen. Vor langer langer Zeit begaben sich Sinnsuchende in die weltbekannten libanesischen Zedernwälder auf Pilgerfahrt, um dort im Schatten und in Gegenwart der Zedern in sich zu gehen, Sinn zu finden und Stärke und Mut zu empfangen. Auch unter meiner Zeder habe ich das gespürt!

Weitere Impressionen der Libanon-Zeder:

Für Zedern-Fans eine Reise wert!

Siehe auch meinen Artikel Spiegel aus Holz-Zeder

Infos zum Schloßpark:

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