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Fire walk with me – Ingwer

4 Jul

Das Feuer von Ingwer ist faszinierend und dyna-misch und birgt jene lodernde Kraft, die den Herzschlag für ein bevor-stehendes Abenteuer in die Höhe treibt.

Zum Aufbruch bereit, vom Feuer meiner gesammelten Kräfte be-gleitet, spüre ich wie ich mich innerlich zu meiner vollen Größe aufrichte. Dies fühlt sich so an, als würde mein inneres Ich über meine reale Körpergröße hinauswachsen so wie Flammen, die aus einem Holzscheit hervorzüngeln.

Ich spüre meinen Lebensmut, Aktivität, Lust auf Leben – ohne Kompromisse. Für diesen Moment bin ich die Hüterin des Feuers,es gehorcht mir, begleitet mich und erfüllt mich mit einer mächtigen Energie und gleichzeitig bin ich das Feuer selbst, brenne und habe mich anstecken lassen. Fire walk with me!

Durch das große Feuer, das Ingwer entfacht, scheint das Selbstbewusstsein zu expandieren und lädt mich zu einem Blick auf mich selbst ein, den ich selbst aus Bescheidenheit wahrscheinlich nicht zugelassen hätte. Alles was ich an mir mag und toll finde, liegt nun vor mir auf dem Präsentierteller wie Leckerbissen, die so appetitlich aussehen, dass man sich am liebsten sofort auf sie stürzen möchte.

Der Duft von Ingwer hat neben einer fruchtig-zitronigen Note auch etwas Scharfes und etwas Erdiges. Diese Noten erinnern mich an die reinigenden, kathartischen und klärenden Kräfte des Feuers. Ingwer ist ja bekannt für seine Fähigkeit, das Immunsystem zu stärken, gerade wenn dieses bereits unter Beschuss geraten ist. Bei Schwäche und mangelnder Spannkraft, bei drohenden Infektionen, bei Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit oder Selbstzweifeln würde ich immer zu diesem Duft greifen.

Mit dem Ingwer ist es ist so als hätte man ein Taxi bestellt und vor der Haustür wartet dann eine feuerrote Rakete. Guten Flug!

Affirmation: „Fire walk with me!“ „Mein Selbst expandiert zu seiner wahren Größe!“

Duft: Zingiber officinale, Sri Lanka

Verwendeter Pflanzenteil: Rhizom

Gewinnung: Destillation

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Der Chief – Kampher

27 Jun

Zu diesem Duft entstand zuerst ein Bild. Es zeigt einen Indianerhäuptling, der katzenhafte Züge und einen Kopfputz aus kunstvoll geflochtenem Haar und Federn trägt. Er hat in jeder Hinsicht lediglich das, was er zum Leben braucht und er weiß um die größeren Zusammenhänge zwischen Himmel und Erde und wo das Glück zu finden ist. Sein Schritt ist federnd, leicht und geschmeidig.

Er weiß jede Situation, in die er gerät, weise und richtig einzuschätzen. Wenn sich ihm ein Hindernis in den Weg stellt, so überspringt er dieses mit einem geschmeidigen Satz wie eine Raubkatze. Wenn er sich doch einmal irrt, so stellt er sich blitzschnell auf die neue Situation ein.

Diese Leichtfüßigkeit und Flexibilität ist nur möglich, weil der Chief keinen Ballast mit sich trägt. Hier geht es hauptsächlich um Gefühle, die man mit sich herum trägt, die einen nach unten ziehen, wenn man gerade eben zum Sprung ansetzt…

Sich mit der eigenen Gefühlswelt auseinander zu setzen, bedeutet dem Schmerz ins Auge zu sehen und ihm zu begegnen. Unangenehme wie angenehme Gefühle brauchen eine Ordnung, damit diese ihren Platz im Raum der Tränen, im Raum der eigenen Wahrheit, im Raum der Vergebung oder im Raum des schönsten Tages finden können.

Sich von den eigenen Gefühlen zu distanzieren, so dass diese einfach aus der eigenen Wahrnehmung verschwinden, ist dauerhaft die schlechteste Lösung. Denn der Versuch, die Gefühlswelt mental so kontrollieren zu wollen, verwandelt sich in das genaue Gegenteil.

Die abgespaltenen Emotions-Asteroiden kreisen auf  ihrer Umlaufbahn irgendwo in einer Galaxie fernab des Sonnensystems im menschlichen Körper. Die Weigerung, sich psychisch mit den eigenen Gefühlen zu beschäftigen, führt dazu, dass Energien dieser Art im Endlager abgeladen werden, nämlich im eigenen Körper. Die Folge sind Entzündungen, Verhärtungen, Stoffwechselstörungen oder andere beliebige Symptome, mit deren Hilfe sich der Körper empört aufbäumt um auf sich aufmerksam zu machen.

Mit dem Chief geht es auf die Reise ins Irgendwo und Nirgendwo im eigenen Selbst, in jene Galaxien, in denen die verstoßenen Gefühle wohnen. Wer bis hierhin gekommen ist, dem schenkt der Chief etwas von seiner geschmeidigen Raubkatzenenergie.

Die Blockaden und Panzerungen im Körper werden lokalisiert, der Innenraum starrer Grenzen mit Wärme gefüllt und die Blockade von innen heraus zum schmelzen gebracht. Dies gilt zum Beispiel für Muskeln oder Muskelgruppen, die sich über einen längeren Zeitraum zum Körperpanzer formiert haben.

Gleichzeitig kommen die unterdrückten Gefühle zum Vorschein, es gibt nochmals einen Ruck im Herzen, der Schmerzensmoment, dann ist das Gefühl wieder ein Teil des Selbst und findet seinen Platz.

Affirmation: „Ich bin bereit,  meine verlorenen Gefühle zu finden!“

Duft: Cinnamomum camphora, China

Verwendeter Pflanzenteil: Blatt, Holz

Gewinnung: Destillation

Man on Wire – Zirbelkiefer (Arve)

27 Apr

Wer schon einmal aus großer Höhe in einen Abgrund geschaut hat, weiß wie verdammt tief es da hinuntergeht. Was dieser Abgrund sein mag, ist wahrscheinlich für jeden Menschen etwas anderes. Dunkelheit, Kälte, harter Boden, Schutt und Asche, das Nichts, die Tiefe, die Leere, Sinnlosigkeit, Verzweiflung, Angst, Burn-Out, Einsamkeit, Isolation, Kritik. Jeder hat sein eigenes Tal der Tränen.

Mit meinem ersten inneren Bild wird mir klar: dieses Pflanzenwesen ist mit dem Abgrund vertraut. Über einer tiefen Schlucht sehe ich eine Figur oben am Abhang, die mit einer freien Geste beide Arme und ein Bein von sich in die Luft streckt und förmlich über jener tiefen Schlucht die Welt zu umarmen scheint. Die Sicherung übernimmt das zweite Bein, das mit tiefen Wurzeln fest im Boden des Abhangs verwurzelt ist.

In extremen Lebenssituationen taucht oft das Gefühl auf, nichts mehr verlieren zu können. Die volle Konzentration liegt auf dem Machbaren, den Chancen, der Herausforderung, der Rettung. Die besondere Qualität dieses Duftes liegt darin Sicherheit aus dem Nichts zu erlangen, um die eigenen Grenzen zu sprengen und einen Drahtseilakt vollziehen zu können. Oder vielleicht besser ausgedrückt: das Finden von Sicherheit in der Unsicherheit, das Gefühl von Wärme in einer kalten Umgebung, das Finden von Annehmlichkeit in Anwesenheit von Unanehmlichkeiten.

Mag sein, dass man freiwillig oder unfreiwillig auf das Drahtseil gelangt ist, alles was zählt ist, darüber zu gehen. Die Geistesgegenwart ist ein Moment höchster Konzentration auf das Wesentliche. Unwichtiges wird ausgeblendet, die eigene Kraft gebündelt. Das Überwinden der Schluchten, die sich manchmal im Leben auftun, und das Meistern schwieriger Situationen, wie z.B. eine lebensbedrohliche Krankheit, bleiben als Lebenszeichen in einem selbst verankert.

Das Suchen und Finden von Auswegen, die erfolgreiche Bewältigung schwerer Prüfungen, der Blick in den Abgrund ist eine Achterbahnfahrt, ein Cocktail aus Adrenalin und Glückshormonen, innerer Zuversicht und Zufriedenheit.

Ein Hochseilakrobat denkt nicht daran, dass er abstürzen könnte während er auf dem Seil balanciert. Er ist furchtlos, zweifellos, schwerelos.

So wie der Man on Wire, Philippe Petit, anbei der Trailer zum Dokumentarfilm, der mein Gefühl zum Duft sehr gut transportiert:

„Life should be lived on the edge. See every day as a true challenge and then you live your life on the tight walk.“ Philippe Petit – Man on wire

Affirmation: „Es gibt kein warum!“ „Ich bin sicher und voll konzentriert!“

Duft: Pinus cembra

Verwendeter Pflanzenteil: Zweige

Gewinnung: Destillation

Die Muse – Muskatellersalbei

26 Apr

Sie ist die Wunderbare, die Wandelbare, Paradiesvogel und Derwisch im drehenden, wirbelnden Tanz um sich selbst. Sie erfindet sich stets neu und bleibt doch in ihrer Mitte, es scheint als käme alle Wandlung aus der eigenen Mitte heraus und nur von da.

Sie ist die Prinzessin des Neubeginns, der Veränderung, des Betretens neuer Pfade. Manchmal fehlt nur ein kleiner Anstoß, eine verrückte Idee zum Umdenken und Andersmachen, manchmal müssen erst die Kraftreserven aufgefüllt werden bis die eigenen Grenzen überschritten werden können. Muskatellersalbei leistet Beistand auf jeder Position der Veränderungsskala – wohl wissend dass ohne innere Kraft keine Veränderung möglich ist und schon gar nicht andauern kann.

Jedes Bedürfnis nach Kraft und Ruhe wird erfüllt und ehe man es sich versieht ist man selbst dabei, bereits die ersten zaghaften Tanzschritte auszuführen im großen Tanz der verpassten und noch kommenden Möglichkeiten. Sie ist die Muse, sie leistet erste Hilfe für die eigenen Ideen und Wünsche, gibt Vertrauen und Mut und öffnet die Tore der Intuition.

Der erste Schritt ist meistens der schwerste, wenn es darum geht, sich etwas zu trauen und die ausgetrampelten Pfade zu verlassen. Loslassen ohne aufzugeben, den eigenen Freigeist aus seinem Schlaf wecken oder ihm im Schlaf begegnen. Scheinbar Widersprüchliches findet zusammen, die Essenz der eigenen Kreativität wird spürbar und genau dieses Gefühl lässt einen all die Argumente vergessen, die man sich fein säuberlich zurecht gelegt hatte. Warum es nicht geht, was vernünftig ist, was das Beste ist.

Das Unmögliche ist oft das Menschenmögliche, wovor man sich fürchtet. Schon vernehme ich ein leises Flüstern: „Komm mit, lass los! Lass uns tanzen! Das, wovor du dich fürchtest, wird wahrscheinlich nie eintreten!“

Manchmal sind es die kleinen mühevollen ersten Schritte, die den Eintritt in ein neues Universum bedeuten. Das Wissen um die eigenen Möglichkeiten kommt aus tiefstem Herzen. Lebe einfach und zögere nicht, hadere nicht mit dem Schicksal. In jedem Menschen steckt schöpferisches Potenzial, die Freude am Erschaffen und Erfinden – warum nicht sich selbst? Immer wieder neu.

Affirmation: „Ich erfinde mich neu!“

Duft: Salvia sclarea, Italien

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Destillation

Der Pilger – Waldkiefer

10 Mrz

Dieser Duft hat einen ganz eindeutigen Aufforderungscharakter. Hier geht es um den Aufbruch. Es gibt immer wieder Momente, in denen weiß man, jetzt muss ich einfach losgehen, ich muss einen Weg beschreiten und auf diesem Weg werde ich bestimmte Erfahrungen sammeln. Lebenswege haben es außerdem an sich, dass man oft nicht genau weiß wo man am Ende ankommt und wo das Ziel ist. Die Hauptsache ist, die Richtung stimmt und es fühlt sich richtig an.

Gleichzeitig sind diese Momente auch geprägt von Unsicherheit und Zweifel. Und man braucht einfach einen, der einem sagt, dass alles sich gut entwickeln wird. Und dieser Duft hält dir den Rücken frei, er weiß wie man überlebt ohne Schaden zu nehmen. Ich rieche immer eine trockene Note aus dem Duft heraus, egal wie oft ich ihn zur Nase führe. Und das bedeutet für mich, hier ist ein Dach, unter das ich mich stellen kann, wenn das Leben auf mich einprasselt.

Ich assoziiere mit diesem Duft einen Waldläufer, einen der sich im Wald auskennt, der Nahrung findet, der aus dem Nichts heraus Feuer machen kann und der aus Blättern und Ästen ein Zelt bauen kann – einen Überlebenskünstler. Er kennt den Weg, ohne voranzugehen. Und so hat man am Ende selbst das Gefühl, den Weg gefunden zu haben.  So etwas nenne ich einen edlen Begleiter.

Als inneres Bild türmt sich sogleich ein endlos langer Weg vor mir auf. Aha, so einfach scheint es dann doch nicht zu sein. Das ist mein Weg und den soll ich bis zum Ende gehen? Ich bin beunruhigt. So ein langer Weg und auch noch bergauf ? Angenommen der Weg stellt mein Leben dar, dann wäre es ja gar nicht so schlecht, wenn ich mir ein wenig Zeit lassen könnte bis ich oben am Häuschen angekommen bin. Nun beginne ich zu verstehen, dass es hier nicht darum geht, möglichst schnell voran zu kommen, sondern möglichst von jedem einzelnen Schritt auf dem Weg zu profitieren. Und zu leben, auch wenn oder gerade weil es einmal rasant in die Kurve geht.

Auf dem Weg sein heißt nicht stehen zu bleiben. Auf dem Weg sein heißt Entdecken und Wandlung jeden Tag, indem man auch einmal schaut, was rechts und links ist. Aber zu allererst geht es um den Moment, sich auf den Weg zu machen, sich zu entscheiden, loszugehen.

Der Pilger macht sich auf den Weg, um zu Gott zu finden oder um dem Göttlichen in sich selbst näher zu kommen oder um Gott zu ehren, indem er ihm seine Zeit opfert. Auf dem Pilgerweg kommt es zur Vereinfachung, zur Reduktion auf das Wesentliche, zur Entweltlichung. Und trotzdem ist es einfach: man muss nur einen Schritt vor den anderen setzen.

Ebenso einfach ist es sich 10 Minuten am Tag für die innere Einkehr zu sichern. Wenn da nicht die ganzen Ziele wären, die Termine und der Alltag. Nachdem der Pilger im Morgengrauen das Feuer gelöscht hat, klopft er mir bestimmt auf die Schulter und sagt: „Es ist Zeit. Wir müssen jetzt aufbrechen…“

Affirmation: „Ich mache mich auf den für mich bestimmten Weg!“

Duft: Waldkiefer, Pinus silvestris, Frankreich

Verwendete Pflanzenteile: Zweige

Gewinnung: Destillation

Die Göttin des Vertrauens – Vanille

6 Mrz

Seit Jahren habe ich dieses kleine Fläschchen mit weit gereistem Inhalt – Vanille Absolue. Dieser Duft trägt etwas schweres und dichtes in sich, eine tiefe dunkle Wärme, gleichzeitig steigt ein sehr versöhnlicher süßer und charakteristischer Duft auf. Der erste Eindruck ist eher herb und wandelt sich dann erst in die charakteristische Note – nämlich eine ganz eigene Süße.

Obwohl der Duft für mich etwas zutiefst Mystisches ausstrahlt, so entdecke ich gleichzeitig eine sehr zugewandte und offene Seite.

Vor meinem inneren Auge begegne ich einer Frau mittleren Alters, sie hat dunkle samtig schimmernde Haut, dunkelbraune, fast schwarze Augen, bunten Perlenketten aus Ton und einen langen bunten Rock à la Frida Kahlo an .  Wie eine mexikanische Königin oder Göttin. Ihr Haar ist lang und glänzend schwarz mit vielen vielen  Zöpfen, die wild in alle Richtungen stehen – darin sind bunte Bänder geflochten. Sie erinnern mich an das Bild des Wunschbaums. In manchen Kulturen schreiben die Menschen an heiligen Tagen ihre Wünsche auf bunte Bänder und binden sie dann an die Äste.

Diese mexikanische Königin ist makellos, selbstsicher, stolz und vor allem temperamentvoll.  Sie ist von Natur aus so, sie hat sich nie von ihrem göttlichen und ursprünglichen Selbst entfernt. Und gerade deshalb ist ihr Blick warm und offen und in ihrem großen Herzen ist immer ein Platz frei. Dies weckt Vertrauen und schenkt Geborgenheit.  Es ist weniger die Süße als dieses deutlich spürbare und kostbare Urvertrauen, das einem selbst Mut macht.  Zu spüren, wie es sich anfühlt, im Moment eins mit sich  zu sein.

Von der mexikanischen Königin erfahre ich, dass die echte Geborgenheit und Liebe, die man anderen Menschen schenkt,  immer aus tiefstem Herzen kommen sollte. Dann tue sie auch am besten und könne Wunder bewirken.

Allzu schnell geschehe es jedoch, dass man aus Mitleid oder Verantwortungsbewusstsein einen geliebten Menschen trösten und ihm Sicherheit schenken möchte. Doch so manches Mal brauche man auch selbst Zeit für sich und eine starke Schulter.

Es geht also auch um das Thema der Abgrenzung und die eigenen Bedürfnisse. Gerade Menschen mit großem Herzen denken oft als letztes an sich selbst. Dies kann sogar selbstzerstörerische Züge annehmen.  Die Vanille mit ihrer Weichheit und Durchsetzungskraft kann helfen ohne schlechtes Gewissen für das eigene Wohlbefinden zu sorgen.

Vollkommen zu sein heißt ganz man selbst zu sein.  Bei sich zuhause zu sein, sich liebevoll zu betrachten und offen in die Welt zu schauen.  Zu sich selbst gut zu sein ist die Voraussetzung auch zu anderen gut zu sein. Genau dies verkörpert die Vanille. Sie ist eine stille Heldin.

Die Beschäftigung mit diesem Duft streift viele Themen, die mit dem eigenen Selbstwert, Selbstsicherheit, Urvertrauen und Selbstakzeptanz zu haben. In der Interaktion mit anderen Menschen geht es darum die Balance von Geben und Nehmen zu finden, so dass die Bedürfnisse nach Unterstützung, Sicherheit und Zärtlichkeit für alle erfüllt werden. Um diesen Zustand herzustellen kann es auch einmal zum einen oder anderen Konflikt kommen.

Auf der Suche nach der mexikanischen Gottheit habe ich diese Dame getroffen. Chantico, die Göttin des Herdfeuers, die alles, was zu ihr gehört, verteidigt.

Affirmation:  Ich sorge gut für mich! Ich bleibe mir treu!

Duft: Vanilla planifolia

Verwendete Pflanzenteile: Schoten

Gewinnung: Alkoholextraktion, Absolue

Der stolze Krieger – Lorbeer

24 Jul

Sogleich strömt ein fruchtig-würziger Strom in meine Lunge ein, in kürzester Zeit kann ich den Duft in meinem Mund schmecken.

Mein Herz schlägt schneller, meine Muskulatur wird mobilisiert, bereit zu agieren. Was auch immer auf mich zukommen mag, ich bin bereit, ich bin da! Das ist der Stoff aus dem die Helden sind!

Und tatsächlich tauchen Bilder von Kriegern vor meinem inneren Auge auf. Sie kommen aus verschiedenen Epochen und Teilen der Erde. Ich sehe römische Legionäre in Rüstung, Indianerhäuptlinge mit prächtigem Federputz, Fährtensucher der Aborigines, es sind viele und alle haben sie eines gemeinsam.

Sie stehen aufrecht und stolz da und blicken mit festem und klarem Blick in die Ferne. Vollkommen wach, die Muskeln gespannt und doch merkwürdig ruhig und furchtlos. Sie sind mutig, vertrauen auf ihre Fähigkeiten und sie sind auf alles vorbereitet. Sie werden den Frieden bewahren, aber wenn es sein muss, werden sie auch kämpfen. Diese Krieger stecken auf keinen Fall den Kopf in den Sand.

So stelle ich mir vor, dass dieser Duft auch mir Mut schenkt, mir hilft über mich hinaus zu wachsen, dass er mich an meine Fähigkeiten glauben lässt, dass er mir hilft das Unmögliche möglich zu machen. Ich blicke nach vorn, das ist die einzige Richtung, in die der Duft weist.

Wie heißt es so schön bei Abba „The winner takes it all“. Dies ist ein Duft für alle, die etwas gewinnen wollen!

Affirmation: Furchtlos blicke ich nach vorne! Ich bin ein Gewinner!

Duft: Laurus nobilis, Bosnien

Verwendete Pflanzenteile: Blatt

Gewinnung: Destillation

Besuch einer Libanon-Zeder

15 Jul

Neulich war ich in der Nähe von Frankfurt am Main in Bad Homburg im dortigen Schloßpark unterwegs – allein.

Es war ein wunderschöner und heißer Sommertag. Ich bin durch Zufall dorthin gekommen und nachdem ich das Eingangstor durchschritten hatte und mich ein wenig aklimatisiert hatte, da sah ich sie – zwei gigantische Zedern. Soghaft zog mich die starke Ausstrahlung dieser Baumpersönlich-keiten an. Als ich dann unter dem Dach aus Ästen und Zweigen stand, fühlte ich mich geborgen, es war angenehm kühl, draußen schien die Sonne in grellem Licht, aber ich hatte das Gefühl in einer Waldwohnung zu sein, eine dunkelgrüne Herberge zu haben.

Und auch ohne ätherisches Öl konnte ich alle Eigenschaften des Zedernduftes in diesen Bäumen wiederfinden: Ruhe, Standfestigkeit, Zeitlosigkeit, Stabilität, Schutz, Sicherheit und majestätische Souveränität. Und vor allem beeindruckend ist der Schatten, den die Bäume spenden, er legt sich wie ein Samtbezug über den Kiesboden, so schafft die Zeder unter ihrem Dach eine ganz eigene Atmosphäre. Hier möchte man verweilen, nachdenken, bleiben – vielleicht für immer.

Bei näherer Betrachtung und zu meiner großen Überraschung erfuhr ich, dass es sich hier um echte Libanon-Zedern handelt, die im Jahre 1820 als Hochzeitsgeschenk vom Duke of Cambridge für seine Schwester im Schloßpark gepflanzt wurden. Die größere der Zedern ist heute 20 m hoch und die Zweige haben eine Spannweite von über 35 m in Ost-West-Richtung. Also gigantisch…

Die Libanon-Zeder (Cedrus libani) steht heute streng unter Naturschutz. Das ätherische Öl der Zeder wird aus diesem Grund heute aus der Atlaszeder gewonnen. Vor langer langer Zeit begaben sich Sinnsuchende in die weltbekannten libanesischen Zedernwälder auf Pilgerfahrt, um dort im Schatten und in Gegenwart der Zedern in sich zu gehen, Sinn zu finden und Stärke und Mut zu empfangen. Auch unter meiner Zeder habe ich das gespürt!

Weitere Impressionen der Libanon-Zeder:

Für Zedern-Fans eine Reise wert!

Siehe auch meinen Artikel Spiegel aus Holz-Zeder

Infos zum Schloßpark:

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