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Düfte am Arbeitsplatz – Sommer Special

17 Jul

IMG_0309Es ist Sommer, die Laune ist gut, die Getränke sind schon kühl gestellt und voller Vorfreude denken wir an den Feierabend, an eine laue Sommernacht, in der man noch lange draußen sitzen kann und die freie Zeit genießen kann.

Jedoch verbringen viele Leute die meiste Zeit des Tages in der Arbeit. Einige denken nach Feierabend noch immer an die Aufgaben, die sie zu erledigen haben und für andere ist das Arbeitsleben gleichzeitig der Mittelpunkt des Lebens.

Warum sollte man sich also das Leben im Büro nicht etwas schöner machen?

Ätherische Öle können in vielfältiger Weise hilfreich sein. Daher ist im Aroma Journal nun eine ganze Artikelreihe als Sommer Special vorgesehen und zwar mit folgenden Themen:

  • Die richtige Arbeitsatmosphäre schaffen – bewährte Düfte und Duftmischungen für verschiedene Stimmungslagen vor Arbeitsantritt
  • Mach mal ne Pause – Düfte für die Mittagspause, Power-Nap und Tiefenentspannung
  • Hitzefrei im Büro – Kleine Duftanwendungen für zwischendurch, die für Abkühlung sorgen
  • Düfte für konzentriertes Arbeiten
  • Digital Detox – den Kopf frei kriegen
  • Kommunikation am Arbeitsplatz – Düfte für Besprechungen, Diskussionsrunden und Brainstorming
  • Start in den Feierabend –  Kleine Duftrituale zum Abschalten
  • Mobbing und Stress am Arbeitsplatz – wie man mit Düften bei sich selbst bleibt
  • Frei vor Publikum sprechen – Duftanwendungen für Präsentation, Prüfungen und wichtige Gespräche

Die Artikel werden in den nächsten Wochen nach und nach im Aroma Journal zu lesen sein.

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Wildniswissen – Kreuzkümmel

10 Jul
Foto

Jeanswerbung Dr. Denim

Wer hat der zivilisierten Welt nur beigebracht so ängstlich und gleichzeitig so brav zu sein? Warum können wir nicht etwas wilder sein, die Schuhe ausziehen und einfach barfuß weitergehen, und im Kühlschrank nur das Essen für den nächsten Tag einlagern?

Vielleicht weil wir unser wildes Erbe, unser Wildniswissen vergessen haben. Im Grunde des Herzens oder vielleicht sogar darunter ist mit dem Duft des Kreuzkümmels ganz deutlich die wilde, animalische Natur des Menschseins zu spüren.

Die Reise zum wilden Teil scheint mir rückblickend wie ein langer Weg, den ich in kleinen Schritten zurücklegen musste. In dem Augenblick, als ich den Kreuzkümmel zum ersten Mal roch, machte sich in meinem Unbewussten ein Fährtensucher auf den Weg, um zu meiner Wildnis zu gelangen. Und im selben Moment dachte ich: „Oh mein Gott, das riecht wie Schweiß!“

Einmal ist es mir passiert, dass dieser Duft chamäleonartig seine Duftnoten geändert hat. Zuerst schwülstig schmalzig und sehr intensiv würzig, wenig später entströmte eine leichte Kirsch-Note, hin zu einer kompletten Wandlung zu kräftiger Minze gefolgt vom medizinischen Duft der Myrrhe.

Ich habe erlebt wie der Duft bis tief in die Gedärme vorgedrungen ist und vor dem inneren Auge ein lebhaftes Bild sich bewegender Darmwindungen des Dickdarms und Dünndarms entstanden ist. Der Geruch ist schwer auszuhalten, ein Anflug von Übelkeit streift die Wahrnehmung, im Kopf steigen sanfte Nebel auf. Benommen und übel, na toll.

Es war wie ein Verdauungsprozess, der in die Zeit hineinragte und mich Stück um Stück zum wilden Teil meiner selbst brachte, zu jenem Stück Garten, das man nie besucht und wo Gestrüpp und Unkraut das Regiment übernommen haben.

Die Wildnis hat ihre eigene Architektur und ihre eigenen Gesetze.

Wild zu sein bedeutet nicht, die Kontrolle zu verlieren. Nein, es bedeutet intuitiv kraftvoll zu sein und diese Kraft wird gespeist von dem Wissen, innere Ressourcen zu mobilisieren, von denen man bisher vermutet hat, dass sie da sind, aber es eben nicht genau wusste.

Es bedeutet mehr Bodenhaftung zu haben, mehr Mut, mehr Souveränität, mehr Fülle, mehr Vertrauen darin, sich zu helfen zu wissen.

Es ist das Wissen, dass wir einen Sinn für das Überleben haben, den wir zwar nicht mehr nutzen, weil es uns einfach in diesem Teil der Welt  so gut geht und wir so viele Annehmlichkeiten in unserem Leben haben, dass wir nie dazu kommen, es auszuprobieren. Dass wir nie wissen, was wir alles überleben können und infolgedessen haben wir Angst, es könnte uns etwas zustoßen.

An und für sich bin ich kein besonders ängstlicher und auch kein besonders angepasster Mensch, und doch, im Angesicht dieses Duftes kommt so etwas wie Wagemut hervor, die Lust, sich zu widersetzen, die Streitaxt auszupacken, wenn es notwendig ist. Und auch die Lust, die wilde Seele zu nähren, ein Feuer zu entzünden, Räucherwerk zu verbrennen, sich die Hände schmutzig zu machen, barfuß zu gehen, mit den Wölfen zu heulen, zu tanzen und aus voller Inbrunst zu lachen und noch so einiges anderes…

Inzwischen finde ich zwar immer noch, dass der Kreuzkümmel etwas Schwülstig-Schweißiges hat, aber die wilde und animalische Seite in mir wird mir dadurch jedes mal wieder stark bewusst. Die wilde, ungebremste, bodennahe Kraft, die dann zu spüren ist,  fühlt sich an als ob man von einer sehr langen Reise endlich Heim kommt – zum ältesten Ort, der in einem selbst existiert.

Affirmation: „Gute Mädchen/Jungs kommen in den Himmel, wilde Mädchen/Jungs kommen überall hin!“

Duft: Cuminum cyminum, Ägypten

Verwendeter Pflanzenteil: Samen

Gewinnung: Destillation

Holy Smokes – Dufterfahrung zwischen Himmel und Erde

15 Jan

Räucher_zeremonieVom Duft durchdrungen, sichtbar, fühlbar, mit Haut und Haar, duftender Rauch im Raum. Die Atmosphäre füllt sich schnell mit meandernden, tanzenden Nebelschwaden.

Die Fingerspitzen riechen noch ein wenig nach Kohlestaub, während der Blick den tanzenden Mustern des Rauches folgt und der Geist sich in der Atmosphäre niederlässt.

Eine Räucherzeremonie ist eine sehr sinnliche Erfahrung. Der Duft wird sichtbar als Rauch, der nach oben steigt, der sich im Raum ausbreitet oder aus dem offenen Fenster in die kalte Winterluft entweicht.

Und in diesen Rauch und seine Bewegung lässt sich alles Mögliche hinein projizieren. Er wird zum Träger meiner Wünsche, meiner Gedanken und meiner Gefühle. Vielleicht lenkt er mich auch einfach vom Alltäglichen ab, vielleicht schaue ich ihm einfach nach und mache nichts.

Schon das Bereitstellen sämtlicher Utensilien und das Aufstellen meines kleinen Räucherkessels, die Auswahl des Räucherstoffes, das Entzünden der Kohle versetzt mich in eine feierliche Stimmung. Es markiert den Moment, in dem ich meine normale Form verlassen darf.

Ich blicke den Rauchkringeln hinterher und nutze die Symbolkraft des Rauches, mit dessen Hilfe ich mir Unsichtbares vor Augen führen kann und durch die sinnliche Berührung besser verstehen kann.

Das Symbol des duftenden Rauches hilft mir persönlich sehr gut bei folgenden Themen:

  • Wünsche formulieren
  • seelische Reinigung
  • Entspannung 
  • Loslassen und Abschied nehmen
  • Feste feiern

 Die Bedeutung erhält der Rauch durch das, was man selbst hinein gibt und was man sich dabei vorstellt. Daher macht es Sinn, sich für einen bestimmten Anlass sein eigenes Räucherritual auszudenken.

Die einen lieben es, die anderen hassen es. Eine Räucherung hat ihren ganz eigenen Charme. Ich persönlich liebe es, in dicken duftenden Nebelschwaden Verbindung zu jenem archaischen Ur-Menschen in mir aufzunehmen. Immerhin ist das Räuchern eine der ältesten Freizeitbeschäftigungen der Menschheit.

Fleurs de Sel – Duftende Peelings mit Meersalz

16 Mai

Peelings von links nach rechts, hintere Reihe Mystery (lila), Waldzauber (grün), Happy Hour (Orange). Vorne Kickstart (gelb).

Eine der wundervollsten Anwendungen mit ätheri-schen Ölen sind für mich die Peelings.

Die Vielfalt der Rezepturen ist grenzenlos, die Her-stellung simpel und die erzielten Effekte reichen von A wie atemberaubend bis Z wie zarte Haut.

Peelings sind erfrischend, erneuernd und belebend. Ideal für den frühen Mor-gen oder für den frühen Abend nach einem anstrengenden Tag, für Reinigungsrituale und zur Hautpflege. Je nach Stimmung lässt sich eine passende Duftmischung zaubern.

Ich persönlich liebe die klärende Kraft des Meersalzes in Kombination mit pflegenden, pflanzlichen Ölen als Körperpeeling. Für ein Gesichtspeeling eignet sich brauner Zucker sehr gut.

Als weitere Zutaten eignen sich Honig, Heilerde, im Mörser pulverisierte Blätter von Duftpflanzen, Weizenkleie, Haferschrot, Kichererbsenmehl uvm.

Als pflanzliche Öle eignen sich Mandelöl, leichtes Olivenöl, Jojobaöl, Sonnenblumenöl

Aber wie gesagt, der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt…

Rezepte für duftende Meersalzpeelings

Grundrezept: je 1 EL Meersalz und 1 EL pflanzliches Öl.

Nach der Herstellung in Gläser abfüllen. Die Peelingmischungen halten sich mehrere Wochen.

Happy Hour            

stimmungsaufhellend, energetisierend, durchblutungsfördernd                        

  • 6 EL Meersalz
  • 6 EL Olivenöl
  • 4 Tr. Ingwer
  • 12 Tr. Orange
  • Lebensmittelfarbe gelb und rot

Herstellung: Das Meersalz in eine Schüssel geben, dann das pflanzliche Öl zugeben und gut mischen. Dann die Düfte zugeben und gut mischen. Zum Färben Lebensmittelfarbe nach Belieben zugeben.

  Kickstart

von 0 auf 100

  • 6 EL Meersalz
  • 6 EL Olivenöl
  • 3 Tr. Lorbeer
  • 3 Tr. Rosmarin cineol
  • 8 Tr. Zitrone

Herstellung: Das Meersalz in eine Schüssel geben, dann das pflanzliche Öl zugeben und gut mischen. Dann die Düfte zugeben und gut mischen.

Waldzauber

erfrischend, wie ein Waldspaziergang

  • 6 EL Meersalz
  • 6 EL Olivenöl
  • 11 Tr. Waldkiefer
  •  3 Tr. Sibirische Fichte
  • 7 Tr. Grapefruit
  • Lebensmittelfarbe grün

Herstellung: Das Meersalz in eine Schüssel geben, dann das pflanzliche Öl zugeben und gut mischen. Dann die Düfte zugeben und gut mischen. Zum Färben Lebensmittelfarbe nach Belieben zugeben.

Mystery

beruhigend, einhüllend, geheimnisvoll

  • 6 EL Meersalz
  • 6 EL Olivenöl
  • 3 Tr. Sandelholz
  • 4 Tr. Tolubalsam
  • 1 Tr. Vetiver
  • Lebensmittelfarbe blau und rot

Herstellung: Das Meersalz in eine Schüssel geben, dann das pflanzliche Öl zugeben und gut mischen. Dann die Düfte zugeben und gut mischen. Zum Färben Lebensmittelfarbe nach Belieben zugeben.

Wie wird das fertige Peeling verwendet?

Die Haut kurz abduschen. Das Peeling auf die nasse Haut auftragen und einmassieren, dann alles gut abduschen und nach dem Duschen gut abtrocknen. Durch das beigefügte Pflanzenöl bleibt ein rundum gepflegtes Gefühl auf der Haut zurück.

Das Aroma Journal wünscht viel Freude bei der Zubereitung und viel Spaß bei der Anwendung!

Fastenzeit – Detox Kur mit ätherischen Ölen

29 Feb

Fasten bedeutet Leben ohne Nahrung. Wer sich schon einmal auf dieses Abenteuer eingelassen hat, weiß, dass es beim Fasten nicht ums Abnehmen geht, sondern um einen Lösungsprozess, um Entgiftung und Reini-gung und um die Aus-einandersetzung mit sich selbst.

Durch das Überangebot an Nahrung nehmen wir häufig mehr zu uns als unser Körper eigentlich verarbeiten kann. Zudem gerät der Säure-Basen-Haushalt durch den Genuss von Nahrungsmitteln, die bei der Verdauung Säuren im Körper freisetzen, sowie durch Stress und mangelnde Bewegung schnell  ins Ungleichgewicht.

Die Folgen der Übersäuerung sind z.B. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Muskelverspannungen, Bindegewebsschwäche oder empfindliche Haut.

Während des Fastens  dürfen die Leber, die Nieren, die Lungen, der Dickdarm und die Haut Urlaub machen. Mit der körperlichen Entgiftung geht meist auch ein psychischer Lösungsvorgang einher. Die durch das Fasten freigesetzte Energie kann dazu genutzt werden, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen und zu neuen Ufern aufzubrechen.

Dr. Hellmut Lützner beschreibt das Fasten in seinem Buch „Wie neugeboren durch Fasten“ so:

  • Fasten ist eine naturgegebene Form menschlichen Lebens
  • Fasten bedeutet, dass der Organismus durch innere Ernährung und Eigensteuerung aus sich selbst leben kann
  • Fasten betrifft den ganzen Menschen, jede einzelne seiner Körperzellen, aber auch seine Seele und seinen Geist
  • Fasten ist ein starker Impuls, die eigene Lebensweise zu ändern, falls dies nötig ist

Die Anwendung ätherischer Öle während der Fastenzeit kann die Entgiftungsprozesse im Körper effektiv unterstützen und dabei helfen, den Körper von Stoffwechselprodukten zu befreien und den Kreislauf zu stabilisieren.

Außerdem können ätherische Öle psychisch kräftigend wirken, neuen Schwung geben und Veränderungsprozesse einleiten.  Auch in Meditation und Innenschau können Düfte interessante Einsichten zu Tage fördern.

Meine Detox-Düfte

Zitrone: klärend, tonisierend, mental strukturierend, unterstützt die Leberfunktion, Wachmacher, vermittelt ein Gefühl von Sauberkeit Die Kunst der Subtraktion – Zitrone

Grapefruit: verbindet mit dem eigenen Energiefluss, tonisierend, fördert die Fettverbrennung, belebend und aufmunternd Flow – Grapefruit

Koriander: unterstützt alle Stoffwechselvorgänge und leitet Gifte aus, stärkt die Verdauungsorgane  Detox Agent – Koriander

Rosmarin verbenon: unterstützt die Leberfunktion, kurbelt die Fettverbrennung an, wirkt blutreinigend, vitalisierend, ausgleichend, hilft das richtige Maß zu finden Die perfekte Welle – Rosmarin verbenon

Rosmarin cineol: atemstimulierend, entgiftet die Lunge, belebend, kreislaufanregend, hebt den Blutdruck, wachmachend, steigert das Durchhaltevermögen

Wacholder: durchblutungsfördernd, stabilisierend, unterstützt bei psychischer Bewältigung von Detox-Prozessen, Verarbeitung negativer Gefühlszustände Wächter der Nacht – Wacholder

Lavendel: hilft bei Unruhezuständen, Kopfschmerzen und bringt den Lymphfluss in Gang, unterstützt die Hautfunktion,  schlaffördernd und entspannend Blue Angel – Lavendel (Berg-)

Angelikawurzel: immunstärkend, blutreinigend, belebend, herzstärkend, durchblutungsfördernd, innerlich aufrichtend, angstlösend, psychisch stabilisierend Krieger des Lichts – Angelikawurzel

Bevor man sich für eine Fastenkur entscheidet, sollte man mit seinem Hausarzt Rücksprache halten, ob diese Methode für einen selbst geeignet ist. Außerdem ist es empfehlenswert, sich an einem strukturierten Leitfaden zu orientieren, da vor und nach dem eigentlichen Fasten Entlastungs- und Aufbautage und insgesamt eine gewisse Planung nötig ist.

Buchtipps:

Wie neugeboren durch Fasten, Dr. med. Hellmut Lützner

Säure-Basen-Balance, Prof. Dr. Jürgen Vormann

Das Säure-Basen-Kochbuch, Monika Lohmann

Fortsetzung folgt….Detox – Aroma-Rezepte für die Fastenzeit

Duftende Weihnacht

24 Dez

Was wäre Weihnachten ohne seine Düfte, die schon seit Jahrtausenden um die Nasen der Menschen schmeicheln.

Orange, Mandarine, Tanne, Fichte, Zimt, Kardamom, Nelke, Sternanis, Ingwer, Wacholder oder Lorbeer (siehe auch Düfte A-Z).

Düfte sind die Träger der Weihnachtsstimmung, die Ma-cher des Weihnachtszaubers.

Zu Weihnachten gehört für mich eine feierliche Räu-cherung zu Ehren der Wiedergeburt des Lichtes.

In diesem Jahr habe ich mir folgende Räucherung aus Weihnachtsbaum und Blütenwunder von Claudia Müller-Ebeling & Christian Rätsch ausgesucht.

Apollo-Räucherung

4 Teile Weihrauch
2 Teile Myrrhe
2 Teile Zimt
1 Teil Lorbeerblätter
 

Diese Räucherung reinigt das Heim tiefgehend von negativen Energien und schafft eine feierliche Atmosphäre und eignet sich auch sehr gut, um die erste der 12 heiligen Nächte (Rauhnächte) zu feiern. Das alternative Startdatum für die Rauhnächte ist der 21.12., Wintersonnenwende.

Das Aroma Journal wünscht allen Leserinnen und Lesern fröhliche Weihnachten, ein gesegnetes Weihnachtsfest und eine besinnliche, inspirierende Zeit zwischen den Jahren!

Der Duft der Meerjungfrauen – Aromarezepte zum Baden

19 Dez

Meerjungfrau, Petra Jeckle, 2010 - weitere Infos siehe unten

Baden ist Reinigung, Zeremonie, Ritual und Luxus. Baden sollte jedesmal ein Fest sein!

In der Badewanne kann man den Alltag hinter sich und die Seele baumeln lassen, sich regenerieren und ver-wöhnen.

Oder für einige duf-tend- mystische Mo-mente ins Land der Meerjungfrauen reisen!

Ein heißes Bad im Winter soll vor allem Wärme und Geborgenheit schenken, die Haut mit Nährstoffen versorgen, das Immunsystem unterstützen und die Seele zum Träumen einladen.

Ein Aromabad erfüllt alle diese Kriterien und wenn die Aroma-Massage für mich die Königin der Aromatherapie ist so ist das Aromabad mit Sicherheit ihre Prinzessin.

Kaum eine andere Anwendung ist so wohltuend und gleichzeitig so intensiv wie das Baden mit ätherischen Ölen. Immerhin handelt es sich um eine Ganzkörper-Anwendung. Im warmen Badewasser öffnen sich die Hautporen und die ätherischen Öle können sehr gut in den Körper gelangen.

Wenn der duftende Wasserdampf das Badezimmer erfüllt und edle Öle und Zutaten die Haut umschmeicheln, dann beginnt die Reise ins Land der Meerjungfrauen!

Allgemeines zum Baden mit ätherischen Ölen

Bevor es nun zu den Aroma-Rezepten geht, sind wie immer einige einfache Regeln zu beachten.

1. Ätherische Öle müssen immer mit einem Emulgator gemischt werden, da sie selbst nicht wasserlöslich sind. Wird dies unterlassen, so schwimmen die Tröpfchen des ätherischen Öls oben auf dem Badewasser. Einige Düfte können in dieser kompakten und konzentrierten Form die Haut reizen.

2. Als Emulgator dienen fette pflanzliche Öle wie z.B. Mandelöl oder Olivenöl, fette Milch, Sahne oder als vegane Alternative Kokosmilch (alles mit möglichst hohem Fettgehalt), Meersalz, Honig und brauner Zucker.

Und weil sich das Nützliche mit dem Schönen verbinden lässt, kann man aus den verschiedenen Emulgatoren  sehr reizvolle Luxus-Duft-Kreationen zaubern. Grundsätzlich sollten die ätherischen Öle vollständig in den Trägerstoffen gelöst sein.

3. Zitrusdüfte sind ein Spezialfall, der in der Biochemie begründet liegt. Die sehr flüchtigen und leichten chemischen Verbindungen (Monoterpene) der Zitrusdüfte können im heißen Badewasser aufbrechen, wodurch dann Säuren entstehen, die wiederum die Haut reizen können. Es piekst und fühlt sich an wie kleine Nadelstiche. In so einem Fall sollte man sofort das Badewasser auslassen und sich gut abduschen.

Wer nicht auf Zitrusdüfte im Badewasser verzichten will, sollte den Zitrusduft zuerst mit anderen chemisch stabilen Düften und dann gut (!) mit dem Emulgator mischen. Auf diese Weise werden die sensiblen chemischen Strukturen in ein größeres Molekülnetz eingebettet.

Eine gute (Bade-) Partie ist die Bergamotte, da sie zu 50% aus den deutlich stabileren Estern besteht.

4. Die Dosierung sollte 10 Tropfen ätherisches Öl pro Vollbad nicht überschreiten, in der Regel reichen 4-7 Tropfen vollkommen aus, manchmal reicht schon ein einziger Tropfen wie z.B. bei der Rose. Weniger ist mehr!

5. Die Temperatur des Badewassers sollte 38 Grad betragen, Badedauer 15-20 Minuten.

6. Die Aromamischung in das eingelaufene Badewasser geben.

7. Bei einigen Mischungen kommt der Kreislauf ziemlich in Schwung ähnlich wie im Thermalbad. Von daher sollte man frühzeitig aus dem Bad steigen, wenn man das Gefühl hat, dass es „reicht“.

8. Nach dem Baden sollte man noch 10-15 Minuten unter einer warmen Decke nachruhen, vor allem wenn man eine Mischung zur Stärkung des Immunsystems bzw. gegen Erkältung verwendet hat.

Winterliche Aromarezepte für die Badewanne

Nachdem wir nun die Pflicht hinter uns haben, folgt nun die Kür. Hier kommen also meine liebsten Aroma-Rezepte für winterliche Badefreuden und natürlich habe ich sie alle vorher probegebadet.

Pflegende Grundmischung für Aromabäder

3 EL pflanzliches Öl
4-7 Tropfen ätherische Öle
250 ml fette Milch, Sahne oder Kokosmilch
 

Zuerst das pflanzliche Öl in einer Tasse mit den ätherischen Ölen gut mischen, dann die Milch/Sahne/Kokosmilch dazu geben und nochmals gut mischen.

Fettfreie Grundmischung für Aromabäder

300 g Meersalz
4-7 Tropfen  ätherische Öle
 

Die Hälfte des Meersalzes in ein großes Schraubglas geben, die ätherischen Öle hinzugeben. Dann den Deckel wieder aufschrauben und gut schütteln. Im Anschluss den Rest des Meersalzes dazu geben und nochmals gut schütteln.

Badesalze sind am besten, wenn man sie vor der Verwendung 1-2 Wochen durchziehen lässt. Das Badesalz kann entweder mit Lebensmittelfarbe eingefärbt oder mit Kräutern und Blüten optisch aufgepeppt werden.

 
 

Gesang der Meerjungfrauen                        Rescue Team 

[zum Abtauchen ins Traumland]                    [stärkt das Immunsystem]

3 EL Mandelöl, bio                                                   4 EL Honig, bio
200 ml Milch, bio oder Kokosmilch                   200 ml Milch, bio
3 Tr. Ylang Ylang komplett                                 100 g grobes Meersalz
2 Tr. Vanille                                                             4 Tr. Palmarosa
2 Tr. Mandarine rot                                               3 Tr. Ingwer                                  
                                              
 

Kokon-Nebel                                                        Tempelglocke

[schenkt Geborgenheit]                                       [für innere Ruhe]

3 EL Mandelöl, bio                                                   100 g grobes Meersalz
200 ml Sahne, bio                                                  500 ml Reiswasser*
2 EL brauner Zucker                                              3 Tr.  Zeder
3 Tr. Tonkabohne                                                  3 Tr.  Sandelholz
3 Tr. Vanille                                                             3 Tr.  Bergamotte
2 Tr. Benzoe Siam
 
 * 50 g Reis für 30 Min. in kaltem Wasser quellen lassen, dann abseihen
                                                                                   

Demeter Bad                                                        Manche mögen’s heiß

[für Erdverbundenheit]                                        [Wärmespender]

5 EL Mohnöl                                                              200 g grobes Meersalz
5 EL Weizenkeimöl                                                   5 EL gutes Olivenöl
5 EL Honig, bio                                                         2 Tr. Kardamom
2 Tropfen Myrrhe                                                    2 Tr. Pfeffer schwarz
3 Tr. Lavendel (Berg-)                                            2 Tr. Ingwer
1 Tr. Vetiver                                                              2 Tr. Petit Grain         
 

Das Aroma Journal wünscht gute Erholung in Neptuns Reich!

Vielen Dank an Petra Jeckle, deren tolle Meerjungfrau ich für diesen Eintrag mit freundlicher Genehmigung abbilden durfte.

Weitere Infos zur Künstlerin  http://www.petra-jeckle.de

                                                  
                                                                                          
                                          
 
 
 
 

Duftende Helfer für Meditation und Innenschau

13 Dez

Ein stilles Plätzchen im botanischen Garten, Berlin, unweit der Schwarzkiefern

Jeder Duft erzählt seine eigene Geschichte, man muss nur aufmerksam lauschen.

Es sind Geschichten ohne Worte, magische Erlebnis-Pakete voller Gefühl, Bilder, Stimmung, Szenarien manchmal jenseits von Zeit und Raum, volle intensive, sinnliche Erfahrungen.

Das Besondere an der Meditation mit Düften ist, dass die Aufmerksamkeit auf bestimmte Themen gelenkt wird, die der jeweilige Duft vermittelt.

Deswegen eignet sich die Innenschau mit Düften besonders, wenn man sich mit einem bestimmten Thema intensiv beschäftigen möchte oder die Meditation energetisch mit einer bestimmten Qualität aufladen möchte. Dies können z.B. die Themen Liebe, Kraft, Schutz oder Freiheit sein.

Die nonverbale Duftbotschaft eignet sich auch wunderbar als Ergänzung zur Rezitation eines Gebets, Segensspruches oder Mantras oder für bewegte Formen der Meditation (Yoga, Geh-Meditation).

Auch die körperlichen Funktionen wie z.B. Blutdruck und Atmung werden durch Düfte ebenso beeinflusst wie der Gehirnstoffwechsel. So kann mit Hilfe verschiedener Düfte der Alltag verlassen und die meditative Entspannung leichter erreicht werden.

In der Stille, wenn man in sich selbst ein großes weites Feld aufmacht und Platz geschaffen hat, dann zeigen sich die Duftpersönlichkeiten in all ihrer Pracht und fungieren häufig als Begleiter, Lehrer und Informationsträger.

Eine Duftmeditation ist im Prinzip mit jedem Duft möglich, es gibt aber einige wunderschöne Düfte, die Ruhe, Weisheit, Kontemplation und Stille fördern und die Verbindung zum eigenen Wesenskern  unterstützen.

Eine kleine Auswahl  habe ich hier exemplarisch aufgelistet. Die Links führen zu den jeweiligen Einträgen im Aroma Journal:

Angelikawurzel: ist das ewige Licht in der Dunkelheit, erhellt Seele und Körper, agiert in der Meditation als Fackelträger, schenkt Mut, Kraft, bietet Schutz und macht Mut.

Vetiver: hilft sich im gegenwärtigen Augenblick fest mit der haltenden Erdenergie zu verbinden, sich zu verwurzeln, um dann nach oben wachsen zu können. Vetiver schenkt das Ur-Vertrauen, die Räume des eigenen Bewusstseins zu erkunden und dort seine Heimat zu finden.

Zeder: zentriert, macht die eigene tragende Achse spürbar, hilft, sich zu seiner vollen Größe aufzurichten und über sich selbst hinaus zu wachsen. Bietet Stabilität im Spiel der Wandlung und dient als fester Bezugspunkt für die wandernde Seele. Vertieft die Atmung, schenkt Ruhe und Umsicht.

Sandelholz: vergoldet das Herz, macht die Herzqualität erfahrbar, schafft Bewusstsein für die eigene Zeit und Zeitlosigkeit, sanfte Stütze auf dem spirituellen Weg, hält seine schützende Hand über den spirituell Suchenden, verbindet mit dem höheren Selbst und dem göttlichen Funken.

Rose: öffnet das Herz, weitet das Bewusstsein für die universelle Liebe, für Miteinander, Mitgefühl und Nächstenliebe, schenkt Herzenswärme, verbindet das eigene Selbst mit dem Kosmos und dem großen energetischen Netzwerk zwischen allen Lebewesen.

Weihrauch: führt in die Stille, befreit vom Lärm der Gedanken, beruhigt und vertieft die Atmung, lenkt Aufmerksamkeit auf die Atempausen, Ruhe dehnt sich aus, tiefes Vordringen zum eigenen Wesenskern möglich.

Narde: weitet die Wahrnehmung, unterstützt Sinnsuche, Auflösung von Dualität, Erfahrung des „All-Ein-Sein“, Spiel mit Raum und Zeit.

Die Beschreibung enthält eine selektive Auswahl einiger, jedoch lange nicht aller Eigenschaften der genannten Düfte, die aus meiner eigenen Erfahrung heraus bei der Duftmeditation eine Rolle spielen. Es kann durchaus sein, dass sich die Duftthemen bei anderen Meditierenden aufgrund der Wahrnehmung und des Lebenshintergrundes etwas anders zeigen, jedoch wird das archetypische Grundthema bestehen bleiben.

Für die Duftmeditation 3-5 Tropfen in die Duftlampe geben und den Duft in Meditationshaltung bewusst einatmen oder einen Tropfen des ätherischen Öls auf einen Wattebausch oder direkt auf die Handflächen geben, diese vor Mund und Nase halten und mehrmals tief einatmen.

 Duftmeditation in Stichworten…

Den Alltag verlassen – eine bequeme Sitz- oder Liegeposition einnehmen – die Augen schließen – ruhig und gleichmäßig (den Duft) einatmen – Sich öffnen – abwarten ohne zu erwarten – konzentriert bei sich bleiben – erleben.

Düfte auf dem heißen Stein – Ätherische Öle für die Sauna

9 Nov

Girls from Dalarna in the sauna, Anders Zorn, 1906

Das Saunieren reinigt den Körper, verbessert das Hautbild, stärkt das Immunsystem, fördert die Durchblutung, lockert die Muskulatur, härtet ab, wirkt ausgleichend auf das vegetative Nervensystem, steigert das persönliche Wohlbefinden, verbessert das eigene Körpergefühl und streichelt die Seele.

Für viele Sauna-Fans ist die Aufgusszeremonie der – im wahrsten Sinn des Wortes – heiß ersehnte Höhepunkt eines Saunaganges.

Um die Luftfeuchtigkeit in der Sauna und damit die gefühlte Temperatur zu erhöhen, gießt der Saunameister oder die Saunameisterin mit einer Schöpfkelle Wasser auf die heißen Lavasteine.

Dann steigt feierlich der Wasserdampf (finnisch Löyly, sprich: löülü) in der Sauna auf.  Mit dem sogenannten Wacheltuch wird der Dampf durch Fecheln und propellerartiges Aufwirbeln der Luft in der Sauna verteilt und man kommt mächtig ins Schwitzen. Nach drei Durchgängen ist die Zeremonie beendet und wenn der Aufguss zur Zufriedenheit der Saunagäste war, bekommt der Saunameister zum Schluss einen kleinen Applaus.

Düfte für die Aroma-Sauna

Natürliche ätherische Öle können den Saunabesuch zu einem einzigartigen Dufterlebnis machen und darüber hinaus verschiedene Wirkungen des Saunierens positiv verstärken und unterstützen:

Atemstimulierende Düfte: Eukalyptus (E. globulus, E. radiata), Cajeput, Rosmarin cineol, Riesentanne, Weißtanne, Pfefferminze, Nanaminze,  Kardamom, Myrte türkisch, Latschenkiefer, Waldkiefer (Pinus sylvestris)

Immunstimulierende Düfte: Speiklavendel (L. spica), Thymian linalool, Lorbeer, Rhododendron, Palmarosa, Orange

Detox-Düfte: Grapefruit, Zitrone, Limette, Rosmarin verbenon, Lavendel (L. angustifolia), Wacholderbeere, Lemongras

Stimmungsaufhellende Düfte: Bergamotte, Orange, Mandarine, Rosengeranie, Palmarosa, Ingwer, Zitroneneukalyptus (E. citriodora), Zitronenverbene (Lippia citriodora)

Beruhigende Düfte zum Relaxen: Lavendel (L. angustifolia), Sandelholz, Zeder, Petit Grain, Neroli, Muskatellersalbei (S. sclarea), Ylang Ylang, Bergamottminze (Mentha citrata), Benzoe Siam

Der Aroma-Aufguss

Die Eigenherstellung von duftenden Sauna-Aufgüssen mit ätherischen Ölen ist babyleicht.

Allerdings sollten unbedingt – wie in der Aromatherapie selbstverständlich – naturreine ätherische Öle verwendet werden und keinesfalls synthetische Parfümöle. Auch würde ich gutes Quellwasser dem Leitungswasser vorziehen.

Reine ätherische Öle sind Naturprodukte. Der menschliche Körper kann daher die Inhaltsstoffe ätherischer Öle komplett aufschlüsseln, verarbeiten und deren Heilimpulse aufnehmen, während künstliche Duftöle vom menschlichen Immunsystem als Fremdkörper wahrgenommen werden und keinerlei therapeutische Eigenschaften haben – im Gegenteil.

Der Aroma-Saunaaufguss ist eine sehr intensive Aroma-Anwendung, da die ätherischen Öle über die geöffneten Poren der gesamten Körperhaut und über die Lunge in den Körper eindringen. Durch die erhöhte Körpertemperatur, den beschleunigten Kreislauf und Stoffwechsel werden die Inhaltsstoffe ätherischer Öle schneller metabolisiert als normal.

Tun Sie sich daher den Gefallen und investieren Sie in qualitativ hochwertige naturreine ätherische Öle anstatt die deutlich günstigeren und meiner Meinung nach gesundheitsschädlichen Saunaaufgüsse mit synthetischen Parfümölen zu verwenden.

Grundrezept Aroma-Aufguss

Geben Sie auf 1 Liter Quellwasser 6-8 Tropfen ätherisches Öl. Fertig.

Da sich ätherische Öle nicht mit Wasser mischen, sollte unmittelbar vor dem Aufguss die Mischung mit der Schöpfkelle gut verwirbelt werden, damit sich die ätherischen Öle gut verteilen.

Warnhinweis: niemals das ätherische Öl pur in konzentrierter Form aus dem Fläschchen auf die heißen Steine träufeln, da ätherische Öle entzündlich sind und somit Brandgefahr besteht.

Weitere Aroma-Rezepte für die Sauna.

Wissenswertes rund um das Thema Sauna

Reise ins Reich der Krafttiere – Räuchern mit Copal

7 Nov

Die Hochkulturen der Azteken, Maya und Inka brachten ihren Göttern Rauchopfer mit Copal dar. Das Copalharz galt als göttliches Geschenk der Lebensenergie an die Menschen und als Speise der Götter.

Die drei Arten des Copals (blanco, oro, negro) wurden den Menschen mythologisch betrachtet von drei verschiedenen Jaguaren gebracht.

Der Jaguar wurde als Krafttier besonders verehrt, da er mit der Kraft der Sonne assoziiert wurde und die Macht des höchsten Gottes Tezcatlipoca (=rauchender Spiegel) als Krafttier verkörperte, das heißt Mut, Stärke, Autorität und reine Lebensenergie.

Copal war und ist in Mittelamerika ebenso populär und verehrt wie bei uns der Weihrauch. Auch zu den alljährlichen mexikanischen Feierlichkeiten zu Ehren der Ahnen – dem Totenfest – wird in Häusern und auf Friedhöfen mit Copal geräuchert. Mit dem aufsteigenden Rauch werden die Herzens-Botschaften an die Götter geschickt.

Weiß und Schwarz – Tag und Nacht – Räuchern mit Copal (Protium copal)

Während meiner Duftübung mit Copal blanco und negro ist bei mir der Eindruck entstanden als handele es sich um zwei Seiten derselben Medaille.

Während der weiße Copal eine helle, nach oben strebende, leichte und luftige Energie versprüht, zeigt sich der schwarze Copal als balsamische, erdige, nach unten und innen führende, leicht süßliche und bergende Kraft. Nacheinander geräuchert ergänzen sich die beiden Düfte als Tag und Nacht zu einer Einheit.

Der Copal blanco eignet sich in seiner frischen Art gut zum Klären und Reinigen des Geistes und der Atmosphäre, während mich der Copal negro mehr zur inneren Einkehr und zum archaischen Teil meiner selbst führt. Beide Sorten nehme ich als wohltuende und heilende Impulse wahr.

vor meinem inneren Auge zeigt sich mit der Räucherung von Copal negro besonders ein Aspekt der aztekischen Mythologie.

Die Azteken glaubten, dass jeder Mensch vom Zeitpunkt seiner Geburt an von einem Krafttier auf seinem Lebensweg begleitet wird, dem sogenannten Nahualli. Dies bedeutet „Schattenseele“ und wurde als Totem, als tierisches Gegenstück zur Menschenseele aufgefasst. Dieser spirituelle Begleiter sollte den Menschen auf seinem Lebensweg unterstützen, ihm seine Kräfte leihen und ihn vor Gefahren schützen.

Das bekannteste Nahualli ist wohl der Jaguar, es gibt aber auch den Quetzal, die Ameise, den Kolibri, den Kojoten, den Falken, den Ozelot, den Wolf, den Truthahn, den Schmetterling, den Leguan und viele mehr…

Mit dem Duft des Copal habe ich eine Reise zu meinen Krafttieren gemacht, mich in sie verwandelt und aus ihren Augen in die Welt geschaut. Dies gibt Ruhe, Kraft und Zuversicht. Gerade wenn man bestimmte Bereiche seiner Persönlichkeit stärken möchte, kann es eine große Hilfe sein, sich bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten mit Hilfe eines Krafttieres bildlich vor Augen zu führen.

Wenn es gelingt, imaginär in die Haut des Nahualli zu schlüpfen wird manchmal ganz leicht aus einem „Ich kann nicht…“ ein „Ich mache es wie mein Nahualli…“ Den Krafttieren zu begegnen ist sehr inspirierend, spannend und erheiternd. You never walk alone…

PS: Copal oro hatte ich als Räucherharz nicht zur Hand und kommt deshalb im Artikel nicht vor.

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