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We are the dreamers of dreams – Düfte zum Träumen

28 Feb

serendipMeerjungfrau(en) ist mit Abstand der am häufigsten gesuchte Begriff, durch den Leser auf diesen Blog gelangen.

Ich hatte einmal einen Artikel zum Baden mit ätherischen Ölen metaphorisch mit Der Duft der Meerjungfrauen betitelt.

Seitdem erinnert mich die Meerjungfrau, dieses  eben-so liebreizende wie un-heimliche Fabelwesen, täglich daran, dass die Menschen da draußen allem Anschein nach auf der Suche nach dem Fabelhaften sind. Und zugegeben, ich bin es auch.

Es ist vielleicht die Sehnsucht nach dem Wunder, dem Unerklärlichen, dem Ungewöhnlichen, dem Märchen und den alten Geschichten, die als archetypische Repräsentationen in uns wohnen.

Es ist dieses Gefühl, dieser kurze Moment, in dem die Realität einen besonderen Glanz erhält, dieses Funkeln und Glitzern, verdichtet in einer symbolhaften Kreation.

Was passiert wenn dieser fantastische Funke doch irgendwie in die normale Realität überschlagen würde?

Dann träumen wir. Und wenn wir träumen, dann ist das Unmögliche möglich und wir sind unserer Seele ganz nah. Der Rahmen, in dem man sich normalerweise bewegt, löst sich auf und formt sich neu. Die Seele jongliert mit verschiedenen Elementen des Erlebten, setzt sie neu zusammen, lässt mal etwas fallen und fügt Neues hinzu.

Widersprüchliches kann nebeneinander existieren, wir entwickeln Kräfte, von denen wir nichts wussten, sprechen fremde Sprachen, die im richtigen Leben gar nicht existieren, üben Berufe aus, die wir nie erlernt haben, retten Leben, gehen unter, stehen wieder auf, sind reich oder arm, berühmt, Waisenkinder oder ein Tier, wir erleben Dimensionen des Seins, von deren Existenz wir im normalen Leben nichts wissen.

Und doch – leben alle diese Versionen von uns selbst tief im Inneren der Seele als Quelle der Kraft, als Ressourcen als Möglichkeit zu sich selbst zu finden. Immer wieder, jede Nacht aufs Neue.

In jedem Fall zeigt der Traum, dass wir viel mehr sind, als wir glauben, dass wir viel mehr können, als wir uns zutrauen und dass wir viel mehr wissen, als gedacht.

Düfte eignen sich hervorragend dazu, die Welt der Träume und gleichzeitig das Reich der Nachtseele zu erkunden. Mit der Anwendung ätherischer Öle habe ich immer wieder beobachtet, dass…

  • ich mich viel besser an meine Träume erinnern kann
  • die Träume farbiger, plastischer und ereignisreicher waren
  • die Träume oft ein bestimmtes Thema hatten (das sich manchmal über mehrere Traumnächte fortsetzte)
  • die Träume sich sehr echt anfühlten
  • die Erinnerung an Träume mit manchen Düften ganz ausblieb, kombiniert mit tiefer Regeneration

Die besten Erfahrungen habe ich mit Düften gemacht, bei denen subjektiv das Gefühl entsteht, dass der Körper tief in das Federbett einsinkt, während der Geist ganz leicht wird und in die entgegen gesetzte Richtung wie der Körper strebt:

Ein Sofa im Garten Eden – Römische Kamille

Miss Mille Fiori – Jasmin

Die Muse – Muskatellersalbei

Das alles sehende Auge – Osmanthus

Die Sternenprinzessin – Sternanis

Der Paradiesvogel – Tonka

Für den tiefen, regenerativen Schlaf:

Die Wurzelfrau – Vetiver

Ein Kurs in Wundern – Narde

Spiegel aus Holz – Zeder

Meister der Stille – Weihrauch

Als Massageöl, Bad oder Inhalation vor dem Schlafengehen.

Vor dem Schlafengehen sollte man sich fest vornehmen, sich am nächsten Morgen an den Traum zu erinnern. Am besten, man legt sich ein Traum-Tagebuch auf das Nachtkästchen und notiert sofort nach dem Aufwachen seine Eindrücke.

Bleibt nur noch die Frage: Träumen wir die Träume oder träumen sie uns?

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Ein Sofa im Garten Eden – Römische Kamille

12 Jan

Die römische Kamille ist ein duftendes Potpourri aus frischen Früchten der Saison, etwas Heu, randvoll mit aufgeblüh-ten Blumen, umrankt von wilden Girlanden von Beerensträuchern.

Ein warmer, lauer Sommertag im Garten Eden.

Vor meinem inneren Auge taucht eine wilde Sommerwiese auf. Ein kleiner Pfad führt durch sie hindurch und mittendrin finde ich geschützt in einer Laube aus Kletterpflanzen und wilden Rosen ein riesiges Sofa wie aus dem Märchen, mit riesigen weichen Kissen.

Die voll aufgeblühten Rosen hängen bis auf die Polster herab, so als würden sie sich von ihrer schweren Last erholen wollen.

Die paradiesische Ruhe ist über eine Leiter zu erreichen. Oben angekommen lege ich mich auf das Sofa. Eine weiche dicke Zudecke breitet sich wie von Zauberhand über mir aus. So als sei dies ein Startsignal, sinke ich innerlich nach unten, meine Organe, meine Gliedmaßen, meine Gedanken, alles sinkt nach unten. Ich lasse los, gebe auf, werde weich.

Plötzlich ist alles still, alles gut, der Lärm der Strassen abgestellt, die Gedanken sind mollig warm eingehüllt und während mein Körper in der Weichheit der Matratze versinkt, schlüpft das Nervenkostüm in seinen Schlafanzug und ruht aus.

Dieser Duft hat die außergewöhnliche Eigenschaft, die Nerven zu streicheln, die Flut der Reize zu stoppen und das Hamsterrad anzuhalten. Es geschieht einfach.

Die römische Kamille singt die besten Schlaflieder und mit der Routine eines erfahrenen Hypnotiseurs erzeugt sie mit wenigen Worten diesen einfachen, schwebenden, fast naiven Ruhezustand, in dem man gleichzeitig aus der Fülle schöpft und die Ressourcen wieder auffüllen lernt. Die Fülle der römischen Kamille ist wie ein prall gefüllter Fruchtkorb, einladend, süß duftend und verlockend.

Im Garten Eden ist alles angenehm, dort blüht und gedeiht alles und die Luft ist erfüllt von der Energie der Herrlichkeit.

Die römische Kamille schenkt mir das Gefühl aus Kindertagen: nach einem Tag voller Spiel und Freude, geborgen in einem weichen Federbett einzusinken. Während ich einschlafe, nehme ich noch wahr, wie sich die Engel um mein Bett versammeln und über mich im Schlaf wachen.

Hier haben wir es mit einem sehr zärtlichen, wohlwollenden und umsorgenden Duft zu tun. Sie (der Duft fühlt sich weiblich an) nimmt die Spitzen und die Schärfe aus den Gedanken ebenso wie aus den Eingeweiden. Sie umhüllt aufgeriebene und blank liegende Nerven mit Fürsorge und dreht bei Bedarf ganz heimlich die Sicherung des zentralen Nervensystems heraus, bevor es zu einem Kurzschluss kommt.

Die römische Kamille ist in ihrer Natur freigiebig und besitzt die Kraft der Regeneration. Wer schon einmal auf einem Rasen aus römischer Kamille gelegen oder gestanden hat, wird schon einmal beobachtet haben, dass sich die niedergedrückten, dicht wachsenden Triebe der römischen Kamille zu ihrer ursprünglichen Form aufrichten, so als wäre nichts geschehen.  Nach ein paar Minuten findet man anstatt niedergetrampelter Halme wieder denselben einladend duftenden Rasenteppich vor.

Wenn schweres Gewicht auf der  Seele lastet, ist die römische Kamille daher die Beste, da sie weiß mit schweren Lasten umzugehen. Sie entschärft Situationen der Überreizung und Überforderung und bringt uns für eine gewisse Zeit in den Garten Eden, den Ort der paradiesischen Ruhe.

Dort werfen die Engel dann ihren himmlischen Staubsauger an, ziehen die heiß-glühenden Energien ab und wie im Schlaf verfliegen Stress, Sorgen und Ärger. So einfach geht das!

Affirmation: „Ich sinke in friedvolle Geborgenheit!“

Duft: Chamaemelum nobile, Frankreich

Verwendeter Pflanzenteil: Blüten

Gewinnung: Destillation

Duftende Helfer für Meditation und Innenschau

13 Dez

Ein stilles Plätzchen im botanischen Garten, Berlin, unweit der Schwarzkiefern

Jeder Duft erzählt seine eigene Geschichte, man muss nur aufmerksam lauschen.

Es sind Geschichten ohne Worte, magische Erlebnis-Pakete voller Gefühl, Bilder, Stimmung, Szenarien manchmal jenseits von Zeit und Raum, volle intensive, sinnliche Erfahrungen.

Das Besondere an der Meditation mit Düften ist, dass die Aufmerksamkeit auf bestimmte Themen gelenkt wird, die der jeweilige Duft vermittelt.

Deswegen eignet sich die Innenschau mit Düften besonders, wenn man sich mit einem bestimmten Thema intensiv beschäftigen möchte oder die Meditation energetisch mit einer bestimmten Qualität aufladen möchte. Dies können z.B. die Themen Liebe, Kraft, Schutz oder Freiheit sein.

Die nonverbale Duftbotschaft eignet sich auch wunderbar als Ergänzung zur Rezitation eines Gebets, Segensspruches oder Mantras oder für bewegte Formen der Meditation (Yoga, Geh-Meditation).

Auch die körperlichen Funktionen wie z.B. Blutdruck und Atmung werden durch Düfte ebenso beeinflusst wie der Gehirnstoffwechsel. So kann mit Hilfe verschiedener Düfte der Alltag verlassen und die meditative Entspannung leichter erreicht werden.

In der Stille, wenn man in sich selbst ein großes weites Feld aufmacht und Platz geschaffen hat, dann zeigen sich die Duftpersönlichkeiten in all ihrer Pracht und fungieren häufig als Begleiter, Lehrer und Informationsträger.

Eine Duftmeditation ist im Prinzip mit jedem Duft möglich, es gibt aber einige wunderschöne Düfte, die Ruhe, Weisheit, Kontemplation und Stille fördern und die Verbindung zum eigenen Wesenskern  unterstützen.

Eine kleine Auswahl  habe ich hier exemplarisch aufgelistet. Die Links führen zu den jeweiligen Einträgen im Aroma Journal:

Angelikawurzel: ist das ewige Licht in der Dunkelheit, erhellt Seele und Körper, agiert in der Meditation als Fackelträger, schenkt Mut, Kraft, bietet Schutz und macht Mut.

Vetiver: hilft sich im gegenwärtigen Augenblick fest mit der haltenden Erdenergie zu verbinden, sich zu verwurzeln, um dann nach oben wachsen zu können. Vetiver schenkt das Ur-Vertrauen, die Räume des eigenen Bewusstseins zu erkunden und dort seine Heimat zu finden.

Zeder: zentriert, macht die eigene tragende Achse spürbar, hilft, sich zu seiner vollen Größe aufzurichten und über sich selbst hinaus zu wachsen. Bietet Stabilität im Spiel der Wandlung und dient als fester Bezugspunkt für die wandernde Seele. Vertieft die Atmung, schenkt Ruhe und Umsicht.

Sandelholz: vergoldet das Herz, macht die Herzqualität erfahrbar, schafft Bewusstsein für die eigene Zeit und Zeitlosigkeit, sanfte Stütze auf dem spirituellen Weg, hält seine schützende Hand über den spirituell Suchenden, verbindet mit dem höheren Selbst und dem göttlichen Funken.

Rose: öffnet das Herz, weitet das Bewusstsein für die universelle Liebe, für Miteinander, Mitgefühl und Nächstenliebe, schenkt Herzenswärme, verbindet das eigene Selbst mit dem Kosmos und dem großen energetischen Netzwerk zwischen allen Lebewesen.

Weihrauch: führt in die Stille, befreit vom Lärm der Gedanken, beruhigt und vertieft die Atmung, lenkt Aufmerksamkeit auf die Atempausen, Ruhe dehnt sich aus, tiefes Vordringen zum eigenen Wesenskern möglich.

Narde: weitet die Wahrnehmung, unterstützt Sinnsuche, Auflösung von Dualität, Erfahrung des „All-Ein-Sein“, Spiel mit Raum und Zeit.

Die Beschreibung enthält eine selektive Auswahl einiger, jedoch lange nicht aller Eigenschaften der genannten Düfte, die aus meiner eigenen Erfahrung heraus bei der Duftmeditation eine Rolle spielen. Es kann durchaus sein, dass sich die Duftthemen bei anderen Meditierenden aufgrund der Wahrnehmung und des Lebenshintergrundes etwas anders zeigen, jedoch wird das archetypische Grundthema bestehen bleiben.

Für die Duftmeditation 3-5 Tropfen in die Duftlampe geben und den Duft in Meditationshaltung bewusst einatmen oder einen Tropfen des ätherischen Öls auf einen Wattebausch oder direkt auf die Handflächen geben, diese vor Mund und Nase halten und mehrmals tief einatmen.

 Duftmeditation in Stichworten…

Den Alltag verlassen – eine bequeme Sitz- oder Liegeposition einnehmen – die Augen schließen – ruhig und gleichmäßig (den Duft) einatmen – Sich öffnen – abwarten ohne zu erwarten – konzentriert bei sich bleiben – erleben.

Düfte auf dem heißen Stein – Ätherische Öle für die Sauna

9 Nov

Girls from Dalarna in the sauna, Anders Zorn, 1906

Das Saunieren reinigt den Körper, verbessert das Hautbild, stärkt das Immunsystem, fördert die Durchblutung, lockert die Muskulatur, härtet ab, wirkt ausgleichend auf das vegetative Nervensystem, steigert das persönliche Wohlbefinden, verbessert das eigene Körpergefühl und streichelt die Seele.

Für viele Sauna-Fans ist die Aufgusszeremonie der – im wahrsten Sinn des Wortes – heiß ersehnte Höhepunkt eines Saunaganges.

Um die Luftfeuchtigkeit in der Sauna und damit die gefühlte Temperatur zu erhöhen, gießt der Saunameister oder die Saunameisterin mit einer Schöpfkelle Wasser auf die heißen Lavasteine.

Dann steigt feierlich der Wasserdampf (finnisch Löyly, sprich: löülü) in der Sauna auf.  Mit dem sogenannten Wacheltuch wird der Dampf durch Fecheln und propellerartiges Aufwirbeln der Luft in der Sauna verteilt und man kommt mächtig ins Schwitzen. Nach drei Durchgängen ist die Zeremonie beendet und wenn der Aufguss zur Zufriedenheit der Saunagäste war, bekommt der Saunameister zum Schluss einen kleinen Applaus.

Düfte für die Aroma-Sauna

Natürliche ätherische Öle können den Saunabesuch zu einem einzigartigen Dufterlebnis machen und darüber hinaus verschiedene Wirkungen des Saunierens positiv verstärken und unterstützen:

Atemstimulierende Düfte: Eukalyptus (E. globulus, E. radiata), Cajeput, Rosmarin cineol, Riesentanne, Weißtanne, Pfefferminze, Nanaminze,  Kardamom, Myrte türkisch, Latschenkiefer, Waldkiefer (Pinus sylvestris)

Immunstimulierende Düfte: Speiklavendel (L. spica), Thymian linalool, Lorbeer, Rhododendron, Palmarosa, Orange

Detox-Düfte: Grapefruit, Zitrone, Limette, Rosmarin verbenon, Lavendel (L. angustifolia), Wacholderbeere, Lemongras

Stimmungsaufhellende Düfte: Bergamotte, Orange, Mandarine, Rosengeranie, Palmarosa, Ingwer, Zitroneneukalyptus (E. citriodora), Zitronenverbene (Lippia citriodora)

Beruhigende Düfte zum Relaxen: Lavendel (L. angustifolia), Sandelholz, Zeder, Petit Grain, Neroli, Muskatellersalbei (S. sclarea), Ylang Ylang, Bergamottminze (Mentha citrata), Benzoe Siam

Der Aroma-Aufguss

Die Eigenherstellung von duftenden Sauna-Aufgüssen mit ätherischen Ölen ist babyleicht.

Allerdings sollten unbedingt – wie in der Aromatherapie selbstverständlich – naturreine ätherische Öle verwendet werden und keinesfalls synthetische Parfümöle. Auch würde ich gutes Quellwasser dem Leitungswasser vorziehen.

Reine ätherische Öle sind Naturprodukte. Der menschliche Körper kann daher die Inhaltsstoffe ätherischer Öle komplett aufschlüsseln, verarbeiten und deren Heilimpulse aufnehmen, während künstliche Duftöle vom menschlichen Immunsystem als Fremdkörper wahrgenommen werden und keinerlei therapeutische Eigenschaften haben – im Gegenteil.

Der Aroma-Saunaaufguss ist eine sehr intensive Aroma-Anwendung, da die ätherischen Öle über die geöffneten Poren der gesamten Körperhaut und über die Lunge in den Körper eindringen. Durch die erhöhte Körpertemperatur, den beschleunigten Kreislauf und Stoffwechsel werden die Inhaltsstoffe ätherischer Öle schneller metabolisiert als normal.

Tun Sie sich daher den Gefallen und investieren Sie in qualitativ hochwertige naturreine ätherische Öle anstatt die deutlich günstigeren und meiner Meinung nach gesundheitsschädlichen Saunaaufgüsse mit synthetischen Parfümölen zu verwenden.

Grundrezept Aroma-Aufguss

Geben Sie auf 1 Liter Quellwasser 6-8 Tropfen ätherisches Öl. Fertig.

Da sich ätherische Öle nicht mit Wasser mischen, sollte unmittelbar vor dem Aufguss die Mischung mit der Schöpfkelle gut verwirbelt werden, damit sich die ätherischen Öle gut verteilen.

Warnhinweis: niemals das ätherische Öl pur in konzentrierter Form aus dem Fläschchen auf die heißen Steine träufeln, da ätherische Öle entzündlich sind und somit Brandgefahr besteht.

Weitere Aroma-Rezepte für die Sauna.

Wissenswertes rund um das Thema Sauna

Sesam öffne dich – Elemi

28 Okt

Aus dem Nichts heraus stehe ich plötzlich barfuß in einem wilden, tropi-schen Urwald mit Flechten, Orchideen und viel Grün.

In der ersten Milli-sekunde bewurzeln sich die Fußsohlen fest im Erdboden, so als würde man einen Sicherheits-gurt anschnallen, im nächsten Moment löst sich wie von Zauberhand eine kreisrunde Erdscholle im Radius von 3 Metern um mich herum, um dann wenig später um 180 Grad um die eigene Achse zu wirbeln. Mit einem dumpfen Geräusch schließt sich die Erdoberfläche wieder und alles ist still.

Nur, dass der oberirdische Teil des Urwaldstückes, auf dem ich stand, plötzlich unterirdisch ist und umgekehrt. Meine Welt steht auf den Kopf und ich mit ihr.

Ich fühle mich als wäre ich durch eine geheime Falltür in eine versteckte Schatzhöhle gefallen. Habe ich etwa ohne es zu wissen eine geheime Formel gesprochen, das Sesam-öffne-dich?

Ich nehme an, es handelt sich um eine nonverbale Formel, ein Anschwellen innerer Bereitschaft, sich nach innen zu wenden, für sich zu sein, abzuschalten, sich zu sammeln und nachzusinnen. Und Elemi ist mein Reiseelixier à la Alice im Wunderland.

Meinen inneren Raum habe ich mir immer als Garten vorgestellt und je öfter ich dort war, umso vertrauter wurde der Ort für mich. Und überdies gestaltete ich mir meinen inneren Garten genau so wie ich es wollte, mit üppiger Vegetation, alten Bäumen, bunten Blumen und einem gemütlichen alten Korbsessel mit einer warmen Wolldecke für kühlere Tage. Manchmal gestaltete sich der Garten auch selbst, eigenwillig, und manchmal bekam ich dort auch Besuch.

Der innere Garten wurde zu meinem Wohnzimmer, zu einem Refugium, einem vertrauten Ort, der immer auf mich wartet und den ich immer dabei habe.

Ich glaube, dass es vielen Menschen nicht bewusst ist, dass man in seinem Inneren eine Wohnung einrichten kann, genau wie in der äußeren Welt.

Die Botschaft des Elemiduftes ist, den inneren Raum wahrzunehmen, ihn sich zu eigen zu machen, ihn auszufüllen und zu bewohnen, um sich am Ende darin wohl zu fühlen, Geborgenheit und Schutz und eine Heimat für seine Ideen und Visionen zu finden.

Elemi hilft in einen meditativen Ruhezustand zu gelangen und innere Bilder entstehen zu lassen. Ähnlich wie beim Weihrauch gibt der regelmäßige Atem die Struktur vor, an die man sich halten kann, solange die Bilder im inneren Raum noch kurzlebig und verschwommen sind.

Es ist eine Frage der Übung, bis man die Konzentration so lange halten kann, dass das innere Bild konstant bestehen bleibt. Elemi bereichert die Vorstellungskraft und schenkt Mut und Geduld, die inneren Welten zu erforschen.

Man fragt sich, was dies nun mit der Realität zu tun hat? Und warum sollte man seine kostbare Zeit ausgerechnet damit verbringen, einen imaginären Raum zu erschaffen?

Die Antwort ist ganz einfach: Weil man sich dann auch andere Dinge leichter vorstellen kann, Szenarien vor dem inneren Auge durchspielen kann und damit das visionäre Denken fördert. Der Duft von Elemi katapultiert dich in die Welt, die du innerlich erschaffen willst und ist damit ein toller Duft um auf Visionssuche zu gehen. Und was im Innen lebt kann sich im Außen manifestieren.

If you can dream it you can do it!

Darüber hinaus eignet sich Elemi hervorragend, sich zurück zu ziehen, den Zugang zu den inneren Ressourcen herzustellen, neue Kraft zu tanken und sich in relativ kurzer Zeit zu regenerieren.

Affirmation: „Ich erschließe meinen inneren Raum !“ „Ich baue ein Refugium!“

Duft: Canarium luzonicum, Philippinen

Verwendeter Pflanzenteil: Harz

Gewinnung: Destillation

High 5 – Kardamom

17 Okt

Ein kraftvolles warmes Herz, das mit dem Schall eines jeden Schlages sein Selbstbewusstsein in die Welt hinaus posaunt, dazu starke Nerven, ein klarer offener Blick,  ein voll konzentrierter Geist, warme Hände und Füße, geschmeidige Muskulatur und gleichmäßige Atmung.

Die Lunge scheint plötzlich in reinem Sauerstoff zu baden, so leicht und groß und frei wie sie sich mit einem Mal anfühlt. High 5!

Dein Adrenalin verwandelt sich vom Angst-Gegner zu deinem besten Freund. Aus Aufregung wird Aktivität, aus Herzrasen wird angenehme Körperwärme, aus Panik wird Zuversicht. Die Arbeit mit dem Kardamom Duft ist angewandte Black-out Prophylaxe.

Als Bild zeigt sich das Kardamom-Gefühl wie ein sprühender Farbnebel in Rot, orange, pink und gelb, der aus Herz und Lunge nach außen strömt und dort in kreisenden Bahnen um den Körper herum wirbelt.

Dieses Kraftfeld in Form eines drehenden Rades wirkt wie ein Katalysator für Anspannungen, Angst vor Bewertung oder hohen Erwartungen.

Deutlich spürbar bleiben hingegen der eigene Antrieb, die Motivation, der Entschluss, der sich im Farbnebel zu einer treibenden Energie entwickelt, von der man sich umgeben fühlt.

Die durch Anspannung eingeengte Wahrnehmung wird nun zum weiten Feld der Möglichkeiten, wird vom Schauplatz zur Bühne. Kardamom schafft die Verbindung von Kopf und Herz, so dass der Glaube an die eigenen Fähigkeiten ganz deutlich zu fühlen ist.

Kardamom stellt genau das richtige Maß an Stress her, das man zur Bewältigung besonderer Herausforderungen braucht, wie z.B. Auftritte und Präsentationen jeder Art, Zusammenkünfte mit unsicherem Ausgang, persönliche wie berufliche Prüfungen.

Kardamom ist aber auch hervorragend geeignet, um sich nach Phasen großer Anstrengung wieder zu entspannen und bereitet durch seine pulsierende Wärme eine angenehme Landung nach Höhenflügen, die einem mentale und körperliche Höchstleistungen abverlangen. Er frischt die Kraftreserven wieder auf, wirkt beruhigend, gleichzeitig psychisch stabilisierend und hilft das Erlebte gut zu verdauen.

Dieser Duft eignet sich daher auch sehr gut für „Relax-Einsteiger“, denen es schwer fällt, sich eine Ruhepause zu gönnen, ebenso für chronisch überarbeitete Menschen und für Burn-Out Gefährdete.

Dies ist ein wunderbarer Duft, um Situationen zu bewältigen, in denen die Messlatte weit oben hängt. Gleichzeitig werden die Themen Leistung und Leistungsfähigkeit näher beleuchtet und hinterfragt. Dies kann auch in der Anerkennung der eigenen Grenzen resultieren.

Kardamom stärkt das Selbstbewusstsein, ist Partner, Coach und  Motivator in einem –  einfach ein cooler Typ!

Affirmation: „Ich atme Selbstbewusstsein!“

Duft: Elettaria cardamomum, Sri Lanka

Verwendeter Pflanzenteil: Samen

Gewinnung: Destillation

Elementarteilchen des Glücks – Kakaobohne

10 Okt

Die Azteken bereiteten aus der Kakaobohne und Wasser das göttliche Getränk Xocólatl zu, was so viel bedeutet wie „Bitteres Wasser“.

Dementsprechend über-rascht der Duft der Kakaobohne mit einem herben, warmen und leicht animalischen Dufterlebnis, das mit dem süßen Aroma von Schokolade nichts zu tun hat, wohl aber mit dem Geheimnis eines archaischen Mythos, dem konzentrierten elementaren Glücksgefühl.

Die bittere Note im Duft weist auf das Überwinden von Bitterkeit hin. In den ersten Tagen der Dufterfahrung(en) passierte so manche bittere Pille aus vergangenen Tagen mein Bewusstsein. Durch die seelisch wärmenden Elemente des Duftes konnte ich mir alles ganz entspannt ansehen und gleichzeitig lernen, die Bitterkeit und das Herbe als lebendigen Impuls aufzufassen.

Als Antidot traten nun im Schlaf ganz elementare Kräfte, die in kleinen Samenkapseln im Urgrund meines Selbst gelagert waren, zu Tage. Kleine samtig braune Speicher voller Wärme, Sicherheit und Ur-Vertrauen, die  sich Nacht für Nacht im Traum öffneten. Wie feiner Goldstaub legten sich die darin enthaltenen Partikel auf meine Seelenlandschaft – die Elementarteilchen des Glücks.

Der Schlaf ist tief und fest, die Trauminhalte werden deutlich erinnert.

Immer wenn die archaischen Kräfte durch einen Duft angesprochen werden, habe ich subjektiv den Eindruck eine lange Reise durch sämtliche Bewusstseinsschichten  zu machen, bis ich endlich am Ziel angekommen bin. Nun (nach 2 Wochen) ist es so weit, dass dieses Ur-Selbst, das sich in lebhafter Bildersprache im Traum äußerte, auch am Tag spürbar ist.

Es ist als ob der archaische Teil der Persönlichkeit ganz deutlich hervortritt und die Instinktnatur die Rolle als Wegweiser übernimmt, ohne dabei die Organisation der Persönlichkeit zu beeinträchtigen. Es fühlt sich an, als hätte man ein zusätzliches fühlendes, nicht sehendes „Augenpaar“ hinzu bekommen, das direkt durch die Gedankenwelt, die Gefühlswelt, die Reize von außen hindurch blickt, bis auf den Grund der eigenen Realität und genau das Lebenswichtige vom Überflüssigen trennt.

Das kleine Glück, das sich pur in Momenten und kleinen Gesten zeigt, wird wie durch ein Vergrößerungsglas wahrgenommen. In einer warmen Mahlzeit, einem frisch gemachten, warmen Bett, einem Dach über dem Kopf, einer Umarmung oder einer Naturerfahrung.

Das Bedürfnis nach Nahrung, Wärme, Schutz, Obdach und Schlaf und die Würdigung des archaischen instinkthaften Wesens im Menschen findet mit Hilfe des Kakaoduftes  seine Erfüllung. Frei nach dem Motto: „Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist, ist ein König.“

Der Kakaoduft führt vom Haben zum Sein, von der Bitterkeit zum elementaren Glücksgefühl der kleinen Gesten.

Affirmation: „Ich nehme das kleine Glück wahr!“ „Mein Ur-Selbst zeigt mir meinen Weg!“

Duft: Theobroma cacao, Peru

Verwendeter Pflanzenteil: Frucht

Gewinnung: Alkoholextraktion (der Duft braucht Zeit, um sich zu entfalten. Der Alkohol muss dazu erst verfliegen)

Blue Spirit – Eukalyptus

19 Jul

Meine erste Assoziation zu diesem Duft ist ein strömender, blauer Nebel, der wie flüssiger Sauerstoff aus einer Schale quillt und bald die ganze Umgebung in eine Landschaft aus verschiedenen Blautönen verwandelt.

Es ist ein wohltuendes Gefühl des Durchatmens und Innehaltens, das man gerne ganz tief einatmen möchte. Dieser Duft strömt tief in den Körper ein und erfüllt mich mit dem besonderen Gefühl, dass sich die Kreativität meiner Träume in der Wirklichkeit manifestieren kann.  Die blaue Landschaft scheint sich weiter und weiter auszudehnen und der blaue Spirit erfüllt die Gegenwart mit konzentrierter Ruhe.

Die Farbe Blau entwickelt sich zu einem deutlich wahrnehmbaren Gefühl. Ich wandle zwischen romantisch- traumwandlerischer Gelassenheit erzeugt durch die Assoziationen der blauen Berge, der blauen Stunde, des blauen Mondes und der blauen Blume auf der einen Seite und konzentriertem Pioniergeist, fokussiertem Aktionspotenzial und Neugier auf der anderen Seite.

In dieser zwischen den Welten schwebenden Oase könnte ich mich ebenso gut ausruhen wie fokussiert Inspiration finden.  Und immer wieder Blau. Ich könnte hineinfallen und alle diese Blautöne in mir aufnehmen.

Es ist das Gefühl einmal kurz aus der normalen Welt herauszutreten, fernab eine Pause zu machen, wo Minuten wie Stunden erscheinen. Ich mache einen Ausflug in Raum und Zeit zu den blauen Bergen wo der Eukalyptus zuhause ist. Dabei entspannen sich Augen, Kiefer, Nacken und Schultern, die Muskeln lassen locker ohne zu erschlaffen.

Zum Abschluss meiner Duftreise wartet ein kleiner blauer Holztisch mit Stuhl vor der umwerfenden Kulisse der blauen Berge. Darauf steht eine dampfende Tasse Tee. Natürlich auch blau.

Affirmation: „Ich lasse mich in die blaue Gelassenheit sinken!“ „Ich zelebriere die blaue Stunde!“

Duft: Eukalyptus globulus

Verwendeter Pflanzenteil: Blatt/Zweig

Gewinnung: Destillation

Das goldene Vlies – Bergamotte

1 Jul

In der griechischen Mythologie ist das goldene Vlies das Fell des goldenen Widders Chrysomeles, das magische Eigenschaften besitzt. Es ist ein ätherisches Gewebe aus funkelnden Goldfäden, die so fein sind, dass man sie für Lichtstrahlen halten könnte.

Vor langer Zeit hatte ich einmal eine wunderschöne Meditation kennen gelernt, bei der das goldene Vlies von Kopf bis Fuß durch den Körper gleitet um eine seelische  und energetische Reinigung zu bewirken. Als ich eben dem Duft der Bergamotte begegnet bin, habe ich mich schlagartig wieder daran erinnert, wie wohltuend diese Imagination ist.

Eigentlich war es so als würde das goldene Vlies eben in diesem Moment durch mich hindurch schweben. Damit verbunden ist das Gefühl einer kribbelnden Frische, aber ebenso das Empfinden von angenehmer Ruhe. Die Stimmung hebt sich, das innere Lächeln taucht auf. Happy!

Wie einige andere Düfte ist auch die Bergamotte Botschafterin des goldenen Lichtes. Sie erhellt das Gemüt und hat ihre Freude daran, düstere Gedanken wie Knallfrösche zum explodieren zu bringen.

Die Bergamotte hat mit ihrer bisweilen widerspenstig-grünen prickelnden Art auf jeden Fall das Zeug dazu, die Fensterläden der Seele ganz weit auffliegen zu lassen, damit das pure kalabrische Sonnenlicht hinein scheinen kann.

Hier noch ein Link zur Meditation mit dem goldenen Vlies in etwas abgewandelter Form.

Affirmation: Ich atme goldenes Licht! Meine Gedanken und Gefühle sind aus reinem Sonnenlicht!

Duft: Citrus bergamia, Italien

Verwendeter Pflanzenteil: grüne Schale

Gewinnung: Kaltpressung

Mama Azul – Kamille blau

10 Jun

Geborgenheit und Zärtlich-keit schenken,  Verständnis und Ruhe aufbringen, zu jeder Zeit an jedem Tag.

Liebevoll Schutz bieten, behüten, bewahren, heilen, gesund machen, besänfti-gen, beruhigen, versorgen, nähren, liebkosen, wiegen und in den Schlaf singen.

All das kann der Duft der Kamille und wird dabei niemals müde.

Das Thema des Duftes ist die Fürsorge, die tröstliche Umarmung, die Wiedergutmachung in jeder Hinsicht. Sie kümmert sich um alle Wehwehchen bei Groß und Klein, ist allzeit bereit. Aufgrund ihres großes Geben-ohne-zu-nehmen Potenzials hat die Kamille für mich etwas zutiefst Mütterliches. Sie ist die große blaue Mutter –  Mama Azul.

Mit ihrer Hilfe kommt es zu einer einladenden Entspannungssituation. Vor meinem inneren Auge sinke ich in ein frisch gemachtes Bett mit großem Kissen und einer fluffigen Bettdecke. Der Körper wird schwer, der Kopf leicht. Man sinkt ganz sanft in sich selbst hinein. Dabei ist es weder zu kalt noch zu heiß, sondern eben genau richtig. Eingehüllt in das große blaue Wohlwollen.

Aber darüber hinaus birgt ihre tiefblaue Farbe auch etwas geheimnisvoll Ernsthaftes.  Viele Menschen fühlen sich zunächst nicht unbedingt zu diesem Duft hingezogen, weil es um das elementare Thema „Geben und Nehmen“ geht.

In diesem Zusammenhang tauchen dann oft viele weitere Themen mit deren Licht- und Schattenseiten auf  z.B ein gesundes Maß an Fürsorge und Versorgung der Liebsten ohne die eigenen Bedürfnisse dabei aus dem Fokus zu nehmen. Es geht aber umgekehrt auch darum wie viel Fürsorge und Zuwendung man selbst annehmen kann und will. Im weitesten Sinne geht es um die Grenze zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung.  Die Auseinandersetzung mit dieser Frage geht oft mit einem schlechten Gewissen und mit  Gefühlen von Schuld und Scham einher.

Die Kamille nimmt die Angst, sich nicht gut genug um andere zu kümmern und deren Bedürfnisse nicht erfüllen zu können oder hilft die Grenzen des eigenen Altruismus aufzuzeigen.

Die große blaue Mutter sorgt erst einmal ganz pragmatisch dafür, dass die eigenen Kräfte in Balance bleiben. Denn nur wer sich zuerst liebevoll um sich selbst kümmert, kann sich auf Dauer auch erfolgreich und in einer positiven zwischenmenschlichen Atmosphäre um andere kümmern. Dies gilt besonders für Angehörige in helfenden Berufen.

Mama Azul singt ihr Lied und alle, die ihrem Gesang lauschen, dürfen in den blauen Strom ihrer Güte und Heilkunst eintauchen. Die blaue Zone ist der Raum, wo das ICH und das DU friedlich aufeinander treffen dürfen.

Affirmation: Ich tauche in das blaue Kraftfeld ein! Ich finde die Balance zwischen Geben und Nehmen!

Duft: Matricaria chamomilla, Schweiz

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut und Blüten

Gewinnung: Destillation

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