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Ceridwen’s Kessel – echter Salbei

30 Mai

Windstille des Herzens gepaart mit großer Achtsamkeit und Vitalität der Gedanken lassen mich in eine heilsame Höhle eintreten. Dort hängt der große, geheimnisvoll blubbernde Kessel Ceridwen’s über dem Feuer.

Einer keltischen Sage nach braute Ceridwen in ihrem magischen Kessel einen Trank, der ihren Sohn zum weisesten aller Wesen machen sollte.

Das Bild des nährenden Kessels, der Weisheit, Inspiration und Nahrung für die Seele schenkt, wird durch das ätherische Salbeiöl sehr schön aufgegriffen.

Der Geist ist angeregt, jedoch nicht aufgeregt, das Herz schlägt gleichmäßig und ist deutlich in der Mitte des Brustkorbs wahrnehmbar. Gedanken, Herzschlag und Atmung bilden eine starke, zentrierende Achse, eine Allianz der wachen Ruhe.

Im Salbeiöl sehe ich eine reife Frauengestalt, eine Heilerin und eine gute, wenn auch strenge und konsequente Lehrerin. Sie verkörpert das alte alchemistische Prinzip Solve et coagula – löse und binde!

Darunter verstehe ich die Analyse, Trennung und Auflösung einer Eigenschaft und das anschließende Zusammenfügen der einzelnen Teile zugunsten eines besseren Ergebnisses.

Im Spiegel höchster Konzentration kommt es zu einem inneren Klärungs- und Reinigungsprozess und zu einem ehrlichen Blick auf das eigene Spiegelbild. Salbei lässt keine Selbsttäuschung zu. Was man bekommt, ist die Wahrheit über sich selbst.

Negative Seelenzustände werden gelöst und erlöst, positive Seelenzustände werden anerkannt und eingeladen zu bleiben. Mit diesem Reifungsprozess stellt sich ein autarkes Gefühl der Souveränität, Authentizität und der inneren Stärke ein.

Mit Salbei lernt man, von sich selbst zu lernen und die eigene Wahrheit, die wie alles im Universum  stetiger Veränderung unterworfen ist, immer wieder im eigenen Spiegelbild zu erkennen.

Salbei ist ein Duft wie ein Fels in der Brandung mit einer sehr starken Duftpersönlichkeit. Nur ein einziger Tropfen reicht für ein ganzes Königreich der Inspiration.

Es ist kein Duft für den Alltag, sondern eher für bestimmte Momente und Phasen der Veränderung und des Lernens, in denen es nötig ist, die eigene Identität zu stärken und sich selbst zu erkennen und wiederzufinden.

Ebenso hilft der Duft, alte Narben endgültig zu heilen und zu erkennen, dass  mit bestimmten (schmerzhaften) Lebenserfahrungen eine Einladung zur Veränderung oder Umkehr ausgesprochen wird.

Der einschränkende, klärende und reduzierende Effekt von Salbei kann wohltuenden Durchblick bei unkontrollierbaren Gedanken- und Gefühlswellen bringen.

Affirmation: „Ich trinke aus der Quelle innerer Weisheit!“

Duft: Salvia officinalis, Portugal

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Destillation

Hinweise:

Obwohl ich die Eigenschaften von Salvia officinalis sehr schätze, muss auch ich an dieser Stelle zur Achtsamkeit im Umgang mit dem Duft mahnen. Der sehr hohe Monoterpenketongehalt (überwiegend Thujon) regt die Nerventätigkeit stark an und ist für Epileptiker, Kinder und Schwangere tabu.

Sogar und gerade in einer sehr geringen Dosierung (0.5%) kann Salbei seine wohltuenden und erkenntnisfördernden Eigenschaften vollkommen entfalten. In dieser geringen Dosierung sind keine Nebenwirkungen für gesunde Erwachsene bekannt.

Die Warnhinweise sind natürlich berechtigt, trotzdem finde ich es schade, dass dieser wundervolle Duft aufgrund einer undifferenzierten Betrachtungsweise vielerorts gar nicht zur Anwendung kommt.

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In Buddha’s Haus – Weihrauch indisch

21 Mai

Wenn man sich die Identität des Menschen als Haus vorstellt, dann sind die Lebensprinzipien tragende Balken in der Konstruktion, die eine gewisse Stabilität gewährleisten.

Einige dieser Prinzipien sind lebenslängliche und zuverlässige Begleiter und decken sich mit  den eigenen Werten und dem Selbstverständnis. Sie unterstützen die Entscheidungsfindung und schenken das gute Gefühl, der Mensch zu sein, der man sein möchte.

Da der Mensch aber einem ständigen Wandlungsprozess unterworfen ist und sich durch innere Reifungsprozesse, durch Erfahrungen mit anderen Menschen und durch wichtige Lebensereignisse verändert, kann es passieren, dass sich das eigene Lebensgefühl plötzlich nicht mehr mit den Prinzipien deckt, die man über einen langen Zeitraum hinweg vertreten hat und anstatt in Kongruenz mit den eigenen Prinzipien zu leben, lebt man eher gegen sie an.

Das Festhalten an den überholten Prinzipien mag zwar vordergründig die Sicherheit der Seelenhaus-Konstruktion gewährleisten, führt aber letztlich zum Stillstand der persönlichen Entwicklung.

Tief im Inneren ist jedoch der Stein der Veränderung schon ins Rollen gekommen und bewegt sich nun unaufhaltsam auf die bewusste Wahrnehmung zu. Entweder man klammert sich nun noch mehr an die nicht mehr zeitgemäßen Fragmente der eigenen Identität und nimmt das damit einhergehende Unbehagen in Kauf oder man traut sich, die morschen Balken der Ich-Konstruktion gegen neue auszutauschen und riskiert damit zeitweilige Instabilität.

Dies ist der Moment, an dem der indische Weihrauch sein größtes Potenzial entfaltet. Er ist ein Mutduft im Dunkeln und verschafft Zugang zum inneren Tempel, zu Buddhas Haus im Herzen des Menschen.

Tief in sich selbst geborgen, findet man im Angesicht der Wandlung Stabilität und Anmut. In Buddhas Haus lerne ich: Veränderung tut nicht weh. Veränderung bedeutet Verstehen.

Der indische Weihrauch schenkt tief im Inneren zuversichtlichen Frieden. In diesem geborgenen Zustand fällt es leicht, sich die Erlaubnis zur Veränderung zu geben, die Erlaubnis zu hinterfragen, die Erlaubnis zu brauchen und zu dürfen und ein neuartiges Lebensgefühl für sich zu entdecken, das zuvor aufgrund überholter Prinzipien verwehrt blieb.

Die Reise mit indischem Weihrauch führt tief bis ans Fundament der eigenen Identität. Es ist ein Duft für Menschen, die selbst ihr strengster Richter sind. Auf kontemplative Weise kann man mit Weihrauch indisch das eigene Regelwerk korrigieren, von der Strenge zur Erlaubnis kommen und das Tor der Prinzipien als freier Mensch durchschreiten.

Es ist ein herrlicher Duft, um die eigenen Bedürfnisse in Phasen der Veränderung zu klären, mit einem neuen Lebensgefühl verbundene Werte zu formulieren und ein neues Lebenskonzept zu verwirklichen.

Affirmation: „Was lange verwehrt, wird endlich geehrt!“

Duft: Boswellia serrata, Indien

Verwendeter Pflanzenteil: Harz

Gewinnung: Destillation

Die gelbe Schlange – Lemongrass

11 Mai

In Sieben-Meilen-Stiefeln der Ver-änderung in die Arme laufen und mit jedem Schritt den Wünschen näher kommen, die durch einen Mangel an Flexibilität oder durch eine Blockade aus unverdautem (psychosomati-schem) Material noch auf ihre Erfüllung warten lassen – das ist mein Gefühl mit Lemongrass.

Unbestritten besitzt dieser Duft einen Hang zur Provokation und prüft gerne, was sich unter der Oberfläche befindet.

Mit Vorliebe widmet sich Lemongrass dem Magen-Darm-Trakt und es ist nicht ungewöhnlich, dass einem hier und da etwas mulmig im Magen wird oder darüber hinaus…

Mit bemerkenswerter Radikalität spürt Lemongrass Ballast und Unverdautes im Verdauungssystem des Körpers, im Bindegewebe und in der Psyche auf, lockert bestehende Blockaden auf und befördert den ganzen Abfall über die Ausscheidungsfunktionen des Körpers nach draußen.

Während dieser Vorgänge, denen man sich nur schwer entziehen kann, wenn sie erst einmal in Gang gesetzt sind, kommt mit der Reinigung die Leichtigkeit und die Fähigkeit, sich in alle Richtungen geschmeidig bewegen zu können.

Ähnlich wie bei  Tulsi vor einiger Zeit tritt mit Lemongrass erstmalig wieder die Schlangengestalt in Erscheinung, diesmal als gelbe Schlange. Eine Schlange hat die Fähigkeit, enorm große Brocken in Rekordzeit zu verdauen, da sie ihre Beute komplett verschlingt. Zunächst bekommt die Schlange einen sogenannten Freßbuckel, der dann immer weiter verschwindet bis das Beutetier komplett durch Salzsäure zu Nahrungsbrei zersetzt wurde. Es handelt sich hier um eine Art Turbo-Verdauung, bei der sich Leber und Dünndarm bis auf das Dreifache vergrößern. ( Beitrag: Das Innenleben der Schlange, arte Archiv).

Die Schlange verkörpert die Kraft der Erneuerung und in diesem speziellen Fall die besondere Fähigkeit der Verarbeitung/Verdauung extrem großer Brocken in sehr kurzer Zeit. Ob man dies nun will oder muss, in beiden Fällen bedeutet dies eine durch Höchstleistung erreichte Veränderung.

Durch Zufall bin ich auf den Artikel über das „Innenleben der Schlange“ gestoßen und die Beschreibung der Schlangenverdauung ist sinnbildlich für das Erleben des Lemongrass-Duftes. Ich hätte dafür kein besseres Bild finden können.

Lemongrass arbeitet im Inneren, stößt Verkrustungen ab und deckt Themen und Wünsche auf, die unter der Oberfläche der bewussten Wahrnehmung liegen, wie etwa die eigenen Bewältigungsstrategien, die Leidensbereitschaft und die damit verbundenen Grenzen. Wie viel vertrage ich? Wie groß sind die Bissen, die ich verdauen kann?

Wenn sich bereits Unverdauliches im Inneren angesammelt hat, möge dies tatsächlich den körperlichen Stoffwechsel oder im übertragenen Sinne Erfahrungen, mit denen man nicht fertig geworden ist, betreffen, dann gibt Lemongrass die Initialzündung für eine tiefgreifende Bearbeitung, jedoch in Form einer extremen Verstoffwechselung, der man auch gewachsen sein muss!

Der kompromisslose Eingriff von Lemongras unterstützt radikale Entscheidungen, wenn diese zur Erhaltung der eigenen Gesundheit nötig sind und hilft, den Mut aufzubringen, Blockaden „in Salzsäure aufzulösen“ und sich an den resultierenden Veränderungen zu nähren und zu wachsen.

Affirmation: „Ich lasse tiefgreifende Veränderungen geschehen!“

Duft: Cymbopogon flexuosus, Nepal

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Destillation

Hüterin des Seelenkerns – Tuberose

20 Apr

Wenn sich die weißen Blüten der Nachthyazinthe öffnen, entströmt ihnen ein narkotischer, süßer und leicht würziger Duft mit einem Hauch von Zimt.

Die Tuberose agiert ähnlich wie Jasmin im Verborgenen, in der Nacht, im Urgrund der Seele. Mit ihr senkt sich der Schleier des narkotischen, tiefen Schlafes und geleitet die Seele durch die archaische Traumlandschaft – auch am Tag.

Mit Bestimmtheit dringt sie bis tief ins Innere vor bis an Orte, die man selbst nur selten besucht hat. Leise, geschmeidig, gleitend.

Über eine Woche hat der Duft der Tuberose Material aus meinen Seelentiefen geborgen und hat mir Zugang verschafft zu meinem emotionalen Gedächtnis. Sie hat eine Schleuse vom Herzen her geöffnet und verschiedene bedeutsame mit Herzblut vermischte Erinnerungen offenbart.

Im Beisein der Tuberose erinnert sich das Herz: gespeicherte Gefühle, die (noch immer) aus dem Unbewussten heraus das Leben im Hier und Jetzt zu beeinflussen wagen, werden aufgegriffen und gezeigt. Interessanterweise werden neben den größten Verlusten  und Enttäuschungen auch die größten Triumphe und Glücksmomente aus dem Seelenleben akquiriert. Die Süße neutralisiert die Bitterkeit!

Nach einigen Traumnächten mit Tuberose fühlt sich mein Unbewusstes plötzlich viel plastischer und vielschichtiger an. Es scheint als seien unter der normalen Traumlandschaft oder dem, was ich normalerweise als Unbewusstes wahrnehme, noch weitere, tiefere Schichten. Während ich tiefer sinke, glätten sich gleichzeitig die Wellen meiner emotionalen Seelenwelt, ein merkwürdiger Vorgang der Abstraktion setzt sich in Gang.

Es ist ein Schwellenbereich in mir, an dem die konkrete Wahrnehmung des Selbst ins Abstrakte übergeht, die Mündung, an der das Seelenschiff aufs offene Meer segelt, um in die unendliche Weite der Schöpfung einzutauchen.

Um mich herum wird es leer und leise, das ICH fühlt sich an wie eine kompakte pulsierende Kugel – mein Seelenkern. Dort spiegelt sich das eigene menschliche Sein in seiner hellsten und reinsten Form. Hüllenlos, bedingungslos, makellos, mühelos, unantastbar.

In den tiefsten Tiefen des Herzens glüht ein geheimer, ewiger Lebensfunke als Urform der eigenen Identität. Die Botschaft der Tuberose ist der Energieerhaltungssatz der Seele: alle Energie bleibt erhalten, nichts geht je verloren, alles wandelt sich und nimmt andere Formen an.

In der Duftlandschaft der Tuberose mag man sich verlieren, um sich am Ende wiederzufinden. Die als verloren geglaubten Splitter der Seele, können im neuem Gewand erkannt und wiedergefunden werden und das ist die zutiefst heilsame Erfahrung mit der Hüterin des Seelenkerns.

The pain of yesterday is the strength of today. Paulo Coelho

Affirmation: „Nichts geht je verloren, alles wandelt sich!“

Duft: Polianthes tuberosa, Indien

Verwendeter Pflanzenteil: Blüte

Gewinnung: Ölextraktion

Heilerin der blauen Stunde – Schafgarbe

20 Mrz

Das tiefblaue Öl der Schafgarbe sieht aus wie ein Zauberelixier aus einer weit entfernten Galaxie, während der Geruch an den vertrauten Duft einer Wildkräuterwiese erinnert.

Der erste Dufteindruck ist sehr stark krautig und anhaltend. Erst nach einiger Zeit lässt der Aufforderungs-charakter nach und wird zunehmend sanfter und offener.

Ich folge dem Impuls, einen Tropfen des Öls in meine Handinnenfläche zu tropfen und entlang meiner Lebens-linien sickert der blaue Duft bis in die feinsten Falten meiner Handinnen-fläche ein bis sich schemenhaft eine Figur abzeichnet – eine archetypisch weibliche Erscheinung, eine blaue Göttin oder Schutzpatronin.

Auf jeden Fall ist diese in sich ruhende Duftpersönlichkeit respekteinflößend und hinterlässt einen sehr starken Eindruck. Aufgrund ihrer Souveränität und Unerschütterlichkeit wirkt sie beinahe überirdisch, wie eine Botschafterin aus göttlichen Sphären.

Der uralte Name für die Schafgarbe ist „Heil aller Schäden“, denn sie weiß wie man Wunden heilt. Bereits Achilles soll seine verletzte Ferse mit Schafgarbe versorgt haben. Ihm folgten abertausende Soldaten auf verschiedenen Schlachtfeldern dieser Erde nach und versorgten auch ihre Wunden mit dem blauen Öl.

Während die Schafgarbe einerseits den Verwundeten und Leidenden unter ihrem Schutzmantel Obdach gewährt, gibt es da noch eine andere, transformierende Kraft, die einen antreibt, auf die Suche zu gehen. Dies geschieht, sobald nach Verletzung und Niederschlag wieder die ersten Kräfte mobilisiert werden.

Trotz aller Güte und wohlwollender Versorgung ist die Schafgarbe eine weise Duftgöttin, die den Weg der Konfrontation sucht. Es kommt zu einer Gegenüberstellung mit den eigenen Grauzonen, mit Fehlern, die nicht gemacht werden wollten, mit Gefühlen, die nicht gelebt werden wollten und mit Lebensaufgaben, die nicht angenommen werden wollten.

Dieser blaue Duft ermöglicht den übermenschlichen Schritt über Schwellen hinweg und durch die Tore der Selbsterkenntnis hindurch zu gehen und den prüfenden Blick der Sphinx zu überstehen.

Veränderung kann nur durch die Wahrnehmung der inneren Stimme geschehen.

Die Schafgarbe scheint zu sagen: „Vergiss deine Ratschläge und Meinungen und die der anderen, blende das Getöse der wirren und zweifelnden Gedanken aus deinem Bewusstsein aus und werde achtsam für das leise Flüstern deiner inneren Stimme, die bereits seit Urzeiten den richtigen Weg kennt.“

Im Seelenleben gibt es die blaue Stunde, die Zeit der Dämmerung bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, die Zeit, um das Licht des Neuen zu begrüßen oder sich in die Dunkelheit zu wagen.

Vor Anbruch dieser blauen Seelenstunde hat man meist selbst schon eine Ahnung, dass es Zeit ist, an sich zu arbeiten, sich auseinanderzusetzen und den eigenen Weg zum Urgrund fortzusetzen. Der Duft der Schafgarbe sorgt dafür, diese Veränderung als nährend und heilend zu erfahren!

Die heilende, weibliche und schützende Kraft spiegelt sich auch in der Marienverehrung (Schutzmantelmadonna) wieder. In vorchristlicher Zeit war Brigid die keltische Göttin des Herdfeuers, auch die Strahlende, die Helle oder die Streiterin. Anbei ein altes Gebet ihr zu Ehren:

Brigid vom Mantel, umgib uns.
Herrin der Lampe, beschütz uns.
Hüterin des Herdes, entzünde uns.
Unter dem Mantel vereine uns
und gib uns dem Gedächtnis wieder.
Mütter unserer Mütter, Vormütter stark,
führt mit eurer Hand die unsrige,
erinnert uns, das Herdfeuer zu entfachen,
es leuchtend hell zu halten, die Flamme zu hüten.
Eure Hände sind unsere, Tag und Nacht.
Brigids Mantel um uns
Brigids Gedächtnis in uns,
Brigids Schutz, uns vor Schaden zu bewahren,
vor Unwissenheit, vor Herzlosigkeit,
diesen Tag und diese Nacht,
vom Morgengrauen bis zum Dunkel,
vom Dunkel bis zum Morgengrauen.

Affirmation: „Ich setze meinen Seelenweg fort!“ „Ich durchschreite die Tore!“

Duft: Achillea millefolium

Verwendeter Pflanzenteil: Blüte

Gewinnung: Destillation

Fastenzeit – Detox Kur mit ätherischen Ölen

29 Feb

Fasten bedeutet Leben ohne Nahrung. Wer sich schon einmal auf dieses Abenteuer eingelassen hat, weiß, dass es beim Fasten nicht ums Abnehmen geht, sondern um einen Lösungsprozess, um Entgiftung und Reini-gung und um die Aus-einandersetzung mit sich selbst.

Durch das Überangebot an Nahrung nehmen wir häufig mehr zu uns als unser Körper eigentlich verarbeiten kann. Zudem gerät der Säure-Basen-Haushalt durch den Genuss von Nahrungsmitteln, die bei der Verdauung Säuren im Körper freisetzen, sowie durch Stress und mangelnde Bewegung schnell  ins Ungleichgewicht.

Die Folgen der Übersäuerung sind z.B. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Muskelverspannungen, Bindegewebsschwäche oder empfindliche Haut.

Während des Fastens  dürfen die Leber, die Nieren, die Lungen, der Dickdarm und die Haut Urlaub machen. Mit der körperlichen Entgiftung geht meist auch ein psychischer Lösungsvorgang einher. Die durch das Fasten freigesetzte Energie kann dazu genutzt werden, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen und zu neuen Ufern aufzubrechen.

Dr. Hellmut Lützner beschreibt das Fasten in seinem Buch „Wie neugeboren durch Fasten“ so:

  • Fasten ist eine naturgegebene Form menschlichen Lebens
  • Fasten bedeutet, dass der Organismus durch innere Ernährung und Eigensteuerung aus sich selbst leben kann
  • Fasten betrifft den ganzen Menschen, jede einzelne seiner Körperzellen, aber auch seine Seele und seinen Geist
  • Fasten ist ein starker Impuls, die eigene Lebensweise zu ändern, falls dies nötig ist

Die Anwendung ätherischer Öle während der Fastenzeit kann die Entgiftungsprozesse im Körper effektiv unterstützen und dabei helfen, den Körper von Stoffwechselprodukten zu befreien und den Kreislauf zu stabilisieren.

Außerdem können ätherische Öle psychisch kräftigend wirken, neuen Schwung geben und Veränderungsprozesse einleiten.  Auch in Meditation und Innenschau können Düfte interessante Einsichten zu Tage fördern.

Meine Detox-Düfte

Zitrone: klärend, tonisierend, mental strukturierend, unterstützt die Leberfunktion, Wachmacher, vermittelt ein Gefühl von Sauberkeit Die Kunst der Subtraktion – Zitrone

Grapefruit: verbindet mit dem eigenen Energiefluss, tonisierend, fördert die Fettverbrennung, belebend und aufmunternd Flow – Grapefruit

Koriander: unterstützt alle Stoffwechselvorgänge und leitet Gifte aus, stärkt die Verdauungsorgane  Detox Agent – Koriander

Rosmarin verbenon: unterstützt die Leberfunktion, kurbelt die Fettverbrennung an, wirkt blutreinigend, vitalisierend, ausgleichend, hilft das richtige Maß zu finden Die perfekte Welle – Rosmarin verbenon

Rosmarin cineol: atemstimulierend, entgiftet die Lunge, belebend, kreislaufanregend, hebt den Blutdruck, wachmachend, steigert das Durchhaltevermögen

Wacholder: durchblutungsfördernd, stabilisierend, unterstützt bei psychischer Bewältigung von Detox-Prozessen, Verarbeitung negativer Gefühlszustände Wächter der Nacht – Wacholder

Lavendel: hilft bei Unruhezuständen, Kopfschmerzen und bringt den Lymphfluss in Gang, unterstützt die Hautfunktion,  schlaffördernd und entspannend Blue Angel – Lavendel (Berg-)

Angelikawurzel: immunstärkend, blutreinigend, belebend, herzstärkend, durchblutungsfördernd, innerlich aufrichtend, angstlösend, psychisch stabilisierend Krieger des Lichts – Angelikawurzel

Bevor man sich für eine Fastenkur entscheidet, sollte man mit seinem Hausarzt Rücksprache halten, ob diese Methode für einen selbst geeignet ist. Außerdem ist es empfehlenswert, sich an einem strukturierten Leitfaden zu orientieren, da vor und nach dem eigentlichen Fasten Entlastungs- und Aufbautage und insgesamt eine gewisse Planung nötig ist.

Buchtipps:

Wie neugeboren durch Fasten, Dr. med. Hellmut Lützner

Säure-Basen-Balance, Prof. Dr. Jürgen Vormann

Das Säure-Basen-Kochbuch, Monika Lohmann

Fortsetzung folgt….Detox – Aroma-Rezepte für die Fastenzeit

Vom Haben zum Sein – in der Dufterfahrung

6 Feb

Was wir haben, das soll uns keiner mehr wegnehmen. Der Besitz spielt in unserer Kultur eine wichtige Rolle, so dass wir sogar unsere Krankheiten besitzen und indem wir das tun, distanzieren wir uns gleichzeitig von ihnen.

Der Psychoanalytiker Erich Fromm beschreibt dies in seinem Werk „Haben oder Sein“ so:

Abgesehen von Menschen gibt es eine endlose Reihe von Dingen und sogar Gefühlen, die als Eigentum erlebt wer-den, zum Beispiel Gesundheit und Krankheit.

Leute, die über ihre Gesundheit sprechen, tun es im Gefühl des Besitzes. Sie sprechen von ihren Krankheiten, ihren Operationen, ihren Behandlungen, ihrer Diät, ihren Medikamenten.

Damit die Krankheit aber wieder verschwindet, muss man in einen Prozess der Krankheitsverarbeitung und Krankheitsbewältigung eintreten. Dies bedeutet den Übergang vom Haben-Modus zum Sein-Modus und damit das Erleben verschiedener (möglicherweise unangenehmer) Zustände.

Der Sein-Modus ist am Lebendigen orientiert, an der schöpferischen Kraft im Menschen und mit Hilfe ätherischer Öle fällt es leichter, sich auf dem Weg vom „Haben“ zum „Sein“ zu machen.

Die Dufterfahrung bietet einen passenden Rahmen für Veränderungen und zudem die Möglichkeit, die Themen, von denen man sich bereits distanziert hat, näher kommen zu lassen, um dann erneut die Entscheidung treffen zu können, sie zu behalten oder sie loszulassen.

Die Düfte lenken die gesamte Aufmerksamkeit auf das Geschehen im Hier und Jetzt, im eigenen Selbst, im Körper, und fokussieren die Lebensenergie im Organismus darauf, Harmonie herzustellen. Im Zuge der Dufterfahrung erscheint das, was man zuvor als „Sicherheit“ behalten wollte vielleicht plötzlich als überflüssig.

Die Existenzweise des „Sein“ beschreibt Erich Fromm wie folgt:

Es bedeutet, sich selbst zu erneuern, zu wachsen, sich zu verströmen, zu lieben, das Gefängnis des eigenen isolierten Ichs zu transzendieren, sich zu interessieren, zu lauschen, zu geben.

Flow – Grapefruit

29 Jan

Wenn es Glück regnen könnte, dann wäre die Glückseligkeit der Grape-fruit ein sanfter  Regen-schauer voller weicher Regentropfen, der in Windeseile zu einem kräftig sprudelnden klaren Fluss anschwellen würde.

Die fließende Kraft der Grapefruit, ihre geschmei-dige Beweglichkeit und Flexibilität hat eine unwiderstehliche Sogwirkung. Man möchte Teil dieser Frische und Reinheit werden, möchte sich Hals über Kopf in die Fluten stürzen.

Man spürt, wie sich das Bewusstsein mit einer positiven, leicht euphorischen Energie anfüllt und der Wasserhaushalt des Körpers in Schwung kommt.

Grapefruit katapultiert dich in den Flow, in einen fließenden, glücklichen Zustand. Du vergisst die Zeit und alles um dich herum.

Im Flow gelingt alles mühelos. Erfüllt von Neugier und Freude kann man sich einer Sache oder Aufgabe uneingeschränkt und mit aller Kraft widmen.

Leicht gerät man in einen energetisierten, fokussierten Zustand, in das Herzstück der eigenen Fähigkeiten und Inspirationen. Diese schöpferische Erfahrung hat Belohnungscharakter, stärkt das Selbstwertgefühl und macht zufrieden.

Man überwindet die realistisch gesteckten Grenzen und fühlt sich daher außergewöhnlich und somit wird auch ein Teil des Selbst außergewöhnlich.

Die Grapefruit hält eine ganz besondere Einsicht für uns bereit, nämlich dass das Glück zum Anfassen ist und oftmals ein Produkt der eigenen Einschätzung und der Bewertung einer Situation oder Lebenslage ist.

Die Kraft der Grapefruit hilft, einen von außen unveränderlichen Zustand innerlich durch eine Änderung der Einstellung positiv zu transformieren.

Wie wir uns fühlen, die Freude, die wir dem Leben abgewinnen, hängt letztendlich davon ab, wie der Verstand die tagtäglichen Erfahrungen filtert und deutet. Ob wir glücklich sind, hängt von innerer Harmonie ab, nicht von der Kontrolle, die wir über die großen Kräfte des Universums ausüben können.

Mihaly Csikszentmihalyi, Flow – das Geheimnis des Glücks

Affirmation: Ich bin im Flow!

Duft: Citrus paradisi, Israel

Verwendeter Pflanzenteil: Schale

Gewinnung: Kaltpressung

Reise ins Reich der Krafttiere – Räuchern mit Copal

7 Nov

Die Hochkulturen der Azteken, Maya und Inka brachten ihren Göttern Rauchopfer mit Copal dar. Das Copalharz galt als göttliches Geschenk der Lebensenergie an die Menschen und als Speise der Götter.

Die drei Arten des Copals (blanco, oro, negro) wurden den Menschen mythologisch betrachtet von drei verschiedenen Jaguaren gebracht.

Der Jaguar wurde als Krafttier besonders verehrt, da er mit der Kraft der Sonne assoziiert wurde und die Macht des höchsten Gottes Tezcatlipoca (=rauchender Spiegel) als Krafttier verkörperte, das heißt Mut, Stärke, Autorität und reine Lebensenergie.

Copal war und ist in Mittelamerika ebenso populär und verehrt wie bei uns der Weihrauch. Auch zu den alljährlichen mexikanischen Feierlichkeiten zu Ehren der Ahnen – dem Totenfest – wird in Häusern und auf Friedhöfen mit Copal geräuchert. Mit dem aufsteigenden Rauch werden die Herzens-Botschaften an die Götter geschickt.

Weiß und Schwarz – Tag und Nacht – Räuchern mit Copal (Protium copal)

Während meiner Duftübung mit Copal blanco und negro ist bei mir der Eindruck entstanden als handele es sich um zwei Seiten derselben Medaille.

Während der weiße Copal eine helle, nach oben strebende, leichte und luftige Energie versprüht, zeigt sich der schwarze Copal als balsamische, erdige, nach unten und innen führende, leicht süßliche und bergende Kraft. Nacheinander geräuchert ergänzen sich die beiden Düfte als Tag und Nacht zu einer Einheit.

Der Copal blanco eignet sich in seiner frischen Art gut zum Klären und Reinigen des Geistes und der Atmosphäre, während mich der Copal negro mehr zur inneren Einkehr und zum archaischen Teil meiner selbst führt. Beide Sorten nehme ich als wohltuende und heilende Impulse wahr.

vor meinem inneren Auge zeigt sich mit der Räucherung von Copal negro besonders ein Aspekt der aztekischen Mythologie.

Die Azteken glaubten, dass jeder Mensch vom Zeitpunkt seiner Geburt an von einem Krafttier auf seinem Lebensweg begleitet wird, dem sogenannten Nahualli. Dies bedeutet „Schattenseele“ und wurde als Totem, als tierisches Gegenstück zur Menschenseele aufgefasst. Dieser spirituelle Begleiter sollte den Menschen auf seinem Lebensweg unterstützen, ihm seine Kräfte leihen und ihn vor Gefahren schützen.

Das bekannteste Nahualli ist wohl der Jaguar, es gibt aber auch den Quetzal, die Ameise, den Kolibri, den Kojoten, den Falken, den Ozelot, den Wolf, den Truthahn, den Schmetterling, den Leguan und viele mehr…

Mit dem Duft des Copal habe ich eine Reise zu meinen Krafttieren gemacht, mich in sie verwandelt und aus ihren Augen in die Welt geschaut. Dies gibt Ruhe, Kraft und Zuversicht. Gerade wenn man bestimmte Bereiche seiner Persönlichkeit stärken möchte, kann es eine große Hilfe sein, sich bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten mit Hilfe eines Krafttieres bildlich vor Augen zu führen.

Wenn es gelingt, imaginär in die Haut des Nahualli zu schlüpfen wird manchmal ganz leicht aus einem „Ich kann nicht…“ ein „Ich mache es wie mein Nahualli…“ Den Krafttieren zu begegnen ist sehr inspirierend, spannend und erheiternd. You never walk alone…

PS: Copal oro hatte ich als Räucherharz nicht zur Hand und kommt deshalb im Artikel nicht vor.

Der Paradiesvogel – Tonkabohne

30 Aug

Der Duft der Tonkabohne lächelt mich geheimnisvoll an und erinnert mich an ein fernes Paradies.

Seit Tagen sammeln sich Eindrücke aus lebhaften Träumen, Sehnsüchten, Wünschen und Vorstellungen und nun sitze ich hier und versuche all das in Worte zu fassen.

Die Bilder und Träume, Gefühle und Stimmungen sind sehr klar erlebbar und doch scheinen mir die Worte dafür  immer wieder wie Sand durch die Finger zu rinnen.

Immer wieder finde ich mich jenseits meiner analytischen Seite, jenseits der Sprache, fernab meines Verstandes, der normalerweise rational und effektiv das Erlebte sinnhaft verdichtet und notiert.

Stattdessen sinke ich mit dem Tonka-Duft Nacht für Nacht in den tiefsten Schlaf, den ich kenne und reise, reise, reise…

Gefühlsmäßig habe ich innerhalb der letzten drei Tage im Traum schon mehrmals den Erdball umrundet.

Es scheint als habe ich im Schlaf mein eigenes Universum erkundet, sozusagen meinen eigenen Weltraum bereist und bin irgendwo da draußen in einer entfernten Galaxie, wo die Monde um die Planeten kreisen, den Anteilen meiner selbst begegnet, die ganz weit weg  von mir zu sein scheinen aber dennoch zu mir gehören.

Auf geheimnisvolle Weise fühlt sich die Ich-Identität durch die Arbeit mit dem Tonka-Duft komplett, ganz, integriert und gesammelt an. Es fühlt sich an, als wäre das Selbstbild plötzlich koloriert statt nur schwarz-weiß.

Immer wieder tauchen fragmentarisch Fetzen von einem idealen Leben auf, von Wünschen, die auf ihre Erfüllung warten, vom eigenen kleinen Paradies. Lauter bunte Perlen, die ich in mein Seelenkleid einwebe.

Gleichzeitig weiß ich natürlich, dass die größten Wünsche auch die größten Ängste in sich bergen, dass Paradies und Hölle ganz nah beieinander liegen. Und natürlich weiß ich, dass das sogenannte Paradies Ansichtssache ist. Ich weiß auch noch viel mehr, aber all dies geschieht durch meinen Verstand und der ist gerade ruhig gestellt bzw. tonkisiert.

Der Tonka-Duft ist wie ein Paradiesvogel, bunt, schillernd, exotisch, frei. Ich fühle mich eingeladen mitzufliegen und mein Universum zu überblicken. Besonders intensiv erlebe ich Gefühle, besonders plastisch tritt all das hervor, was ich mir wünsche, wonach ich mich sehne. Lauter kleine Juwelen, die mich schmücken.

Mit dem Tonka-Duft lerne ich den Stoff, aus dem meine Träume sind, besser kennen. Wünsche, die eben noch Galaxien entfernt waren, kommen gefühlsmäßig ganz nah an meine Realität heran. Ferne Aspekte meiner selbst werden durch meinen Wesenskern  magnetisch angezogen bis ich ganz und gar vollständig und vollendet bin, bis sich der letzte zu mir gehörige Partikel an mich schmiegt.

Alle Wahrnehmung dieses Zustandes gelingt nur auf der Ebene der Gefühle, Instinkte und archaischen Kräfte. Was ich spüre ist ein Urbild meiner Seele, als diese absolut unversehrt und perfekt war und nur eine Sache tat – da sein.

Die Tonka-Fee lächelt vielsagend und geheimnisvoll. Wir werden uns also wiedersehen – in einem anderen Traum vom Paradies.

Affirmation: „Ich erträume mein Paradies!“

Duft: Dipteryx odorata, Brasilien

Verwendeter Pflanzenteil: Frucht

Gewinnung: Alkoholextraktion

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