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Oh Captain, mein Captain – Moschuskörner

19 Jan

moschus

Im Leben gibt es viele Wege –  zu Wasser, zu Lande oder in der Luft.

Wir bewegen uns auf diesen Wegen fort, mal schneller, mal langsamer, über Berg und Tal, über Umwege und Irrwege und kommen dann doch irgendwann wieder an einen Ort, der uns bekannt vorkommt, an einen Punkt, an dem wir vielleicht schon einmal waren oder es kommt uns nur so vor. Oder wir finden in der Fremde ein neues Zuhause, wo sich die Seele gerne niederlässt.

Sicher ist, dass man niemals dieselbe oder derselbe bleibt. Das Leben ist eine Reise und mit dem Duft der Moschuskörner gehe ich auf Entdeckung.

Sogleich entsteht in meiner Imagination das Bild eines Schiffes, dessen Segel aus Federn besteht, die zart im Wind flattern. Mein Schiff schwebt schwerelos auf hohen Wellen und in der Ferne sehe ich einen Fixpunkt in den Farben des Federkleides meiner gehissten Segel.

Mir wird klar, dass wir, mein Federboot und ich, dorthin in die Ferne segeln werden und dass dies auch ohne mein Zutun geschehen wird.

Ich weiß vielleicht nicht genau, wohin mein Schiff fährt, aber ich weiß ganz sicher, dass ich der Kapitän bin. Oh Captain, mein Captain!

Der Kapitän ist ein Symbol für den inneren Kompass, nun spüre ich ihn ganz deutlich. Eine trockene Note im Duft lässt immer wieder das Bild von trockenem Treibholz, das an einen paradiesischen Strand angespült wurde, entstehen. Mag sein, dass das Boot, zu dem das Treibholz gehörte, Schiffbruch erlitten hat oder es im Sturm an einem Felsen zerschellt ist. Aber dieses eine  Stück hat es doch bis ins Paradies geschafft.

Vielleicht ist es besser ein Stück Treibholz im Paradies zu sein, als ein ganzes Schiff im sicheren Hafen? Zahlreiche Gedanken zum Thema „Lebenswege“ gehen mir durch den Kopf. Der Duft hat auch etwas Fruchtig-Exotisches an sich und schenkt Mut, auch die ungewöhnlichen, speziellen, von der Norm abweichenden Lebensabschnitte zu würdigen.

Es wird immer Leute geben, die den eigenen Lebensweg nicht verstehen, die Zweifel säen oder versuchen, einem ihr eigenes Lebenskonzept überstülpen zu wollen. Da rascheln die Federn meines Zauberschiffes leise im Wind und flüstern: Oh Captain, mein Captain!

Und ja, ganz tief in mir selbst hallt das Echo dieser Worte nach und bringt etwas zum Schwingen. Es ist die Freiheit, den eigenen Weg zu wählen, Schritt für Schritt. Ich selbst kenne mich am besten und deswegen weiß ich auch am besten, wohin ich will.

Lebenswege gibt es viele, nicht nur einen einzigen. Und außerdem segelt mein Schiff sowieso ganz von allein meinem Fixstern entgegen. Ich konzentriere mich auf das Flüstern der bunten Federn im Wind….und lausche dem Echo tief im Inneren….und weiß, dass dies das Einzige ist, was zu tun ist.

Affirmation: „Oh Captain, mein Captain!“

Duft: Hibiscus abelmoschus

Verwendeter Pflanzenteil: Samen

Gewinnung: Wasserdampfdestillation

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Ceridwen’s Kessel – echter Salbei

30 Mai

Windstille des Herzens gepaart mit großer Achtsamkeit und Vitalität der Gedanken lassen mich in eine heilsame Höhle eintreten. Dort hängt der große, geheimnisvoll blubbernde Kessel Ceridwen’s über dem Feuer.

Einer keltischen Sage nach braute Ceridwen in ihrem magischen Kessel einen Trank, der ihren Sohn zum weisesten aller Wesen machen sollte.

Das Bild des nährenden Kessels, der Weisheit, Inspiration und Nahrung für die Seele schenkt, wird durch das ätherische Salbeiöl sehr schön aufgegriffen.

Der Geist ist angeregt, jedoch nicht aufgeregt, das Herz schlägt gleichmäßig und ist deutlich in der Mitte des Brustkorbs wahrnehmbar. Gedanken, Herzschlag und Atmung bilden eine starke, zentrierende Achse, eine Allianz der wachen Ruhe.

Im Salbeiöl sehe ich eine reife Frauengestalt, eine Heilerin und eine gute, wenn auch strenge und konsequente Lehrerin. Sie verkörpert das alte alchemistische Prinzip Solve et coagula – löse und binde!

Darunter verstehe ich die Analyse, Trennung und Auflösung einer Eigenschaft und das anschließende Zusammenfügen der einzelnen Teile zugunsten eines besseren Ergebnisses.

Im Spiegel höchster Konzentration kommt es zu einem inneren Klärungs- und Reinigungsprozess und zu einem ehrlichen Blick auf das eigene Spiegelbild. Salbei lässt keine Selbsttäuschung zu. Was man bekommt, ist die Wahrheit über sich selbst.

Negative Seelenzustände werden gelöst und erlöst, positive Seelenzustände werden anerkannt und eingeladen zu bleiben. Mit diesem Reifungsprozess stellt sich ein autarkes Gefühl der Souveränität, Authentizität und der inneren Stärke ein.

Mit Salbei lernt man, von sich selbst zu lernen und die eigene Wahrheit, die wie alles im Universum  stetiger Veränderung unterworfen ist, immer wieder im eigenen Spiegelbild zu erkennen.

Salbei ist ein Duft wie ein Fels in der Brandung mit einer sehr starken Duftpersönlichkeit. Nur ein einziger Tropfen reicht für ein ganzes Königreich der Inspiration.

Es ist kein Duft für den Alltag, sondern eher für bestimmte Momente und Phasen der Veränderung und des Lernens, in denen es nötig ist, die eigene Identität zu stärken und sich selbst zu erkennen und wiederzufinden.

Ebenso hilft der Duft, alte Narben endgültig zu heilen und zu erkennen, dass  mit bestimmten (schmerzhaften) Lebenserfahrungen eine Einladung zur Veränderung oder Umkehr ausgesprochen wird.

Der einschränkende, klärende und reduzierende Effekt von Salbei kann wohltuenden Durchblick bei unkontrollierbaren Gedanken- und Gefühlswellen bringen.

Affirmation: „Ich trinke aus der Quelle innerer Weisheit!“

Duft: Salvia officinalis, Portugal

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Destillation

Hinweise:

Obwohl ich die Eigenschaften von Salvia officinalis sehr schätze, muss auch ich an dieser Stelle zur Achtsamkeit im Umgang mit dem Duft mahnen. Der sehr hohe Monoterpenketongehalt (überwiegend Thujon) regt die Nerventätigkeit stark an und ist für Epileptiker, Kinder und Schwangere tabu.

Sogar und gerade in einer sehr geringen Dosierung (0.5%) kann Salbei seine wohltuenden und erkenntnisfördernden Eigenschaften vollkommen entfalten. In dieser geringen Dosierung sind keine Nebenwirkungen für gesunde Erwachsene bekannt.

Die Warnhinweise sind natürlich berechtigt, trotzdem finde ich es schade, dass dieser wundervolle Duft aufgrund einer undifferenzierten Betrachtungsweise vielerorts gar nicht zur Anwendung kommt.

Hoffnungsträger – Riesentanne

21 Feb

Groß und nach allen Seiten hin expandierend spendet der Duft der Riesentanne großzügig seine nadel-grüne Kraft.

Es riecht frisch, hell, dennoch weich und vor allem nach Hoffnung.

Innerlich fühlt sich der Duft an, als würde moosgrüner Samt in flüssiger Form durch den Körper gleiten.

Während ich den Duft weiter einatme, richte ich mich immer mehr auf, werde groß und größer und wachse. Mit dem Wachstum kommt das Gefühl der Großzügigkeit und der Gewissheit.

Das Wissen darum, sich weiter zu entwickeln und voranzuschreiten ist besonders in Lebensabschnitten wichtig, in denen einem die Bestätigung der eigenen Fähigkeiten von außen durch Erfolgserlebnisse oder verbales Feedback entweder gänzlich fehlt oder keine Bedeutung mehr zu haben scheint.

Für jeden Menschen kommt einmal der Tag, an dem nur er sich die Hoffnung schenken kann, die er zum weitermachen braucht.

Doch Fehlschläge und  Frustrationen lassen den Menschen psychisch und körperlich in sich zusammen sacken, machen klein, unbeweglich und ängstlich.

Der Duft der Riesentanne strömt tief ins Innere ein und legt eine der wertvollsten Ressourcen frei, die unheimliche Kräfte mobilisieren, die Willenskraft aktivieren und sogar über Leben und Tod entscheiden kann – die Hoffnung.

Dies ist ein Gefühl, das den Menschen antreibt und ihn daran hindert, kampflos aufzugeben. Es  ermöglicht eine Neubewertung der aktuellen Situation.

Hoffnung führt dazu, die Dinge  positiv zu sehen, obwohl sie es noch gar nicht sind. Der Mensch erschafft sich also mittels seiner tief verborgenen Kraftreserven die Illusion, dass alles besser werden wird und hält diese so lange aufrecht, bis diese Illusion zur Realität geworden ist. Ohne Hoffnung kann es keine Helden geben.

Der Duft der Riesentanne vermittelt Größe, Vitalität und Standhaftigkeit, führt aber gleichzeitig ganz ruhig und besonnen zur Quelle der eigenen Hoffnung.

Es ist der ideale Begleiter in Situationen, in denen man das Gefühl hat, sich nicht aus eigener Kraft aus der Enge, der Kleinheit, der Kraftlosigkeit oder der Ohnmacht befreien zu können.

Die Riesentanne mit ihrem wunderbar waldigen Aroma ist dein Hoffnungsträger, so lange, bis du es selbst (wieder) kannst!

Affirmation: Meine Hoffnung ist groß und weit! Meine Hoffnung trägt mich weiter!

Duft: Abies grandis, Frankreich

Verwendeter Pflanzenteil: Zweige

Gewinnung: Destillation

Der Hausgnom – Zimtblätter

15 Dez

Damit die Seele ihre Ruhe findet, braucht sie manchmal das süße Nichtstun und den Müßiggang, manchmal aber das genaue Gegenteil.

Nämlich einen Tritt in den Hintern, um sich um Liegengebliebenes zu kümmern, es anzuschauen und zu sortieren, um dann seinen Verpflichtungen nachzukommen und sich von Altlasten zu befreien.

Etwas abhaken, fertigstellen, aufräumen, abschließen, erledigen –   oder zumindest einmal den Tatsachen ins Auge sehen – das ist zwar persönlich herausfordernd aber gleichzeitig psychisch hochgradig entspannend.

Das Gefühl, etwas geschafft zu haben, ein Stück Vergangenheit bewältigt zu haben, Altlasten losgeworden zu sein, bringt Freiraum, beruhigt das Über-Ich und lässt erleichtert aufatmen.

Wer sich manchmal einen kleinen Hausgnom wünscht, der so lange auf einen einquatscht, bis man freiwillig all das Aufgeschobene und Aufgehobene erledigt, der sollte einmal am Zimtblätter-Duft schnuppern.

Vor meinem inneren Auge präsentiert sich der intensive, etwas streng riechende Duft als behaarter Gnom, der mir freundlich, aber bestimmt allzeit bereit zu Diensten steht. Oder ist es eher umgekehrt?

Das kleine bullige Kraftpaket drängelt und treibt an, bis es richtig ungemütlich wird. Und so braucht man sich gar nicht mehr zu überwinden, sondern flüchtet freiwillig in die ordnende Aktivität.

Von daher ist dieser Duft bestens geeignet, um Faulheit, Trägheit, Lethargie und (zwanghaftes) Aufschiebeverhalten (Procrastination) zu überwinden und stattdessen Ordnung in das Leben zu bringen.

Manchmal hat man bereits so viel aufgeschoben und aufgehoben, verzögert, gestapelt und gehäuft bis sich im extremsten Fall ein riesiger Berg aus schlechtem Gewissen aufgetürmt hat und die Psyche einer Messie-Bude gleicht.

Du weißt nicht mehr, wo du zuerst anfangen sollst? Der Zimtblätter-Gnom schon. Er legt dir mit seiner schrulligen Art den roten Faden in die Hand und versorgt dich mit dem nötigen Durchhaltevermögen, Tatendrang und einer gewissen Arbeitswut.

Der Duft ist sehr gut zum Ausmisten und Entrümpeln geeignet, in der physischen als auch in der gedanklichen Welt. Auch beim persönlichen Jahresrückblick oder der Bewertung eines Lebensabschnittes ist dieser Duft ein guter Begleiter.

Körperlich fungiert der Zimtblätter-Duft als Lumpensammler, wirkt ausleitend, entgiftend, aktivierend und befreiend.

Und am Ende ist man doch für jeden Millimeter  des wieder gewonnenen Freiraumes dankbar!

Affirmation: „Ich befreie mich von der Last der/des …“ (eigenes Thema einfügen)

Duft: Cinnamomum ceylanicum, Sri Lanka

Verwendeter Pflanzenteil: Blätter

Gewinnung: Destillation

Point of no Return – Schopflavendel

1 Dez

Der Punkt ohne Wiederkehr, das ist ein Moment, in dem es nur noch in eine Richtung geht, nämlich nach vorne geradewegs hinein in die Zukunft.

Ob es einem gefällt oder nicht, der Rückweg ist versperrt, vielleicht unter Schutt und Asche begraben und die Situation erfordert strukturiertes Handeln oder sogar Krisenmanagement.

In Zeiten der Neuorientierung, wenn Lebensabschnitte schmerzlich zu Ende gehen, wenn der Lebensplan plötzlich eine unerwartete Wendung nimmt, wenn Träume wie Seifenblasen zerplatzen, wenn das Leben aus den Fugen zu geraten droht oder sogar ein Zusammenbruch kurz bevor steht, dann ist der Schopflavendel mit seiner laserscharf gebündelten Energie zur Stelle – Brain Power deluxe.

Dieser powervolle Duft bündelt die mentalen Kräfte wie kein zweiter. Er erhöht die Aufmerksamkeit und die Wachsamkeit, zieht den Fokus und schärft den Verstand in einer Weise, dass man dafür einen Waffenschein braucht.

Der stark nervenwirksame Duft steigt sofort in Kopf und Nase und sorgt auch entlang der Wirbelsäule, sowie in Armen und Beinen für einen (im wahrsten Sinn des Wortes) Nervenkitzel.

Das Gefühl lässt sich in etwa so beschreiben, als ob durch die Spinalnerven der Wirbelsäule eine kühl-prickelnde Ameisenkolonie durch marschiert, die ihre Füße zuvor in Eiswasser getaucht hat. Schopflavendel ist der Duft mit der Gänsehaut-Garantie.

Diese Empfindungen sind einerseits erfrischend, aber auch sehr ungewohnt. Auf jeden Fall führt der Duft aber zu einer befreiten Art des Denkens. Gedanken und Ideen fliegen einem nur so zu und mitunter führt die neu gewonnene mentale Leichtigkeit zu revolutionären Einsichten, was die eigene Situation angeht. Die erzeugte mentale Kraft ist so hoch, dass Blockaden durch Angst, Schock oder Verwirrung zerbrechen und man einen klaren Kopf behält.

Die Aktivierung der Wirbelsäule als Stützpfeiler und tragende Achse des menschlichen Körpers führt auch im psychologischen Bereich zu einem Gefühl der Würde und zu der Einsicht, dass man immer eine Wahl hat, gerade wenn man meint diese nicht zu haben.

Der Schopflavendel ist herausfordernd, unnachgiebig und meint es wirklich ernst.

Von daher sollte der Duft sehr sparsam dosiert werden, Aromaerfahrung sollte unbedingt vorhanden sein. Aufgrund seines hohen Monoterpenketongehalts (40-50% Fenchon) ist der Duft des Schopflavendel sehr intensiv und stark aktivierend und aufgrund seiner Inhaltsstoffe im Handel selten erhältlich.

Und doch: richtig dosiert und angewendet verleiht der Schopflavendel dem Geist Flügel, wenn man es am nötigsten braucht.

Affirmation:  „Ich habe immer eine Wahl!“ „Meine Würde ist unantastbar!“

Duft: Lavandula stoechas, Provence

Verwendeter Pflanzenteil: blühende Pflanze

Gewinnung: Destillation

Das Antiserum – Thymian linalool

15 Nov

Widerstand zu leisten kostet Kraft und gerade in Momenten, wo es wirklich darauf ankommt, zäh und hartnäckig zu bleiben, weiß man manchmal nicht mehr woher man die Energie nehmen soll.

Wenn einen z.B. ein Grippevirus befällt, kann man förmlich im Körper spüren wie sich der Virus ausbreitet und von ihm Besitz ergreift. Wie gierige Piranhas stürzen sich die Viren auf gesunde Wirtszellen, um ihre schädlichen Programme zu reproduzieren und sich zu vermehren.

Das fiese an der Sache ist, dass Viren lediglich bei einem geschwächten Immunsystem eine Chance haben einzudringen, und das eigene Körpersystem dann noch mehr geschwächt wird.

Ebenso wie man sich schädliche Viren vom Hals halten will, möchte man auch Energie-Vampire, sowie kleine und große Haie in Menschengestalt von sich fernhalten und all jene in ihre Schranken weisen, die fremde Lebensenergie verzehren, um daran zu wachsen.

Der Duft von Thymian linalool schiebt dieser Form schädlicher Fremdeinwirkung rigoros den Riegel vor und errichtet einen wirksamen Schutzwall aus kräftigen Farben.

Vor meinem inneren Auge schaut mich ein junger Mann mit blassem Teint und traurigen, ratlosen Augen an. Er scheint nicht mehr weiter zu wissen. Von außen zeigen graue, spitze Haifischzähne aus allen Richtungen auf ihn.

Aus Kopf, Herz und Bauch des jungen Mannes sprießen nun grüne organische Pipelines, die sich zu einem dynamischen Kreislauf um den jungen Mann herum zusammenschließen. Die Zwischenräume bilden kompakte Kammern, die sich nach und nach mit kräftigem Gelb, Orange, Grün, Blau und Lila füllen.

Dies ist die energetische Formation des gut organisierten kompakten Widerstandes, mobilisiert aus den Energiereserven, die durch den Thymianduft mit stoischer Ruhe und einem Hang zum Eigensinn akquiriert wurden.

Das Thema des Duftes ist die Sicherung der körperlichen, geistigen und seelischen Souveränität und Stabilität, besonders in Schwächemomenten, in Momenten der Traurigkeit und in Phasen der Überforderung, die subjektiv als Bedrohung wahrgenommen wird.

Es geht um defensive, friedliche und effektive Abgrenzung gegenüber Aggressoren, kurz um Selbstverteidigung. Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Thymian linalool ist eine wunderbare Stütze in schweren Zeiten, um wieder in seine Kraft zu kommen. Indem schädliche Einflüsse neutralisiert werden, kann innerlich Klarheit entstehen und der Kreislauf der Niedergeschlagenheit durchbrochen werden.

Thymian linalool stößt genau wie ein Antiserum innere Prozesse der Immunisierung an, die die eigenen Kraftressourcen unmittelbar zugänglich machen und der (Rück-) Eroberung des rechtmäßigen persönlichen Freiraums dienen, in dem es nur einen Bestimmer geben kann, nämlich man selbst. Insofern eignet sich der Duft auch sehr gut, um Zweifel und Ängste aufzufangen, die beim Herauslösen aus Beziehungsmustern der Fremdbestimmung entstehen.

Selbstbestimmung statt Schwäche, Taten statt Worte, persönliches Wachstum statt Stagnation!

Affirmation: „In meinem Leben bestimme ich selbst!“

Duft: Thymian linalool, Spanien

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Destillation

Die Schattenkriegerin – Cistrose

26 Jul

Das Betreten des Schattenpfades gehört ebenso zum Leben wie die Suche nach Licht. In fast jedem Menschen gibt es ein Schattenreich, in dem die Dunkelheit die schlimmsten Erlebnisse und die grausamsten Vorstellungen verschluckt.

Manche Menschen werden von den Schatten aus der Vergangenheit verfolgt und manche von Schatten aus der Zukunft.  Diese Schatten konstruieren wir selbst aus unserem Leben heraus und wir füttern sie mit Angst, Furcht und Schrecken. Je mehr man versucht, wegzulaufen, zu vergessen oder sich zu verstecken, umso größer und mächtiger wird das Schattenwesen. Es nimmt wertvolle Energie weg, die einmal uns selbst gehörte.

Die Cistrose ist ein sehr präsenter, mächtiger Duft mit einem sehr eigentümlichen Aroma, das durch Mark und Bein geht. Dieser Duft ergreift tief im Inneren ein Gefühl der Macht und befördert dieses in das Bewusstsein. Es ist die Energie, die die eigenen Ängste einst erzeugt haben, die nun wieder zurückkommt und indem diese Energie wieder in Besitz genommen wird, sie als rechtmäßiges Eigentum erklärt wird, transformiert sich Ohnmacht in Macht.

Die Cistrose ist eine Schattenkriegerin. Sie zeigt, wie man im eigenen Schattenreich die verlorenen Fragmente der Identität wieder zurück gewinnt. Dabei ist sie keineswegs bestrebt, das Licht anzuknipsen, sondern vielmehr will sie uns lehren, den eigenen Dämonen zu begegnen, diese mit Wohlwollen und Akzeptanz zu nähren und ihnen so ihre Macht wegzunehmen bis wir sie uns selbst wieder einverleibt haben und im Vollbesitz unserer seelischen, geistigen und emotionalen Kräfte sind.

„Ein Dämon ist all das, was uns hindert frei zu sein: Ängste, Krankheiten, Sorgen, Süchte und negative Gefühle.“

                                                                          Tsültrim Allione

Diese Einsichten werden begleitet von sehr eindrücklichen Assoziationen, die sich immer wieder in einem Bild verdichten. Ich sehe eine Frau mit markanten Gesichtszügen und schwarzen kurzen Haaren, die eine große Schere in der linken Hand und einen Korb dunkelroter Kirschen in der anderen Hand hält.

Sie trägt einen schwarz glänzenden Anzug und schwarze Stiefel und steht auf einem Steg aus alten Holzplanken. Mit einem dritten Arm holt sie nun ein Brecheisen hervor und beginnt, die Planken herauszureißen bis diese nach und nach beginnen zu zerbersten, so dass die gebrochenen Planken in die Luft ragen. Zum Vorschein kommt eine brodelnde, dickflüssige, blubbernde schwarze Flüssigkeit, wie Lava aus Pech.

Obwohl die Schattenkriegerin selbst auf dem Steg steht, scheint sie keine Angst zu haben, in das schwarze Meer aus glühendem Pech und Schmerz hineinzufallen und darin zu ertrinken. Vielmehr ist sie auf der Suche nach etwas und schlägt den ganzen Steg kurz und klein bis am Ende nur noch eine kleine Holzscheibe übrig bleibt, auf der gerade noch genug Platz ist, um darauf zu stehen.

Aus dem blubberndem Meer aus Pech schnellen nun meterhohe langhalsige, zähnefletschende Wesen auf und greifen an. Die Schattenkriegerin hat genau auf diesen Moment gewartet.

Zunächst füttert sie die Ungeheuer mit ihren Kirschen der Liebe und des Mitgefühls, nimmt dann ihre große Schere und schneidet das Band zwischen den dunklen Monstern und sich durch. Danach schenkt sie jedem als Geste der Erlösung noch eine große schwarz-rote Kirsche.  Dieser Prozess versinnbildlicht für mich das Durchschneiden der Angst wie es Tsültrim Allione in ihrem Buch „Den Dämonen Nahrung geben“ beschreibt.

Im Duft der Cistrose gibt es tatsächlich eine Note, die für mich nach dunklen, fast schwarzen, großen, reifen Kirschen riecht. Ich sehe einen ganzen Korb vor mir. Diese Früchte symbolisieren die Süße des Lebens nach Überwindung von Angst und Schrecken, von Trauma und Dunkelheit. Nach allen Anstrengungen, die dieser Duft einem abverlangt, ist dies die wohlverdiente Speise der Erlösung und des Triumphs.

„Nähre mit liebevollem Geist, noch mehr als ein Kind, die scheinbar existenten feindseligen Götter und Dämonen und umgib dich zärtlich mit ihnen.“

                                                    Machig Labdrön (1055-1145)

Affirmation: „Ich bin im Vollbesitz meiner Macht!“ „Ich gebe meinen Dämonen die Nahrung, die sie zu ihrer Erlösung brauchen!“

Duft: Cistus ladanifer, Marokko

Verwendeter Pflanzenteil: Zweige

Gewinnung: Destillation

Die klare Linie – Zypresse

17 Jul

Die Zypresse steht für sich selbst und das in kerzengerader Form. Sie ragt als klare Linie in den Himmel. Konsequent, aufrecht, folgerichtig. Sie ist bewundernswert diszipliniert, mini-malistisch und wesentlich. Mein Staunen über die klare Linie dauert nun schon seit über einer Woche an.

Für mich bilden die drei Hölzer Zeder, Sandelholz und Zypresse eine Art Trilogie der heiligen Hölzer. Die Zeder als Spiegel des wahren Selbst, Sandelholz als Hüter der Zeit und die Zypresse als Rahmen für die existenzielle Ordnung des Menschen.

Die wertvollste Eigenschaft dieses Duftes ist das Stiften von Ordnung. Für das eigene Lebensbild bietet die Zypresse bereitwillig ihre Hilfe an, den passenden Rahmen für sich zu finden. Aus den unendlich vielen Möglichkeiten, Prinzipien und Lebensweisen, die einem potenziell zur Verfügung stehen, wird der aktuell passende Entwurf in völliger Klarheit und Strukturiertheit skizziert.

Die Zypresse hilft eine grundlegende Lebensordnung zu entwerfen oder zu festigen. Sie ist das beste Heilmittel für chaotische Verwirrungen, für Sackgassen und komplizierte Verstrickungen. Plötzlich ist alles ganz einfach und man ist in der Lage sich aus dem Chaos zu befreien – wie der Phönix aus der Asche.

Die Welt befindet sich ja permanent im Wechselspiel von Ordnung und Chaos und wir Menschen bilden im Mikrokosmos eben diesen ewigen Gezeitenwechsel ab.

Mit der Zypresse habe ich gelernt, dass Ordnung unheimlich wohltuend sein kann. Es gibt eine natürliche Ordnung, einen Zustand, in dem alles seinen Platz hat und jedes Gefühl und jeder Gedanke gut aufgeräumt ist. Mit der Zypresse erkenne ich auch immer wieder den Wert der Wenigkeit und der Einfachheit. Im Umkreis der Zypresse existiert kein „Zuviel“ und kein „Über“, kein Überfließen, Überquellen, Überfordern, Übertreten. Keine Massen an Dingen, die man nicht braucht und auch keine Meinungen, nach denen man nicht gefragt hat.

Durch die ordnenden Kräfte der Zypresse werden kleine Zwischenräume frei, die vorher nicht erkennbar waren. Es kann auch gesehen werden, was zwischen den Zeilen steht, der feine, aufmerksame Blick schweift nicht ab. Diese Zwischenräume stehen zu meiner Verfügung, sie verschaffen mir Luft und bilden Freiräume, wo vorher keine waren. Dies ist ein wahrer Segen!

Affirmation: „Ich habe eine klare Linie!“

Duft: Cupressus sempervirens

Verwendeter Pflanzenteil: Zweige

Gewinnung: Destillation

Das Körperelixier – Champaca

19 Mai

Wahre Schönheit kommt von innen. Ein prominenter Satz, den man auch des Öfteren in den Hochglanz-Magazinen für Mode und Lifestyle findet. Auf der nächsten Seite kommt dann die Frühjahrskur, um die lästigen Pfunde für die Bikini-Mode auf der übernächsten Seite loszuwerden. Und ganz hinten bei den Kochrezepten mit dem Frankreich-Special kann man dann Petit Fours, Cannelés, Paris-Brests, Eclairs und andere Sauereien nachbacken, damit man für die Diät in der kommenden Ausgabe wieder ein paar Pfunde mehr auf den Hüften hat.

Die Kartographie des Körpers und die Vermessung diverser Umfänge hat zu einem entseelten und ferngesteuerten Körperbild samt gewinnbringender Vermarktung geführt. Im schlimmsten Fall wird der Körper als eine Hülle wahrgenommen, in der man eben steckt und die man eines Tages wieder verlassen wird. Der entseelte Körper als Einkaufstüte, in die man dann sein Selbstbild steckt? Muss nicht sein…

Mit dem Duft von Champaca erlebe ich eine besonders erfüllende Vitalität. Mein ganzer Körper fühlt sich mit einem Mal sehr lebendig und begehrenswert an. Man möchte sich gleich etwas Gutes tun und den Körper mit pflegenden, hoch energetischen Substanzen versorgen. Die innere Schönheit wird ganz deutlich als Leuchten und Strahlen spürbar und damit geht die selbstverständliche Akzeptanz und Aufmerksamkeit einher, die den Körper erst zu dem macht, was er ist – Wohnstatt und Tempel auf Erden, Erzeuger und Träger der Lebensenergie, die wir tagtäglich wieder ausgeben. Der Körper ist nicht getrennt vom eigenen Wesen sondern ein Teil der eigenen Identität.

Dieser Duft steht für ein selbstbestimmtes Körpergefühl. Der Fremdkörper wird zum Freundkörper egal in welchem Zustand sich der Körper gerade befinden mag. Und dieses „Sich-Selbst-Mögen“ ist die Grundvoraussetzung, sich mit dem eigenen Körper-Ich konstruktiv auseinanderzusetzen. Die Bedürfnisse des Körper-Ichs können gehört werden und somit kann Veränderung in einem liebevollen Prozess stattfinden. Der Körper gibt deutliche Zeichen, wenn er aus dem Gleichgewicht geraten ist und macht sogar konstruktive Vorschläge wie das Problem zu beheben ist.

Oft muss der Körper aber alle Lasten allein tragen. Von Kopf und Herz abgespaltene Gefühle, Erinnerungen, Gewohnheiten und Traumata können die Signale des Ungleichgewichts im Körper unterdrücken und dort ein zerstörerisches Eigenleben führen. Denn auch der Körper hat ein Gedächtnis.

Champaca ist eine Wohltat für alle, die mit ihrem Körper unzufrieden sind, die ihren Körper nicht gut wahrnehmen können oder die sich eine Körperrealität erschaffen haben, die sich vom natürlichen Körpergefühl entfernt hat.

Ganz tief im Inneren kennt jeder Mensch im Einklang mit Seele und Herz seinen individuellen idealen Körperzustand als Basis für die größtmögliche Lebensfreude, für Wohlbefinden und Zufriedenheit. Es ist  das freundliche, lächelnde und begehrenswerte Leuchten des Körpers, das wir Charisma nennen.

Affirmation: „Mein Körper – mein(e) Freund(in)!“

Duft: Michelia champaca, Indien

Verwendeter Pflanzenteil: Blüte

Gewinnung: Ölextraktion

Die Regenfrau – Ysop decumbens

8 Apr

Let it rain! Wasser, Wasser, Wasser überall um mich herum, in mir, über mir, unter mir. Ich bin inmitten einer Strömung, einem Strudel, einer Landschaft aus Wasser, einem großen Regen.  Seitdem ich gestern morgen den eher medizinischen Geruch dieses Duftes eingeatmet hatte, war ich von der Wirkung doch sehr überrascht.

Ich spüre die Kraft des Wassers als dynamisches flexibles Element. Wasser fließt um jedes Hindernis herum, es umfließt selbst die größten Felsen und ist doch in sich kraftvoll und zugleich konfrontativ – seinem eigenen Rhythmus folgend. Alle Formen von sich stark bewegenden Wassern sehe ich vor mir. Flüsse, Wasserfälle, heftiger Regenfall, eigentlich bin ich mittendrin. Wasser dringt in jeden Winkel und in jeden noch so dünnen Spalt. Wandlungsfähig vom Nebel bis zum ewigen Eis. Ich kann Wasser atmen und darauf  wandernd ein Meer durchqueren, alles möglich.

Es geht bei diesem Duft weniger um das Element Wasser, sondern diese inneren Bilder sollen mir das Thema des Duftes deutlich machen. Reinwaschen mit dieser fließenden Kraft heißt auch Lösen, Loslassen, Gehen lassen, Ausspucken, durch sich hindurch fließen lassen.  Wasser ist ein sehr rezeptives Medium, das auch subtile Informationen in sich aufnimmt.

Weitere Assoziationen folgen:

Es regnet auf die Menschheit. Ich sehe Menschengesichter in diesem Regen, die von Wasser ganz benetzt sind, die regelrecht rein gewaschen werden. Bei anderen wird förmlich die äußere Fassade abgewaschen, Schicht um Schicht, bis am Ende das wahre Gesicht dieser Menschen zum Vorschein kommt. Und wer einmal das wahre Gesicht eines Menschen erblickt hat, sollte es sich gut merken, denn im nächsten Moment wird vielleicht die nächste Maske zur Täuschung aufgesetzt. Nur die, die reinen Herzens sind, sehen nachher genauso aus wie vor dem großen Regen, den dieser Duft mit sich bringt.

Die große Regenfrau entlarvt die Falschen, die sich Verstellenden, die Darsteller, die Opportunisten, die feigen Kameradinnen, die übernetten Kollegen, die Lästermäuler, die Lügner, die die gute Miene zum bösen Spiel machen. Und versetzt dem Gutgläubigen eine Ohrfeige – wach auf und schau doch!

Reinigungskur, Wahrheitsserum, Enttarnungsmixtur.

In jedem Leben gibt es diese Gesichter, die die eigene Geschichte  kreuzen. Mit dem widerfahrenen Unrecht, den Masken der Niedertracht,  mit Lüge und Betrug kommt oft auch die Verachtung als Schutzwall der eigenen Werte hinzu. Aber Verachtung ist ein Gift, für das man schnell ein Antiserum finden muss.

Warum sollte es nicht dieses Wasser des Ysop sein. Ich stelle mich direkt unter meinen imaginären Wasserfall, das Wasser fließt an allem vorbei, es löst den Stau an Verachtung, kühlt, befreit. Mein Körper fließt im großen Rhythmus des Regens, unaufhörlich. Alles Unrecht geht den Bach hinunter, es ist wie eine Wiedergutmachung.

Die Reinigung der Regenfrau ist sehr befreiend, klärend, erleichternd, würdevoll.  Der Regen hört da auf, wo die eigene Dankbarkeit (wieder) anfängt.

 

„Entsündige mich mit Ysop, dann werde ich rein; wasche mich, dann werde ich weißer als Schnee.“ Psalm 51, 9

 

Duft: Hyssopus officinalis spp aristatus, Spanien

Verwendeter Pflanzenteil:  Kraut

Gewinnung: Destillation

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