Tag Archives: Freiraum schaffen

Der Hausgnom – Zimtblätter

15 Dez

Damit die Seele ihre Ruhe findet, braucht sie manchmal das süße Nichtstun und den Müßiggang, manchmal aber das genaue Gegenteil.

Nämlich einen Tritt in den Hintern, um sich um Liegengebliebenes zu kümmern, es anzuschauen und zu sortieren, um dann seinen Verpflichtungen nachzukommen und sich von Altlasten zu befreien.

Etwas abhaken, fertigstellen, aufräumen, abschließen, erledigen –   oder zumindest einmal den Tatsachen ins Auge sehen – das ist zwar persönlich herausfordernd aber gleichzeitig psychisch hochgradig entspannend.

Das Gefühl, etwas geschafft zu haben, ein Stück Vergangenheit bewältigt zu haben, Altlasten losgeworden zu sein, bringt Freiraum, beruhigt das Über-Ich und lässt erleichtert aufatmen.

Wer sich manchmal einen kleinen Hausgnom wünscht, der so lange auf einen einquatscht, bis man freiwillig all das Aufgeschobene und Aufgehobene erledigt, der sollte einmal am Zimtblätter-Duft schnuppern.

Vor meinem inneren Auge präsentiert sich der intensive, etwas streng riechende Duft als behaarter Gnom, der mir freundlich, aber bestimmt allzeit bereit zu Diensten steht. Oder ist es eher umgekehrt?

Das kleine bullige Kraftpaket drängelt und treibt an, bis es richtig ungemütlich wird. Und so braucht man sich gar nicht mehr zu überwinden, sondern flüchtet freiwillig in die ordnende Aktivität.

Von daher ist dieser Duft bestens geeignet, um Faulheit, Trägheit, Lethargie und (zwanghaftes) Aufschiebeverhalten (Procrastination) zu überwinden und stattdessen Ordnung in das Leben zu bringen.

Manchmal hat man bereits so viel aufgeschoben und aufgehoben, verzögert, gestapelt und gehäuft bis sich im extremsten Fall ein riesiger Berg aus schlechtem Gewissen aufgetürmt hat und die Psyche einer Messie-Bude gleicht.

Du weißt nicht mehr, wo du zuerst anfangen sollst? Der Zimtblätter-Gnom schon. Er legt dir mit seiner schrulligen Art den roten Faden in die Hand und versorgt dich mit dem nötigen Durchhaltevermögen, Tatendrang und einer gewissen Arbeitswut.

Der Duft ist sehr gut zum Ausmisten und Entrümpeln geeignet, in der physischen als auch in der gedanklichen Welt. Auch beim persönlichen Jahresrückblick oder der Bewertung eines Lebensabschnittes ist dieser Duft ein guter Begleiter.

Körperlich fungiert der Zimtblätter-Duft als Lumpensammler, wirkt ausleitend, entgiftend, aktivierend und befreiend.

Und am Ende ist man doch für jeden Millimeter  des wieder gewonnenen Freiraumes dankbar!

Affirmation: „Ich befreie mich von der Last der/des …“ (eigenes Thema einfügen)

Duft: Cinnamomum ceylanicum, Sri Lanka

Verwendeter Pflanzenteil: Blätter

Gewinnung: Destillation

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Die klare Linie – Zypresse

17 Jul

Die Zypresse steht für sich selbst und das in kerzengerader Form. Sie ragt als klare Linie in den Himmel. Konsequent, aufrecht, folgerichtig. Sie ist bewundernswert diszipliniert, mini-malistisch und wesentlich. Mein Staunen über die klare Linie dauert nun schon seit über einer Woche an.

Für mich bilden die drei Hölzer Zeder, Sandelholz und Zypresse eine Art Trilogie der heiligen Hölzer. Die Zeder als Spiegel des wahren Selbst, Sandelholz als Hüter der Zeit und die Zypresse als Rahmen für die existenzielle Ordnung des Menschen.

Die wertvollste Eigenschaft dieses Duftes ist das Stiften von Ordnung. Für das eigene Lebensbild bietet die Zypresse bereitwillig ihre Hilfe an, den passenden Rahmen für sich zu finden. Aus den unendlich vielen Möglichkeiten, Prinzipien und Lebensweisen, die einem potenziell zur Verfügung stehen, wird der aktuell passende Entwurf in völliger Klarheit und Strukturiertheit skizziert.

Die Zypresse hilft eine grundlegende Lebensordnung zu entwerfen oder zu festigen. Sie ist das beste Heilmittel für chaotische Verwirrungen, für Sackgassen und komplizierte Verstrickungen. Plötzlich ist alles ganz einfach und man ist in der Lage sich aus dem Chaos zu befreien – wie der Phönix aus der Asche.

Die Welt befindet sich ja permanent im Wechselspiel von Ordnung und Chaos und wir Menschen bilden im Mikrokosmos eben diesen ewigen Gezeitenwechsel ab.

Mit der Zypresse habe ich gelernt, dass Ordnung unheimlich wohltuend sein kann. Es gibt eine natürliche Ordnung, einen Zustand, in dem alles seinen Platz hat und jedes Gefühl und jeder Gedanke gut aufgeräumt ist. Mit der Zypresse erkenne ich auch immer wieder den Wert der Wenigkeit und der Einfachheit. Im Umkreis der Zypresse existiert kein „Zuviel“ und kein „Über“, kein Überfließen, Überquellen, Überfordern, Übertreten. Keine Massen an Dingen, die man nicht braucht und auch keine Meinungen, nach denen man nicht gefragt hat.

Durch die ordnenden Kräfte der Zypresse werden kleine Zwischenräume frei, die vorher nicht erkennbar waren. Es kann auch gesehen werden, was zwischen den Zeilen steht, der feine, aufmerksame Blick schweift nicht ab. Diese Zwischenräume stehen zu meiner Verfügung, sie verschaffen mir Luft und bilden Freiräume, wo vorher keine waren. Dies ist ein wahrer Segen!

Affirmation: „Ich habe eine klare Linie!“

Duft: Cupressus sempervirens

Verwendeter Pflanzenteil: Zweige

Gewinnung: Destillation

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