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Spiegel aus Holz – Zeder

6 Apr

Spiegel aus Holz

Mit dem Duft kommt die tiefe Atmung.  Mit der tiefen Atmung kommt die Ruhe. Mit der Ruhe kommt die Kraft.  Ich sitze und atme, werde schwer und gleichzeitig richte ich mich innerlich auf.  Mit jedem Atemzug entferne ich mich ein wenig weiter von der normalen Zeitrechnung.

Jenseits vom allem, was ich normalerweise bin, ist ein Teil meiner selbst, der unveränderlich mein Fels in der Brandung ist. Mein Baum an den ich mich lehnen kann, in allen Lebenslagen. Es ist mein Seelenkern. Tatsächlich spüre ich für einen Moment in mir diesen unendlichen Anteil.  Stabilität in immerwährender Wandlung.

Mit diesem Gefühl sehe ich in meiner inneren Wahrnehmung, begleitet von tiefer selbstverständlicher Atmung, einen großen Holzrahmen. Es sieht aus wie ein Spiegel, aber auch die Fläche des Spiegels ist aus Holz. Ich blicke darauf aber nichts passiert. Als ich die Augen schließe, taucht derselbe Spiegel wieder auf. Nun sehe ich wie sich die Holzfläche langsam öffnet und sich in ein farbiges Meer aus pulsierenden Spiralen verwandelt.  Das ist der pulsierende Fluss der Lebensenergie. Das Leben ist in mir und umhüllt meinen Seelenkern.  Damit bin ich gekommen und damit werde ich wieder gehen.  Mit dem Öffnen der Augen steht nun wieder der Zauberspiegel mit glatter Holzfläche vor mir.

Ich verstehe, dass die Lebensachse, um die ich mich selbst drehe und die mir Stabilität und Kraft gibt, in mir selbst liegt und dass ich die Verbindung zu meinem Seelenkern nur mit dem Blick nach Innen herstellen kann. Nun weiß ich aber auch, dass ich diesen Seelenkern auch direkt ansprechen und um Unterstützung bitten kann.

Der Duft der Zeder versprüht die nötige Magie, um sich seiner eigenen Kraft bewusst zu werden und sich zu seiner vollen Größe aufzubauen.  Wir Menschen sind aufrechte Wesen, die sich zwischen Himmel und Erde ausrichten. Die Wirbelsäule dient als stützende Achse, der klare Geist als Wegweiser.  Ich blicke in den Spiegel der Zeder und sehe Respekt, Stabilität, Kraft, Ruhe, das Göttliche, die Unendlichkeit und sehe es im selben Augenblick tief in meinem Inneren, denn nur dort kannst du die Botschaft der Zeder empfangen.

„Es kann die Ehre dieser Welt
Dir keine Ehre geben.
Was dich in Wahrheit hebt und hält
Muss in dir selber leben.“                             Theodor Fontane

 

Siehe auch Besuch einer Libanon-Zeder

Affirmation: „Ich spüre meinen Seelenkern!“ „Alle Kraft kommt aus mir selbst!“

Duft: Cedrus atlantica, Marokko

Verwendeter Pflanzenteil: Holz

Gewinnung: Destillation

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Dem Lebendigen begegnen – Heilimpulse der Düfte

9 Mrz

Quelle fotolia

Was auch immer ein Duft bei mir ausgelöst hat, ich habe mich immer lebendig gefühlt. Mal freudig, mal traurig, mal aktiv, mal müde, mal euphorisch und vieles mehr.

Man könnte sagen, dass meine Aufmerksamkeit durch den jeweiligen Duft auf bestimmte Aspekte meiner selbst gelenkt wur-de, die zwar da waren/sind, die aber sonst nicht in den Fokus meiner bewussten Wahrnehmung gerückt wären. Oder möglicherweise ein halbes Leben später.

Die Auseinandersetzung mit Düften ist für mich die aktive Beschäftigung mit dem Lebendigen in mir und um mich herum. Auch jeder Duft trägt eine Information in sich, die immer einen lebendigen Organismus anspricht. Wie selbstverständlich wird bei der Duftwahrnehmung die Eigenwahrnehmung gestärkt. Welche Bedürfnisse sind da? Welche Defizite? Wo liegen meine Chancen zur Weiterentwicklung? Zur Besserung?

Oft zeigt sich in der Begegnung mit Düften auch die eigene Bereitschaft, sich mit den aufgeworfenen Fragen und den Bedürfnissen überhaupt beschäftigen zu wollen. In der Aromatherapie erlebe ich es oft, dass jemand einen Duft zur Nase heranzieht, um daran zu riechen, darauf folgt ein Moment des Innenhaltens, meist begleitet von einem kurzen Aufflackern in den Augen. Es ist ein ganz kurzer Moment der Einsicht, des Wahrnehmens der Möglichkeit zur Veränderung. Dann wird der Duftstreifen schnell außer Reichweite gebracht. Oder mir direkt in die Hand gedrückt. Oft begleitet mit den Worten: “ das ist nichts für mich“ oder „zu süß“, „zu herb“ „zu xy“.  Mir selbst ist das natürlich auch schon des Öfteren passiert. Es ist ein natürliches Signal, das anzeigt, dass das Thema zwar wahrgenommen wird, dass es aber noch nicht an der Zeit ist, sich damit zu beschäftigen. Interessant ist, dass viele „Erst-Ablehner“ später nochmals auf den Duft zu sprechen kommen. „Vor zwei Wochen hatten wir doch mal den Duft, den ich nicht mochte. Kann ich da nochmal dran riechen?“

Ein Duft agiert im lebendigen Organismus und sucht nach eventuellen Schwachstellen, wie ein Scanner durchstreift er zunächst seinen körperlichen Einsatzbereich, dann die Psyche, dann die Seele. Überall da, wo es etwas zu melden gibt, gibt es eine Nachricht an die Hauptzentrale. Oft wirkt ein Duft auf mehreren Ebenen, aber nicht jede Wirkung ist uns bewusst.

Gleichzeitig findet auch ein Scan sämtlicher Ressourcen statt. Um einen Schaden zu beheben, braucht es Energie, Wille, Mut, Lebensgeist. Und das ist meiner Meinung nach das Schönste, was Düfte für den Menschen tun können. Sie aktivieren das Lebendige, sie verbinden uns mit dem Lebensfluss, der Lebensenergie. Auch bei einem kranken oder schwachen Menschen gibt es diese Ressourcen. Es gibt ein Wissen in jedem Menschen, wie er in vollkommener Harmonie leben kann. Meines Erachtens besteht der Heilimpuls der Düfte genau darin, sich daran zu erinnern, wie man sich mit seinem inneren Wesenskern und seiner Lebenskraft in Verbindung setzt. Manche sagen auch es ist der göttliche Funke, der in jedem Menschen wohnt.

Durch die Arbeit mit Düften habe ich erfahren dürfen, dass im Menschen weit mehr Ressourcen stecken als er sich selbst zutraut und dass Veränderung möglich ist.

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