Tag Archives: Loslassen

Vom Haben zum Sein – in der Dufterfahrung

6 Feb

Was wir haben, das soll uns keiner mehr wegnehmen. Der Besitz spielt in unserer Kultur eine wichtige Rolle, so dass wir sogar unsere Krankheiten besitzen und indem wir das tun, distanzieren wir uns gleichzeitig von ihnen.

Der Psychoanalytiker Erich Fromm beschreibt dies in seinem Werk „Haben oder Sein“ so:

Abgesehen von Menschen gibt es eine endlose Reihe von Dingen und sogar Gefühlen, die als Eigentum erlebt wer-den, zum Beispiel Gesundheit und Krankheit.

Leute, die über ihre Gesundheit sprechen, tun es im Gefühl des Besitzes. Sie sprechen von ihren Krankheiten, ihren Operationen, ihren Behandlungen, ihrer Diät, ihren Medikamenten.

Damit die Krankheit aber wieder verschwindet, muss man in einen Prozess der Krankheitsverarbeitung und Krankheitsbewältigung eintreten. Dies bedeutet den Übergang vom Haben-Modus zum Sein-Modus und damit das Erleben verschiedener (möglicherweise unangenehmer) Zustände.

Der Sein-Modus ist am Lebendigen orientiert, an der schöpferischen Kraft im Menschen und mit Hilfe ätherischer Öle fällt es leichter, sich auf dem Weg vom „Haben“ zum „Sein“ zu machen.

Die Dufterfahrung bietet einen passenden Rahmen für Veränderungen und zudem die Möglichkeit, die Themen, von denen man sich bereits distanziert hat, näher kommen zu lassen, um dann erneut die Entscheidung treffen zu können, sie zu behalten oder sie loszulassen.

Die Düfte lenken die gesamte Aufmerksamkeit auf das Geschehen im Hier und Jetzt, im eigenen Selbst, im Körper, und fokussieren die Lebensenergie im Organismus darauf, Harmonie herzustellen. Im Zuge der Dufterfahrung erscheint das, was man zuvor als „Sicherheit“ behalten wollte vielleicht plötzlich als überflüssig.

Die Existenzweise des „Sein“ beschreibt Erich Fromm wie folgt:

Es bedeutet, sich selbst zu erneuern, zu wachsen, sich zu verströmen, zu lieben, das Gefängnis des eigenen isolierten Ichs zu transzendieren, sich zu interessieren, zu lauschen, zu geben.

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Die Kraft des Kindes – Mandarine rot

25 Aug

Der Duft der Mandarine stimmt heiter, bisweilen übermütig und öffnet die Wahrnehmung für die großen Freuden an kleinen Dingen. Sie verkörpert die Kraft des Kindes.

Kinder haben ein reines Herz, sie sagen die Wahrheit, sind ganz sie selbst und können aus sich selbst heraus glücklich sein.

Sie können mühelos ihre Bedürfnisse und Befindlichkeiten erkennen, haben einen engen Kontakt zu ihrer Innenwelt und schöpfen reichlich aus ihrer Phantasie.

All dies macht das Leben eines Kindes unbeschwert, frei und aufrichtig und somit in höchstem Grade lebenswert. (Vorausgesetzt dem Kind wurde die Möglichkeit der freien Entfaltung im Elternhaus gegeben.)

Ein Ball, ein Eis an einem heißen Sommertag, im Schwimmbad die Wasserrutsche hinunter sausen und dann noch ein Eis, weil das erste so gut geschmeckt hat. La dolce Vita muss nicht viel kosten sondern ist mehr eine Frage der Zufriedenheit und Glückseligkeit im Augenblick.

Dieses Gefühl vermittelt die Mandarine, das unbeschwerte Leben in vollen Zügen genießen. Keine Verantwortung, keine Verpflichtung, keine Konflikte.

Trotz aller Heiterkeit hat der Duft der Mandarine auch eine ganz stille und beschauliche Seite. Sie kann auch eine sehr tiefe Entspannung herbei führen, die Aufmerksamkeit ganz zum inneren Kern lenken und einem das Gefühl vermitteln, dass alles gut ist wie es ist. Sie verbindet mit der Kraft des inneren Kindes, das in jedem Menschen wohnt.

Möglicherweise hat sich dieses Kind Dinge getraut oder gekonnt, derer man heute gar nicht mehr fähig zu sein scheint. Da tut es gut, sich zu erinnern, dass vieles nicht so kompliziert ist wie man vielleicht glaubt, sondern viel einfacher.

Im Ernst des Lebens, in einem Leben mit vollem Terminkalender, Meetings, Machtkämpfen um den ersten Platz, Verantwortung für sich und andere tut es bisweilen gut, sich die Kraft des Kindes zunutze zu machen. Eine Stunde voller Heiterkeit oder tiefer innerer Angstlosigkeit kann manchmal Wunder wirken.

Mandarine rot zaubert aus ihrem Hut das unangefochtene Selbstwertgefühl kindlicher Naivität gepaart mit dem Glauben, dass es auf der Welt nur Gutes gibt. Dieser Duft ist wie Urlaub!

Affirmation: „Ich blicke mit den Augen meines inneren Kindes in die Welt!“

Duft: Citrus reticulata, Italien

Verwendeter Pflanzenteil: Schale

Gewinnung: Kaltpressung

Miss Mille Fiori – Jasmin sambac

7 Jun

Sie ist eine jener Duftpersönlichkeiten, die es versteht, die Sinne mit ihrer narkotischen Süßigkeit zu benebeln. In ihrer Art, zum Entspannen, zum Loslassen, zum Genuss zu verführen, ist sie unvergleichlich und unver-wechselbar.

Wer eben noch dachte, der Duft sei eigentlich ein wenig zu süß, wird dies bereits im nächsten Moment schon wieder vergessen haben und sich sogleich in den Augenblick der Wonne hineinstürzen.

Aber Achtung, Jasmin wirkt tief ein!

Der Duft fühlt sich im ersten Moment an wie ein Bett aus tausenden Blüten, wie ein fliegender Teppich, der sanft hin und her schaukelt. Man möchte sich einfach nur hineinlegen.

Doch die Blüten bilden ein intelligentes Netzwerk und ermitteln per Scan meinen Happiness-Quotienten. Ich habe den Eindruck, dass Wehmut und Schmerz aus dem emotionalen Körper ausgeschleust werden und durch die Süße der Blüten neutralisiert werden.

Dieser Duft birgt das Abenteuer, sich auf die Süße des Lebens und die Erfüllung der eigenen Sehnsüchte einzulassen. Oder sich auf die Suche zu begeben, worin die eigenen Sehnsüchte eigentlich bestehen.

Sehnsucht – man sucht das, wonach man sich sehnt. Und dafür braucht es eine intensive Verbindung mit der eigenen Gefühlswelt, eine Erschütterung der Gewohnheit, einen Weckruf der archaischen Kräfte, die irgendwo im Urgrund des menschlichen Seins darauf warten, freigesetzt zu werden. Da wo sich die tiefste Quelle des Glückes befindet, sitzt oft auch der tiefste Schmerz.

Wie herrlich, dass es diesen wogenden einladenden Blütenteppich gibt, der das ganze Sein mit seinen Höhen und Tiefen mit seinem Duft einhüllt.

Affirmation:  Ich werde vom Duft der Blüten getragen! Die Süße nimmt den Schmerz!

Duft: Jasminum sambac, Indien

Verwendeter Pflanzenteil: Blüte

Gewinnung: Hexanextraktion

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