Tag Archives: Traum

We are the dreamers of dreams – Düfte zum Träumen

28 Feb

serendipMeerjungfrau(en) ist mit Abstand der am häufigsten gesuchte Begriff, durch den Leser auf diesen Blog gelangen.

Ich hatte einmal einen Artikel zum Baden mit ätherischen Ölen metaphorisch mit Der Duft der Meerjungfrauen betitelt.

Seitdem erinnert mich die Meerjungfrau, dieses  eben-so liebreizende wie un-heimliche Fabelwesen, täglich daran, dass die Menschen da draußen allem Anschein nach auf der Suche nach dem Fabelhaften sind. Und zugegeben, ich bin es auch.

Es ist vielleicht die Sehnsucht nach dem Wunder, dem Unerklärlichen, dem Ungewöhnlichen, dem Märchen und den alten Geschichten, die als archetypische Repräsentationen in uns wohnen.

Es ist dieses Gefühl, dieser kurze Moment, in dem die Realität einen besonderen Glanz erhält, dieses Funkeln und Glitzern, verdichtet in einer symbolhaften Kreation.

Was passiert wenn dieser fantastische Funke doch irgendwie in die normale Realität überschlagen würde?

Dann träumen wir. Und wenn wir träumen, dann ist das Unmögliche möglich und wir sind unserer Seele ganz nah. Der Rahmen, in dem man sich normalerweise bewegt, löst sich auf und formt sich neu. Die Seele jongliert mit verschiedenen Elementen des Erlebten, setzt sie neu zusammen, lässt mal etwas fallen und fügt Neues hinzu.

Widersprüchliches kann nebeneinander existieren, wir entwickeln Kräfte, von denen wir nichts wussten, sprechen fremde Sprachen, die im richtigen Leben gar nicht existieren, üben Berufe aus, die wir nie erlernt haben, retten Leben, gehen unter, stehen wieder auf, sind reich oder arm, berühmt, Waisenkinder oder ein Tier, wir erleben Dimensionen des Seins, von deren Existenz wir im normalen Leben nichts wissen.

Und doch – leben alle diese Versionen von uns selbst tief im Inneren der Seele als Quelle der Kraft, als Ressourcen als Möglichkeit zu sich selbst zu finden. Immer wieder, jede Nacht aufs Neue.

In jedem Fall zeigt der Traum, dass wir viel mehr sind, als wir glauben, dass wir viel mehr können, als wir uns zutrauen und dass wir viel mehr wissen, als gedacht.

Düfte eignen sich hervorragend dazu, die Welt der Träume und gleichzeitig das Reich der Nachtseele zu erkunden. Mit der Anwendung ätherischer Öle habe ich immer wieder beobachtet, dass…

  • ich mich viel besser an meine Träume erinnern kann
  • die Träume farbiger, plastischer und ereignisreicher waren
  • die Träume oft ein bestimmtes Thema hatten (das sich manchmal über mehrere Traumnächte fortsetzte)
  • die Träume sich sehr echt anfühlten
  • die Erinnerung an Träume mit manchen Düften ganz ausblieb, kombiniert mit tiefer Regeneration

Die besten Erfahrungen habe ich mit Düften gemacht, bei denen subjektiv das Gefühl entsteht, dass der Körper tief in das Federbett einsinkt, während der Geist ganz leicht wird und in die entgegen gesetzte Richtung wie der Körper strebt:

Ein Sofa im Garten Eden – Römische Kamille

Miss Mille Fiori – Jasmin

Die Muse – Muskatellersalbei

Das alles sehende Auge – Osmanthus

Die Sternenprinzessin – Sternanis

Der Paradiesvogel – Tonka

Für den tiefen, regenerativen Schlaf:

Die Wurzelfrau – Vetiver

Ein Kurs in Wundern – Narde

Spiegel aus Holz – Zeder

Meister der Stille – Weihrauch

Als Massageöl, Bad oder Inhalation vor dem Schlafengehen.

Vor dem Schlafengehen sollte man sich fest vornehmen, sich am nächsten Morgen an den Traum zu erinnern. Am besten, man legt sich ein Traum-Tagebuch auf das Nachtkästchen und notiert sofort nach dem Aufwachen seine Eindrücke.

Bleibt nur noch die Frage: Träumen wir die Träume oder träumen sie uns?

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Der Paradiesvogel – Tonkabohne

30 Aug

Der Duft der Tonkabohne lächelt mich geheimnisvoll an und erinnert mich an ein fernes Paradies.

Seit Tagen sammeln sich Eindrücke aus lebhaften Träumen, Sehnsüchten, Wünschen und Vorstellungen und nun sitze ich hier und versuche all das in Worte zu fassen.

Die Bilder und Träume, Gefühle und Stimmungen sind sehr klar erlebbar und doch scheinen mir die Worte dafür  immer wieder wie Sand durch die Finger zu rinnen.

Immer wieder finde ich mich jenseits meiner analytischen Seite, jenseits der Sprache, fernab meines Verstandes, der normalerweise rational und effektiv das Erlebte sinnhaft verdichtet und notiert.

Stattdessen sinke ich mit dem Tonka-Duft Nacht für Nacht in den tiefsten Schlaf, den ich kenne und reise, reise, reise…

Gefühlsmäßig habe ich innerhalb der letzten drei Tage im Traum schon mehrmals den Erdball umrundet.

Es scheint als habe ich im Schlaf mein eigenes Universum erkundet, sozusagen meinen eigenen Weltraum bereist und bin irgendwo da draußen in einer entfernten Galaxie, wo die Monde um die Planeten kreisen, den Anteilen meiner selbst begegnet, die ganz weit weg  von mir zu sein scheinen aber dennoch zu mir gehören.

Auf geheimnisvolle Weise fühlt sich die Ich-Identität durch die Arbeit mit dem Tonka-Duft komplett, ganz, integriert und gesammelt an. Es fühlt sich an, als wäre das Selbstbild plötzlich koloriert statt nur schwarz-weiß.

Immer wieder tauchen fragmentarisch Fetzen von einem idealen Leben auf, von Wünschen, die auf ihre Erfüllung warten, vom eigenen kleinen Paradies. Lauter bunte Perlen, die ich in mein Seelenkleid einwebe.

Gleichzeitig weiß ich natürlich, dass die größten Wünsche auch die größten Ängste in sich bergen, dass Paradies und Hölle ganz nah beieinander liegen. Und natürlich weiß ich, dass das sogenannte Paradies Ansichtssache ist. Ich weiß auch noch viel mehr, aber all dies geschieht durch meinen Verstand und der ist gerade ruhig gestellt bzw. tonkisiert.

Der Tonka-Duft ist wie ein Paradiesvogel, bunt, schillernd, exotisch, frei. Ich fühle mich eingeladen mitzufliegen und mein Universum zu überblicken. Besonders intensiv erlebe ich Gefühle, besonders plastisch tritt all das hervor, was ich mir wünsche, wonach ich mich sehne. Lauter kleine Juwelen, die mich schmücken.

Mit dem Tonka-Duft lerne ich den Stoff, aus dem meine Träume sind, besser kennen. Wünsche, die eben noch Galaxien entfernt waren, kommen gefühlsmäßig ganz nah an meine Realität heran. Ferne Aspekte meiner selbst werden durch meinen Wesenskern  magnetisch angezogen bis ich ganz und gar vollständig und vollendet bin, bis sich der letzte zu mir gehörige Partikel an mich schmiegt.

Alle Wahrnehmung dieses Zustandes gelingt nur auf der Ebene der Gefühle, Instinkte und archaischen Kräfte. Was ich spüre ist ein Urbild meiner Seele, als diese absolut unversehrt und perfekt war und nur eine Sache tat – da sein.

Die Tonka-Fee lächelt vielsagend und geheimnisvoll. Wir werden uns also wiedersehen – in einem anderen Traum vom Paradies.

Affirmation: „Ich erträume mein Paradies!“

Duft: Dipteryx odorata, Brasilien

Verwendeter Pflanzenteil: Frucht

Gewinnung: Alkoholextraktion

König der Wahrheit – Basilikum

31 Mai

Der Traum ist der Königsweg zur Seele. Die Tore zur Traumwelt stehen jedoch nicht jederzeit offen. Der Duft von Basilikum ist der Schlüssel zu einem Bewusstseinszustand, der normalerweise von Abwehrmecha-nismen der Psyche kontrolliert wird.

Der Duft führt nach innen und lenkt die Aufmerksamkeit direkt auf die Bauchgegend, wo sich das Sonnen-geflecht mit seinem Energiezentrum dem Solarplexus befindet. Eine Reise zum Mittelpunkt des Körpers, zum eigenen Bauchgefühl, zu der Welt, in der man Zugriff auf die eigene Wahrheit hat, direkt aber auch ungeschönt.

Denn, was im Bauchhirn als Tatsache feststeht kommt in unserem Bewusstsein meist nur noch als vage Ahnung an. Die Kraft der Intuition und die damit verbundene Entscheidungsgewalt wird einem wieder vollkommen bewusst und vor allem kann man lernen sich ihrer zu bedienen. Die feinen Antennen werden wieder aktiviert und die Sensibilität für Wahrheit, Echtheit und Authentizität nimmt deutlich zu.

Die Basilikumerfahrung kann sehr inspirierend sein, denn sie zeigt dem Bewusstsein Themen auf, die die eigene Aufrichtigkeit, die Authentizität, die eigenen Ideale betreffen. Im weiteren Sinne geht es um das Übereinbringen des idealisierten Selbst mit dem gelebten Selbst.

Der Basilikumduft spricht sehr ich-nahe Themen an. Die eigene Wahrheit unter die Lupe zu nehmen, wirft oft existenzielle Fragen auf und stimmt ernsthaft. Unter Umständen kann Basilikum ein flaues Gefühl im Magen hervorrufen, falls man sich von der eigenen Wahrheit, dem eigenen Selbstbild zu weit entfernt hat oder falls dieses fremdbestimmt ist.

Auch wenn es in meinen Augen die absolute für jeden gültige Wahrheit nicht gibt, so gibt es doch für jeden einzelnen Menschen eine persönliche individuelle Wahrheit, mit der man im Idealfall gut leben kann.

Dissonanzen zwischen Idealvorstellung und Wirklichkeit müssen in einer Lösung münden, andernfalls werden sie aus ökonomischen Gründen von der Psyche verstaut und für später aufgehoben. Oftmals werden diese mit dem eigenen Ich nicht zu vereinbarenden Inhalte dann zum Geheimnis. Das Verstecken und Verbergen führt dazu, dass sich die betreffende Person von ihrem Wesenskern entfernt.

Die fehlende Integration dieser Inhalte macht sie zu Sperrmüll, der sich im Bauchraum als unverarbeitete und unverdaute Körpererinnerung ablagert.

Das außerordentlich heilende Moment und der große Verdienst von Basilikum ist es, diese unverdauten Brocken aufzuspüren und sie sichtbar zu machen, um sie damit unschädlich zu machen. Basilikum hilft also all das zu verdauen, was einem über kurz oder lang sprichwörtlich im Magen liegen geblieben ist. Auf diese Art von Entgiftung und Entlastung des Organismus führe ich die stark angstlösende Wirkung des Duftes zurück.

Basilikum fördert einen von Träumen bevölkerten Heilschlaf. Wer das Gefühl hat, sich von sich selbst entfernt zu haben oder wer meint, sich selbst nicht mehr im Spiegel ansehen zu können, dem rate ich gemeinsam mit Basilikum eine Lösung zu erträumen.

Affirmation: Ich betrete den Königsweg zu meinem wahren Selbst!

Duft: Ocimum basilicum, Ägypten

Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Gewinnung: Destillation

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